Gaming-Laptops mit RTX 3080 und RTX 3070 im Test: Desktop gegen Notebook

Auf der digitalen CES im Januar angekündigt, bringt Nvidia nun Ampere-GPUs auch für Notebooks heraus. Klar sind diese leistungsfähiger als die Vorgängergeneration. Nur sind die Unterschiede zu den Desktop-Grafikkarten nun auch wieder größer als bei den vorherigen (beiden) Generationen. Power Limits/TGP werden wachsweich aufgedehnt und in der mobilen RTX 3080 kommt die "3070er" GA104-GPU zum Einsatz, um nur einige davon zu nennen. Wir haben bereits vier Notebooks getestet, je zwei mit einer RTX 3070 und einer RTX 3080. Auch zwischen den Modellen mit scheinbar gleicher Grafikeinheit gibt es markante Unterschiede.

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Gaming-Laptops mit RTX 3080 und RTX 3070 im Test: Desktop gegen Notebook
Quelle: PC Games Hardware

Die Schere zwischen Notebook- und Desktop-GPUs wird mit Nvidias Ampere-Generation wieder größer. Das liegt hauptsächlich daran, dass den großzügig gekühlten Grafikkarten eine immer größere Leistungsaufnahme genehmigt wird und Notebooks hier entsprechend direkt proportional mitwachsen müssten. Aber auch für sie gelten dieselben physikalischen Gesetze. Anstatt also die OEMs das Kühlbudget für 300 Watt in Notebooks zu pressen, kreiert Nvidia neue Modelle für die knappe thermische Verlustleistung in Notebooks bis maximal 165 Watt.

Mit der vorletzten GPU-Generation, also mit Pascal alias GTX 10, hatte Nvidia das M-Suffix am Namen der Notebook-Grafikeinheiten abgeschafft. Das war insofern auch legitim, als die Unterschiede zwischen Notebook- und Desktop-Grafiken geringer wurden. Die Shader wurden nicht mehr gekürzt und die Unterschiede beliefen sich hauptsächlich aufs Power-Limit der jeweiligen GPUs. Es folgten Max-Q-Varianten der GPUs, welche die Power Limits zugunsten der Effizienz nach unten schraubten, um die potenten Grafikeinheiten in dünnere Notebooks bauen zu können. In dem eine Max-Q-GPU etwa auf die oberen 30 Prozent an Leistungsaufnahme verzichtete, schrumpfte die Leistung nur um circa zehn Prozent. Mit der letzten Turing-Generation wurde all das beibehalten, die wesentlichen Neuerungen waren hier Raytracing und DLSS. Derartige große neue Features bietet Ampere nun nicht. Vielmehr geht es hier um einen Leistungssprung, den das anspruchsvolle Raytracing auch nötig hat. Aufseiten der Desktop-Grafikkarten dimensioniert Nvidia die GPUs einfach größer. Die monströse RTX 3090 symbolisiert das quasi auch. Und die RTX 3080 genehmigt sich üppige 320 Watt. In Notebooks werden aber kleinere Brötchen gebacken, dort wird der Ofen nur um die Hälfte dieser Leistungsaufnahme angeheizt. Daher schauen wir uns die Laptop-GPUs im Detail an.

Geforce RTX 3000 Laptop GPU: Jetzt wieder mit Mobil-Zusatz

Um hier nicht die Nähe zu den Desktop-GPUs zu suggerieren, aber trotzdem die gleiche Nomenklatur zu verwenden, spricht Nvidia offiziell von einer "Laptop GPU". Bei einer RTX 3080 kommt in Notebooks aber die "3070er-GPU" GA104 zum Einsatz. Der Unterschied zwischen 3080 und 3070 ist im Notebook nicht mehr die GPU selbst, sondern lediglich die Ausstattung, wie etwa Powerlimit (TGP), FP32-ALUs ("CUDA-Kerne"), Speicherinterface und -transferrate.

