Nex Machina im Techniktest: Effektschwangerer Voxel-Shooter mit guter Performance

Nex Machina des Indie-Entwicklers Housemarque gehört zu den Überraschungstiteln dieses Jahres. Der Twin-Stick-Shooter ist quietschbunt und für Neueinsteiger bockschwer, allerdings niemals unfair. Als Besonderheit setzt der Renderer auf Voxel anstelle von Polygonen. PC Games Hardware prüft, welche Hardware dem Effektfeuerwerk standhält.

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Nex Machina im Techniktest: Effektschwangerer Voxel-Shooter mit guter Performance
Quelle: PC Games Hardware

Nex Machina hatten nur wenige Spieler auf dem Radar. So ergeht es vielen Titeln, welche ohne einen großen Publisher und somit Marketing-Budget an den Start gehen. Im Falle Nex Machina verhalfen die Geforce-Macher zu etwas Publicity, Nvidia brachte sich im Rahmen des "The way it's meant to be played"-Programms aktiv in die Entwicklung des Spiels ein, um optimale Performance zu erzielen, und veröffentlichte in Zuge dessen einige Technik-Informationen und Videos. In diesem Kontext verwundert es nicht, dass auch das Tool Geforce Experience zum Start optimal auf Nex Machina vorbereitet wurde und für diverse PC-Konfigurationen sinnvolle Presets bereit hält, um das Dauerfeuer möglichst konstant mit 60 Fps zu bestreiten. Ob das klappt, welche Hardware für maximale Details genügt und wie es um die Radeon-Performance steht, klären wir sogleich.

Nex Machina: Überblick

Der Entwickler von Nex Machina, Housemarque, ist ein alter Hase im Games-Business und unter anderem für die Spiele Resogun, Alienation sowie Supreme Snowboarding bekannt. Mit Nex Machina melden sich die Finnen eindrucksvoll zurück: Der anspruchsvolle Top-Down-Shooter basiert auf einer Inhouse-Engine mit Voxeltechnik anstelle der omnipräsenten Polygone, läuft trotz der effektgeladenen Optik butterweich auf den meisten PCs und punktet obendrein mit seinem treibenden Soundtrack. Bullet Hell (Definition) vom Feinsten.

Nex Machina im Techniktest: Es sind Effekte wie dieser - am Fließband -, welche das Spiel sehenswert machen. Quelle: PC Games Hardware Nex Machina im Techniktest: Es sind Effekte wie dieser - am Fließband -, welche das Spiel sehenswert machen. Wer mit dem Genre nicht vertraut ist, aber Shooter kennt, kann sich Nex Machina als eine Mischung aus Expendable (Perspektive), Hard Reset (Setting), Broforce (Pixeleffekte) und Far Cry: Blood Dragon (Laser-Effekte) vorstellen. Der Spieler kommt niemals zur Ruhe, von der ersten Sekunde an stürmen die Feinde auf ihn zu. Ein Treffer oder eine Kollision mit den Widersachern bedeutet den Bildschirmtod - wie gut, dass man mehrere Leben und effektive Waffen besitzt, um das Ende hinauszuzögern. Ohne gute Reflexe, ein Gamepad, Übung und möglichst hohe Bildraten gewinnt man in Nex Machina keinen Blumentopf. Dabei bleibt das Spiel stets fair, Können und das beim Spielen freigesetzte Adrenalin führen zum Erfolg. Dabei macht paradoxerweise sogar das Sterben Spaß, denn jeder Bildschirmtod des Spielcharakters setzt einen sehenswerten Laser-Blitz frei, an dem man sich nur satt sieht, wenn Ableben partout nicht ins eigene Weltbild passt.

Neben dem rasanten Gameplay und Elektro-Soundtrack ist die Grafik tatsächlich einer der Hauptmotivatoren - Nex Machina zaubert ein Effektfeuerwerk auf den Bildschirm, das man gesehen haben muss. Neben den bunten Effekten haben die Voxel großen Anteil daran: Große Gegner zerfallen in Würfel, viele Level-Objekte lassen sich zu Klump schießen und auch die Fluid-Darstellung ist gelungen - unter anderem zur Letzteren bietet Nvidia ein Hintergrundvideo. Eine höhere Bildschirmauflösung bedeutet dabei nicht, dass zusätzliche Voxel dargestellt werden, deren Menge ist analog zu Polygongrafik fix. Wird die Auflösung erhöht, kommen lediglich mehr Pixel pro Voxel - die Grafik wird feiner, "knackiger".

Zur Kantenglättung setzt Nex Machina auf modernes Temporal Anti-Aliasing, das effektiv entflimmert und zumindest jenseits der Full-HD-Auflösung keine Bildschärfe vermissen lässt. Anisotroper Filterung kommt indessen aufgrund der Voxel-Technik und dargestellten Perspektive keine große Bedeutung zu - Texturverzerrung ist aus der Vogelperspektive kein Thema.

