Hohe Fps, schlechte Erfahrung? Warum Notebook-Benchmarks trügen können

Fps gelten als zentrale Kennzahl für Gaming-Leistung. Bei Notebooks sind sie jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig, da Power-Limits, Kühlung und Effizienz über die dauerhaft abrufbare Leistung mehr verraten.

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Hohe Fps, schlechte Erfahrung? Warum Notebook-Benchmarks trügen können
Quelle: PC Games Hardware

Fps gelten seit Jahren als zentrale Kennzahl für Gaming-Leistung. Bei Notebooks reicht diese Betrachtung jedoch nicht aus. Trotz identischer Chipnamen lassen sich mobile Systeme nur eingeschränkt vergleichen, da die Leistung dort dauerhaft durch enge Power- und Thermallimits begrenzt ist. Bildraten sind leicht verständlich und lassen sich gut vergleichen. Gerade bei Notebooks bilden diese allerdings nur eine Momentaufnahme ab. Identische Bezeichnungen bei Prozessoren und Grafikkarten garantieren leider keine vergleichbare Leistung.

Eine mobile GPU arbeitet stets innerhalb deutlich engerer Energie- und Temperaturgrenzen als ihr Desktop-Pendant und kann je nach vom Hersteller gesetztem Power-Limit sehr unterschiedlich ausfallen. Reine Fps-Werte blenden dabei wichtige Faktoren aus, zum Beispiel Leistungsaufnahme, Lautstärke und Temperaturentwicklung. Mobile Systeme arbeiten dauerhaft am Rand ihrer thermischen und energetischen Möglichkeiten.

Warum Wattzahlen wichtiger sind als Chipnamen

Notebook-Hardware wird also vor allem durch die vom Hersteller gesetzten Grenzen für TDP und TGP limitiert. Entscheidend ist an der Stelle unter anderem das Kühldesign, denn nur wenn Abwärme dauerhaft und effizient abgeführt werden kann, bleibt Leistung konstant abrufbar. Schlanke und leichte Geräte drosseln daher in der Regel früher und aggressiver als deutlich voluminösere Gaming-Notebooks.

Unter diesen Bedingungen kann eine nominell stärkere GPU manchmal langsamer arbeiten als ein niedriger klassifiziertes Modell, wenn dieses mit einem höheren Power-Limit betrieben wird. Wichtig ist nicht die Ausbaustufe verbauter Hardware, sondern die elektrische Leistung, die dauerhaft zur Verfügung steht. Aus Modellbezeichnungen oder klassischen Fps-Vergleichen lässt sich diese Info eigentlich nicht ablesen.

Das Acer Predator Triton 14 AI verfügt über eine RTX 5070 und erreicht in unserem Test im Netzbetrieb 164 Fps in Baldur's Gate 3. Quelle: PCGH Das Acer Predator Triton 14 AI verfügt über eine RTX 5070 und erreicht in unserem Test im Netzbetrieb 164 Fps in Baldur's Gate 3. Ohne Namen zu nennen: Ein anschauliches Beispiel ist der Vergleich zwischen einer RTX 5070 Laptop-GPU mit 60 Watt TGP und einer RTX 5060 Laptop-GPU mit 115 Watt. Trotz modernerer Hardware kann die RTX 5070 ihre theoretische Leistung im dünnen Gehäuse nicht ausschöpfen, während die RTX 5060 im größeren Chassis über längere Zeit höhere Taktraten hält und unter Dauerlast oft höhere Bildraten erreicht.

Leistungsprofile, Netzteile und Marketing

Zusätzliche Verzerrungen können durch herstellerspezifische Leistungsprofile entstehen. Silent-, Balanced- und Turbo-Modi verändern die Power-Limits teils erheblich und damit auch die Bildraten. Hinzu kommt, dass Netzteile nicht immer für kombinierte CPU- und GPU-Lasten ausgelegt sind. In solchen Fällen wird der Akku unter Last zusätzlich entladen. Dauerhafte Höchstleistung ist hier dann konstruktiv nicht vorgesehen. Marketing verstärkt diese Effekte. Beworben werden kurzzeitig erreichbare Spitzenwerte, während Angaben zu dauerhaft abrufbarer Leistung, TDP oder TGP schwer auffindbar sind oder ganz fehlen. GPU-Bezeichnungen suggerieren ein bestimmtes Leistungsniveau, ohne die zugrunde liegenden Einschränkungen offenzulegen. Fps-Zahlen verschleiern damit grundlegende Designentscheidungen, etwa wie aggressiv ein Gerät drosselt oder welche Lautstärke dafür in Kauf genommen wird.

