G-Sync Ultimate verliert seinen Schrecken: 1.000 Nits nicht mehr Pflicht [Update]

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G-Sync Ultimate verliert seinen Schrecken: 1.000 Nits nicht mehr Pflicht (1)
Quelle: Nvidia

Jetzt aktualisiert: G-Sync Ultimate war durchaus ein Zertifikat, an dem sich ein Monitor messen lassen dürfte, denn Nvidia forderte nach wie vor sportliche 1.000 Nits Spitzenhelligkeit für HDR. Diese Hürde machte das Zertifikat indirekt hochwertig, indem es einen hohen Anspruch an die Hintergrundbeleuchtung stellte. Doch damit scheint Schluss - die Auflage wurde auf "Lifelike HDR" geändert.

Update vom 19.01.2021: Nvidia hat zum Fall, der gestern das Internet auf Trab hielt, ein offizielles Statement veröffentlicht. Wir belassen dies zum Erhalt des Wortlautes im englischen Original. Kurzum wurden laut Nvidia die Vorgaben geändert, um Display-Technologien wie OLED-Panels und Edge-Lit-Hintergrundbeleuchtungen einzubeziehen. Eine reine Vorgabe von 1.000 Nits habe es laut Nvidia "nie gegeben". Man betont derweil, dass diese eine "fantastische Spielerfahrung" bieten. Im Folgenden das gesamte Statement:

"Late last year we updated G-SYNC ULTIMATE to include new display technologies such as OLED and edge-lit LCDs.

All G-SYNC Ultimate displays are powered by advanced NVIDIA G-SYNC processors to deliver a fantastic gaming experience including lifelike HDR, stunning contract, cinematic color and ultra-low latency gameplay. While the original G-SYNC Ultimate displays were 1000 nits with FALD, the newest displays, like OLED, deliver infinite contrast with only 600-700 nits, and advanced multi-zone edge-lit displays offer remarkable contrast with 600-700 nits. G-SYNC Ultimate was never defined by nits alone nor did it require a VESA DisplayHDR1000 certification. Regular G-SYNC displays are also powered by NVIDIA G-SYNC processors as well.

The ACER X34 S monitor was erroneously listed as G-SYNC ULTIMATE on the NVIDIA web site. It should be listed as "G-SYNC" and the web page is being corrected."


Original-Artikel vom 18.01.2021: Zertifikate sind so gut wie ihre Anforderungen an das Produkt und wie streng sie kontrolliert werden. Für G-Sync Ultimate wurden die Anforderungen nun offenbar etwas gelockert. G-Sync Ultimate ist das hochwertigste der drei von Nvidia vergebenen G-Sync-Zertifikate und setzt neben dem proprietären Modul höhere Anforderungen an das Panel, darunter HDR-tauglichkeit. Mindestens DisplayHDR 1.000 von der VESA musste der Monitor haben, um ein Ultimate-Zertifikat zu bekommen. Nun aber offenbar nicht mehr.

Seit der CES 2021 reicht für Monitore zumindest DisplayHDR 600 (vielleicht sogar weniger), um ein Sticker mit G-Sync Ultimate zu bekommen. Neben dem Asus PG32UQX, der sogar 1.400 Nits schafft, wurden die Modelle MSI MEG MEG381CQR (600 Nits) und LG 34GP950G (600 Nits) ausgezeichnet. Das entspricht nicht den ursprünglich von Ultimate geforderten 1.000 Nits für "lebensechtes HDR". 600 Nits sind generell nicht schlecht, stellen aber praktisch den Einstieg in die HDR-Welt dar. Zwar gibt es auch eine Zertifizierung mit DisplayHDR 400, aber man ist sich einig darüber, dass diese Helligkeit nicht ausreicht, um ein angemessenes HDR-Bild darzustellen.

G-Sync Ultimate war in Hinsicht auf die Helligkeit ein durchaus strenges Zertifikat. Während man beispielsweise bei der Hintergrundbeleuchtung nur mehrere Zonen FALD (Full Array Local Dimming) fordert und schwammig bleibt, sind 1.000 Candela pro Quadratmeter im Moment für die meisten Geräte unerreichbar und erfordern eine hochwertige Hintergrundbeleuchtung, welche die Monitore entsprechend rar und teuer macht. Vielleicht etwas zu rar und teuer für das Marketing, was die Lockerung der Anforderungen erklären könnte. Das Ultimate-Zertifikat verliert damit seine besondere Stellung. G-Sync Ultimate verliert seinen Schrecken: 1.000 Nits nicht mehr Pflicht (2) Quelle: PC Games Hardware G-Sync Ultimate verliert seinen Schrecken: 1.000 Nits nicht mehr Pflicht (2)

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Gegenüber den alleine drei Zertifikaten, die Nvidia anbietet (G-Sync Compatible, G-Sync und G-Sync Ultimate) gibt es noch drei Stufen von AMD (Freesync, Freesync Premiun und Freesync Premium Pro) sowie die Basis-Implementierung VRR der VESA. Etwas unschön dabei ist auch, dass weder AMD noch Nvidia die exakten Anforderungen öffentlich teilen. Es bleibt oft bei schwammigen Begriffen wie "HDR-Fähigkeiten und Spielunterstützung" und "niedrige Latenz" statt messbarer Zahlen als Mindestanforderung. Nvidia hat die konkrete Vorgabe von DisplayHDR 1000, die sich hier durchaus als sportliche Hürde erwiesen hat, auf "Lifelike HDR" geändert - einmal mehr ein nicht messbarer Wert.

