HP Victus 16 im Test: Gaming-Notebook der Mittelklasse ohne Schwächen?
Während die Grafikkartenpreise immer weiter explodieren, sieht die Lage bei den Notebooks nicht ganz so dramatisch aus. Im Gegenteil - hier gibt es richtig gute Gesamtpakete mit einem ziemlich humanen Preis-Leistungs-Verhältnis, um gleich zu Beginn ein bisschen das Testfazit dieses formschönen Apparates zu spoilern. Wir haben das HP Victus genauer angesehen und auf Schwächen abgeklopft.
Es handelt sich um ein HP Victus 16 mit einer RTX 3060 als Grafikeinheit, einem Sechskern-Prozessor Ryzen 5 5600H und einem 16 Zoll großem 144-Hz-Display mit Full-HD-Auflösung. Drinnen stecken außerdem eine 512 GB große SSD und 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher - weniger sollte es wirklich nicht sein, mehr ist aber auch nicht nötig und würde ein Gaming-Notebook nur teurer machen.
Quelle: PC Games Hardware
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Ausstattung: Erfreulich üppig
Aber zurück zum Notebook: Dafür, dass in dieser Preisklasse schon hier und da Kompromisse gemacht werden, ist die Anschlussausstattung schon recht brauchbar: insgesamt viermal USB 3.0, davon einer als Typ C, ist schon mal nicht schlecht. Außerdem dabei HDMI 2.1 und eine LAN-Buchse. Die USB-C-Buchse bietet zudem Displayport 1.4 - mit einem entsprechendem Adapter oder Kabel kann man auch darüber einen Monitor anschließen. Neben der Audio-Klinkenbuchse, die üblicherweise ein Headset-Kombi-Anschluss ist, befindet sich ein SD-Kartenleser, der heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist und in vielen Notebooks gerne mal vergessen wird.
Die Lautsprecher kommen mit einem Branding von Bang & Olufsen, das an sich muss nicht unbedingt was heißen, aber viele Notebooks liefern hier nur eine Telefonhörerqualität ab, während diese hier zwar keine Soundanlage ersetzen, aber man dank des runden, satten Klangs beim Filmschauen auch kein Ohrenbluten bekommt.
Das Notebook wiegt insgesamt zweieinhalb Kilo und zusammen mit dem Netzteil, das nochmal ein halbes Kilo wiegt, ist der Schinken gerade so noch Rucksack-tauglich. Auch sind die Maße eines 16-Zöllers noch einigermaßen kompakt: Es ist nur circa zweieinhalb Zentimeter dünn, 37 cm breit und 26 cm lang.
Das Victus wird bei Alternate ohne Windows ausgeliefert. Mag für manche ein Nachteil sein, aber der versierte Anwender freut sich, wenn es einerseits nicht den vollen Aufpreis einer Lizenz kostet - eventuell liegt noch eine rum oder man kann eine recht günstig dazukaufen. Entscheidender ist der Vorteil: Man hat volle Kontrolle darüber, was auf den Rechner drauf kommt. Wir haben für den Test Windows 11 installiert, wir empfehlen außerdem den OMEN Gaming Hub von HP, der dann bestimmte Leistungsprofile fürs Victus bietet, also entweder Vollgas fürs Gaming gibt oder Strom spart und Lüfterlärm reduziert.
Leistung: RTX 3060 stemmt aktuelle Triple-A-Titel
Kommen wir zur Gaming-Leistung. Dafür ist die RTX 3060 von Nvidia hier hauptsächlich verantwortlich. Gleich vorneweg 3060 ist nicht 3060, ähnlich wie bei den Desktop-Grafikkarten gibt es hier unterschiedliche Konfigurationen seitens der Hersteller, wie viel Watt der GPU genehmigt wird, was an die jeweilige Kühlleistung des Notebooks angepasst ist. Die RTX 3060 im Victus schluckt maximal 95 Watt. Das ist nicht das höchste Leistungsbudget für die 3060, aber ein guter Effizienzkompromiss. Was das für die Spiele-Praxis bedeutet, haben wir natürlich nachgemessen.
