Schenker Vision Pro 16 im Test: "Gaming"-Laptop im Sweetspot zwischen leicht und leistungsfähig
Entweder sind Gaming-Notebooks sackschwere Betonfliesen oder eben leichte wie schwache Office-Knechte. Bis jetzt. Denn der Kompromiss zwischen den scheinbar unvereinbaren Eigenschaften leicht und leistungsfähig wird immer kleiner. Das Schenker Vision Pro 16 ist so ein schlanker und flotter Flitzer: Nur etwas über 1,5 kg schwer wird es mit einer RTX 4060 Laptop-GPU befeuert. Gibt es hier überhaupt Schwächen? Das klären wir im Test.
In diesem Artikel
Schenker-Notebooks waren schon immer ein Understatement. Äußerlich wirken sie etwas schlicht und fast schon lieblos gestaltet, aber das Gegenteil ist der Fall: Der deutsche Hersteller gibt sich Mühe, die Barebones aus Fernost, hier von Uniwill aus Taiwan, mit einer guten Ausstattung zu versehen. Das werden wir in diesem Test des neuen Vision Pro 16 feststellen. Klar freut es den Nerd, wenn er etwa über Flüssigmetall auf dem Rechenchip liest. Doch solche Details hat Schenker nicht exklusiv in Notebooks und wie effektiv ist etwa die "verbesserte Kühlung" gegenüber dem Vorjahr, was irgendwie auch von jedem Hersteller zu lesen ist, wenn er sein neues Portfolio feststellt. Wir klopfen auch diesmal ab, wie genau der Kompromiss aus Effizienz und (Spiele-)Leistung bei so einem Notebook ausfällt.
Zunächst zu den Unterschieden zum Vorgänger: Der neueste Refresh des Schenker Vision 16 von 2023 bringt mehrere Veränderungen gegenüber dem Vorgängermodell von 2022. Zu den Neuerungen zählen eine aktualisierte CPU-Generation und ein fortschrittliches Kühlsystem, das jetzt größere und geräuschärmere Lüfter umfasst. Dieses Jahr präsentiert sich das Gerät mit der bereits erwähnten Flüssigmetall-Schicht für die RTX-40er-Serie, was eine höhere und anhaltende GPU-Leistung ermöglichen soll.
Das Mainboard-Design wurde standardisiert, wobei jetzt alle Modellvarianten Unterstützung für DDR5 mitbringen. Dieser Schritt vereinheitlicht die Ausstattung über die gesamte Produktpalette. Ansonsten fällt das mitgelieferte Netzteil mit einer Leistung von 180 Watt kleiner und leichter aus als bisherige Versionen, was die Portabilität des Geräts verbessert. Die insgesamt 60 Prozent weniger Gewicht des Netzteils bei gleicher Leistung sind durchaus eine bemerkenswerte Evolution. Denn mit knapp unter 500 Gramm schleppt man zusammen mit dem 1,6 kg leichten Notebook nur 2,1 Kilogramm mit sich herum.
| Schenker Vision 16 Pro: Technische Daten (Herstellerangaben) | |
|---|---|
| Product ID | SVS16PM23 |
| Display | 16.0 IPS | 16:10 | 2560×1600 px | 240 Hz (alternativ 60 Hz einstellbar) | 350 cd/m² | 95 % sRGB | non-glare |
| Prozessor | Intel Core i7-13700H | 6 P-, 8 E-Kerne/20 Threads | bis zu 5,0 GHz | 24 MB Cache | 45 W TDP | Flüssigmetall-Wärmeleitmittel ab Werk |
| Grafik | Intel Iris Xe Graphics | 96 Execution Units| integriert (iGPU) | NVIDIA GeForce RTX 4060 | 8 GB GDDR6 | 70 W TGP (+ 25 W Dynamic Boost 2.0) | dediziert (dGPU) | NVIDIA GeForce RTX 4070 | 8 GB GDDR6 | 70 W TGP (+ 25 W Dynamic Boost 2.0) | dediziert (dGPU) | Anbindung internes Display, HDMI 2.0b, DisplayPort 1.4a via TB4/USB-C 4.0: iGPU mit NVIDIA Optimus | Anbindung DisplayPort 1.4a via USB-C 3.2: dGPU (unterstützt VR-Headsets und G-SYNC) | 3 externe Displays direkt ansteuerbar | zusätzliche externe Displays mit Dockingstation via TB4/USB-C 4.0 möglich |
| Arbeitsspeicher | 2x DDR5 SO-DIMM | Dual Channel | max. 64 GB | max. 4.800 MHz | max. 1,1 V |
