Asus ROG Thor Platinum 2: Wie schlägt sich das Netzteil mit OLED-Display im Test?
Hardware-Gigant Asus zielt mit dem Anfang des Jahres erschienenen ROG Thor Platinum II auf die absolute High-End-Klasse, sowohl preislich als auch technisch. Wir nahmen uns die 1000-Watt-Variante vor und prüften den neuen Stromwandler auf Herz und Niere.
In diesem Artikel
Eins ist bereits vor den Testdaten klar: Das ROG Thor Platinum II ist sowohl von der Leistungs- als auch Preisklasse nicht an Otto Normalverbraucher gerichtet, sondern spricht in erster Instanz aktuelle gehobenere PC-Builds an, bei denen ein 1.000-Watt-Netzteil samt OLED-Display für knapp 300 Euro überhaupt Sinn ergibt. Der Preis hat es in sich und dürfte für viele potenzielle Käufer ein Dealbreaker sein. Das ATX 2.4 spezifizierte Netzteil wirbt mit Top-Verarbeitung, doch was wird mit der Premium-Komponente überhaupt geliefert und inwiefern überzeugt die verbaute Technik wirklich? In der tabellarischen Übersicht und der Bildergalerie finden Sie abseits des Textes weiteres informatives Begleitmaterial.
Quelle: PC Games Hardware
Das Asus ROG Thor Platinum II zeigt sich von der Ausstattungsseite voller netter Extras, die bei dem Preisschild allerdings auch zu erwarten sein dürfen.
[PLUS] Netzteil-Vergleichstest: 12 Modelle mit 1.000 Watt
PCGH Plus: Mit Grafikkarten, die bereits 450 bis 600 Watt ziehen sollen, rücken Netzteile des Kilowatt-Segments in den Fokus der Spieler. Am Puls der Zeit testen wir ein Dutzend Stromspender auf Herz und Niere. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 11/2022.
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Asus ROG Thor 2: Ausstattung
Der Lieferumfang fällt entsprechend dem Preisschild üppig und grundlegend hochwertig aus. Zum gehobenen Standard gehören allem Anschein nach auch einzeln gesleevte beziehungsweise ummantelte Kabel. Die CPU-, die PCI-E-6/8-Pol- und das 24-Pin-ATX-Mainboard-Anschluss-Kabel sind pro Kabelstrang mit Stoff ummantelt, die SATA-, Molex-, ARGB- und die Micro-Fit-Verknüpfungen dagegen nicht. Das gesleevte Kabelpaket kann zwar optisch und haptisch überzeugen, jedoch verhaken und verknoten sich die separaten Stränge typischerweise schnell. Um dem drohenden Kabelsalat zuvorzukommen, liegt dem Thor 2 ein passendes Cablemod-Klammer-Pack mit Abstandshaltern bei, die die isolierten Stränge geordnet und getrennt halten sollen. Die Klammern müssen selbst per Hand angebracht werden. Bei den 6-/8-poligen Anschlüssen hat man die Auswahl zwischen 2× 2-Daisy-Chain-Verbindungen oder 4× Einzel-Kabelsträngen; für den Prozessor liegen 2× 12-V-EPS-CPU-Stecker bei. Als neuer Zusatz sticht das 12- beziehungsweise 16-Pol-Micro-Fit-Kabel hervor. Käufer des Thor 2, welche nur einen 12-Pol-Anschluss beiliegend haben, dürfen sich laut Asus an den Kundenservice wenden, um den 16-Pin-Anschluss mit den vier weiteren Sense-Kanälen zu erhalten, der vor allem bei den nächsten Grafikkarten-Generationen eine Rolle spielen dürfte. Das 12-/16-Pol-Kabel wird direkt am Netzteil angeschlossen und versorgt kommende PCI-E-5.0-GPUs anstatt den klassischen 6-/8-Pol-Steckern mit genügend Strom. Neuere Verkaufschargen enthalten nur ein 16-Pol-Kabel, die allerdings auch beispielsweise in Nvidias RTX 30er-Founders-Edition-Karten passen.