Das Asus Proart P16 verfügt ebenfalls über eine 5070 und erreicht 114 Fps im Netzbetrieb in Baldur's Gate 3. Quelle: PCGH Das Asus Proart P16 verfügt ebenfalls über eine 5070 und erreicht 114 Fps im Netzbetrieb in Baldur's Gate 3. Zudem skaliert Leistung nicht linear mit der Leistungsaufnahme. Ab einem bestimmten Punkt steigt der Energiebedarf stark an, während der Fps-Gewinn allerdings nur noch gering ausfällt. Viele Notebooks arbeiten dadurch jenseits ihres Effizienzoptimums. Hohe Wattzahlen dienen dann primär der Positionierung im Datenblatt.

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Messreihen auf drei aktuellen Geräten zeigen, wie stark verschiedene Einstellungen den Stromverbrauch eines Gaming-Notebooks verändern. Besonders GPU-Last, Energieprofile und Displayfaktoren sorgen für deutliche Unterschiede, aber eben oft anders als erwartet.

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In Notebooks teilen sich CPU und GPU ein gemeinsames Power-Budget. Steigt die Last auf der GPU, sinkt oft der mögliche CPU-Boost und umgekehrt. Bildraten können dadurch schwanken oder einbrechen, obwohl die GPU-Auslastung hoch erscheint. Dieses Power-Sharing ist ein zentraler Grund für inkonsistente Fps-Verläufe, bleibt in einfachen Diagrammen jedoch unsichtbar.

Notebooks als Kompromisssysteme

Notebooks sind grundsätzlich immer auf solche Zielkonflikte ausgelegt. Entscheidungen bei Gehäusedicke, Gewicht oder angestrebter Lautstärke wirken sich leider unmittelbar auf die erreichbare Leistung aus. Anders als bei Desktop-Systemen lassen sich diese Faktoren nicht unabhängig voneinander optimieren. Höhere Bildraten erfordern mehr elektrische Leistung und Kühlaufwand, was zwangsläufig zu schwereren oder lauteren Geräten führt. Effizienz bleibt damit der zentrale Ansatz, um diese widersprüchlichen Anforderungen in Einklang zu bringen. Statt maximale Fps anzustreben, zielt ein ausgewogenes Notebook-Design darauf ab, innerhalb gegebener thermischer und energetischer Grenzen eine möglichst konstante Leistung zu liefern, und zwar in unterschiedlichsten Szenarien.

Dagegen erreicht das Acer Predator Helios Neo 16S AI mit einer 5070 Ti knapp 80 Fps im Netzbetrieb bei Baldur's Gate 3. Quelle: PCGH Dagegen erreicht das Acer Predator Helios Neo 16S AI mit einer 5070 Ti knapp 80 Fps im Netzbetrieb bei Baldur's Gate 3.

Fazit: Effizienz als belastbarer Maßstab

Fps haben sich etabliert, weil sie leicht kommunizierbar sind. Eine einzelne Zahl lässt sich schnell einordnen und vermarkten. Es braucht keinerlei Vorwissen, um zu verstehen, dass 120 Fps besser sind als 30 Fps. Aber genau diese Vereinfachung blendet leider wichtige Aspekte mobiler Systeme aus. Für die realistische Einordnung von Notebook-Leistung reicht das schlichtweg nicht aus.

Bei der Auswahl eines Gaming-Notebooks sollte man daher nicht allein auf Fps achten. Wichtig ist auch, wie sich ein Gerät unter Dauerlast verhält, welche Leistung im Akkubetrieb abrufbar bleibt und wie das verfügbare Power-Budget zwischen CPU und GPU verteilt ist. Ohne diese Einordnung besteht die Gefahr, dass ein vermeintliches Upgrade gekauft wird, das im Alltag kaum bis gar keine Mehrleistung bietet.

Effizienz, konstante Performance und ein ausgewogenes Design sind damit eine gute und verlässlichere Entscheidungsgrundlage als maximale Bildraten auf dem Datenblatt. Dementsprechend werden diese Werte nicht mehr nur noch intern gelistet, sondern sollen in Zukunft auch für Leser ersichtlich in unserer Testtabelle gelistet werden.

