Asus ROG Thor Platinum II: Leistung, Effizienz und Co.
Quelle: PC Games Hardware
Seite 2:

Asus ROG Thor Platinum II: Leistung, Effizienz und Co.

9
Test Richard Engel Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Wie schlägt sich das frische ATX-2.4-Netzteil im technischen Detail? Wir schauen uns Restwelligkeit, Spannungsstabilität und einiges mehr genauer an.

Asus ROG Thor 2: Leistung und Effizienz

In Sachen Leistung wird man sich mit dem 1.000-Watt-Single-Rail-Netzteil keine Sorgen machen müssen. Die üblichen Schutzschaltungen, die massiven Kühlkörper und die verbauten Topologien wie etwa die zwei japanischen Primärkondensatoren von Nippon Chemi-Con (1× 420 V, 680 µF (M) und 1× 420 V, 390 µF (M)) machen einen sehr soliden Ersteindruck. Auf Herstellerseite wird auf den +3,3- und +5-V-Schienen eine Belastbarkeit von 125 Watt (25 Ampere) und bei der 12-V-Schiene von 996 Watt (83 Ampere) ausgeschrieben. In unseren Testmessungen konnte sich das Thor 2 vor allem in unserem heimischen 230-Volt-Netz noch um einige Punkte effizienter zeigen. Den höchsten Wirkungsgrad erreicht das Platinum spezifizierte Netzteil im Bereich von 50 Prozent Last mit ca. 93,3-prozentiger Effizienz, aber auch bei 100 Prozent Last bleibt das Netzteil mit 92 Prozent äußerst effizient.

Die Effizienzkurven zeigen bereits auf den ersten Blick: Das 230-Volt-Netz lässt das Netzteil für den Endverbraucher effizienter nutzen. Quelle: PC Games Hardware Die Effizienzkurven zeigen bereits auf den ersten Blick: Das 230-Volt-Netz lässt das Netzteil für den Endverbraucher effizienter nutzen. Erwartungsgemäß hat das wuchtige Netzteil bei einstelligen Prozent-Lastbereichen mit der Effizienz zu kämpfen, so wird der Wirkungsgrad von 80 Prozent ab 6 Prozent Last erreicht. Bei 10 Prozent Last erreicht das Netzteil einen Wirkungsgrad von ca. 88 Prozent und spätestens ab 15 Prozent Last wird die 90er-Marke durchbrochen. Alles in allem überzeugt die Kurve rundum. Im 150 Prozent Peak-Load-Test mit 100 Mikrosekunden (im Rahmen eines kurzen OCP-Testabschnitts) konnte das Thor 2 die innenliegende Bauqualität abermals unter Beweis stehen - mit stabilen 116 Ampere auf der 12-Volt-Schiene kann man technisch nichts vorwerfen. Selbst extreme Leistungsspitzen und leicht überhöhte Szenarien über die Nennleistung dürften also bei Weitem kein Problem für das 1.000-Watt-Netzteil sein, sodass 450-Watt-Grafikkarten und eventuell sogar noch hungrigere Ableger voraussichtlich laufen sollten.

Asus ROG Thor 2: Spannungsstabilität

Um die Güte der Spannungsstabilität bestimmen zu können, wird einerseits der Abfall der Spannung über den gesamten Lastverlauf gemessen und anderseits die Spannungsabweichung von der Idealspannung untersucht. Je kleiner die Werte für diese beiden Kenngrößen sind, umso besser. Die Spannungsabweichung auf der 12-V-Schiene lag bei gerade mal 0,19 Prozent, bei den weniger wichtigen +3,3- (0,55 %), +5- (ebenfalls 0,55 %), -12- (1,66 %) und 5sb-Schienen (3,22 %) waren die Werte zwar minimal höher, jedoch sind das hervorragende Werte. Beim Spannungsabfall sieht es ähnlich positiv aus (+12: 0,20 %, +3,3: 0,59 %, +5: 0,59 %, -12: 1,66 %, 5sb: 2,66 %), sodass insgesamt von einer sehr guten und sehr strikten Spannungsbewertung von 0,55 Prozent (mit unterschiedlicher Gewichtung nach Alltagsrelevanz) die Rede sein kann.