| Art des Kabels | Maximale Länge ca. | Daisy-Chain? | Stoff-Ummantelung? |
|---|---|---|---|
| Kaltgerätestecker (DE) | 138,0 cm | Nein | Nein |
| 2× 4+4-Pol-12-V-EPS-Stecker (CPU) | 65,5 cm | Nein | Ja |
| 12- bzw. 16-Pol-Stecker | 76,0 cm | Nein | Nein |
| PSU-ARGB-Kabel | 81,5 cm | Nein | Nein |
| Mainboard-ATX-Kabel | 61,0 cm | Nein | Ja |
| 3× SATA-Kabel | 77,0 cm | Ja, 4 Stecker pro Kabel | Nein |
| 2× Molex-Kabel | 70,5 cm | Ja, 3 Stecker pro Kabel | Nein |
| 4× 6-/8-Pol-Kabel | 68,0 cm | Nein | Ja |
| 2× 6-/8-Pol-Kabel | 74,5 cm | Ja, 2 Stecker pro Kabel | Ja |
Die mehrsprachige Kurzanleitung enthält auf den wenigen Grundinformatiosseiten kaum weitere Details. Im Zubehörbeutel findet sich neben Plastik- und Klettverschluss-Kabelbindern eine ARGB-Leitung, mit der das beleuchtete ROG-Logo mit dem restlichen System über das Mainboard synchronisiert werden kann. Das Deaktivieren der LEDs ist nur mit dem Anschluss möglich. Neben den LEDs verziert eine verspiegelte Oberfläche das Netzteil. In der Mitte der verspiegelten Fläche befindet sich eine kleine OLED-Wattanzeige, die im Vergleich zu herkömmlichen Steckdosen-Strommessern um +/- 3 Watt akkurat die anliegende Last anzeigt. Zum Knackpunkt könnte allerdings das sinnvolle Ablesen des Verbrauchs im Alltag werden, denn durch mittlerweile praktisch überall vertretenen Netzteilkammern in Gehäusen und der festgesetzten Orientierung der angezeigten Wattzahl nach oben zum Lüfter hin, ist das Bauszenario praktisch vorab vorgegeben oder die Extra-Funktionen bleiben außen vor. Das Netzteil setzt also rein logisch auf ein Gehäuse mit teiloffener Netzteilkammer, bei der der Lüfter die (meist) untere Luft aus dem Gehäuseinnenraum zieht.
Als Garantie gibt Asus für die im Netzteil verbauten Topologien eine 10-Jahres-Garantie aus, beim OLED-Panel und den RGB-Dekorationen sind es dagegen nur 3 Jahre. Die Verarbeitung der Bauteile ist größtenteils löblich, auch wenn manche Komponenten wie die obere Gitterabdeckung wuchtiger und scharfkantiger ausfallen, als sie hätten sein sollen, was sich auch in den Lautheitsmessungen leicht negativ auswirkt. Der verbaute 135-mm-Lüfter mit Doppelkugellager kommt vergleichsweise schlicht daher und eiert suboptimal. Dennoch bleibt das Thor 2 zum großen Teil angenehm leise.
Asus ROG Thor 2: Lautheit und Kühlung
Das ROG Thor 2 ist durch die Länge mit 19 cm und einem stolzen Gewicht von 2,35 kg massiv gebaut, was man auch an den eng verbauten Kühlelementen im Innern auf Anhieb erkennt. Die Temperaturen unter Last sind deshalb wohl durchweg als äußerst positiv und kühl zu benennen, weshalb der von Asus benannte 135-mm-Axial-Tech-Lüfter in unserem Test bei bis zu 55 Prozent Last nicht anspringen musste - sofern der optionale semi-passive Modus hinten am Kaltsteckerkabel aktiviert wird. Die Kondensatoren blieben allesamt weit unter 60 Grad Celcius und dürften folglich länger halten. Selbst bei beeindruckenden 95 Prozent Last hat sich der Lüfter des 1.000-Watt-Netzteils bei gerade mal 650 Umdrehungen pro Minute im Durchschnitt mit 0,5 Sone respektive 23,5 dB aus einer 50-cm-Entfernung in keinem schlechten Licht gezeigt. Die 0,4 Sone beziehungsweise 23,5 dB bei 80 Prozent Last sprechen ebenfalls für sich. Erst bei maximaler Dauerlast dreht der Lüfter mit 1.100 U/min richtig auf und steigt auf 2,2 Sone, respektive 38,5 dB an.