| Massenspeicher | 2x M.2 2280 SSD via PCI Express 4.0 x4 (unterstützt RAID 0/1) | *zweiter Slot nimmt nur einseitig bestückte SSDs auf |
| Audio | Stereo-Lautsprecher | Mikrofon mit Geräuschunterdrückung | Nahimic by SteelSeries Software |
| Tastatur | weiß beleuchtete Tastatur mit Nummernblock und Full-Size-Pfeiltasten | Fn-Lock-Funktion |
| Touchpad | Microsoft Precision Glas-Touchpad, zwei integrierte Tasten | 154 x 100 mm (B x T) |
| Schnittstellen (im Uhrzeigersinn) | Links: 2-in-1-Audio (Kopfhörer + Mikrofon) | Kartenleser (SD/SDHX/SDXC) | USB-A 3.2 Gen1 (powered) | USB-C 3.2 Gen2×1 (DisplayPort 1.4a: ja, 1 Stream mit 32,4 GBit/s, G-SYNC-kompatibel | Power Delivery: nein) | Rechts: Netzteilanschluss | HDMI 2.0b (HDCP 2.2) | USB-A 3.2 Gen1 (powered) | Thunderbolt 4/USB-C 4.0 Gen3×1 (DisplayPort 1.4a: ja | Power Delivery: ja) | *Details: Thunderbolt 4 mit 40 GBit/s | USB-C 4.0 Gen3×1 mit 20 GBit/s | USB-C 3.2 Gen2×1 mit 10 GBit/s | Power Delivery: 20V/5A (100 Watt), mind. 20V/3.25A (65 Watt) | Stromversorgung für Peripherie: max. 5V/3A (15 Watt) | unterstützt 2 DisplayPort-Streams mit insgesamt 32,4 GBit/s | unterstützt Adaptive Sync | keine Unterstützung von VR-Headsets und G-SYNC |
| Kommunikation | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax + Bluetooth 5 | Full HD-Webcam (Windows Hello-kompatibel) |
| Sicherheit | Kensington Lock NanoSaver (linke Seite) | TPM 2.0 (via Intel PTT) |
| Netzteil | 180 Watt (114 x 65 x 24 mm | 492 g inkl. EU-Stromkabel) |
| Akku | wechselbarer Lithium‐Polymer-Akku mit 80 Wh (intern verschraubt) | verschiedene Akku-Ladeprofile im Control Center wählbar |
| Gehäuse | Displaydeckel, Ober- und Unterschale aus Magnesiumlegierung (AZ91D) | Displayrahmen aus Kunststoff | 140° Display-Öffnungswinkel | PH-0-Schraubenköpfe | einhändiges Aufklappen |
| Gewicht | ca. 1,6 kg |
| Abmessungen | 353,7 x 245,3 x 17,1 mm (B x T x H) |
| Lieferumfang | Laptop (inkl. Akku), Netzteil, Treiber-USB-Stick |
Schenker hat das Gehäuse selbst gegenüber dem Vorjahr nicht geändert. Das Magnesiumgehäuse wirkt schlicht, aber wertig. Nicht nur die Haptik gefällt uns hier, auch, dass das Metall die Wärme besser als Kunststoff ableitet. Ein großer Öffnungswinkel von circa 135 Grad und das einhändige Öffnen sprechen ebenfalls für die Qualität des Gehäuses.
Anschlussausstattung: Unspektakulär, aber vollständig und solide
Das Schenker Vision 16 Pro bietet eine moderate Auswahl an Anschlüssen, die bei solchen kompakten Maßen üblich sind. Auf der linken Seite befindet sich ein USB-C-Anschluss mit einer Displayport-1.4-Schnittstelle, die eine Bandbreite für eine 4K-Displayunterstützung bei 240 Hz bietet, verbunden über die diskrete GPU, um Optimus zu umgehen. Natürlich funktioniert somit auch Adaptive Sync bzw. G-Sync mit einem kompatiblen Monitor. Das interne Display verfügt leider nicht über G-Sync und lässt sich mangels Mux-Switch auch nicht direkt über die Nvidia-GPU betreiben. Die Umschaltung zwischen IGP und dGPU erfolgt also stets automatisch per Optimus.
Auf der rechten Seite des Laptops ist ein Thunderbolt-4-Port vorhanden, der zwei Displayport-1.4-Verbindungen unterstützt, die jeweils bis zu 32,4 GBit/s für die Ausgabe von zwei 4K-Videos bei 240 Hz leisten können. Zusätzlich bietet das Gerät eine HDMI-2.0-Schnittstelle, die bis zu 18 GBit/s für 4K-Videoausgabe bei 60 Hz bewältigt. Neben Kensington-Lock und einer Audio-Klinkenbuchse finden wir auch einen SD-Kartenleser vor, den viele Hersteller in kompakten Notebooks gerne mal vergessen, aber für einen kreativen Workflow einfach praktisch ist.
