Samsung vs. LG: Kampf bei den Office-Laptops - Zwei Konkurrenten im Vergleich

Nachdem LG aus dem Smartphone-Business ausgestiegen ist, wollen die Südkoreaner im aktuell boomenden Laptop-Geschäft mitmischen. Hierzu bietet man Office-Notebooks im Premium-Bereich an. Was erhalten Kunden für über 1.000 Euro und wie schlägt sich das LG Gram 16 gegen den Konkurrenten Samsung Galaxy Book Go? Wir zeigen es Ihnen in unserem Alltagstest.

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Samsung vs. LG: Kampf bei den Office-Laptops - Zwei Konkurrenten im Vergleich
Quelle: LG

Seit August gibt es vom südkoreanischen Hersteller LG keine neuen Smartphones mehr zu kaufen. Nachdem das Unternehmen jahrelang Verluste mit smarten Telefonen eingefahren hatte, hat das Management am 5. April 2021 den Rückzug aus dem Markt beschlossen. LG konzentriert sich fortan auf andere Bereiche. Im Zuge der globalen Coronapandemie und dem verstärkt genutzten Homeoffice, hat der PC-Markt einen Aufschwung erhalten. Von diesem Trend wollen auch LG und Rivale Samsung profitieren. Zu den neuen Segmenten von LG zählen die Office-Notebooks, die man in der Baureihe Gram vermarktet. PCGH hat sich das LG Gram 16 zum Testen geschnappt und es mit dem Galaxy Book Go verglichen, welches vom Dauerrivalen Samsung stammt.

Hardware-Vergleich

Das LG Gram 16 kommt mit einem Intel-Prozessor der 11. Generation samt iGPU daher. Hierbei handelt es sich um einen Xe-Grafikchip. Komplettiert wird die Ausstattung von 16 GiByte Arbeitsspeicher und einer 512 Gigabyte großen SSD. Der DDR4-4266-RAM arbeitet dabei im Dual-Channel-Betrieb. Neben der verbauten NVMe-SSD ist noch ein zweiter Slot frei, der ebenfalls mit einer 2280-NVMe-SSD belegt werden kann, wenn man die Bodenplatte des Gehäuses öffnet. Das LG Gram 16 kostet derzeit rund 1.650 Euro bei Amazon.

Samsung setzt beim Galaxy Book Go auf die zweite Generation des Snapdragon 7c vom amerikanischen Hersteller Qualcomm. Hierbei handelt es sich um einen ARM-Chipsatz, welcher aus zwei Cortex-A76-Performance-Kernen besteht, die bis zu 2,55 GHz takten, und zusätzlich sechs stromsparende A55-Kerne mit einer Taktrate von 1,8 GHz besitzt. Als Grafikeinheit wird auf eine Adreno 618 gesetzt, die maximal eine 1440p-Auflösung erlaubt. Zudem verbaut Samsung vier Gigabyte DDR4-Arbeitsspeicher und einen UFS-Speicher mit 128 Gigabyte. Analog zum LG-Notebook kann auch das Galaxy Book Go mit einer Micro-SD-Speicherkarte erweitert werden. Das Samsung Galaxy Book Go gibt es für rund 400 Euro bei Amazon.