Für ein reproduzierbar schlechteres Ergebnisse sorgte verblüffenderweise das breitere Abdeckungsgitter über dem Lüfter, denn die Messungen mit 100-prozentiger Last ohne den Deckel sanken auf 1,7 Sone beziehungsweise 35,7 dB. Alle Messungen mit weniger Last waren nicht derart stark betroffen, auch wenn weiterhin messbar. So blieb auch der 95er-Last-Bereich bei stillen 0,4 Sone. Vibrationen können als Ursache ausgeschlossen werden, viel mehr scheinen die dicken Streben bei intensiverer Luftzufuhr für mehr Verwirblungen zu sorgen, die in einem insgesamt lauterem Geräuschempfinden münden. Trotz dieser kleinen Schwäche lässt sich aber festhalten: Kühlung und Lautstärke-Pegel hat das Thor 2 ohne Murren im Griff, Spulenfiepen hält sich auf einem Minimum und der Lüfter muss dank schwerer und funktionierender Kühlkörper auch in intensiven Alltagsszenarien nicht groß aufdrehen.
| Last in Prozent | Maximale U/min bei sinkender Last | Durchschnittliche U/min bei sinkender Last | U/min bei ansteigender Last |
|---|---|---|---|
| 100 | 1101 | 1100 | 615 |
| 95 | 1100 | 649 | 614 |
| 90 | 512 | 471 | 469 |
| 85 | 616 | 610 | 469 |
| 80 | 616 | 479 | 469 |
| 75 | 470 | 469 | 470 |
| 70 | 469 | 469 | 0 |
| 65 | 469 | 469 | 0 |
| 60 | 469 | 68 | 0 |
| 0 bis 55 | 0 | 0 | 0 |
Übrigens: Die obere Gitterabdeckung lässt sich auf eigene Gefahr hin problemlos entfernen, sodass es gar nicht zu den genannten Luftverwirbelungen kommt - öffnen Sie auf gar keinen Fall das Netzteil unter der Abdeckung, denn einerseits besteht auch bei kürzlich abgeschalteten Netzteilen akute Lebensgefahr und andererseits erlischt die 10-jährige Garantie der Topologien. Der Gitterdeckel dürfte zwar für minimal lautere Werte sorgen, allerdings raten wir eher von der Abnahme ab, da ansonsten beispielsweise Kabel unglücklicherweise leichter den Lüfter unbemerkt blockieren könnten. Bei ständiger Dauerlast über 95 Prozent, die in der Regel kaum vorkommen sollte, wäre das Entfernen dagegen eine valide Möglichkeit, für geringere Geräuschemission und besser fließendem Luftzug zu sorgen.
Auf der zweiten Seite geht es mit der Leistung, Effizienz, der Restwelligkeit, Hold-Up-Time und weiteren Details zur Spannungsversorgung weiter; auf der dritten finden Sie neben dem tabellarischen Datenblatt das Fazit gefolgt von der Bildergalerie mit ergänzenden Inhalten auf der vierten Seite.

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Einen wirklichen Nutzen hat das nirgendwo, günstige Preise sowieso nicht. Aber es verkauft sich.
Beim ASUS ROG-Netzteil ist außer das Design bzw. das OLED die Technik identisch mit einem 150€ günstigeren Netzteil - und bei Netzteilen kommts wie ich finde halt nicht wirklch auf die Haptik und Design an wenn man nicht grade ein Showcase-System baut. Aber offenbar ist die Zielgruppe die anders denkt als ich groß genug dass ASUS problemlos seinen ROG-Schiftzug für 100€ extra verkaufen kann.
1.) Man nehme ein Seasonic Prime PX-1000. Kostet für Endkunden etwa 220€, im Großkundenhandel für Partner vermutlich gefühlte 100 im Einkauf für die Plattform, wenn überhaupt.
2.) Man bastle ein OLED für ne Handvoll Euro dran, und drucke "ROG" aufs Gehäuse.
3.) 350€ aufs Preisschild und fett Werbung machen wie cool man ist wenn man mit ASUS-Hardware spielt.
4.) Geld zählen.
Da ATX 3.0 vor der Tür steht ist das NT leider schon etwas veraltet was mich beim dem Preis schon tangieren würde.