Grafikeinheit TGP Dynamic Boost GPU CUDA-Kerne Boost-Takt Speicherkapazität Speicher-Bus Speicherdurchsatz
RTX 3080 FE (Desktop) 320 Watt - GA102 8704 1.701 MHz 10 GB GDDR6 320 Bit 19 Gbps
RTX 3080 Laptop Max P 115-150 Watt 0-15 Watt GA104 6144 1.701 MHz 16 GB GDDR6 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop Max Q 80-145 Watt 0-20 Watt GA104 6144 1.245 MHz 8 GB GDDR6 256 Bit 12 Gbps
RTX 3070 FE (Desktop) 220 Watt - GA104 3584 1.730 MHz 8 GB GDDR6 256 Bit 14 Gbps
RTX 3070 Laptop Max P 115-125 Watt 0-15 Watt GA104 5120 1.620 MHz 8 GB GDDR6 256 Bit 14 Gbps
RTX 3070 Laptop Max Q 80-120 Watt 0-20 Watt GA104 5120 1.290 MHz 8 GB GDDR6 256 Bit 12 Gbps
RTX 3060 FE (Desktop) 170 Watt - GA106 3584 1.780 MHz 6 GB GDDR6 192 Bit 15 Gbps
RTX 3060 Laptop Max P 80-115 Watt 0-15 Watt GA106 3840 1.703 MHz 6 GB GDDR6 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop Max Q 60-110 Watt 0-20 Watt GA106 3840 1.283 MHz 6 GB GDDR6 192 Bit 12 Gbps

Max-Q sollte zunächst nicht mehr verpflichtend im Namen stehen, was zur Ankündigung der Notebook-Amperes gleich einen Shitstorm im Netz entfachte. Nvidia und die OEMs schieben sich dafür den Schwarzen Peter gegenseitig zu. Nvidia sieht die OEMs in der Pflicht, ihre Modelle hinreichend zu kennzeichnen, die wiederum berufen sich auf Nvidias Vorgaben, die eine derartige Schwammigkeit erst zulassen.

Die Notebook-Hersteller reagierten öffentlich unterschiedlich darauf. Manche nannten daraufhin die TGP-Werte ihrer Modelle, wenn auch nur aus Versehen, wie etwa MSI. Lediglich Schenker kündigte an, alle Notebooks jeweils mit TGP sowie Max-Q oder Max-P zu kennzeichnen. Wobei "Max-P" kein offizieller Nvidia-Terminus ist, aber praktisch verwendet wird, um Modelle gegenüber Max-Q abzugrenzen, da sie Hersteller oder Shops den Zusatz gerne mal vergessen. Damit Max-Q nicht nur als Limitierung verstanden wird, vermarktet Nvidia hier weitere Features zusammen mit der Bezeichnung. Die dritte Generation von Max-Q beinhaltet etwa Advanced Optimus, Whispermode 2, Dynamic Boost und Resizable Bar - die "Max-P"-GPUs aber genauso. Mittlerweile reagierte Nvidia selbst und schreibt den OEMs vor, die jeweilige TGP zu den Modellen mit anzugeben.

An sich bleibt die TGP-Angabe kein Geheimnis, da das Power-Limit einfach zu testen und auszulesen ist. Davon abgesehen waren unterschiedliche Konfigurationen des Kühlbudgets auch unterhalb GPU-Modellen mit gleichem Namen und dementsprechend eine unterschiedliche Leistung schon in den Vorgängergenerationen üblich. Schlecht für den Verbraucher nur, dass man an der GPU-Bezeichnung nun etwas weniger die Leistung ableiten kann. Das ist wiederum gut für uns Tester, denn unsere Arbeit wird damit umso wichtiger. Wir messen bei jedem Notebook das maximale Power-Limit und nennen dieses, nicht die TGP(!), jeweils zum GPU-Namen an.

