Neue Intel-Mobile-CPUs vorgestellt: i9-12900HK soll effizienter sein als Apples M1 Max
Intels neues Flaggschiff i9-12900HK unter den Notebook-CPUs der Alder-Lake-P-Serie soll den aktuellen Effizienzkönig M1 (Max) von Apple entthronen - in Sachen Spitzenleistung sowieso, aber ebenso im Energiehunger. Das zumindest geht aus der offiziellen Ankündigung von Intel hervor, die als Online-Briefing im Rahmen der diesjährigen hybrid stattfindenden CES stattfand. Zudem wurden die schon vorab geleakten Merkmale der 12th Gen Intel Cores weitestgehend bestätigt.
Aus einem Diagramm der Produktankündigung geht hervor, dass der i9-12900HK bei gleichem Verbrauch mehr Rechenleistung bieten soll als Apples M1 Max, der bislang eine nie dagewesene Leistung pro Watt ablieferte - zumindest für Anwendungen, nicht etwa fürs Gaming. Apple hatte Intel erst 2020 den Korb gegeben und kündigte damals an, zukünftig auf eigene Prozessoren auf Basis der ARM-Architektur zu setzen anstatt auf Intel-CPUs mit x86 und eroberte mit dem M1 auch prompt Intels letzte Bastion, die der Single-Core-Leistung. Quasi zeitgleich machte AMD mit den Ryzen 5000er Intel ordentliche Konkurrenz. Die vorherigen Notebook-Generationen von AMD spielten einige Leistungsklassen darunter. Aber AMD lieferte pünktlich zum Ampere-Launch von Nvidia, sodass die Notebook-Hersteller die High-End-GPUs RTX 3070 und 3080 zunächst mit einem Ryzen 9 (5900HX) paarten. Intel zog dann mit dem i9-11980HK nach, der den Ryzen 9 abermals übertrumpfte, aber auch nur mit deutlich mehr Stromverbrauch - auch das zeigt das Diagramm.
Quelle: Intel
Alder Lake P Mobile CPU 12th Gen 5
Effizienzkerne nun auch im Notebook
Mit Alder Lake-P führt Intel nun auch im Notebook-Portfolio die Effizienzkerne ein. Das Topmodell der 2022er-Intel-Mobile-CPUs, der Intel Core i9-12900HK, verfügt neben sechs Performance-Kernen auch acht Effizienzkerne. Zum Vergleich: das Desktop-Pendant hat zwei Performance-Kerne mehr, also acht und insgesamt 16 statt "nur" 14 Kerne wie die Mobilversion des Prozessors. Außerdem gibt es mit Alder Lake-P keine Anbindung per PCI-Express 5.0 zur GPU, sondern "nur" PCI Express 4.0 - 5.0 hätten aktuelle Notebook-GPUs ohnehin noch nicht unterstützt. Auch AMD setzt bei Ryzen 6000 auf PCI-E 4.0.
Die 2022er-Generation (12th Gen) der Intel-Core-Prozessoren für Notebooks besteht aus insgesamt acht Modellen der H-Serie (H45) mit 45 Watt TDP, welche bis zu 115 Watt verbrauchen können. Darunter zwei an sich identische i9-Modelle, die sich nur im offenen Multiplikator zum Übertakten unterscheiden. Da aber der Hersteller hier seitens der Kühllösung selbst limitiert, sind die Overclocking-Möglichkeiten recht beschränkt. Der Core i9 wird nur in teuren High-End-Gaming-Notebooks zu finden sein, während die i7-Modelle, ebenfalls mit acht P-Kernen, in den meisten Gaming-Notebooks mit humanem Preis-Leistungs-Verhältnis auftauchen werden.
Quelle: Intel
Alder Lake P Mobile CPU 12th Gen 6
Alder Lake-P: Leistung laut Intel natürlich Spitze
Zur Gaming-Leistung präsentiert Intel Benchmarks in 1080p und hohen Details. Der i9-12900HK tritt gegen den Vorgänger i9-11980HK und den Ryzen 9 5900HX an. Natürlich schlägt das neue Topmodell die beiden anderen CPUs in Notebooks mit gleicher Grafikeinheit (RTX 3080 Laptop GPU), resümiert die Leistung auf einen Zuwachs um "bis zu 28 Prozent" gegenüber dem i9-11980HK und spricht (mal wieder) von der "World's Best Mobile Gaming Plattform".