Das WLAN-Modul, ein Intel Wi-Fi 6 AX201 bietet zwar Wi-Fi 6, aber nicht das neuere 6-GHz-Netz von Wi-Fi 6e oder gar Wi-Fi 7, was 2023 aber noch ein Luxusproblem darstellt, denn Wi-Fi 6 ist aktuell noch ziemlich ausreichend.
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Display: WQXGA mit 240 Hz - was will man mehr?
Viele leichte Notebooks zeichnen sich durch ihr kleines Display von nur 13 oder 14 Zoll an Diagonale aus. Mittlerweile sind aber auch die 15- und 16-Zöller kompakt und leicht geworden. Für produktives Arbeiten und Spielen ist ein größeres Display aber immer von Vorteil. Gerade, wenn es als Haupt- und nicht Zweitarbeitsgerät herhalten muss. Das Schenker Vision 16 Pro verfügt über ein hochauflösendes 16-Zoll-Display, das eine Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln im 16:10-Format bietet, was eine höhere Pixeldichte und schärfere Darstellung als ein häufig zu findendes Full-HD-Panel ermöglicht. Nun gibt es zwar schon 4K/UHD-Panels in Notebooks, doch ist der Mehrwert einer noch höheren Pixeldichte relativ gering, gerade weil sie in Spielen auch befeuert werden muss - und dafür ist spätestens die RTX 4060 schlicht zu schwach. Die Bildfrequenz des Displays liegt bei 240 Hz, die flüssiges Scrollen und Animationen ermöglicht, was bei schnellen Bewegungen, beim Wechsel zwischen Anwendungen und letztlich in Spielen eine entscheidende Rolle spielt. Nun ist das Vision Pro 16 kein dediziertes Gaming-Notebook, aber die 240 Hz mitsamt der RTX-Grafik machen es faktisch dazu.
Die Messungen unseres Kolorimeters bestätigen die hohe Qualität des Panels: ein Kontrast mit circa 1.200:1 ist für ein mattes IPS überdurchschnittlich, genauso wie die gute Maximalhelligkeit von knapp über 400 cd/m², was auch hell genug ist für einen Außeneinsatz. Die vollständige sRGB-Farbraumabdeckung haben wir erwartet, nicht aber einen hohen Wert von über 90 Prozent im AdobeRGB-Farbraum, was zusammen mit einer Farbtreue mit einem Delta-E von nur 1,7 hervorragende Werte ist. Das Display ist damit nicht nur fürs Gaming, sondern auch für farbkritisches Arbeiten mit Fotos oder Videos geeignet.
Die gemessene durchschnittliche Pixel-Reaktionszeit mit unserem OSRTT von 7,16 Millisekunden ist für IPS mittelmäßg, aber bessere Werte sind nur bei externen Monitoren zu finden. Der Input Lag von 9,1 ms ist derart niedrig, dass er weit unter einer spürbaren Verzögerung liegt. Insgesamt halten wir das Panel für einen perfekten Allrounder sowohl fürs Gaming als auch fürs Arbeiten, was auch dem ganzen Gerät entspricht.

das Display kann auch kein G-sync o.ä,? Ist das Standard bei solchen Gaminglaptops, bin da nicht auf dem Laufenden??
Hervorstechend ist hier lediglich das verkleinerte Netzteil, weil diese Teile sehr oft der versteckte Pferdefuß bei (Gaming-)Notebooks sind, weil sie richtig fett sein können. ?
Hier hat allerdings Lenovo in der der Legion-Reihe ebenfalls eine bessere Alternative - neben dem fetten normalen Netzteil lassen sich die Legion Pro Notebooks allesamt mit bis zu 140W über USB-C aufladen. Und USB-C Netzteile mit 140W sind äußerst platzsparend. Perfekt für unterwegs oder z. B im Homeoffice?
Interessant finde ich hier in diesem Bericht allerdings den Benchmark-Vergleich zwischen der rtx 4070 Laptop und der rtx 4090 Laptop - offenbar gibt es hier de facto keine Leistungsunterschiede. Und ein Notebook mit einer rxt 4090 ist derzeit de facto unleistbar bzw. einfach unverschämt teuer. Der höhere VRAM macht den Aufpreis (zumeist um die 1500-2000€ mehr) überhaupt nicht wett, zumal die allermeisten Gaming-Notebooks bis heute kein 4K Display haben.
Aber insgesamt ein interessanter Testbericht! ?
