Ryzen in Notebooks: Intel sieht in Stromsparmechanismen Performance-Nachteil
Intel suggeriert in einer Präsentation, dass Ryzen-4000H-Prozessoren im Akkubetrieb - ganz anders als Tiger Lake - erheblich an Performance einbüßen. Dabei verschweigt man kurzerhand die Energiesparfunktionen der Notebook-Hersteller.
Wie Extreme Tech berichtet, hat Intel an Journalisten und Analysten eine recht fragwürdige Präsentation verteilt. Darin ging es um die Leistungsdiskrepanz zwischen Steckdosen- und Akkubetrieb, die Notebooks mit Ryzen-4000H-Prozessor nach Ansicht Intels an den Tag legen. Angeblich verlieren entsprechende Notebooks im Batteriebetrieb 38 bis 48 Prozent ihrer Leistung. Umgekehrt würden Intels Tiger-Lake-Mobilprozessoren (Core i-1100G) ohne Verbindung zum Stromnetz nur etwa acht Prozent ihrer Leistung einbüßen.
Intel gibt in den Folien sogar zu, dass AMD-Notebooks länger mit ihrer Batterie auskommen, betont aber, dass die Konkurrenz diesen Vorteil aus dem massiven Leistungsverlust zieht. Die zentrale These der Präsentation war wohl, dass Tester den Notebooks im Zweifel nur einseitig auf den Zahn fühlen. Oder anders gesagt: mit Strom aus der Steckdose.
Intel verortet die Ursache für die vermeintlich schlechtere Performance im Boost-Verhalten der Ryzens. Der Boost setze bei AMD erst nach sieben bis zehn Sekunden ein, bei Intel-Systemen jedoch unverzüglich. Benchmarks wie WebXPRT, Sysmark und der PCMark würden das belegen. Realistische Workloads seien üblicherweise kurz, so Intel.
Intel betrachtet anscheinend Rosinen und schweigt Details aus
An der Stelle wird es jedoch kurios. Dass der Cinebench R20 keine derartigen Leistungsverluste belegen kann, tut Intel fast schon beiläufig als "oddly" ab, also seltsam. Außerdem unterschlägt man, dass der verzögerte Boost auf eine Energiesparfunktion zurückgeht. Die CPU also soll ganz bewusst nicht bei jeder Lastspitze hochtakten. Diese Energiesparfunktion definiert auch nicht AMD, sondern der jeweilige Notebook-Hersteller, der sie trotz AMD-Vorgaben relativ frei gestalten kann; ähnlich wie zum Beispiel auch die TDP. Vor dem Hintergrund mutet es dann tatsächlich "oddly" an, wenn vier der fünf getesteten Notebooks von Lenovo stammen und nur eins von HP. Eine breitere Produktpalette hätte durchaus zu anderen Ergebnissen kommen können. Den Beweis, dass das beanstandete Verhalten auf AMD zurückgeht und typisch für Ryzens wäre, und nicht etwa auf die Notebook-Hersteller zurückgeht, bleibt Intel schuldig.
Außerdem stellt sich die Frage, warum in einer Folie zum Spannungsverhalten plötzlich der Ryzen 7 4900HS auftaucht, wenn in den zuvor herangezogenen Notebooks, wo man die Leistung zum Thema machte, schwächere APUs stecken.
Ebenfalls interessant: Intel: Marketing-Präsentation bewirbt Core i7-10700K als bessere Option gegenüber AMDs Ryzen 9 3900XT
Extreme Tech hat sich schließlich selbst ein Lenovo Idea Pad 7 mit Ryzen 7 4800U geschnappt und stellt fest, dass Intel ganz bewusst Benchmarks herausgepickt hat, wo man im Akkubetrieb Leistung verliert. Ein genereller Leistungsverlust lasse sich nach Ziehen des Netzsteckers nämlich nicht feststellen - der als seltsam empfundene Cinebench-Score sei mitnichten ein Einzelfall. Ein ebenfalls von Extreme Tech getesteter Core i7-1065G67 (Ice Lake, nicht Tiger Lake) im Microsoft Surface büßt im Schnitt mehr ein, wenn er im Akkubetrieb Energie spart. Um die Vorteile der neuen Tiger-Lake-Plattform zu veranschaulichen, hätte sich also eher ein Vergleich mit dem eigenen Vorgänger angeboten. Das hätte vermutlich auch - ganz im Sinne der Marketing-Abteilung - keine kritischen Berichte heraufbeschworen.
Quelle: Extreme Tech


Eine kecke Gegenfrage wäre: "Bekomme ich trotzdem die volle Garantie, obwohl ich dank Ihnen weiß, dass das Gerät schlecht verarbeitet ist und dauernd kaputt geht oder haben Sie mich fortan auf dem Kieker?"
So etwas findet man auch bei anderen Gegenständen, wo dann in Tests gesagt wird: "Kupplung zu klein dimensioniert für häufigen Stadtverkehr, schlechteres Image, niedrigerer Widerverkaufswert."
>>> Gleich mal kaufen und es ausprobieren, würde ich sagen! Absichtlich das mutmaßlich minderwertige Produkt kaufen und so den Entwicklern Respekt zollen für das am Ende viel bessere Produkt.
Nun nach mehreren eingesehenen Quellen suchte ich direkt nach dem PCGH Artikel dazu.
Van Gogh: ULV Zen2 mit Navi (RDNA2) Grafik statt Vega erstmals und LPDDR5 RAM Unterstützung, dazu 7,5 Watt - 18 Watt TDP als Einsteiger APU.
Sprich die Kombination aus 7nm Fertigung, Zen3 CPU Architektur und RDNA2 Grafik, also die ganz neuen Sachen in Kombination, wird es voraussichtlich nicht geben.
Zen 3 mit DDR4 und Vega
Zen 2 mit LPDDR5 und RDNA2 (Navi Gen 2)
Navi 2 wird in großem Stil erst mit dem Cezanne Nachfolger Rembrandt Einzug in Notebook APUs erhalten, wobei Van Gogh noch in 2021 erscheinen soll. Natürlich würde ich mich über Zen3 bei Van Gogh freuen, wenn es sich denn lohnen würde.
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