Zeitgleich renoviert aber auch AMD die Ryzen-Mobile-Prozessoren alias Ryzen 6000. Interessant wird also der Vergleich der beiden aktuellen Generationen der Konkurrenten, den Intel hier nicht bietet.
Der Vergleich der Anwendungsleistung ist in der Intel-Präsentation stark selektiert. Cinebench ignoriert Intel wie erwartet konsequent. Die Multicore-Krone beansprucht AMDs Ryzen 9 5900HX und die der Singlecore-Leistung hat der M1 (Max) auf. Nun sagt die eindimensionale Skala der Cinebench-Punktzahl nicht viel aus, aber ebenso wenig die präsentierten Leistungsvergleiche in Anwendungen: Wie erwartet ist der neue i9 schneller im Videorendern als ein Apple M1 (Pro oder Max), wobei zum M1 Max nicht viel Luft ist. Hier kommt es aber weniger auf die Renderdauer an, denn x86-Prozessoren spielen nach wie vor keine HEVC-codierten Dateien mit 4K und 60 Frames flüssig ab. Mit Alder Lake (egal ob -P oder -H) hat sich das auch nicht geändert. In Lightroom wird der M1 nicht mit aufgeführt - wegen der guten Singlecore-Leistung vermuten wir, dass Apple hier nach wie vor vorn liegt. Ausgerechnet Blender wird hier mit aufgeführt - eine der wenigen professionellen Anwendungen, mit denen Apple Silicon noch seine Probleme hat.
Alder Lake-P: In P-Serie und U-Serie schiebt Intel mit der zwölften Generation die sogenannte P-Serie zwischen H- und U-Klasse mit 28 Watt TDP ein. Sie besteht aus sechs Modellen: drei i7, zwei i5 und einem i3. Allein schon wegen der TDP von 28 Watt und der Maximalleistung von 64 Watt spielen sie eine Leistungsklasse weiter unten. Damit wird die Mittelklasse für leichte Notebooks mit deutlich unter zwei Kilo Gewicht ausgebaut. Inwiefern sie zwischen U- und H-Modellen Sinn ergibt, bleibt abzuwarten.
Interessant wird die U-Serie, die in der Vorgängergeneration Tiger Lake-U noch größtenteils aus Vierkernern mit acht Threads bestand und nun in den i7-Modellen aus zwei P- und acht E-Kernen besteht. Achtung: Diese Serie ist noch mal in zwei Leistungsklassen unterteilt, was an der Zahl vorm U im Namen erkennbar ist (0 und 5). Mit 15 Watt TDP und 55 Watt in der Spitze wird noch mal deutlich mehr Leistung als die kleinste Fliegengewichtsklasse der U-Serie haben, die mit 9 Watt TDP und 29 Watt Maximalleistung spezifiziert ist. An der Xe-Grafikeinheit mit bis zu 96 Compute Units hat sich seit Tiger Lake nichts verändert.

Und wie kann man eine Technik so ausreifen, dass die im Ultra-Low-Bereich, aber gleichzeitig auch dem Megapowerbereich "absolute Topleistung" und "das Beste vom Besten" bietet?
Eine Technik kann nicht beides gleichzeitig erfüllen, weil man nur in eine Richtung voll und ganz optimieren kann, so wie Apple sich für den Ultra-Low-Power bereich entschieden hat.
Man kann ja auch nicht beim Porschemotor einfach hier und da vom Gas gehen und zack hat man das beste 3 Liter Auto der Welt.
Tatsächlich dürften die U-CPUs aber wieder genau wie Lakefield eher darauf ausgelegt sein, dass entweder der eine oder andere Bereich mit Volldampf arbeitet, denn auf einem 12-Zoll-Subnotebook arbeitet sowieso niemand mit 20 leistungshungrigen Hintergrund-Tasks. Stattdessen hat man eben entweder eine gut mit vielen skalierende Anwendung, während der sich die P-Cores sich weitestgehend schlafen legen oder eine auf kurze Latenzen angewiesenes Multimedia-Szenario (z.B. ein einfaches Spiel), in der Prozessor dann de facto als high-IPC-Dual-Core arbeitet.
Für mich sind 1230U, 1210U und der Pentium 8500 jedenfalls die spannendsten Neuvorstellungen. Jetzt muss die nur noch jemand in ein solides 11-Zoll-Chassis mit gutem Display und guter Tastatur sowie idealerweise >12 h Akkulaufzeit bei passiver Kühlung packen und ich kann endlich das alte Netbook einmotten.