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    • Kommentare (23)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Stovi Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Der YT-Kanal Jarrod´sTech zeigt immer sehr realitätsnahe Tests.
      • Von Stovi Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Der YT-Kanal Jarrod´sTech zeigt immer sehr realitätsnahe Tests.
      • Von Zik7 BIOS-Overclocker(in)
        Ich würde mir vor dem Kauf auf jeden Fall einen Test anschauen. Meine Anlaufstelle ist da
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Gaming-Notebooks sind mir einfach zu laut und zu teuer! Ich würde mir nur eins kaufen, wenn ich viel unterwegs wäre. Zu Hause würde ich mir nie so ein Ding hinstellen. Ich mag leise Rechner!


        Für gelegentliche Reisen reicht mir mein ROG Ally Z1 völlig. Das hat man schnell mal im Hotel oder in der Ferienwohnug per USB-C Dock an einen Fernseher geklemmt. Selbst unter 30W Volllast ist das Ding noch nicht sehr laut!
      • Von Stovi Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Leider glauben wohl viele Anbieter, dass Slim-Versionen bei Gaming-Laptops ein entscheidender Kaufgrund sind.
        Damit einen stabilen und angenehmen Dauerbetrieb hinzubekommen ist sehr herausfordernd.
        Ich habe diese Slim-Versionen deshalb ausgeschlossen bei meiner Suche nach einem neuen Gaming-Laptop.
        Am Ende wurde es ein dicker Alienware mit 5080.
        Ich habe ein global FPS-Cap von 100 eingestellt und als Profil leise und bin so in meinen bisherigen Spielen immer locker unter 80W Systemleistung. Man hört ein ganz leises Säuseln von den Lüftern, dass aber bereits im Game-Sound über die eingebauten Speaker unter geht und mit Headset erst recht nicht mehr hörbar ist.
        Ich hatte am Anfang natürlich auch mal rumgespielt mit den Einstellungen und testweise auf Profil "Leistung" und max. FPS gestellt. War in vielen Games bei über 200-300 FPS gelandet, tlw. deutlich über 200W Systemleistung und einer Geräuschkulisse wie auf dem Vorfeld eines Airports
        Mein Gaming-PC erreicht ungefähr die gleichen FPS-Werte bei gleichen Game-Einstellungen und Auflösung, verbraucht aber ca. 100W mehr. Wie mir aufgefallen ist, nutze ich den Gaming-PC nur noch sehr selten seitdem ich den Laptop habe. Der Laptop ist einfach flexibler. Man ist nicht örtlich gebunden. Ich kann auch einfach mal Spielesessions Seite an Seite mit meinem Sohn zusammen in seinem Zimmer machen.
      • Von RX480 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von The_Invisible84
        Hab genug mit DLSS4.5-P auf 1600p upscaled getestet, sowas würde ich mir auch für moderne PC-Handhelds wünschen.
        zw. 720p und 800p als Grundlage dürfte nicht viel Unterschied beim Vrambedarf sein, bei selben 720p-Texturen, oder?
        800p-->1600p klingt gut
        Ist dann noch genug Vram frei für rBar+MFG ?
      • Von cryon1c Lötkolbengott/-göttin
        Deswegen hab ich mich für ein Macbook entschieden. Die Leistung ist da relativ stabil und die kleineren Modelle sacken nicht ab was die Performance angeht.
        Hab hier noch so nen Schrank stehen, ASUS ROG Strix G513QY (5900HX, 6800 mobile GPU, nix besonderes).
        280W Netzteil bei dem Ding, welches so viel wiegt wie mein Macbook und noch mehr Platz braucht.
        Das Teil war schon out of the box langsam, richtig langsam. War zu erwarten, weil diese Leistung halt nicht im Laptop gekühlt wird. Ja Flüssigmetall und sonstwas, geht nicht.

        Ohne Fortschritte, die wirklich viel Leistung bei geringem Stromverbrauch/Abwärme produzieren können (ähnlich wie Apple Silicon), werden mobile Geräte deutlich ihren Desktop-Brüdern unterlegen sein.
        So was gibt es für Consumer aber aktuell nur bei Apple - deren Hardware rennt im Kreis um Intel und AMD Lösungen die in der gleichen Gewichtsklasse spielen (ähnliches Powerlimit, ähnliche Kühlung was Dimensionen/Gewicht angeht).

        Mal sehen ob AI irgendwie draufkommt, wie man neue Architekturen designed die keine 300W+ brauchen um wirklich Leistung zu liefern
      Direkt zum Diskussionsende
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