Asus ROG Thor 2: Restwelligkeit

Beim Stromwandeln bleibt ein Rest an Wechselstrom im Gleichstrom über, der als Restwelligkeit oder kurz Ripple bezeichnet wird. Diese Spannung kann, sofern zu viel von ihr vorliegt, Komponenten minimal schneller über Jahre altern lassen. Deswegen werden große Kondensatoren eingebaut, die die Restwelligkeit glätten. Ohne solche Maßnahmen würde sich die Temperatur in den Kondensatoren erhöhen und chemische Reaktionen würden viel schneller nach der RGT-Regel ablaufen. Der Wert der Restwelligkeit ist einer von mehreren Indikatoren für die Belastung der Komponenten, je niedriger der Wert, umso gleichmäßiger und besser. Bei der 12-V-Schiene muss der Wert unter 120 mV liegen, wobei das Thor 2 mit insgesamt 25,43 mV im Durchschnitt über allen Anschlüssen (Maximalwert 31,2 mV beim ATX-, SATA-, Molex-Anschluss, gelbe Kurve) im absolut grünen Bereich landet. Bei den Nebenschienen sieht es genauso gut aus, sodass aus technischer Sicht auch beim Thema der Restwelligkeit ein Haken gesetzt werden kann.

<strong>Asus ROG Thor Platinum 2: </strong>Restwelligkeit der 12-Volt-Schiene bei 10ms/Div mit 4× Chroma 63303A Modulen, jeweils 219 Watt pro Load an ATX/SATA/Molex, EPS, PCI-E 1-2, PCI-E 3-4. Quelle: PCGH Asus ROG Thor Platinum 2: Restwelligkeit der 12-Volt-Schiene bei 10ms/Div mit 4× Chroma 63303A Modulen, jeweils 219 Watt pro Load an ATX/SATA/Molex, EPS, PCI-E 1-2, PCI-E 3-4.

Asus ROG Thor 2: PG-Signal, Inrush und Stützzeit

Im Folgenden behandeln wir das Housekeeping des Netzteils und werfen einen kurzen Blick auf das Power-Good-Signal, den Einschaltstrom und die Stützzeit. Das ROG Thor Platinum 2 verfügt über zwei Primärkondensatoren, einen 420 V Nippon Chemi-Con KHE mit 680 µF und einen mit 390 µF elektrischer Kapazität, die einen guten Job erfüllen, denn für ein 1.000-Watt-Netzteil ist die längere Stützzeit von 19,3 ms bis zum Abschalten des PG-Signals ein ansehnliches Ergebnis. Das Unterschreiten der Minimalspannung von 11.4 Volt tritt dann noch einmal erst 3,83 ms später auf. Der Einschaltstrom erreicht einen Wert von 40,2 Ampere mit einem kurzzeitigen Overshoot auf 48 Ampere und liegt damit auf einem recht gutem Niveau.

Das Asus ROG Thor Platinum 2 überzeugt auf einem rein technischen Level auf voller Linie, alle Werte werden mit Bravur eingehalten. Auf der folgenden Seite finden Sie neben dem tabellarischen Datenblatt das Fazit gefolgt von der Bildergalerie mit ergänzenden Inhalten auf der vierten Seite.

