Diese Nuklearbatterie soll Jahrtausende laufen - doch für PCs ist sie praktisch nutzlos

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Diese Nuklearbatterie soll Jahrtausende laufen - doch für PCs ist sie praktisch nutzlos
Quelle: Gansu Zhulong Technology

Chinas neue Carbon-14-Batterie liefert 1,13 Mikrowatt, ist deutlich kleiner als der Vorgänger und soll theoretisch über Jahrtausende Energie abgeben. Für Consumer-Hardware reicht das aber nicht.

China hat eine neue Carbon-14-Nuklearbatterie vorgestellt, die vor allem für extrem langlebige Mikrostrom-Anwendungen interessant ist. Die "Qianjiyuan Tianshu" genannte Batterie wurde von der Northwest Normal University und Gansu Zhulong Technology präsentiert und erreicht nach Angaben der Beteiligten eine Ausgangsleistung von 1,13 Mikrowatt. Das ist für Smartphones, Notebooks oder PC-Hardware praktisch bedeutungslos, für sehr sparsame Sensorik, Low-Power-Implantate, Raumfahrt oder autonome Messsysteme aber ein relevanter Schritt: Die Energiequelle muss nicht klassisch geladen werden, sondern nutzt den Zerfall von Carbon-14.

Die Batterie kommt laut Northwest Normal University auf 16,8 cm³ Volumen, nutzt 129 mCi Carbon-14, erreicht 0,713 Mikroampere Kurzschlussstrom, 2,06 Volt Leerlaufspannung und einen Füllfaktor von 0,77. Gegenüber dem mit Wuxi Beita Pharmatech entwickelten Vorgänger "Zhulong-1" soll die maximale Leistung um den Faktor 2,6 steigen, während das effektive Volumen auf 17 Prozent schrumpft. Die volumetrische Leistungsdichte steigt demnach um den Faktor 15,5. Zugleich sinkt die Menge des radioaktiven Materials auf 22 Prozent des Vorgängers. Die Werte sind als Hersteller- beziehungsweise Universitätsangaben einzuordnen und noch nicht unabhängig bestätigt.

Keine Wunderbatterie für den Gaming-PC

Der Begriff "Nuklearbatterie" klingt nach Science-Fiction und Weltraum, die Praxis ist aber deutlich nüchterner. Carbon-14 hat eine Halbwertszeit von 5.730 Jahren. Die theoretisch verfügbare Zerfallsleistung fällt daher nur sehr langsam ab; konstant bleibt sie über diesen Zeitraum aber nicht. Praktische Grenzen setzen zusätzlich Halbleiter, Verkapselung und Einsatzumgebung. Das Entscheidende ist aber die Leistung von 1,13 Mikrowatt. Eine LED, ein einfacher Sensor, sehr kleine Low-Power-Implantate oder ein selten gepulstes Funksignal lassen sich mit Energiemanagement eher diskutieren als ein Smartphone, eine Smartwatch oder gar PC-Komponenten. Für Consumer-Geräte bleibt die Technik damit vorerst kein Ersatz für die weitverbreiteten Lithium-Akkus. Man bräuchte rund 885.000 C‑14‑Batterien, um ein Watt Leistung bereitzustellen.

Spannend ist der Ansatz deshalb in Bereichen, in denen Wartung schwierig, teuer oder unmöglich ist. Die Entwickler nennen Anwendungen in medizinischen Implantaten, Tiefsee- und Polargebieten, Verteidigung sowie Luft- und Raumfahrt. Laut SCMP soll die Batterie zwischen minus 100 und plus 200 Grad Celsius zuverlässig arbeiten. Der Vergleich mit früheren Versprechen ist interessant: Betavolt sorgte mit einer 50-Jahre-Batterie für Aufsehen, die aber ebenfalls nicht als realistische Energiequelle für Smartphones zu verstehen war.

Einordnung: Fortschritt ja, Akku-Revolution nein

Die neue Carbon-14-Batterie ist vor allem ein Miniaturisierungs- und Effizienzfortschritt bei sehr kleinen Dauerleistungen. Dass China zusätzlich auf vollständig heimische Technik und Bauteile verweist, passt zur strategischen Ausrichtung des Landes, vom Westen unabhängiger zu werden. Für den Massenmarkt fehlen im Moment aber zentrale Faktoren: höhere Leistung, klare Kosten, Serienfertigung, Zulassung, Sicherheitsnachweise und konkrete Produkte sind Zukunftsmusik.

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Quelle: Northwest Normal University/Gansu Zhulong Technology via SCMP

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von gg99 Schraubenverwechsler(in)
        irgendwann wird die erste explodieren und der hype wird vorbei sein
      • Von gg99 Schraubenverwechsler(in)
        irgendwann wird die erste explodieren und der hype wird vorbei sein
      • Von Silvio64 PC-Selbstbauer(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Ich bin um Himmelswillen kein Sozialist und lehne jede Form von Planwirtschaft oder Eingriffe durch den Staat ab. Vielmehr befürworte ich freie Märkte und freien Wettbewerb. Den haben wir jedoch gar nicht. Im heutigen System wird der freie Wettbewerb von finanzstarken Unternehmen unterlaufen. Die Märkte sind in großen Teilen monopolisiert, selbst bei Gütern wie Möbel oder Brötchen.