Quelle: PC Games Hardware
Übersicht: RTX 3060 Laptop GPU
Cyberpunk 2077 ist nach wie vor ein fordernder Raytracing-Titel. Mit einer RTX 3060 darf man hier einige Kompromisse eingehen. Auf nativer Full-HD-Auflösung braucht es bei aktivem Raytracing auf jeden Fall DLSS. Damit lässt sich das Spiel noch immer mit circa 50 Fps stemmen. Je nach Szene natürlich. Flitzen wir auf dem Motorrad durch die Straßen und kommen nur noch auf 35 Fps. Daher schalten wir Raytracing lieber aus und genießen mit DLSS eine geschmeidige doppelt so hohe Framerate.
Deutlich flüssiger laufen da schon genügsamere Shooter, wie etwa Call of Duty Warzone. Dank des 144-Hz-Displays ist das Notebook auch absolut Shooter-tauglich. Wir kommen in Warzone selbst mit hohen Grafikdetails gut dreistellig auf um die 100 Fps. Im festen Benchmark-Parcours kommen wir sogar auf 115 Fps ohne große Schwankungen. Das ist gerade in Shootern wichtig, dass die Fps nicht die ganze Zeit variieren. Unser Minimum beläuft sich hier auf circa 90 Fps.
Ein hingegen friedlicheres Autorennen, wie etwa in Forza Horizon 4, bestreiten wir auch mit dreistelligen Fps, im Durchschnitt sind es hier 129. Das zeigt auch, dass sich das 144-Hz-Display auch wirklich lohnt, selbst mit einer Mittelklasse-Grafikeinheit RTX 3060.
Abgesehen vom Spielen ist der Rechner auch für anspruchsvolle Anwendungen brauchbar. Das erkennen wir etwa am Multiscore von Cinebench. Der Ryzen 5 5600H ist etwa so stark wie ein zwei Generationen alter Intel Core i9 oder ein Desktop-Achtkerner Ryzen 7 1700X.
Display: Schnell, hell und kontraststark
Quelle: HP
HP Victus 16 (14)
Beim Notebook kommt es nicht nur auf die Rechenleistung an. Mindestens genauso wichtig ist etwa das Display. Die bereits genannten 144 Hz sind schon mal ein großer Pluspunkt dafür, 60 Hz hätten wir hier wirklich bemängelt. Nun war es früher so, dass das Display entweder schön oder schnell ist. Die Zeiten sind vorbei, was wir mit dem Kolorimeter auch hier bestätigt bekommen. Zunächst freuen wir uns über die 300 cd/m² an Maximalhelligkeit, während der Hersteller hier nur 250 nennt. Das IPS-Panel ist nicht nur farbstark und blickwinkelstabil, sondern kann auch ein brauchbares Kontrastverhältnis von knapp über 1.000:1 vorweisen.
Auch die Full-HD-Auflösung ist hier absolut schlüssig: Mit WQHD oder gar 4K sollte man die RTX 3060 nicht unbedingt quälen und auf der Diagonale von 16,1 Zoll ist die Pixeldichte noch immer hoch genug. Die 136 ppi sind noch immer mehr als etwa WQHD auf einem 27-Zoll-Monitor, der auf circa 108 ppi kommt. Damit halten wir das Display für sinnvoll gewählt für so ein Gaming-Notebook aus der Mittelklasse.
Temperaturen und Kühlleistung: Hält sich beides im Rahmen
Noch ein Wort zu den Temperaturen und der Kühlleistung: Die CPU meldet beim Rendern Temperaturen von gut über 90 Grad, was zwar viel klingt, aber nicht unüblich oder gar dramatisch ist. Zum einen kann das die CPU ab, zum anderen kommt eine CPU-Volllast in der Praxis eher selten vor, erst recht nicht beim Gaming. Hier limitiert in der Regel die GPU, die sich bei absolut unkritischen 73 Grad einpendelt.
Dazu wird das Notebook nicht mal übermäßig laut. Während größere Geräte gerne mal das Abheben eines Düsenjets simulieren, ist es beim Victus 16 eher ein hörbares, aber seichtes Meeresrauschen. Viel wichtiger aber: Ohne Last, etwa beim Surfen und Arbeiten auf dem Desktop bleibt der Lüfter aus oder läuft nahezu unhörbar langsam.
Akkulaufzeit: Mittelmäßig
Quelle: HP
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Kommen wir zur Akkulaufzeit, die beim Gaming-Notebook eher zweitrangig ist, da man sowieso nur in Steckdosenreichweite zocken sollte. Aber vielleicht möchte man ja aus Versehen mit dem Notebook unterwegs arbeiten. Schließlich ist das Victus 16 auch dafür recht gut geeignet.