Gehäuse und Anschlüsse

In diesem Kapitel merkt man deutlich den Preisunterschied der beiden Office-Notebooks. Das fast 1.800 Euro teure LG Gram 16 setzt konsequent auf Leichtbaumaterialien, die dem Namen alle Ehre machen und dafür sorgen, dass das LG-Ultrabook weniger als ein Kilogramm auf die Waage bringt. Allerdings hat es LG etwas übertrieben, denn das Magnesium-Gehäuse lässt sich leicht eindrücken und genügt nur im geschlossenen Zustand dem US-Militärstandard MIL-STD-810G, mit dem der Hersteller wirbt. Besonders negativ fällt die teure Materialwahl beim Bildschirm auf. Das Display wackelt bei Windstößen hin und her, sodass es keine Freude ist, mit dem LG Gram 16 draußen zu arbeiten. In Sachen Anschlüsse bietet das LG Gram 16 - löblicherweise - noch zwei USB-3.2-Ports nach dem normalen USB-A-Standard, sodass viel Zubehör ohne Adapter kompatibel bleibt. Zwei USB-4-Anschlüsse als USB-C-Ports sowie ein Micro-SD-Speicherkartenleser und je einmal HDMI und Klinke komplettieren das Angebot an Schnittstellen. Ärgerlich ist, dass es keinerlei Wartungsmöglichkeiten beim LG Gram gibt und der RAM fest verlötet ist. Bei einem Defekt muss man also das Laptop zum Hersteller einschicken.

LG Gram 16: Ports auf der linken Seite mit HDMI und 2 mal USB-C und einem Klinkenanschluss. Quelle: PCGH LG Gram 16: Ports auf der linken Seite mit HDMI und 2 mal USB-C und einem Klinkenanschluss. LG Gram 16: Ports auf der rechten Seite mit Micro-SD-Speicherkartenleser und 2 mal USB. Quelle: PCGH LG Gram 16: Ports auf der rechten Seite mit Micro-SD-Speicherkartenleser und 2 mal USB. Samsung Galaxy Book Go: Ports auf der rechten Seite mit SIM-Karteneinschub, einem USB-C mit Displayport-Funktion und einem USB. Quelle: PCGH Samsung Galaxy Book Go: Ports auf der rechten Seite mit SIM-Karteneinschub, einem USB-C mit Displayport-Funktion und einem USB. Samsung Galaxy Book Go: Ports auf der linken Seite mit einem USB-C, einem Klinkenanschluss und einem Micro-SD-Speicherkartenleser. Quelle: PCGH Samsung Galaxy Book Go: Ports auf der linken Seite mit einem USB-C, einem Klinkenanschluss und einem Micro-SD-Speicherkartenleser.

Ganz anders das Galaxy Book Go, welches vornehmlich aus silbernem und schwarzem Kunststoff besteht und als 14-Zoll-Gerät rund 1,4 Kilogramm auf die Waage bringt. Zwar sind diese Materialien günstiger als beim LG, dafür ist das Notebook stabil zusammengebaut. Zudem ist Samsung nicht dem Trend verfallen, Laptops so dünn wie möglich zu bauen. So findet ein normal großer USB-Typ-A-Anschluss ebenso Platz, wie gleich zwei USB-Typ-C-Ports, ein Klinkenanschluss und ein LTE-Einschub. Aus Nachhaltigkeitsgründen ist das Samsung Galaxy Book Go bedenklich, denn auf dem SoC ist sowohl der Arbeitsspeicher als auch der UFS-Speicher fest verlötet. Wenn was am Speicher kaputtgeht, muss immer das komplette Mainboard getauscht werden.

Display

LG und Samsung sind riesige Konzerne mit verschiedenen Abteilungen, die von Batteriezellen für Elektroautos über Laptops, Monitore und TVs bis zur smarten Waschmaschine nahezu alles Erdenkliche bauen. Im Bereich der verwendeten Displays liegen die Erwartungen an beide Office-Notebooks hoch. Beim LG Gram 16 ist ein LC-Display mit 16 Zoll im Format 16:10 und einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln verbaut. Leider spiegelt die Bildschirmoberfläche stark, was derart auffällig ist, dass man selbst in hellen Innenräumen mit nahezu 300 Candela, also der vollen Display-Helligkeit arbeiten muss, um überhaupt etwas erkennen zu können. An einen Einsatz im Freien kann man - wenn überhaupt - nur im Schatten denken.