        Markttechnisch unterscheiden wir uns da kaum vom Kommunismus, der ja an einem vollständigen(!) wirtschaftlichen Monopol, eben dem Staat erkrankt ist. Im Kommunismus wird einfach private Monopolisierung durch staatliche ersetzt, private Kapitalisten durch staatliche. In beiden Fällen wird dadurch der Arbeitsertrag der Produktivkräfte erheblich reduziert.

        Interessanter Weise hat die Schieflage keine politische, sondern marktechnische Ursachen, die mittlerweile gut erforscht sind. Werden die beseitigt, gäbe es solche Güter tatsächlich zu kaufen. Vor allem hätten wir den vollen Arbeitsertrag, wodurch die Arbeitszeiten reduziert werden könnten. Eine 20 Stunden Woche würde für den Lebensunterhalt völlig ausreichen, da die teuren leistungslosen Kapitaleinkommen, zusammen mit der Monopolisierung vollständig wegfallen.
      • Von muadib Freizeitschrauber(in)
      • Von BigYundol BIOS-Overclocker(in)
        Nuklearbatterien werden voraussichtlich nie für den Betrieb von Gaming-PCs sinnvoll nutzbar sein. Ich meine, selbst die RTG des Marsrovers Preservance von 2020 leistet nur 110W und läuft dabei mit dem seltenen Metall Plutonium 238. Sowas dürfte dabei auch bei höheren Stückzahlen teuer bleiben. Wäre aber klar eine once in a lifetime Investition.
        Plutonium in grösseren Mengen de facto frei verfügbar zu machen dürfte allerdings nicht so schlau sein.

        Für Herzschrittmacher und andere solch spezielle Anwendungen sind die RTGs aber definitiv schon lange sehr wertvoll
      • Von Bebo24 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Silvio64
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Smartphones sind ja trotz robuster Displays keine langlebigen Produkte. Vor allem seit man die Akkus fest verbaut hat. Zur Not stellt man einfach mit fadenscheinigen Begründungen die Updates ein.

        Hab ein Video über die Gläser gefunden, es ist heftiger als man meint.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Batterien die Jahrtausende laufen sind jedoch ein absolutes No-go! So etwas wird man niemals auf kapitalistischen Märkten kaufen können. Geld ist halt wichtiger als Güter die man damit kaufen kann. Das ist ziemlich schräg wenn man drüber nachdenkt. Man betreibt ja Markt & Wirtschaft damit wir uns materiell(!), also mit möglichst hochwertigen Gütern gut ausstatten können. Aber im heutigen System hat sowas klare Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. YouTube ist voll mit solchen Fallbeispielen, von denen die heftigen Sachen längst wegzensiert worden sind.
        Nuklearbatterien sind grundsätzlich ja keine Neuheit. Z.B. die Voyager-Sonden der NASA laufen seit ihrem Start in den 1970er Jahren damit, dazu auch jede Menge ältere (Spionage-)satelliten der USA und der Sowjetunion. Die Sowjets hatten sogar Leuchttürme in entlegenen Gegenden damit betrieben. Aber Nuklearbatterien sind (zumindest bei uns) aus zwei Gründen für den Konsumentenmarkt undenkbar:
        1. Sicherheitsrisiken, da jede Nuklearbatterie wie der Name schon sagt radioaktives Material enthält, und
        2. der hohe Preis, da so eine Batterie neben der Strahlungsquelle und der Wandlertechnik von Strahlungsenergie zu elektrischer Energie auch noch eine robuste strahlungsdichte Hülle benötigt, was diese Batterien in der Regel zudem auch noch groß und schwer macht.

        In dem von Dir verlinkten Video über die bruchsicheren Gläser aus der DDR finde ich die Darstellung des Sozialismus sehr geschönt. Also in der Wortwohl des Sprechers, bei den Fakten selber wird sehr schnell klar, wie sch... das System war, wenn erst tausende Menschen in den Westen abhauen, es Aufstände gibt die brutal mit Einsatz von Panzern niedergeschlagen werden und schließlich eine Mauer zum Westen gebaut wird, weil die Menschen immer noch zu fliehen versuchen. Ja, das bruchfeste Glas war toll, aber der Rest größtenteils überhaupt nicht, sonst hätte es die Mauer zum Westen nicht gebraucht. Da verzichte ich doch lieber auf die bruchfesten Gläser und lebe in Freiheit und Wohlstand statt Unterdrückung und Mangelwirtschaft. Zudem war die DDR höchst-unökologisch: die Kohlekraftwerke hatten alle keine Filter und die Chemieindustrie und der Braunkohleabbau waren so schmutzig, dass nach der Wende große Gebiete erst einmal dekontaminiert und renaturiert werden mussten.

        Wobei ich geplante Obsoleszenz auch zum finde, genau so wie billige Wegwerfmode oder irgendwelchen Temu-Schrott, der sofort kaputt geht und auf den Müll wandert. Ich kann auch nach wie vor nicht verstehen, warum Leute so einen Müll kaufen.
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