Wie viel Punkte erreichst du jeweils in Cinebench R23?
Könntest du, um das mit dem M1 Max zu vergleichen, deine CPU auf 35w limitieren?
Anandtech hat ja den Intel i9-11980HK mit dem M1 Max verglichen.
Der M1 schafft 12375 Punkte mit knapp 35 Watt, der i9 schafft 12830 mit 82 Watt. Effizienz ist in dem Fall immer noch weniger als halb so gut als beim M1 Max.
Idle-Power sind knapp über 1W hier, aber als i9 hat der ein paar 100 Mhz mehr als dein i7 11800H, und wohl auch durch die Bank weg etwas mehr Spannung. Sollte also hinkommen, das du bei etwas unter 1w landest.
Der M1 Max liegt dabei bei 0,2 Watt.
Mein kleiner M1 im Macbook Pro 13" liegt gerade bei 0,03w, also rund 30 mW. Es läuft aktuell nur iTerm2 mit sudo powermetrics für die Anzeige, sowie Safari minimiert.
Bei einem 1080p Youtube Video springt es bei mir zwischen 0,1w und 1,0w~ umher.
Wenn ich Parallels 17 mit Windows 11 ARM (nur sehr wenig ist da installiert) starte, und dort nur im Idle bin, sind es bei mit etwa 1w~ maximal, springt häufig zwischen 0,2 und 0,8w umher.
Um da mal ein paar vergleichswerte zu haben. Die E-Kerne bei Apple holen es halt brutal raus.
Intel hat da noch sehr viel aufzuholen. Und wenn Intel behauptet, nun effizienter zu sein als ein M1 Max, müssen die nicht nur im Idle oder "Low Load", sondern auch unter Benchmark Last ihre Effizienz seit der 11th Gen mindestens verdoppelt haben, damit da was dran ist.
Ich hoffe, die kommen zumindest nah ran dank den E-Kernen. Intel's Werbeplakate nehme ich aber erstmal nicht ernst, nach dem gewaltigen Fiasko der letzten 13 Monate, als Intel diese ganzen anti-M1 Werbespots gemacht hat, mit denen sie sich eher nur ins eigene Knie geschossen haben.
Da müssen Anandtech und Co ein paar messungen liefern.
Aber es dürfte auch bei Intel so sein: Je mehr man die tdp reduziert, desto effizienter sind die. 40w statt 80w halbiert den Stromverbrauch, aber in Benchmarks sollten mehr als 50% der Punkte übrig bleiben.
Alder Lake am Desktop hat mich null vom Hocker gehauen was effizienz angeht. Aber bei <45w könnte das ganz anders aussehen.
Und wie kann man eine Technik so ausreifen, dass die im Ultra-Low-Bereich, aber gleichzeitig auch dem Megapowerbereich "absolute Topleistung" und "das Beste vom Besten" bietet?
Eine Technik kann nicht beides gleichzeitig erfüllen, weil man nur in eine Richtung voll und ganz optimieren kann, so wie Apple sich für den Ultra-Low-Power bereich entschieden hat.
Man kann ja auch nicht beim Porschemotor einfach hier und da vom Gas gehen und zack hat man das beste 3 Liter Auto der Welt.
In meinem Laptop steckt nen 11800H und das ist schon ein Biest was Performance per Watt angeht, da ziehe ich mit einem 11700K Desktop im CB20 gleich. Im Idle liegt die Package Power bei 0.6 - 0.8W und bei low load wie Youtube schauen liegt die Package Power bei 2.5W. Mein 11800H hat als PL1 130W und im PL2 90W. Wenn ich die CPU auf 45W limitiere, dann lande ich im CB20 bei 4500 Punkten vs. 5750 im Performamce Mode. Das kann sich schon sehen lassen.
Das ist schon echt mega beachtlich was Intel (aber auch AMD) derzeit im Mobile Segment abliefern.
Ich bin schon sehr gespannt wie sich die neuen AMD und Intel CPUs so schlagen werden. 14 Kerne in ner Laptop CPU sind schon mal ne Ansage
Wenn man mit dem Läppi nur Office macht, surft und vielleicht nen Film anguckt wird bestimmt so nen 9W Ding reichen.