Nex Machina: Benchmarks von 20 Grafikkarten

Zwar liegen uns keine Technik-Interna vor, doch gehen wir davon aus, dass in Nex Machina die Compute-Leistung der Grafikchips gefragt ist. Voxel sind seit jeher eine rechenlastige Angelegenheit, bei Ausführung durch den Hauptprozessor ergibt sich selten eine performante Darstellung. Grafikchips sind dank ihrer breiten Architektur, welche eine hochparallele Ausführung erlaubt, wesentlich besser für derartige Workloads geeignet. Während unserer Benchmarks festigte sich diese Annahme.

Das Problem beim Testen dieses Spiels ist, dass es weder Ruhephasen noch Quicksaves gibt, alles ist stets im Fluss. Wir prüfen den Leistunghunger von Nex Machina im dritten Level namens Fire Cavern, denn hier fanden wir die beste Mischung aus Grafiklast und - besonders wichtig - Reproduzierbarkeit vor. Unsere 20-sekündige Benchmark-Choreografie beinhaltet alles, was der Spieler bei der Dauerfeuerorgie zu Gesicht bekommt: Effekte en masse, einen Bildschirmtod, Zerlegung des Levels sowie Flüssigkeitsdarstellung:
Freunde des Ultrawide-Formats müssen jetzt stark sein: Nex Machina unterstützt das 21:9-Seitenverhältnis nicht, sodass Nutzer entsprechender Bildschirme auf die zentrierte Darstellung von 16:9-Auflösungen zurückgreifen müssen. Daher fällt die Messung von 3.440 × 1.440 im Benchmark weg. Wie immer verwenden wir die zum Test aktuellen Grafikkartentreiber von AMD und Nvidia, namentlich die Radeon Software 17.6.2 und den Geforce 382.53 WHQL. Kommen wir direkt zu den Werten:

Die gute Performance von Nex Machina ist offensichtlich. Das Ziel "60 Fps in Full-HD-Auflösung" wird von den meisten Grafikkarten selbst älteren Datums problemlos erreicht. Nutzer aktueller Modelle wie der Geforce GTX 970/980/1060 und Radeon R9/RX 390(X)/480/580 bekommen sogar dreistellige Bildaten zu Gesicht. Dabei gibt es nur wenige Auffälligkeiten: Neben dem (erneut) beeindruckenden Abschneiden der Radeon R9 280X verdient auch die Fury X eine Erwähnung, denn sie kommt zumindest in Ultra HD nah an die stark übertakteten Versionen der Geforce GTX 980 Ti und GTX 1070 heran. Apropos Ultra HD: Wer hier nicht unter die 60-Fps-Marke fallen möchte, sollte mindestens eine GTX 1080 im Rechner haben. Übertaktete GP102-Modelle (Titan X[p], GTX 1080 Ti) sind mit Abstand die schnellsten Grafikkarten für Nex Machina, sie knacken stellenweise die 100-Fps-Marke in UHD.

Nex Machina: Prozessorleistung & Kernskalierung

Erwartungsgemäß skaliert Nex Machina gut mit der GPU-Rechenleistung, dem Hauptprozessor wird keine wichtige Rolle zuteil. Dennoch befehligt er den Grafikchip und sollte daher genügend Druck "von unten" erzeugen. Wie die Engine mit den zur Verfügung stehenden CPU-Kernen und -Threads skaliert, haben wir anhand unseres bewährten Ryzen-Rechners geprüft. Der Kerntakt liegt dabei konstant auf 3,0 GHz und eine maximal übertaktete Titan X (Pascal) sorgt für ein vollständiges CPU-Limit. Wir deaktivieren schrittweise kerne im UEFI des Test-Mainboards Asus X370 Crosshair VI Hero.
Nex Machina: CPU Core Scaling (AMD Ryzen 1700 + Nvidia Titan X Pascal OC) Quelle: PC Games Hardware Nex Machina: CPU Core Scaling (AMD Ryzen 1700 + Nvidia Titan X Pascal OC) Nex Machina benötigt die Befehlssatzerweiterungen SSE 4.1/4.2.Erst jetzt wird die geringe Grundlast des Spiels deutlich: Selbst mit zwei Kernen ohne SMT/Hyperthreading, wie sie beispielsweise ältere Pentium-Prozessoren bieten, fallen die Bildraten tadellos aus; lediglich die Ladezeiten nehmen bei dieser Konfiguration zu. Kommen weitere Kerne hinzu, skaliert Nex Machina verhalten, aber messbar mit. Sogar 8 Kerne/16 Threads weiß die Engine zu nutzen, wirklich relevant ist dies jedoch nicht.

