Schenker XMG Ultra 17 im Test: Den Core i9-9900K gesockelt
Prozessoren mit acht Kernen sind mittlerweile auch in Notebooks angekommen. Trotzdem bietet Schenker im Gaming-Flagschiff XMG Ultra 17 mit dem Intel Core i9-9900K eine vollwertige Desktop-CPU an. Wir haben uns angesehen, wie der Prozessor sich im Vergleich mit einem gleichen Exemplar im herkömmlichen PC schlägt und ob das Gesamtpaket des Notebooks stimmt.
Die Firma Schenker Technologies aus Leipzig bietet unter der Marke XMG eine Reihe an Gaming-Notebooks auf Basis der Clevo-Barebones an. Von den vielen Online-Shops mit individuell konfigurierbaren Notebooks stach Schenker bislang mit Desktop-CPUs hervor. Üblicherweise sind die Notebook-CPUs auf dem Mainboard aus Platz- und Kostengründen fest verlötet. Das Schenker XMG Ultra 17 aber gibt es in einer Variante mit dem Sockel 1151 v2. Die Vorgängergenerationen an CPUs bot Schenker bis zum Sechskerner Core i7-8700K auch noch in geköpfter Version an. Diese Option ist mit dem aktuellen Achtkerner Core i9-9900K leider weggefallen.
Schenker XMG Ultra 17: Ausstattung und Wartung
Abgesehen von der üppigen CPU ist der dicke 17-Zöller ein recht gut ausgestattetes Notebook: Zahlreiche USB-Anschlüsse in allen aktuellen Varianten von USB 3.0 bis Thunderbolt 3 und sogar zwei mal MiniDP an der Rückseite lassen keine Wünsche offen. Während so große Notebooks oft noch Platz für ein optisches Laufwerk haben, ist es beim XMG Ultra 17 nicht mehr zu finden - es stirbt wohl so langsam endgültig aus.
Nahezu alle internen Komponenten lassen sich individuell bestücken, Schenker bietet bei jeder zahlreiche Alternativen. Das Notebook kostet mit minimaler Ausstattung 1.750 Euro. Leistungsfähige CPUs und GPUs mitsamt ordentlich Massen- und Arbeitsspeicher lassen den Preis rasant anwachsen. Allein der i9-9900K kostet einen Aufpreis von 469 Euro. Wir haben das Notebook mit einer Geforce GTX 1080, 16 GiByte RAM und einer Samsung 970 Evo mit 500 GB getestet, was insgesamt 3.335 Euro kosten würde.
Ebenso nicht mehr selbstverständlich bei aktuellen Notebooks ist ein wechselbarer Akku, der hier 82 Wattstunden fasst. Über zwei Wartungsabdeckungen an der Rückseite bietet das Ultra 17 Zugriff auf alle wichtigen internen Komponenten, wie etwa den beiden M.2-Slots oder den beiden Schächten für je ein 2,5-Zoll Laufwerk.
Schenker XMG Ultra 17: Display
Wir haben das Notebook mit einem IPS-Panel bekommen, das in Full HD auflöst und über eine Bildwiederholrate über 144 Hz verfügt. Alternativ bietet Schenker hier ganze vier verschiedene Varianten an:
- 17.3" Full HD IPS | non-glare | G-SYNC Modell: LG LP173WF4
- 17.3" Full HD IPS | 144Hz | G-SYNC Modell: AUO B173HAN30
- 17.3" WQHD 120Hz/5ms | non-glare | G-SYNC Modell: AUO B173QTN01
- 17.3" UHD (4K) IPS | non-glare | G-SYNC Modell: AUO B173ZAN01
Mit einer GTX 1080 wäre ebenso WQHD-Gaming denkbar gewesen, doch die Full-HD-Auflösung hat auf 17,3 Zoll noch immer eine gute Pixeldichte über 127 ppi. Das IPS-Panel bietet eine gute Blickwinkelstabilität und konnte auch in den Messwerten überzeugen: Ein Kontrast über 1.300:1 ist hervorragend und wir können das Display auf eine relativ niedrige Farbabweichung von 1,8 (Delta E 2000) kalibrieren. Auch in den Reaktionszeiten kommt das Panel im Schnitt von 20 Farbwechseln auf 5,6 Millisekunden, was für ein IPS-Panel recht gut ist. Zwar nennen die Datenblätter oft pauschal 5 ms bei IPS, was in unseren Messungen mittelmäßiger Panels oft gerne mal verdoppelt wird.