Ich seh im Vergleich zum Aorus zunächst den in synthetischen single- und mulit-core Benches rund 20% schnelleren i7 der 13.Gen gegenüber dem i5-12500.
Der 13700 des Vision Pro bietet genau die beiden P-Cores mehr, die ich mir im Aorus, in Ergänzung zu den ansonsten jeweils vorhandenen acht E-Cores, noch dazu gewünscht hätte.
In einem Spiel wie Counterstrike sieht man mit vllt. +2% mehr FPS keinen wirklichen Vorteil dadurch, aber in anderen Lastszenarien können die beiden P-Cores sicherlich Gold wert sein.
Ob im Multitasking und Arbeitsalltag, wo ein MS Teams-Meeting zwei halbwegs aktuelle Intel Performance-Cores eines i7-1255U zwischenzeitlich einfach mal gern komplett alleine auslastet, oder auch im Hinblick auf die Mehrkern-Nutzung und Mehrkern-Auslastung durch neue bspw. Unreal Engine 5 basierte Spiele.
Mit 32GB Arbeitsspeicher und 1TB SSD ist man mit dem Vision Pro dann gegenüber dem Aorus 15 mMn auch bedeutend besser aufgestellt und rückt viel eher in einen Bereich vor, wo man vllt auch von vollständigem und vollwertigen Desktop-Replacement-Fähigkeiten mit guten und vernünftigen Speicherdimensionen sprechen kann.
In die gleiche Kerbe schlägt für mich auch das verbaute Display. Also in die Kerbe, mögliches Desktop-Replacement, vollwertiger Alltagsbegleiter, oder Arbeitsgerät.
Mit 16" halt ein kleines bißchen größer als im Aorus, dazu mit einem in meinen Augen perfekt gewählten Kompromiss bzgl. der Auflösung und dann hat man noch die 240 anstatt 144 Hertz. Ja gut. Die Hz sind nett, aber ich bin 60Hz gewohnt und das ist dann im Vergleich für mich wohl doch eher weniger kriegsentscheidend, aber die gewählte Auflösung spricht mich extrem an.
Die höhere Leuchtstärke des Display´s ist sicherlich genauso positiv hervorzuheben, wie auch die gebotene längere Akkulaufzeit.
Auf GPU Seite fand ich den Einschnitt bzgl. der maximalen Leistungsaufnahme auf den ersten Blick überraschend.
Max. 95W vs. 140W im Aorus ist schon ein gewaltiger Unterschied, aber wie es auch im Test geschrieben steht, der Leistungsverlust fällt mit 10%, vllt. mal 15%, dann doch sehr gering aus und zeugt somit unweigerlich von einer bedeutend höheren Effizienz der GPU im Schenker Vision Pro 16.
Die Auswirkungen des fehlenden Mux-Switch kann ich jetzt nicht direkt einordnen, ein Wermutstropfen, aber vermutlich verkraftbar, denn in den Benches des Test´s fällt mir ein dadurch bedingter Leistungsnachteil nicht direkt auf.
Die Verwendung von Flüssigmetall für einen verbesserten Wärmeübergang soll abschließend nicht unerwähnt bleiben. Ich finde es genial und neben meinen eigenen gesammelten guten Erfahrungen damit, setzen bestimmt auch andere Premium-Hersteller wie Asus oder Sony in manchen Ihrer Produkte nicht vollkommen grundlos darauf.
Um mich zwischen Gigabyte Aorus 15 und Schenker Vision Pro final entscheiden zu können, müsste ich beide Geräte wohl mal in Natura sehen, um die Haptik uznd Optik vollständig bewerten zu können. Das Schenker bietet auf Ober- und Unterdeckel eine Magnesium-Legierung, der Rahmen ist aber aus Kunststoff..
Ich werd die Bildergalerie wohl nochmal etwas genauer studieren
Von den Spezifikationen auf dem Papier würde ich aber wohl ganz klar das Schenker Notebook wählen. Kostet zwar eine richtig gute Ecke mehr als das Aorus, aber am Ende hast du aktuelle Technologie mit allen Raffinessen von DLSS, FrameGeneration, über eine ordentliche CPU, ausreichend dimensionierten Speicher und das bedeutend ansprechendere Display.
Wie käme es gegenüber dem Gigabyte Aorus 15 in der Langzeitnutzung aus?
Wer günstig kauft, kauft zweimal?
Auf jeden Fall ein richtig spannender und interessanter weiterer Notebook-Test von PCGH und die Überschrift, "Gaming"-Notebook im Sweetspot zwischen leicht und leistungsfähig, ist für mich absolut passend gewählt.
Vielleicht würde es ja bei euch nur rumliegen