DLSS 2x im Eigenbau: So nutzen Sie DLSS mit DSR-Supersampling für fantastische Bildqualität
DLSS 2.0 eröffnet Geforce-RTX-Nutzern neue Möglichkeiten der Kantenglättung. Besonders spannend ist, dass das neue Verfahren auch in Kombination mit Supersampling alias Downsampling funktioniert. Damit lässt sich das bisher nicht offiziell freigegebene DLSS 2x simulieren, um die ultimative Bildqualität zu erreichen. PCGH zeigt, wie's geht.
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Mitte 2018 feuerte Nvidias Marketing aus allen Rohren: Die Turing-Grafikkarten der Geforce-RTX-20-Reihe sollten eine neue Ära mithilfe von Echtzeit-Raytracing und KI-Kantenglättung eröffnen. Zwar blieb der große Durchbruch des RTRT (Realtime Raytracing) und DLSS-Antialiasings bis heute aus, doch nach und nach erhalten Besitzer einer Geforce-RTX-Grafikkarte neue Exklusivfunktionen. Die neueste ist DLSS 2.0, über das PC Games Hardware bereits ausführlich berichtete. Spinnt man die Gedanken um die neuen Möglichkeiten weiter, wird klar: DLSS funktioniert nun auch in Kombination mit Supersampling und liefert damit potenziell die ultimative Bildqualität.
Den Wermutstropfen gibt's gleich zum Start: DLSS funktioniert aufgrund der herangezogenen Tensor-Cores tatsächlich nur auf RTX-Grafikkarten, ergo Geforce RTX 2060 bis inklusive Titan RTX. Weder die GTX-16-Modelle ("Turing Light") noch die unter PCGH-Lesern weiterhin sehr populären GTX-10-Beschleuniger (Pascal) sind technisch dazu in der Lage.
DLSS 2.0 + DSR = DLSS 2x: So geht's
Zusammen mit Turing kündigte Nvidia die KI-gestützte Kantenglättung DLSS an. Neben dem Modus, den wir seit 2018 kennen, sollte ursprünglich auch DLSS 2x erscheinen, das die Bildqualität unter Beibehaltung der nativen Auflösung verbessert. Doch bis heute fehlt von DLSS 2x jede Spur, selbst das neue DLSS 2.0 arbeitet konsequent mit intern reduzierter Auflösung. Die Ursache ist klar: Nvidia bewirbt DLSS als Leistungsspritze bei weitgehend gleicher Bildqualität. Gerade beim Raytracing ist jeder Fps-Boost gerne gesehen, doch DLSS findet sich in immer mehr Spielen auch ohne Raytracing-Support. PCGH vermutet, dass DLSS 2x keineswegs vom Tisch ist, sondern als eine Hauptfunktion der kommenden Geforce-Generation (mutmaßlich Ampere alias Geforce RTX 3000) aufgebaut wird. Das hindert uns aber nicht daran, eine Vorschau zu gewähren. Die Möglichkeit dazu liefert Nvidia nun selbst, wenn auch über Umwege.
Da DLSS (2.0) nun in allen Auflösungen funktioniert, rückt DLSS 2x in greifbare Nähe, denn die Überlegung, DLSS mit DSR ("Downsampling") zu verwenden, ist praktisch umsetzbar. Ein Beispiel: Sie spielen mit Ihrem WQHD-Bildschirm und würden gerne DLSS 2.0 in Kombination mit einer höheren, nicht-nativen Auflösung verwenden. Stellen Sie einfach 2.560 × 1.440 Pixel ein, arbeitet DLSS intern mit weniger Pixeln, ergo muss die Basisauflösung höher ausfallen. Das lässt sich entweder über die treibereigenen Auflösungsmultiplikatoren, besser bekannt als DSR, oder selbsterstelle Auflösungen richten, die PCGH treffend "Static Custom Resolutions" (SCR) nennt.
Die Erfahrung mit Computern lehrt, dass ganzzahlige Vielfache der Renderauflösung zu besten Ergebnissen führen, allerdings landen wir in diesem Beispiel mit dem DSR-Maximalfaktor 4,00 direkt bei der 5K-Auflösung (2×2 Supersampling = 5.120 × 2.880 Pixel). Bleiben wir dabei, ist die Sache klar: Egal, welchen DLSS-Modus Sie im Spiel aktivieren, die interne Renderauflösung wird zweifellos höher ausfallen als nativ vom Monitor angeboten. PCGH-Tests haben ergeben, dass in diesen Fällen - erwartungsgemäß - todschicke Ergebnisse erzielt werden, die nicht nur im Stand mit vielen Details glänzen, sondern auch in Bewegung mit tadelloser Ruhe und Detailtreue protzen.
Quelle: PC Games Hardware
Static Custom Resolutions: Tragen Sie hier Pixelmengen ein, die jenseits Ihrer nativen Auflösung liegen - "Downsampling" der alten Schule. Alternativ tasten Sie sich mithilfe der DSR-Auflösungsfaktoren an Ihr Wunschbild heran.