Schenker XMG Ultra 17: CPU-Leistung
Der Intel Core i9-9900K ist das aktuelle Topmodell unter den Desktop-CPUs für den Sockel 1151. Mit acht Kernen und dank Hyperthreading insgesamt 16 Threads ist der 9900K der leistungsfähigste Prozessor, den man in einem Notebook aktuell verbauen kann. Hier konkurriert er mit dem Topmodell der nativen Notebook-CPUs, dem Sechskerner Intel Core i9-8950HK, welcher nicht nur niedrigere Taktraten aufweist, sondern mit 45 statt 95 Watt TDP auch über eine deutlich niedrigere Verlustleistung verfügt. Fürs Gaming bietet aber eine stärkere CPU wenig Mehrwert, da ohnehin fast immer die Grafikkarte die Leistung limitiert. Anders sieht es aus, wenn die CPU beispielsweise häufig Videos rendern soll.
Schon der synthetische Render-Benchmark von Cinebench zeigt einen deutlichen Unterschied zu Notebook-CPUs: Während die Sechskerner hier im Multithread-Benchmark gerade mal die 1.000er-Grenze erreichen, kommt der 9900K hier fast auf die doppelte Punktzahl. Wir ermitteln einen Bestwert von 1.981. Im Batteriebetrieb bricht diese übrigens auf fast die Hälfte ein. Wir haben uns außerdem an zwei Praxis-Benchmarks aus unserem regulären CPU-Parcours bedient. Im Packen mit 7-Zip ist der i9 im Notebook etwas langsamer, dafür in allen anderen Benchmarks stets besser. Das muss nicht unbedingt für das Notebook sprechen, sondern eher für das dort verbaute Exemplar der CPU.
Schenker XMG Ultra 17: Spieleleistung
Die Geforce GTX 1080 ist mit der Full-HD-Auflösung fast schon etwas unterfordert, sodass die meisten Spiele stets mit höchster Grafikqualität laufen können und man gut und gerne bis zu dreistellige Frameraten erreichen kann. Dank des 144-Hz-Panels mitsamt G-Sync läuft das Ganze auch ohne Bildrisse (Tearing), was ein flüssiges, geschmeidiges Spielerlebnis bietet. Unsere beiden Stichproben an Spiele-Benchmarks absolviert die GTX 1080 auch auf erwartetem Niveau und leistet sich hier keine Schwächen.
Schenker XMG Ultra 17: Geräuschentwicklung und Akkulaufzeit
Nun haben wir wegen der Desktop-CPU einen brüllenden CPU-Lüfter erwartet, doch im Windows-Betrieb bleibt das Notebook angenehm leise. Wir messen bei leichtem Surfen 0,4 Sone. Damit ist das Gerät bei absoluter Stille hörbar, nicht aber bei normaler Geräuschkulisse in einem Büro. Selten springt der Lüftter dann doch mal an, wenn die CPU mit etwas mehr Leistung gekitzelt wird, etwa bei einem Video. Unter Last brüllt das Notebook 4,0 Sone laut. Man darf also die Boxen gut aufdrehen, um diesen abhebenden Düsenflieger zu übertönen. Dieser Lärm ist bei allen Gaming-Notebooks unter voller Grafiklast unvermeidbar.
Trotz des recht großen Akkus über 82 Wh ist das Notebooks nach etwas mehr als zwei Stunden ohne Steckdose aus. Wir messen die Laufzeit mit Powermark im "produktivity benchmark", wo leichte Desktop-Arbeiten simuliert werden. Es überrascht uns nicht, dass das Gerät hier relativ schlecht abschneidet, da es ohnehin eher als sogenannter Desktop Replacement fungiert. Der Akku dient hier nicht dazu, länger ohne Strom arbeiten zu können, sondern vielmehr nur, eine kurze Zeit des Umsteckens zwischen zwei Steckdosen zu überbrücken. Abgesehen davon drosseln CPU und GPU im Akkubetrieb derart stark, dass kaum an leistungsfähige Rechenaufgaben, wie etwa Rendering oder Gaming, zu denken ist.
