USB-C wird für Notebooks Pflicht: EU setzt Standard mit Einschränkung

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USB-C wird für Notebooks Pflicht: EU setzt Standard mit Einschränkung
Quelle: PC Games Hardware

Die EU erweitert ihre Vorgaben für einheitliche Ladegeräte. Ab sofort müssen auch neu verkaufte Notebooks USB-C als Ladeoption unterstützen. Ziel sind weniger Elektroschrott und mehr Kompatibilität.

Mit der Ausweitung der EU-Richtlinie für einheitliche Ladegeräte gilt USB-C nun auch für neu in Verkehr gebrachte Notebooks. Nachdem entsprechende Vorgaben bereits Ende 2024 für Smartphones, Tablets und weitere Kleingeräte umgesetzt wurden, folgt damit der nächste Schritt innerhalb der Regulierung.

Konkret schreibt die Regelung vor, dass Notebooks künftig zumindest eine Ladefunktion über USB-C unterstützen müssen. Dabei handelt es sich nicht um ein Verbot bestehender Lösungen. Hersteller dürfen weiterhin proprietäre Ladeanschlüsse wie Hohlstecker oder magnetische Systeme anbieten. Entscheidend ist eigentlich, dass zusätzlich eine standardisierte Ladeoption vorhanden ist.

Einschränkungen bei Gaming-Notebooks

Leider ergibt sich daraus auch eine Einschränkung, die besonders leistungsstarke Geräte betrifft. USB Power Delivery in der aktuellen Ausbaustufe 3.1 mit Extended Power Range ist auf bis zu 240 Watt ausgelegt. Während das für die meisten Ultrabooks und Office-Geräte ausreicht, erreichen Workstations und Gaming-Systeme unter Volllast teils deutlich höhere Leistungsaufnahmen. In solchen Fällen dürfte USB-C primär als alternative Lademöglichkeit dienen, während für den Betrieb unter Volllast weiterhin proprietäre Netzteile eingesetzt werden müssen.

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Für Geräte mit geringerer Leistungsaufnahme ist USB-C hingegen bereits etabliert. Viele aktuelle Notebooks im Bereich bis etwa 100 Watt werden seit Jahren ausschließlich über USB-C-Netzteile versorgt, häufig mit Leistungsstufen um 65 Watt. Die EU-Vorgabe formalisiert damit einen bereits bestehenden Trend.

Neben der technischen Vereinheitlichung verfolgt die EU auch wirtschaftliche und ökologische Ziele. Laut Angaben der Europäischen Kommission könnten Verbraucher durch die Reduzierung separater Ladegeräte jährlich rund 250 Millionen Euro einsparen. Gleichzeitig sollen weniger ungenutzte oder entsorgte Netzteile anfallen. Schätzungen gehen von rund 11.000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr aus, die mit der Maßnahme reduziert werden sollen.

Ein weiterer Bestandteil der Richtlinie betrifft die Harmonisierung von Schnellladeverfahren. Geräte sollen künftig bei Verwendung kompatibler Ladegeräte vergleichbare Ladegeschwindigkeiten erreichen. Zusätzlich sind Kennzeichnungen vorgesehen, die über Ladeeigenschaften und Kompatibilität informieren. Damit soll transparenter werden, ob vorhandene Netzteile weiter genutzt werden können.

Parallel zu diesen Maßnahmen deuten sich bereits die nächsten Regulierungsschritte an. Im Rahmen weiterer EU-Vorgaben ist vorgesehen, dass Akkus in mobilen Geräten künftig leichter austauschbar sein sollen, und auch das kabellose Laden soll in Zukunft vereinheitlicht werden. Wie genau diese beiden Vorhaben umgesetzt werden, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen.

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Quelle: Europäisches Parlament

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    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von joecnstr
        Korrekt, die Spannung der üblichen Li Ion Zellen liegt nur zwischen 3-4 Volt, je nach Ladezustand, deswegen sind 5V USB Ladegeräte in den m meissten Anwendungen unproblematisch.
        Man braucht sowieso immer einen Spannungswandler dazwischen. Von daher ist das kein Problem, du kannst also auch 4 hintereinandergeschaltete Zellen, die 14,4V haben, mit einem 5V Netzteil laden oder umgekehrt eine Zelle mit 48V. Wenn man die Zellen direkt laden würde, dann hättest du recht schnell ein flammendes Inferno in deiner Bude.