Der Akku ist mit einer Kapazität über 70 Wattstunden, wie fast alles im Gerät, mittelmäßig bis gut dimensioniert. Wir testen die Laufzeit mit einer praktischen Stichprobe in der Anwendung PCMark 10. Dort lassen wir das Szenario "Modernes Office" laufen, welches etwas Surfen, Videochat und Office-Arbeiten simuliert. Das Display ist auf halber Helligkeit, die Tastaturbeleuchtung aus und WLAN entsprechend aktiviert. Wir kommen hier auf eine Laufzeit von fast sechs Stunden - ein relativ gutes Ergebnis für die Kapazität und das große helle Display. Wer weniger skyped und das Display noch dunkler dreht, kann die Laufzeit in der Praxis sicher noch etwas strecken.
Fazit: Gute Mittelklasse ohne Sonderwünsche
Gutes Gerät, über das es kaum etwas zu meckern gibt! Die Mittelklasse-Ausstattung hat HP hier konsequent auf ganzer Linie durchgezogen, ohne dass hier irgendetwas unter- oder überdimensioniert ist.
Klar muss die durchgehende Mittelmäßigkeit nicht jedem schmecken. Spezielle Ansprüche werden damit einfach nicht bedient. USB 3.0 ist zwar ganz brauchbar, aber es gibt schon schnellere Versionen, 3.1, 3.2 oder auch Thunderbolt. Das Gewicht von 2,5 Kilo ist nicht etwas, was man jeden Tag im Rucksack mit sich herumschleppen möchte. Aber jedes Notebook ist ein Kompromiss aus den Eigenschaften leicht, leistungsfähig und preiswert. Das Victus 16 scheint hier jedenfalls genau die Mitte zu treffen.

Bei CPU Aufgaben ist der Lüfter ab und an mal an läuft in Summe nicht wärmer als 85°C bei voller Auslastung.
Einzigster und größter Haken, das Ding lässt sich beschissen öffnen, wenn der Laptop offen ist, ist es wie eine 12h Schicht auf Arbeit. Und danach noch die winzigen Schrauben inkl. Kühler auf den beiden m.2 Platten lösen ist gefühlt eine 2 Tage Arbeit... Das hat HP in den Mittelklasse Notebooks der anderen Modelle besser gelöst. Bei dem Victus kann man sich direkt einen 3D Drucker für Plastikteile drucken kaufen....
Hab mir das getestete Notebook inzwischen zugelegt. Die Temperaturen empfinde ich allerdings als bedenklich, im Leerlauf bzw. beim Surfen 55-60 Grad, beim CPU-Z-Stresstest 93 Grad und beim MSI Kombustor CPU-Burner 100 Grad(!). Und das im Neuzustand..... wie soll das nach 2-3 Jahren in nem Raucherhaushalt aussehen???? Und wie kann ich die Kühlung unterstützen?
Update und Frage: Beim Spiel Offworld Trading Company hab ich extreme FPS-Einbrüche, teils geht´s runter auf 1-2 Bilder pro Sekunde bei mittlerer Grafikkarten-Auslastung und Prozessorlast um 20-30 % bei den Scharmützeln, egal ob 4, 5 oder auch 8 KI-Gegnern auf mittlerer oder großer Map. Temperaturen sind unter 70 (GPU) bzw. 60 (CPU) Grad Celsius. Weiß jemand dazu etwas? Über Google hab ich nix gefunden.
Neulich bei HP ein RMA gemacht und musste das selbe Gerät 3x einschicken. Defekt war der Bildschirm.
1. Mal hat der HP Service ein Treiber installiert. (Bild Defekt)
2. Mal hat der HP Service das Mainboard ausgetauscht und die NVME gelöscht. (Bild Defekt)
3. Mal wurde ich lauter, da hat de rHP Service dann den Bildschirm ausgetauscht.
Das war kein billiges Gerät, das war ein ZBook Power für CAD.
Aktuell überlegen wir uns die Marke zu wechseln, aber als privater mit den Consumer Geräten hätte ich echt Bauchschmerzen mir was von HP zu kaufen.
Ryzen 5600h mit RTX 3060 und 16GB RAM darf 2021 nicht mehr wie 1000€ in nem guten Case kosten. Im Einstiegsbereich wäre das der typische 800€ Laptop. 1150€ sind eindeutig zuviel.
Vor Jahren habe ich mir nen HP mit 4600H, GTX 1650, 16GB RAM und ähnlichen 144Hz Display geholt. 700€.