Trickst Nvidia bei den GPU-Taktraten der Geforce-9-Reihe?
Dieses Wochenende erschütterte eine Meldung die Hardware-Welt, die Nvidia Schummelei bei den Taktraten der neusten Grafikkarten-Modelle vorwirft. PC Games Hardware fasst zusammen.
Es war wohl die Meldung des Wochenendes: techpowerup.com widmete sich in einem vierseitigen Artikel den Taktraten von Nvidias Grafikprozessoren und stellte dabei fest, dass es Unregelmäßigkeiten gibt. Am Pranger steht vor allem die Geforce 9600 GT, die sich so bei Vergleichs-Benchmarks ordentlich in Szene setzten kann. Vielerorts war von Betrug, faulem Zauber und Tricksereien zu lesen.
Quelle: Bild: PCGH
Derzeit ein großes Thema: Die Taktraten der Geforce 9600 GT
Kern des vierseitigen Artikels von "W1zzard" ist, dass Nvidia über ein Hintertürchen den GPU-Takt der Geforce 9600 GT anhebt. Ob dies mit Absicht geschieht oder nicht, lässt sich derzeit nicht ermitteln. Üblicherweise errechnet sich der Endtakt über einen Kristall, der mit 25 bis 27 Megahertz arbeitet. Bei der Geforce 9600 GT hingegen wird jedoch nur der Speichertakt über diesen Kristall erzeugt. Für den GPU-Takt greift Nvidia auf den Takt des PCI-Express-Busses zurück. Läuft dieser mit seinen vorbestimmten 100 Megahertz, so ist auch der GPU-Takt bei der verwendeten 9600 GT korrekt: 725 Megahertz (Standard: 650 Megahertz).
Interessant wird es, wenn der PCIE-Bus höher liegt als 100 Megahertz. Dies geschieht schnell, wenn man die Auto-Funktionen der Mainboard-Hersteller nutzt. Üblich sind dann Taktraten zwischen 100 und 105 Megahertz. Liegen nun 105 Megahertz am PCIE-Bus an, so wird automatisch die Grafikkarte übertaktet.
Quelle: (Bild: techpowerup.com)
Beweisführung: Ausgelesene Taktraten mit dem Rivatuner und GPU-Z (Bild: techpowerup.com)
Einige Mainboards verfügen sogar über eine automatische Anhebung des Bus-Taktes. So zum Beispiel Mainboards mit Nforce-680i-Chipsatz. Die "Link Boost"-Funktion betreibt den PCIE-Bus eigenständig mit bis zu 125 Megahertz, was natürlich zu einer bei der 9600 GT zu wesentlich höherem GPU-Takt führt. Geht man nun vom Standardtakt der verwendeten 9600 GT aus, der bei 725 Megahertz liegt und übertaktet diesen um 25 Prozent (resultierend aus den 25 Megahertz mehr PCIE-Bus-Takt), so arbeitet der GPU-Kern mit 906 Megahertz - 181 Megahertz mehr als vorgesehen.
Für Aufregung sorgte nun die Tatsache, dass Nvidia die Angelegenheit nicht öffentlich macht. Der Forceware-Treiber gibt weiterhin 725 Megahertz GPU-Takt aus. Die meisten Auslese-Tools bedienen sich dieser Angabe. Nicht so der Rivatuner, der den Takt direkt in der Hardware ausliest und so den Stein ins Rollen brachte. Für weiteren Ungemach sorgte der Umstand, dass "W1zzard" sich bei Nvidia nach diesem Phänomen erkundigte und man ihm dort versichert haben soll, dass der GPU-Takt auf Basis des Kristalls und somit auf 25 Megahertz generiert wird.
Dem Artikel zufolge wird diese Vorgehensweise auch bei anderen Geforce-Grafikkarten der 9er-Reihe angewendet. Bei der 8er-Reihe hat der PCIE-Bus-Takt keinen Einfluss auf die Taktraten der Grafikkarte.
Quelle: (Bild: techpowerup.com)
Die ermittelten Ergebnisse - Trickst Nvidia absichtlich? (Bild: techpowerup.com)