Bei der Ampere-Generation handelt es sich um mehr als nur eine RTX 3080, 3070 und 3060 mit jeweils Max-Q-Versionen. Wie umfangreich der Ampere-Launch seitens Notebooks tatsächlich ist, verdeutlicht diese Tabelle, wie sie Nvidia den OEMs zur Verfügung stellt:

Modell TGP* (Watt) CUDA-Kerne Basistakt (MHz) Turbotakt (MHz) Speicherinterface Speicherdurchsatz
RTX 3060 Laptop GPU Max-Q 60 3.840 817 1.282 192 Bit 12 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU Max-Q 65 3.840 975 1.357 192 Bit 12 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU Max-Q 70 3.840 1.050 1.402 192 Bit 12 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 80 3.840 900 1.425 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 85 3.840 1.035 1.485 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 90 3.840 1.163 1.530 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 95 3.840 1.215 1.567 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 100 3.840 1.267 1.605 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 105 3.840 1.305 1.642 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 110 3.840 1.342 1.680 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Laptop GPU 115 3.840 1.387 1.702 192 Bit 14 Gbps
RTX 3060 Founders Edition 170 3.584 1.320 1780 192 Bit 15 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU Max-Q 80 5.120 780 1290 256 Bit 12 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU Max-Q 85 5.120 855 1365 256 Bit 12 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU Max-Q 90 5.120 930 1410 256 Bit 12 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU 115 5.120 1.110 1.560 256 Bit 14 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU 120 5.120 1.170 1.590 256 Bit 14 Gbps
RTX 3070 Laptop GPU 125 5.120 1.215 1.620 256 Bit 14 Gbps
RTX 3070 Founders Edition 220 5.888 1.500 1730 192 Bit 15 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU Max-Q 80 6.144 780 1245 256 Bit 12 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU Max-Q 85 6.144 870 1320 256 Bit 12 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU Max-Q 90 6.144 930 1365 256 Bit 12 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 115 6.144 1.110 1.545 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 120 6.144 1.155 1.575 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 125 6.144 1.185 1.605 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 130 6.144 1.230 1.635 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 135 6.144 1.260 1.665 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 140 6.144 1.275 1.665 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 145 6.144 1.320 1.695 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Laptop GPU 150 6.144 1.350 1.710 256 Bit 14 Gbps
RTX 3080 Founders Edition 320 8.704 1.440 1.710 320 Bit 19 Gbps
* mit Dynamic Boost 2.0 variabel um weitere 5, 10 oder 15 Watt, die der CPU entnommen werden.            
Quelle: Computerbase.de            

Leistung(saufnahme) der RTX 3070 und 3080 Laptop GPU

Das Leistungs-Ranking der Grafikeinheiten wird hauptsächlich vom Power Limit bestimmt. Daher ist es nichts Ungewöhnliches, dass eine gut ausgestattete RTX 3070 durchaus schneller sein kann als eine schwachbrüstige RTX 3080, selbst ohne den größeren Max-Q-Beschnitt. In unseren ersten vier Testmodellen ist uns so ein unlogisch wirkender Fall nicht vorgekommen; aber im Laufe des Jahres, wenn sich das unten stehende Benchmark-Set mit mehreren Ampere-Modellen füllt, kann das sicherlich auftreten.

Für den Ampere-Leistungs-Einstand dürfen folgende vier Notebooks herhalten:

  • Asus ROG Strix Scar 15
    RTX 3080 Laptop (16 GiB, 130 W), AMD Ryzen 9 5900HX (8c/16t, 3,3 GHz)
  • Asus ROG Zephyrus Duo 15 SE
    RTX 3080 Laptop (16 GiB, 130 W), AMD Ryzen 9 5900HX (8c/16t, 3,3 GHz)
  • Gigabyte Aorus 17G XC
    RTX 3070 Laptop (8 GiB, 100 W), Intel Core i7-10870H (8c,16t, 2,3 GHz)
  • Schenker XMG NEO 17
    RTX 3070 Laptop (8 GiB, 120 W), AMD Ryzen 7 5800H (8c/16t, 3,2 GHz)
Asus ROG Strix Scar 15 Quelle: Asus Asus ROG Strix Duo 15 SE Quelle: Asus Gigabyte Aorus 17G Quelle: Gigabyte Schenker XMG NEO 17 Quelle: Schenker

