Glasfaser: Forscher entwickeln neues Kabel mit 19 Kernen
Japanische Wissenschaftler haben ein neuartiges Glasfaserkabel mit 19 Kernen entwickelt. Trotz der hohen Datenrate von 1,7 Petabit pro Sekunde bleibt der Standarddurchmesser des Kabels von 0,125 mm erhalten.
Das Grace-Hopper-Unterseekabel verläuft von den Vereinigten Staaten bis nach Europa, das in einem Multiplex-Verfahren auf 16 Glasfaserpaaren läuft. Doch obwohl das Grace-Hopper-Kabel 350 Terabit pro Sekunde erreicht, kann der globale Datenbedarf aufgrund von Streaming-Diensten und Videokonferenzen damit nicht gedeckt werden.
Hohe Datenrate bei Standarddurchmesser
Nun haben japanische Forschende in Zusammenarbeit mit australischen, niederländischen und italienischen Wissenschaftlern ein Glasfaserkabel entwickelt, das auf einer Länge von 63,5 km nicht weniger als 1,7 Petabit pro Sekunde überträgt - und das bei einem Standarddurchmesser von 0,125 mm. Normalerweise haben Glasfaserkabel nur einen Kern, über den mehrere Lichtsignale übertragen werden, aber der Energieverbrauch ist hoch und die Übertragungsgeschwindigkeit aufgrund von Interferenzen auf einige Terabit pro Sekunde begrenzt.
"Dank jahrzehntelanger Forschung auf dem Gebiet der Optik ist es der Industrie gelungen, immer mehr Daten durch einzelne Fasern zu leiten. Man hat verschiedene Farben, verschiedene Polarisationen, Lichtkohärenz und viele andere Tricks verwendet, um das Licht zu manipulieren." - Simon Gross, Macquarie University's School of Engineering
Verdickung des Kabels würde zu Problemen führen
Zwar könnte die Dicke der Glasfaserkabel erhöht werden. "Aber dickere Fasern wären weniger flexibel, anfälliger, für Langstreckenkabel weniger geeignet und würden einen massiven Umbau der Glasfaserinfrastruktur erfordern", sagt Simon Gross, einer der beteiligten Forscher.
Stattdessen setzt das Forscherteam auf 19 einzelne Glasfasern, die sich zu einem Kabel bündeln lassen. Mithilfe von 3D-Laserdruckverfahren wurde ein spezieller Glaschip hergestellt, der die Signale gleichzeitig in die 19 Glasfasern des Kabels einspeist. - In fünf bis zehn Jahren, so hofft Simon Gross, könnten die ersten Unterseekabel mit dieser Technologie produziert werden.
Quelle: NICT (via Golem), Wiley Industry News


Dementsprechend wurde hier grad ein wenig durchgefegt