So schön 4× Supersampling auch ist, in den meisten Fällen kollabiert die Grafikkarte trotz DLSS-Unterstützung. Daher ist es ratsam, sich mithilfe geringerer Auflösungen an den Traum von DLSS 2x heranzutasten. Ein naheliegender Faktor ist 1,25 pro Achse, welcher bei einem WQHD-Display zu 3.200 × 1.800 Pixeln und bei einem Full-HD-Bildschirm zu 2.400 × 1.350 Pixeln führt. Faktor 1,5 sieht erfahrungsgemäß ebenfalls gut aus, stresst die Grafikkarte jedoch ungleich stärker. Aufgrund der vielen Kombinationsmöglichkeiten aus Bildschirm und Grafikkarte raten wir dazu: Probieren Sie's doch einfach aus!
Theoretisch funktioniert der Trick auch in Kombination mit spieleigenen Auflösungsskalierungen. In der Praxis scheitert diese Idee jedoch daran, dass bei aktivem DLSS oft andere Optionen gesperrt werden (auch Nachschärfung) oder, wie im Falle Wolfenstein Youngblood, die Auflösung grundsätzlich nur nach unten skaliert werden kann. Somit sind DSR und SCR die Mittel der Wahl.
DLSS 2x: Bildvergleich
Wir haben "DLSS 2x" sowohl in Wolfenstein Youngblood als auch in Mechwarrior 5 und Control ausprobiert. Sieht man von superhohen Auflösungen wie 6K und 8K ab, funktioniert die Idee, DLSS 2.0 mit Downsampling-Auflösungen zu kombinieren, tadellos. Im Folgenden haben wir ein paar exemplarische Bildvergleiche für Sie, selbstverständlich verlustfrei komprimiert. Weitere Bilder inklusive aller DLSS-Settings finden Sie in der Galerie. Wir empfehlen, die Bilder herunterzuladen und am eigenen Rechner durchzuschalten, um alle Details zu erfassen.
Wichtig: Moderne Spiele sind sehr dynamisch. Effekte wie Wolken und Rauch, aber auch bewegliche Objekte machen 1:1-Bildvergleiche schwierig. Lenken Sie Ihren Blick daher auf die klassischen Elemente, wenn es um die Bewertung der Auflösung und AA-Qualität geht: Feine Objekte, harte Kontraste, potenziell flimmrige Objekte. Auf den Bildern ist reichlich davon zu erkennen, wenngleich atmosphärische Effekte hin und wieder Details überdecken. Zur Verdeutlichung haben wir zusätzlich Vergrößerungen auf 200 Prozent (ohne Resampling) angefertigt.
Um es kurz zu machen: Eine höhere Auflösung kitzelt auch mit DLSS Details heraus, die bei geringerem Pixel-Input untergehen. Diese Erkenntnis ist nicht überraschend. Bereits 3.200 × 1.800 statt 2.560 × 1.440 führt bei anfälligen Objekten wie Zäunen, Bäumen, Stromleitungen, Glanzstellen und weiteren zu einer wesentlich besseren Detailabbildung und - ganz wichtig - höherer Bildruhe in Bewegung. In 5.120 × 2.880 ist schließlich alles glatt, allerdings ist diese Auflösung selbst in Kombination mit DLSS auf einer Geforce RTX 2080 Ti noch sehr anspruchsvoll. Randnotiz, falls Sie sich wundern: Tatsächlich ist Wolfenstein Youngblood an der Stelle weitgehend prozessor- und nicht etwa GPU-limitiert, denn das aktive Raytracing führt gerade in weitläufigen Arealen zu einer wesentlich höheren Belastung durch Einbezug aller Objekte.
Sehr gut, aber noch nicht perfekt
Wie immer ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt. DLSS zeigt vereinzelt temporale Artefakte, die mit "normalem" TAA nicht auftreten. Konkret betrifft das Mechwarrior 5, welches trotz Nvidias Beteuerungen, die temporale Stabilität erhöht zu haben, Bildteile in Bewegung aufpixeln und Moiré-Muster darstellen lässt. Im Bildvergleich betrifft es das Zusammenspiel aus Welt und Schnee, welcher durch das Bild fliegt: Hin und wieder, so scheint es, kommt es zu Tiefenproblemen, sodass der im vorderen Bildteil aufgetragene Schnee zu Pixelation der dahinterliegenden Objekte führt. Phasenweise braucht es keinen Schnee für ähnliche Effekte, DLSS hat in manchen Sitationen auch Probleme mit langkantigen Specular-Objekten in Mechwarrior 5, die pixeliger aussehen als mit dem TAA der Unreal Engine 4. In beiden Fällen hilft eine drastisch erhöhte Auflösung nur bedingt. Da Nvidias Netzwerk aber ständig weiter trainiert wird, könnten Updates die Probleme in Zukunft lösen.
Bildergalerie
[PLUS] Aufrüstbericht: Von Titan X Pascal auf RTX 2080 Ti
PCGH Plus: PCGH-Grafikkartenguru Raff hat Mitte 2019 privat von einer Titan X (Pascal) auf eine Geforce RTX 2080 Ti gewechselt. Top oder Flop? Ein gutes halbes Jahr später ist es Zeit für die Bilanz. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 04/2020.
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DSR Glättung in Prozent einstellen geht jetzt auch noch? Das ist zu viel für mich
Macht die Glättung überhaupt einen Sinn, wenn ich DSR in Kombination mit DLSS verwende? Vermutlich nicht und die kostet sicherlich auch noch zusätzlich Leistung oder nicht?
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das habe ich bereits eingeschalten, nutze das seit einer Ewigkeit, aber um DLSS und DSR zusammen nützen zu können muss man wohl anders vorgehen, so wie PCGH im Artikel, wobei ich die Option bei mir nicht finde.
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