Schenker XMG Ultra 17: Fazit
Eine Desktop-CPU in einem Notebook ergibt Sinn, wenn man bedenkt, dass der i9-9900K an sich nicht teurer ist als das Topmodell unter den Notebook-CPUs, der i9-8950HK, aber wesentlich leistungsfähiger ist. Eine gesockelte statt fest verlötete CPU würde auch mehr Aufrüstmöglichkeiten bieten, wenn hier nicht ohnehin schon das Top-Modell verbaut wäre und Intel nicht mit jeder Generation quasi ein neues Board erfordern würde. Für einen reinen Gaming-Rechner aber treibt der i9-9900K den Preis hier zu sehr in die Höhe - ein ebenso leistungsfähiges Notebook mit ähnlicher Leistung gibt es schon deutlich günstiger. Der Achtkerner lohnt sich also nur, wenn auch andere Rechenaufgaben auf dem Notebook zum Einsatz kommen. Für alle anderen Szenarien bietet Schenker im Konfigurator aber ebenso die herkömmlichen Notebook-CPUs, die nicht ganz so teuer sind und für alle, die keine Multicore-Renderleistung benötigen, eher geeignet sind.
| Produkt | XMG Ultra 17 |
|---|---|
| Hersteller | Schenker |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. 3.335 Euro/ausreichend |
| Hersteller-Link | https://www.mysn.de/xmg-ultimate-gaming-laptops/xmg-ultra-17-l17 |
| Prozessor | Intel Core i9-9900K (8c/16t, 3,6 GHz) |
| Grafikkarte | Nvidia Geforce GTX 1080, 8 GB, Boost: 1911 MHz |
| Ausstattung (20 %) | 1,25 |
| Arbeitsspeicher | 16 GiByte DDR4-2666 |
| Interner Speicher (SSD/HDD) | 500 GB PCIe-SSD (Samsung 970 Evo)/2 TB HDD |
| Display | 17,3 Zoll, 1.920 × 1.080 px, IPS, 144 Hz Hz (AUO B173HAN08.0) |
| Anschlüsse | 4 x USB-A 3.0 (1 x powered) |
| 1 x USB-C 3.1 Gen2 | |
| 1 x USB 3.1 Gen2 / Thunderbolt 3 | |
| 2 x Mini DisplayPort 1.4 (unterstützt G-SYNC-fähigen Monitor) | |
| 1 x HDMI 2.0 (mit HDCP) | |
| 1 x 2-in-1 Audio (Kopfhörerausgang + S/PDIF optisch) | |
| 1 x Mikrofoneingang | |
| 1 x Audioausgang | |
| 1 x Audioeingang | |
| 1 x RJ45 Port (LAN) | |
| 1 x 6-in-1-Kartenleser, SD-Kartenleser, Full-HD-Webcam | |
| Besondere Ausstattung | Individuelles Produkt vom Systemintegrator, USB-Stick mit Treibern |
| Eigenschaften (20 %) | 2,45 |
| Akkukapazität/Laufzeit | 82 Wh/138 Minuten |
| Haptik und Ergonomie | Gut |
| Verarbeitung | Sehr gut |
| Gewicht/Garantie | 4,19 kg (Netzteil: 1,1 kg)/Zwei Jahre Pick-Up and Return |
| Leistung (60 %) | 1,50 |
| Max. Displayhelligkeit/Homogenität/Kontrast | 296,8 cd/m²/9 %/1302:1 |
| Lautheit (2D/3D) | 0,4 Sone/4 Sone |
| Cinebench R15 (Single/Multi) | 213/1981 Punkte |
| The Witcher 3, „Boat Trip“ (min./avg.) | 63/70,9 Fps |
| Ethan Carter Redux, „Tracks“ (min./avg.) | 84/92,9 Fps |
| Endnote | 1,64 |
| + | Gute Ausstattung |
| + | 144-Hz-Display |
| - | Laut und teuer |
Wirklich ein sehr interessanter Laptop. Die Größe und das Gewicht wird sicher viele erstmal abschrecken. Aber als Desktop Ersatz wird es sicher seine Nische finden.
Habe selber ein Gaming Laptop für die Game Development angeschafft. Manchmal muss man die Projekte jemanden vorstellen, da sind mobile Workstations/Laptops wirklich top.
Aber jeden Tag möchte ich die Dinger nicht herumschleppen.
@Manuel Christa
Könnten Sie noch etwas zu den CPU und GPU Temperaturen sagen. Auf den Bilder sehen die Kühler doch sehr kompakt aus.