        Die letzten/besten Akkus, die man noch recht unkompliziert direkt laden kann, sind NiMH Akkus. Lion Akkus sind Mimosen, die Überwachung benötigen.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von joecnstr
        Korrekt, die Spannung der üblichen Li Ion Zellen liegt nur zwischen 3-4 Volt, je nach Ladezustand, deswegen sind 5V USB Ladegeräte in den m meissten Anwendungen unproblematisch.
        Man braucht sowieso immer einen Spannungswandler dazwischen. Von daher ist das kein Problem, du kannst also auch 4 hintereinandergeschaltete Zellen, die 14,4V haben, mit einem 5V Netzteil laden oder umgekehrt eine Zelle mit 48V. Wenn man die Zellen direkt laden würde, dann hättest du recht schnell ein flammendes Inferno in deiner Bude.

        Die letzten/besten Akkus, die man noch recht unkompliziert direkt laden kann, sind NiMH Akkus. Lion Akkus sind Mimosen, die Überwachung benötigen.
      • Von joecnstr Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Vielleicht nehmen die Hersteller das mal als Anlass, keine Li-Io-Zellen mehr in Reihe zu schalten. Wenn man sie parallel ansteuert und getrennt überwacht, was auch der Lebensdauer zu gute kommt, reichen 4,x V Ladespannung. Alles eine Frage der Schaltung, nicht der Akkutechnik.
        Korrekt, die Spannung der üblichen Li Ion Zellen liegt nur zwischen 3-4 Volt, je nach Ladezustand, deswegen sind 5V USB Ladegeräte in den m meissten Anwendungen unproblematisch. Bei der Elektrik kenne ich mich nicht gut genug aus, vermutlich ist es schwierig es so zu bauen, dass man parallel mit 5V läd aber in Reihe Strom bezieht (weil die Verbraucher eine hohe Spannung benötigen). Vermutlich nochmal komplizierter wenn gleichzeitig geladen und das Gerät mit Strom versorgt werden soll - aber mit Ladeelektronik sollte alles machbar sein
        Zitat von PCGH_Torsten
        Genau solche Fälle meine ich. "Anschluss passt" sagt bei Typ-C gar nichts mehr aus und "Leistung passt" ist auch nur eingeschränkt brauchbar.
        Ich hatte vor kurzem ein Bastelprojekt, in dem USB-C sowohl als Monitor Kabel (Videosignal) als auch als Stromquelle (Power Delivery) verwendet wurde. Ich habe schon ein paar falsche Kabel bestellt bis ich gemerkt hab, dass USB-C einfach nur ein Formfaktor ist . Was ziemlich viel abdecket ist der Thunderbolt Standart (neueste Version), aber sobald ein Kabel "alles" kann, ist es ziemlich dick und unelastisch
      • Von cryon1c Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Man sollte auch den Faktor RMA + DAU nicht unterschätzen: Viele Endverbraucher verstehen nicht, dass ich Anschlüsse unterscheiden können. Die stecken das Kabel irgendwohin, wo es passt (und sei es auch nur teilweise, z.B. USB-A in RJ45...). Wenn das Gerät dann nicht funktioniert, "ist es kaputt" und geht zurück oder man hat zumindest den Terror im Support. Wenn der Hersteller also keine Lust hatte, Charging an allen Typ-C-Ports zu unterstützen (was doch einen gewissen Mehraufwand bedeutet), dann war ein Extra-Ladestecker ein probates Mittel, um die Verbindung des Netzteils mit dem richtigen Anschluss zu garantieren.
        Nun, DAU existieren, aber so extrem ist das doch selten.

        Meistens ist der Port markiert und wenn der nicht funktioniert - dann schiebt man das halt in einen anderen USB-C bis es geht
        Das lässt sich via Support klären, dafür reicht ein 2Min-Chat, nix RMA. Generell wird das Thema "User Error" aka der Kunde ist dümmer als angenommen relativ gut behandelt, die großen Hersteller haben da schon alles gesehen und sind entsprechend gerüstet. Um eben RMA/Returns zu minimieren und den Kunden so weit zu bringen, damit dieser das Gerät zumindest nicht kaputt macht
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Genau solche Fälle meine ich. "Anschluss passt" sagt bei Typ-C gar nichts mehr aus und "Leistung passt" ist auch nur eingeschränkt brauchbar.

        Zitat von joecnstr
        Das ist vermutlich aus technischen Gründen nicht immer möglich: Der Punkt ist, dass die Watt-Angabe nicht wirklich aussagt welcher Modus, welche Spannung verwendet wird. Die hohen Leistungen, z.b. 65W werden i.d.R durch 20V, 3.25A erreicht. 15W aber vielleicht einfach durch 5V, 3A. Es ist aber schlicht möglich, dass der Akku bei 5V noch gar nicht lädt, bzw der Ladecontroller eben eine höhere Eingangsspannung benötigt...