9
  1. Seite 1 Asus ROG Thor Platinum II: Wie schlägt sich das Netzteil mit OLED-Display im Test?
  2. Seite 2 Asus ROG Thor Platinum II: Leistung, Effizienz und Co.
  3. Seite 3 Asus ROG Thor Platinum II: Welches Fazit lässt sich ziehen?
    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Athlonxp Komplett-PC-Käufer(in)
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Asus verwendet OLEDs, ich glaube sogar die gleichen Module, auf Mainboards, Kompaktwasserkühlungen, Headsets und meinem Wissen sogar auf einem Gehäuse. Eventell auch bei einer Grafikkarte, aber ich glaube das war die Konkurrenz. (Bei der gibt es auch mit OLED-Aufwertbare Kühler für SSDs, OLED-Pumpen, Ausgleichsbehälter mit OLED; Lautsprecher, Mäuse und Tastaturen sowieso. Nur CPUs und RAM fehlen noch – und OLED-Gaming-Monitore, die gibt es natürlich auch nicht.)
        Einen wirklichen Nutzen hat das nirgendwo, günstige Preise sowieso nicht. Aber es verkauft sich.
      • Von PCGH_Richie Freizeitschrauber(in)
        Zitat von snoooc
        Mal eine allgemeine Frage. Hat es einen technischen Grund, dass das ATX 24 Pin Kabel auf der Netzteilseite geteilt ist? Das ist mir bei vielen Modularen Netzteilen aufgefallen, verstehe aber nicht warum das so gemacht wird.
        Hat vermutlich bautechnische Gründe, wie leichtere Platinenplanung, günstigere Stecker, leichter an-/absteckbar oder ähnliches.
        Zitat von Incredible Alk
        Beim ASUS ROG-Netzteil ist außer das Design bzw. das OLED die Technik identisch mit einem 150€ günstigeren Netzteil - und bei Netzteilen kommts wie ich finde halt nicht wirklch auf die Haptik und Design an wenn man nicht grade ein Showcase-System baut. Aber offenbar ist die Zielgruppe die anders denkt als ich groß genug dass ASUS problemlos seinen ROG-Schiftzug für 100€ extra verkaufen kann.
        Jap, anscheinend gibt es da wirklich Einige, die bereits zum Vormodell Thor 1 gegriffen und die Summen bezahlt haben (auch schon mit OLED-Wattanzeige) – sonst hätte Asus kaum Gründe eine zweite Reihe auf den Markt zu bringen. Das war ähnlich wie das Thor 2 hier zwar auch technisch von den Topologien her knackig, aber halt auch teuer. Da muss wohl wirklich der psychologische Effekt von "ich kauf mir jetzt Luxus-Komponenten" reinspielen.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von RichieMc85
        Gibt auch Menschen die fahren lieber Audi statt Skoda obwohl das selbe verbaut ist
        Auch wenn Audi meiner Meinung nach zu teuer für das gebotene ist so ist die Verarbeitung/Materialwahl doch zwei Klassen besser als bei Skoda. Klar, die Technik ist die gleiche aber wenns einem drauf ankommt wie fluffig der Lenkradbezug ist oder ähnliches gibts da schon deutliche Unterschiede - und auch relevante da man da ja haptisch drinsitzt und es anfasst/bedient.
        Beim ASUS ROG-Netzteil ist außer das Design bzw. das OLED die Technik identisch mit einem 150€ günstigeren Netzteil - und bei Netzteilen kommts wie ich finde halt nicht wirklch auf die Haptik und Design an wenn man nicht grade ein Showcase-System baut. Aber offenbar ist die Zielgruppe die anders denkt als ich groß genug dass ASUS problemlos seinen ROG-Schiftzug für 100€ extra verkaufen kann.
      • Von RichieMc85 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Incredible Alk
        Das Geld liegt auf der Straße...

        1.) Man nehme ein Seasonic Prime PX-1000. Kostet für Endkunden etwa 220€, im Großkundenhandel für Partner vermutlich gefühlte 100 im Einkauf für die Plattform, wenn überhaupt.
        2.) Man bastle ein OLED für ne Handvoll Euro dran, und drucke "ROG" aufs Gehäuse.
        3.) 350€ aufs Preisschild und fett Werbung machen wie cool man ist wenn man mit ASUS-Hardware spielt.
        4.) Geld zählen.


        Gibt auch Menschen die fahren lieber Audi statt Skoda obwohl das selbe verbaut ist

        Da ATX 3.0 vor der Tür steht ist das NT leider schon etwas veraltet was mich beim dem Preis schon tangieren würde.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk