Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem: Virgin richtet das Hyperloop-Projekt neu aus

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Virgin Hyperloop Pegasus Kapsel
Quelle: Virgin Hyperloop

Von Elon Musk hatte Virgin die Entwicklung vom Hyperloop übernommen. Nun hat das Unternehmen das gesamte Projekt neu ausgerichtet.

Jüngst berichteten wir vom amerikanischen Unternehmen Virgin Galactic. Später in diesem Jahr sollen Kunden an Bord von Spaceship Two mehrere Minuten Schwerelosigkeit erleben können, vorausgesetzt man hat sich ein Ticket für 450.000 US-Dollar gekauft. Virgin Galactic gehört mehrheitlich zum britischen Mischkonzern Virgin Group, der unter anderem Fluggesellschaften, Verlage, eine Hotelkette, den Mobilfunkanbieter Virgin Mobile und das Hyperloop-Projekt betreibt. Nun hat Virgin Hyperloop bekannt gegeben, die Hälfte der Arbeitnehmer zu entlassen und sich fortan auf den Warentransport zu fokussieren, wie die Financial Times schreibt.

Hyperloop-Reisen in Kapseln vor dem Aus?

Virgin begründet den Schritt damit, dass die Sicherheitsbedenken und regulatorischen Hürden einfach zu groß sind. Die Vision lautete ursprünglich, Menschen und Gegenstände in Kapseln mit bis zu 1.220 km/h durch ein Röhrensystem zu transportieren. Bislang schaffte die Test-Kapsel Pegasus im Hyperloop maximal 160 km/h und ist auf einer Teststrecke unterwegs, die 500 Meter lang ist. Einen voll funktionsfähigen Hyperloop gibt es bis heute nicht.

"Es ist völlig klar, dass die potenziellen Kunden an der Beförderung von Fracht interessiert sind, während die Beförderung von Passagieren in weiter Ferne liegt. Die Konzentration auf Paletten ist einfacher zu bewerkstelligen - es gibt weniger Risiken für die Passagiere und weniger Regulierungsaufwand." - Unternehmenssprecher von DP World.

Ab sofort fokussiert sich Virgin Hyperloop vollständig auf den Transport von Warensendungen durch die Hyperloop-Röhren. Mit dieser Neuausrichtung geht das Unternehmen einen Weg, der dem größten Anteilseigner gefallen dürfte. 76 Prozent von Virgin Hyperloop gehören DP World, einer Logistikgruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Virgin war es im Jahr 2020 gelungen, zum ersten Mal eine Kapsel namens Pegasus mit menschlichen Passagieren durch einen Hyperloop reisen zu lassen. Ursprünglich hatte Elon Musk, einer der Miteigentümer des Elektroauto-Herstellers Tesla, im Jahr 2013 die Firma Hyperloop One gegründet. Mittlerweile heißt dieses Unternehmen Virgin Hyperloop, nachdem es vom britischen Milliardär Richard Brenson aufgekauft worden war. Im Jahr 2019 sammelte eine Funding-Kampagne 172 Millionen US-Dollar an neuem Kapital ein, ehe die Auswirkungen der globalen Coronavirus-Pandemie nun zur Neuausrichtung des Unternehmens geführt haben.

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Ebenfalls lesenswert: Virgin Galactic: Für 450.000 US-Dollar geht es in den Weltraum

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Sammlung zum Reisen im Virgin Hyperloop:

  • Im Jahr 2013 gründete Elon Musk Hyperloop mit der Vision, Menschen in Kapseln mit bis zu 1.220 km/h durch ein Röhrensystem zu transportieren. Mittlerweile hört das Unternehmen auf den Namen Virgin Hyperloop und gehört dem britischen Milliardär Richard Branson.
  • Ab sofort richtet sich Virgin Hyperloop neu aus und entwickelt den Hyperloop nur noch, um Waren zu transportieren.
  • Virgin begründet den Schritt damit, dass die Sicherheitsbedenken und regulatorischen Hürden für den Personentransport einfach zu groß sind.
  • Bislang schaffte eine Kapsel auf einer 500 Meter langen Teststrecke maximal 160 km/h.