        Was mich bei den letzten zwei Laptops (für Family gekauft) gewundert hat: Die hatten beide ein eigenes, spezielles Ladegerät mit DC Buchse, aber Laden über USB-C ging auch.
        Warum verwenden die Hersteller da überhaupt noch ein eigenes Ladegerät? Kann das so viel billiger sein? (Leistung war nicht der Punkt, es waren Einsteiger Laptops)
        Vielleicht nehmen die Hersteller das mal als Anlass, keine Li-Io-Zellen mehr in Reihe zu schalten. Wenn man sie parallel ansteuert und getrennt überwacht, was auch der Lebensdauer zu gute kommt, reichen 4,x V Ladespannung. Alles eine Frage der Schaltung, nicht der Akkutechnik.

        Zitat von cryon1c
        Preis.
        Die Ladegeräte mit Barrel-Steckern und passende Buchsen sind billig. Richtig billig.
        Die Ladegeräte sind oft auch massiv. Billig und groß statt teuer, komplexer und kleiner (GaN Charger z.B.).

        Es findet kein Handshake statt, die Geräte kommunizieren also nicht (welche Spannung usw. welches Gerät verträgt) wie das bei USB-Ladegeräten üblich ist.

        Nebenbei bietet das den Vorteil: es gehen mehrere Lademöglichkeiten. Ohne mehrfach USB-C mit Ladefunktion zu verbauen. Das spart nicht nur Kosten, sondern gibt dem Kunden auch die Option, das Gerät zu laden ohne USB-C zu belegen (oder mit Dongle rumzulaufen).

        Selbst beim Macbook wurde Apple so lange von der Community genervt, bis die Magsafe wieder drangeschraubt haben bei einigen Modellen (die es vorher nicht hatten).
        Magsafe ist dem üblichen Barrel-Stecker natürlich deutlich überlegen, die Idee ist aber die gleiche - Stromversorgung ohne die (ohnehin wenigen) Ports zu belegen - zumindest wenn das dranhängende Gerät nicht gleichzeitig noch laden kann, was ja bei Monitoren und Docks vorkommt - aber kaum außerhalb von diesen.
        Man sollte auch den Faktor RMA + DAU nicht unterschätzen: Viele Endverbraucher verstehen nicht, dass ich Anschlüsse unterscheiden können. Die stecken das Kabel irgendwohin, wo es passt (und sei es auch nur teilweise, z.B. USB-A in RJ45...). Wenn das Gerät dann nicht funktioniert, "ist es kaputt" und geht zurück oder man hat zumindest den Terror im Support. Wenn der Hersteller also keine Lust hatte, Charging an allen Typ-C-Ports zu unterstützen (was doch einen gewissen Mehraufwand bedeutet), dann war ein Extra-Ladestecker ein probates Mittel, um die Verbindung des Netzteils mit dem richtigen Anschluss zu garantieren.
      • Von Hoagy Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich habe nur wenig mit Notebooks zu tun, von daher ist mein Informationsstand weder repräsentativ noch aktuell. Aber auch mir sind schon Geräte begegnet, die an 5-12 V einfach gar nicht laden. Glaube mich dunkel zu erinnern, dass bei einem sogar die Lade-LED anging, aber auch nach einer kompletten Nacht (also rund 150 Wh, die hätten fließen können) kein einziges Prozent zusätzlich im Akku war. Dann doch lieber inkompatible Stecker. Da sieht man wenigstens, dass kein Strom fließt.
        Mein Arbeitslaptop (HP ZBook mit Ryzen Max+ 395 und 128 GB) verweigert sogar das Laden mit 65 Watt. Das ist besonders blöd, weil mein Monitor (ASUS ROG Swift PG32UCDP OLED) zwar offiziell mit 90 Watt Power Delivery wirbt, aber bei Verwendung von HDR dann doch nur 65 Watt zur Verfügung stellt. Ich muss mich also entscheiden, ob ich meinen Laptop laden oder HDR nutzen möchte.

        Ich hätte zwar kein Problem damit, beim Arbeiten HDR abzuschalten, aber blöderweise wird das dann global deaktiviert. Wenn ich also meinen Laptop aus- und den Desktop anschalte, schaltet der zwar automatisch auf den anderen Input um, aber HDR bleibt aus, bis ich es manuell über das OSD wieder aktiviere. Damit ist der Komfort des integrierten KVM-Switches direkt wieder ausgehebelt.

        Ende vom Lied: Ich verwende doch wieder ein separates Netzteil für den Laptop (ironischerweise ebenfalls USB-C).
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