Leider enttäuscht auch Samsung beim verbauten Laptop-Display. Im Galaxy Book Go steckt ein 14-Zoll-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung. Zwar ist das Display löblicherweise entspiegelt, doch die ab Werk fest verbaute Entspiegelungsfolie schluckt viel Helligkeit. So kann man etwa draußen nur im Schatten bei voller Helligkeit etwas erkennen, weil ansonsten der Bildschirm mit maximal 250 Candela zu dunkel ist.

Tastatur

Im Arbeitsalltag entscheiden die verbaute Tastatur und das Touchpad darüber, wie angenehm die Eingabe vonstattengeht. Wer mehrere Stunden am Laptop werkelt, möchte ein angenehmes Tippgefühl haben. Sowohl Samsung als auch LG setzen jeweils auf Gummidom-Tastaturen, die mit einem akzeptablen Druckpunkt ausgestattet sind. An den knackigen Anschlag eines Microsoft Surface Laptops kommen jedoch beide südkoreanischen Office-Notebooks nicht heran.

Immerhin verfügt das LG Gram 16 über eine hintergrundbeleuchtete Tastatur und ein großes Touchpad. Zudem befindet sich im Ein-/Aus-Schalter ein Fingerabdruckleser, damit man sich ohne Passwort am PC anmelden kann. Das günstige Samsung Galaxy Book in der Go-Version verzichtet sowohl auf den Fingerabdrucksensor, als auch auf die Hintergrundbeleuchtung bei der Tastatur.

Akkulaufzeit

Ein wichtiges Kriterium bei Office-Notebooks ist auch die Akkulaufzeit. Schließlich benutzt man ja ein Notebook zum Arbeiten, damit man möglichst überall seiner Tätigkeit nachgehen kann. Das LG Gram 16 kommt mit einem großen Akku mit einer Kapazität von fast 80 Wattstunden daher. Hier macht sich wohl bemerkbar, dass es im Hause LG eine eigene Abteilung gibt, die Akkuzellen fertigt. Generell ist ein derartig großer Stromspender teuer und wird daher nur in wenigen Notebooks verbaut. Dem LG Gram 16 verhilft dieser Akku jedenfalls zu einer Laufzeit von 11 Stunden im Office-Betrieb, sodass sich annähernd zwei Arbeitstage gestalten lassen, ohne das Notebook aufladen zu müssen, vorausgesetzt man begnügt sich mit Office-Programmen, Internet surfen und ab und zu einer Videokonferenz.

Das Samsung Galaxy Book Go hingegen besitzt nur einen Akku mit 40 Wattstunden. Allerdings geht der verbaute ARM-Chipsatz effizient damit um. Wenn man die vorinstallierten Microsoft-Office-Programme und den Webbrowser bemüht und nicht gerade grafiklastige x86-Programme emulieren lässt, dann erreicht das Galaxy Book Go eine Akkulaufzeit von rund 11 Stunden. So erreicht auch ein Office-Notebook für um die 400 Euro sehr lange Laufzeiten.

Besonderheiten

Sowohl LG, als auch Samsung versuchen sich mit besonderen Features von der Konkurrenz im hart umkämpfen Laptop-Markt abzuheben. LG stattet jedes Gram-Notebook mit einem besonders leichten Gehäuse aus. Im zusammengeklappten Zustand ist der mobile PC ziemlich sicher. Sobald man allerdings das LG Gram aufklappt, um damit zu arbeiten, zeigt sich die Schattenseite der ultraleichten Konstruktion. Der Bildschirm wackelt nahezu bei jeder Tasteneingabe, wenn mal etwas Wind geht. Zudem will sich LG vom Wettbewerbsumfeld mit einem großen Akku abheben, um eine möglichst lange Akkulaufzeit erzielen zu können. All das hat jedoch seinen Preis, da LG bewusst im lukrativen Premium-Sektor und vorrangig an Business-Kunden verkaufen will.