Quelle: Financial Times

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Das ursprüngliche Konzept von Musk konzentrierte sich auf das Thema Baukosten: Abgesehen von gelegentlichen Beschleunigungsboostern/Pumpstationen hätten die einer Pipeline statt einer Bahntrasse entsprochen. Dummerweise hat der Mobilitätsheilige dabei verpeilt, dass Pipelines Dehnungselemente mit scharfen knicken brauchen, dass der Betrieb seiner Pods thermisch kaum realisierbar sein wird und dass es für den Transport von Menschen andere Sicherheitskonzepte als für Erdöl braucht. Seitdem sich die Hyperloop-Fans von dem Luftkissenkonzept weg und hin zur guten alten Swissmetro gewendet haben, ist die Technik so unbezahlbar, wie sie halt schon Jahrzehnte zuvor war. Jetzt auf Fracht zu wechseln wird daran auch nichts ändern - zwar braucht man keinen Evakuierungsplan mehr, aber die pro kg Fracht gezahlten Preise sind ein Bruchteil dessen, was pro kg Passagier zu verdienen wäre und es gibt keine Fracht in größerer Menge, die höhere Geschwindigkeiten als mit einem Schnellzug erfordert. Selbst die Post hat nur deswegen auf Flugzeuge umgestellt, weil ihre Stückzahlen auf den einzelnen Routen zu niedrig für ein zu anderen Frachtarten inkompatibles Hochgeschwindigkeitsnetzwerk wäre. (In Frankreich wurden dagegen längere Zeit TGVs auf einer Route eingesetzt und afaik erst eingestellt, als die Nachfrage nachließ)
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Das ursprüngliche Konzept von Musk konzentrierte sich auf das Thema Baukosten: Abgesehen von gelegentlichen Beschleunigungsboostern/Pumpstationen hätten die einer Pipeline statt einer Bahntrasse entsprochen. Dummerweise hat der Mobilitätsheilige dabei verpeilt, dass Pipelines Dehnungselemente mit scharfen knicken brauchen, dass der Betrieb seiner Pods thermisch kaum realisierbar sein wird und dass es für den Transport von Menschen andere Sicherheitskonzepte als für Erdöl braucht. Seitdem sich die Hyperloop-Fans von dem Luftkissenkonzept weg und hin zur guten alten Swissmetro gewendet haben, ist die Technik so unbezahlbar, wie sie halt schon Jahrzehnte zuvor war. Jetzt auf Fracht zu wechseln wird daran auch nichts ändern - zwar braucht man keinen Evakuierungsplan mehr, aber die pro kg Fracht gezahlten Preise sind ein Bruchteil dessen, was pro kg Passagier zu verdienen wäre und es gibt keine Fracht in größerer Menge, die höhere Geschwindigkeiten als mit einem Schnellzug erfordert. Selbst die Post hat nur deswegen auf Flugzeuge umgestellt, weil ihre Stückzahlen auf den einzelnen Routen zu niedrig für ein zu anderen Frachtarten inkompatibles Hochgeschwindigkeitsnetzwerk wäre. (In Frankreich wurden dagegen längere Zeit TGVs auf einer Route eingesetzt und afaik erst eingestellt, als die Nachfrage nachließ)
      • Von Gast1771456204
        Der flächendeckende Bau der Strecken wird einfach zu teuer sein.
        Man muss sich nur die Bau- und Instandhaltungskosten der Bahn angucken.
        Und da reden wir von durchschnittlichen Geschwindigkeiten um die 100km/h (RE).

        Die Realität ist, dass die Luftfahrt wohl die dominierende Technik bleiben wird, wenn man über große Strecken schnell Reisen möchte. Die Infrastruktur ist wesentlich einfacher und günstiger.

        Und im Warenverkehr spielt die Geschwindigkeit zu 99% (Expresslieferungen ausgenommen) keine Rolle. Da spiele nur Kosten und termingerechte Lieferung eine Rolle.
      • Von Tech_13 Software-Overclocker(in)
        Tjoa, evtl kommen die noch auf die Idee den Durchmesser der Röhre zu verkleinern und mit Druckluft zu arbeiten da man so keine Motoren in den "Pods" braucht und verkaufen dies als inovative Idee (:
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Es wurde auch schon zur genüge dargelegt, warum das ganze vermutlich scheitern wird. Einfach mal "Hyperloop Busted" auf Youtube suchen.
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