Die Leistung scheint hier direkt proportional mit dem Power Limit zu skalieren. Da eine RTX 3080 und RTX 3070 sich nicht in der GPU, sondern nur im Power Limit und den Shadern unterscheiden, ist die Leistung der RTX 3070 mit 120 Watt entsprechen näher an den beiden RTX 3080 mit jeweils 130 Watt. Beide Asus-Notebooks verfügen über eine gleich ausgestattete 3080 und laut Datenblatt zumindest auch über den gleichen Ryzen-9-Achtkerner. Zwischen beiden gibt es aber seitens der CPU kleinere Unterschiede, wie wir im Ryzen-5000-Test schon festgestellt haben. Das erklärt auch der leichte Vorsprung des Zephyrus Duo 15 gegenüber dem Schwestermodell.

Neben der aktuellen Nvidia-Generation bieten aktuelle Notebooks weitere Upgrades: allen voran die Display-Auflösung und -Bildfrequenz. Neben Full HD und 4K/UHD gibt es nun eine Reihe weiterer Optionen. So gibt es nun endlich auch WQHD mit bis zu 165 Hz, wie etwa im ROG Strix Scar 15 oder XMG NEO 17. Das Zephyrus Duo 15 SE verfügt nicht nur über einen zweiten (Touch-)Bildschirm, sondern bietet am Haupt-Display 4K/UHD bei 120 Hz. Das Aorus 17G präsentiert sich als E-Sports-Modell mit Full HD und 300 Hz.

Für die Vergleichbarkeit zwischen den Modellen nehmen wir die Spiele-Benchmarks stets in Full HD vor. Wie die Balken beweisen, ist damit in aktuellen Spielen eine RTX 3080 im Laptop noch lange nicht unterfordert. Die native Auflösung testen wir zusätzlich, die dann jeweils im Einzeltest des Geräts (meist im Heft-/Plus-Artikel) aufgeführt ist.

Mit jeder neuen GPU-Generation ändern wir das Spiele-Set etwas. Als fordernden Nonplusultra-Titel haben wir etwa Cyberpunk 2077 mit aufgenommen. Für den Vorgänger- und Desktop-Vergleich dienen Control, The Witcher 3 und Overwatch. Synthetische Messungen wie 3DMark oder Unigine sind generell mit Vorsicht zu genießen, bieten aber einen zusätzlichen und vor allem direkt vergleichbaren Leistungsindikator.

Wer Raytracing genießen möchte, darf auch mit einer kräftigen Ampere-GPU die Regler im Grafikmenü mit Bedacht wählen. DLSS bietet hier (noch immer) einen sinnvollen Kompromiss, um auf flüssige Bildraten zu kommen.

Fazit: Die 3080-Laptop-GPU ist eher eine "3070 Ti"

Nvidia könnte das ganze Notebook-GPU-Portfolio etwas transparenter machen. Wir erledigen das zwar auch gerne, aber dem Verbraucher wäre eine einfachere Nomenklatur schon im Shop am liebsten. Warum also nicht das "Ti-"Suffix zwischen schieben? Den schlankeren Versionen der RTX 3080 würde die Bezeichnung "RTX 3070 Ti" eher stehen. Immerhin ist es mit dem GA104 der 3070er-Chip mit etwas besserer Ausstattung.

Die bislang noch wenigen Stichproben der Ampere-GPUs zeichnen einen Leistungsvorsprung gegenüber den Vorgängern, der auch zu erwarten war. Gleichzeitig fällt dieser auch nicht allzu üppig aus. Immerhin: Gegenüber der "dicksten" RTX 2080 kann die RTX 3080 mit 130 Watt Leistungsaufnahme einen kleinen Vorsprung wettmachen, wenn auch nicht in allen Tests. Ein Fortschritt ist Ampere dennoch. Immerhin arbeitet der Chip effizienter und es wird auch dieses Jahr in Notebooks mehr Leistung fürs gleiche Geld geben - oder eben die gleiche Leistung für weniger.

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      Zur Diskussion im Forum
      • Von FetterKasten Software-Overclocker(in)
        Werden die Laptops schon zum Minen genutzt oder ist das noch ne Marktlücke?
      • Von FetterKasten Software-Overclocker(in)
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