Bildergalerie

Samsung hat ebenfalls ein paar Besonderheiten bei den Galaxy Books verbaut. Im Falle des Galaxy Book Go setzt man nicht auf einen Intel- oder AMD-Prozessor, sondern auf einen SoC von Qualcomm, welcher nach dem ARM-Befehlssatz arbeitet, analog zu Smartphone-Chipsätzen. Zwar geht dieser SoC sparsam zu Werke, doch müssen x86-Programme emuliert werden. Immerhin beherrscht Windows 11 im Gegensatz zu Windows 10 die softwareseitige Emulation von 64-Bit-Programmen, sodass mehr Programme mit einem Windows-on-ARM-PC kompatibel sind. Es ist jedoch zu empfehlen, möglichst auf die Emulation zu verzichten, da der verbaute Qualcomm Snapdragon 7c Gen 2 doch recht langsam x86-/x64-Programme berechnet. Nur angepasste, also neu kompilierte Programme, die nativ auf dem SoC laufen, werden mit einer vergleichbaren Performance eines Intel Core i3 dargestellt. Zu diesen angepassten Apps zählt der vorinstallierte Webbrowser Microsoft Edge sowie die ebenfalls vorinstallierten Microsoft Office-Programme. Perspektivisch kann man ab dem Jahr 2022 unter Windows 11 sogar Android Apps auf dem Galaxy Book Go ausführen, dank des Qualcomm-Chips sogar nativ, also ohne Emulation.

Fazit

In Zeiten von Homeoffice kommen Office-Laptops eine besondere Bedeutung zu. Alleine im durch die Coronapandemie geprägten Jahr 2020 sind die Verkaufszahlen in die Höhe geschossen. Nun wollen auch neue Player ein Stück vom Kuchen abhaben. Die beiden südkoreanischen Unternehmen LG und Samsung verfolgen dabei - in Teilen - die gleiche Strategie und setzen auf viel Akkulaufzeit. Zumindest das Samsung Galaxy Book Go kann darüber hinaus mit einem günstigen Preis aufwarten, doch muss man zu Kompromissen bei der Leistung und dem entspiegelten, aber zu dunklen Bildschirm bereit sein. Zu mehr als Microsoft Office und Web surfen genügt die Performance des Galaxy Book Go nicht. Mehr Leistung offeriert dagegen das LG Gram 16 mit Intel-CPU und dank großem Akku ist die Laufzeit mit 14 Stunden identisch zum Samsung Galaxy Book Go. Allerdings wackelt der Bildschirm des LG heftig, wenn man draußen arbeitet. Zudem ist die Spiegelung so stark, dass sie selbst in Innenräumen stört. Folglich gilt sowohl für Samsung als auch LG, dass Kunden genau wissen sollten, wo und wofür die Laptops eingesetzt werden sollen.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        LG hat auf dem Office-Sektor so gut wie keine Bedeutung.
        Samsung gab es da mehr Marktdurchsetzung, aber die Marktführer waren immer Dell, Lenovo-IBM und
        Fujitsu-Siemens - eventuell noch HP.

        Mit Abstand kamen dann Samsung, Toshiba und der kümmerliche Rest.

        Für 1.600.- EUR/Stk. kauft keine Firma Office Laptops.
        Da liegt der Durchschnitt so bei 800.- EUR.

        Der Test ist zwar eine schöne Fleißarbeit, hat aber mit den dominierenden Marken nichts zu tun.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        LG hat auf dem Office-Sektor so gut wie keine Bedeutung.
        Samsung gab es da mehr Marktdurchsetzung, aber die Marktführer waren immer Dell, Lenovo-IBM und
        Fujitsu-Siemens - eventuell noch HP.

        Mit Abstand kamen dann Samsung, Toshiba und der kümmerliche Rest.

        Für 1.600.- EUR/Stk. kauft keine Firma Office Laptops.
        Da liegt der Durchschnitt so bei 800.- EUR.

        Der Test ist zwar eine schöne Fleißarbeit, hat aber mit den dominierenden Marken nichts zu tun.
      • Von h_tobi Kokü-Junkie (m/w)
        In meinen Augen reine Materialverschwendung, auf beiden Seiten...
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