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    • Kommentare (38)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Sortegon PC-Selbstbauer(in)
        Zitat

        Sortegon schrieb: Was hat denn VRR jetzt mit HDR Werten zu tun, zumal das auch nicht zur Tabelle passen würde?

        Zitat von Pu244
        Nvidia wollte das Siegel zu einem Qualitätsmerkmal ausbauen, was ihnen auch durchaus gelungen ist. Eine tolle Sache. Man muß sich einfach nur einen GSync Monitor kaufen, das Ding ist dann aus Prinzip gut.
        Was hat das mit meiner Frage zu tun, ich habe Bezug genommen auf
        Zitat

        Gegenüber den alleine drei Zertifikaten, die Nvidia anbietet (G-Sync Compatible, G-Sync und G-Sync Ultimate) gibt es noch drei Stufen von AMD (Freesync, Freesync Premiun und Freesync Premium Pro) sowie die Basis-Implementierung VRR der VESA."
        was hat das (hdmi Forum)vrr der Vesa denn mit hdr oder nvidia bzw. gsync zu tun?
        Hdmi 2.1 VRR ist ein Standard bzw. Feature, welches gar keine Vorgaben zu hdr macht und auch keinen HDR Monitor benötigt.
        Später hat nvidia diesen dann via hdmi 2.0 der rtx/gtx16xx GPUs unterstützt und das "gsync compatible" genannt.
        VRR der Vesa existiert aber komplett unabhängig davon und steht in keiner Verbindung mit hdr.
      • Von Sortegon PC-Selbstbauer(in)
        Zitat

        Sortegon schrieb: Was hat denn VRR jetzt mit HDR Werten zu tun, zumal das auch nicht zur Tabelle passen würde?

        Zitat von Pu244
        Nvidia wollte das Siegel zu einem Qualitätsmerkmal ausbauen, was ihnen auch durchaus gelungen ist. Eine tolle Sache. Man muß sich einfach nur einen GSync Monitor kaufen, das Ding ist dann aus Prinzip gut.
        Was hat das mit meiner Frage zu tun, ich habe Bezug genommen auf
        Zitat

        Gegenüber den alleine drei Zertifikaten, die Nvidia anbietet (G-Sync Compatible, G-Sync und G-Sync Ultimate) gibt es noch drei Stufen von AMD (Freesync, Freesync Premiun und Freesync Premium Pro) sowie die Basis-Implementierung VRR der VESA."
        was hat das (hdmi Forum)vrr der Vesa denn mit hdr oder nvidia bzw. gsync zu tun?
        Hdmi 2.1 VRR ist ein Standard bzw. Feature, welches gar keine Vorgaben zu hdr macht und auch keinen HDR Monitor benötigt.
        Später hat nvidia diesen dann via hdmi 2.0 der rtx/gtx16xx GPUs unterstützt und das "gsync compatible" genannt.
        VRR der Vesa existiert aber komplett unabhängig davon und steht in keiner Verbindung mit hdr.
      • Von Casurin BIOS-Overclocker(in)
        Tja - das ist ein richtiger Schuss in den Ofen.
        War es doch bisher der große Vorteil von G-Sync das man gesichert eine sehr hohe Bildqualität erwarten konnte.
        Klar - ein richtiges OLED-Display mit 600 nits wird meistens besser aussehen als ein IPS-Panel mit 1000nits und 20x10 FALD. Aber die Aussage von wegen unendlichem Kontrast ist schlicht weg falsch.
      • Von I3uschi Software-Overclocker(in)
        Zum Update:
        Was erzählen die nVidaner da jetzt wieder für'n Kappes?

        Auf dem alten Bild steht doch ganz klar: 1000 Nits und ein Haken ist zu sehen.
        Jetzt war das angeblich nie Voraussetzung? Heh!?

        Warum nicht einfach sagen, haben wir angepasst und fertig!?
      • Von -THOR-
        Das Problem bei LCDs ist einfach - selbst wenn man sehr viele Zonen hat. Wenn in einer Zone das schwarz überwiegt und der Bereich gedimmt wird, dann haben sämtliche Highlights in dieser Zone weniger Kontrast, als wenn gar nicht gedimmt werden würde.

        Und wenn stattdessen in einem Bereich die Helligkeit hochgefahren wird, dann hellt sich das schwarz auf. Und hier verstärkt sich der Halo effekt auch noch, je mehr Nits ausgegeben werden sollen.

        Für das Dimming sind 1000 Nits und mehr eigentlich sogar von Nachteil, wenn mans genau nimmt.

        Klar, für großflächige HDR Effekte, wie eine blendende Sonne oder nen hellen Himmel mag das funktionieren. Aber sobald du dann merkst, dass im dunkeln feine Details, die eigentlich ein wenig stärker leuchten sollten runtergedimmt werden, dann gehst du erstmal ne Runde

        Der erste WOW effekt mag vielleicht von der blendenden Sonne kommen. Der anhaltende WOW effekt kommt aber erst, wenn extreme Kontraste in allen Details sichtbar sind. Erst da sieht man dann, dass HDR nicht nur zum Blenden der Augen da ist, sondern einfach ein völlig neues Level an Bildqualität ist.

        Das ganze teuer investierte Geld für halbwegs brauchbare HDR LCDs ist totale Verschwendung.
      • Von Freakless08 Volt-Modder(in)
        Damals noch ein Siegel, das für Qualität stand, heute zu 08/15 Siegel-Schrott verkommen. Schade.
      Direkt zum Diskussionsende
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