Wichtig: Das Spiel benötigt die Befehlssatzerweiterungen SSE 4.1/4.2. Fehlen diese, gibt das Spiel (seit dem dritten Patch) eine Fehlermeldung aus. Wer noch einen Core 2 Duo/Quad oder Phenom (2) verwendet, kann Nex Machina folglich nicht spielen, obwohl die CPUs prinzipiell stark genug wären.

Nex Machina: Grafiksettings und Tuning

Da die Performance in Nex Machina beinahe komplett von der Leistung der Grafikkarte abhängt aber auch auf schwächeren und älteren GPUs noch ordentlich läuft, haben wir uns einmal angesehen, wie weit man mit einer Geforce GTX 660 und Detailreduktion kommt. Das Optionsmenü bietet nicht sonderlich viele Settings, neben der Auflösung sind aus Leistungsaspekten im Grunde nur die Einstellungen für Distance Morphing, Screen-Space-Reflections, Schatten sowie Voxel-Qualität interessant. Distance Morphing funktioniert dabei ein wenig wie ein (zusätzliches) Voxel-Level-of-Detail, je weiter die Volumen-Pixel von der Spielfigur entfernt sind, desto gröber werden sie gezeichnet. Die Screen-Space-Reflections sind im Grunde selbsterklärend, beim Deaktivieren werden weniger präzise, grundsätzlich statische und recht niedrig aufgelöste Cube-Map-Reflexionen anstelle der ebenfalls etwas groben Echtzeit-Bildbereichs-Spiegelungen eingeblendet. Eher unauffällig sind außerdem die Schatten, das Reduzieren der maximalen Schattenqualität auf die mittlere Stufe ist in unserem Bildvergleich kaum erkennbar. Der größte Unterschied entsteht beim Herabsetzen der Voxel-Qualität, die nicht nur die herumfliegenden, dichten Voxel-Wolken beeinflusst, sondern außerdem die Qualität der kompletten Level-Darstellung.

Optimiert mit Distance Morphing, mittleren Schatten, deaktivierten Screen-Space-Reflections sowie niedriger Voxel-Qualität erzielt unsere Referenz-GTX-660 in unserem Benchmark 61,3 Durchschnitts- und 47 Min-Fps in Full HD - und ein nahezu durchgehend flüssiges Spielvergnügen.

Maximale Details vs Optimiert (GTX 660)

Max. Details Optimiert

Neben der höheren Performance erzielt die GTX 660 außerdem bessere Frametimes, auch wenn bei beiden Detaileinstellungen ein vereinzelter, größerer Stocker bestehen bleibt. Offenbar geht dieser auf eine Speicherknappheit zurück, die eventuell zusätzlich durch die Art der Speicheranbindung bei der GTX 660 verstärkt wird. Doch auch andere GPUs mit nur zwei GiByte RAM wie beispielsweise die GTX 770 zeigen auffällig Frametime-Ausreißer, die als Ruckler im Spiel zudem recht deutlich wahrnehmbar ausfallen.In Full HD glätten sich die Frametimes ab 3 GiByte Speicher, ab WQHD sollten es deren 4 sein. Diese Kapazität reicht auch für Ultra HD noch aus.

Frametimes mit GTX 660 in Full HD
Frametimes GTX 660 Full HD maxed
Frametimes GTX 660 Full HD maxed Frametimes GTX 660 Full HD optimized

Bildergalerie

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Khabarak Volt-Modder(in)
        Zitat von KrHome
        1080p: ~10%
        1440p: ~30%
        2160p: ~50%

        Und täglich grüßt der Overhead (und vielleicht auch noch der VRam).
        Am ehesten wohl der 3GB VRAM.
        Und dafür macht die 280X bei 1080p noch eine verdammt gute Figur.
      • Von Khabarak Volt-Modder(in)
        Zitat von KrHome
        1080p: ~10%
        1440p: ~30%
        2160p: ~50%

        Und täglich grüßt der Overhead (und vielleicht auch noch der VRam).
        Am ehesten wohl der 3GB VRAM.
        Und dafür macht die 280X bei 1080p noch eine verdammt gute Figur.
      • Von KrHome
        Zitat von EyRaptor
        WOW die 280x ist nur 8% langsamer als die r9 390 7970 rocks (oder das spiel ist seltsam)
        1080p: ~10%
        1440p: ~30%
        2160p: ~50%

        Und täglich grüßt der Overhead (und vielleicht auch noch der VRam).
      • Von Karotte81 BIOS-Overclocker(in)
        Sehr treibendes Game mit exzellenter Spielbarkeit, wie immer von Housemarque.

        Vollste Empfehlung
      • Von DerJakob PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von projectneo
        Ist das so ne Art Bullet-Hell Shooter?
        Im Artikel steht es zumindest so...
      • Von projectneo Software-Overclocker(in)
        Ist das so ne Art Bullet-Hell Shooter?
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