Titan Army P2712V im Test: 4K und bis zu 300 Hertz im Dual-Mode für unter 300 Euro
Titan Army, ein chinesischer Display-Hersteller, hat den P2712V, einen 27-Zoll-IPS-Gaming-Monitor mit 4K-Auflösung und 160/320-Hz-Dual-Mode im Portfolio. Das alles gibt es für unter 300 Euro. Was taugt das Angebot? Wir machen den Test.
Inhaltsverzeichnis
Titan Army ist ein chinesischer Anbieter von Monitoren und LCD-TVs mit Schwerpunkt auf PC-Displays. Die Marke gehört zur Muttergesellschaft Shenzhen Century Innovation Display Electronics Co. Ltd., die über 80 Patente hält und eine eigene Forschungsabteilung für neue Display-Techniken betreibt. Inzwischen bietet Titan Army auch in Deutschland und im Euroraum eine wachsende Auswahl an Gaming-Monitoren, vor allem mit (Fast-)IPS-Panels und hohen Bildwiederholraten. Der hier getestete Titan Army P2712V zählt zu den jüngeren Modellen und kombiniert 27 Zoll Diagonale mit 4K-Auflösung (3.840 × 2.160 Pixel) im 16:9-Format bei bis zu 160 Hz.
Wird auf jede zweite Bildzeile verzichtet, erreicht der Monitor im Full-HD-Modus bis zu 320 Hz. Unterstützung für Adaptive Sync ist vorhanden, inklusive AMD-Freesync-Zertifikat. Eine spezifische Lizenz für Nvidias G-Sync Compatible gibt es zwar nicht, doch der P2712V kann auch mit Geforce-GPUs den offenen VESA-Standard Adaptive Sync nutzen. Nutzer mit Nvidia-Grafikkarten oder Konsolen profitieren somit ebenfalls von variablen Bildwiederholraten. Die Edge-lit-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung bietet HDR-Unterstützung, offiziell mit DisplayHDR-400-Zertifikat (nicht zu verwechseln mit Display HDR True Black).
Der P2712V kommt mit geradem, matt entspiegeltem "Anti-Glare"-Panel, Werkskalibrierung (Delta E < 2) und laut Herstellerangabe mit 99 Prozent Abdeckung des sRGB-Farbraums. Zusätzlich bietet Titan Army zwölf "Szenario-Modi", darunter Gaming-Profile für RPG/RTS, kompetitive MOBA-Titel und First-Person-Shooter. Ergänzend gibt es Modi wie "E-Book", "Lesen", "Night" und "Eye-Care" samt TÜV-zertifiziertem Blaulichtfilter sowie Profile, die auf den sRGB- bzw. DCI-P3-Farbraum abgestimmt sind - eine Werkskalibrierung in dieser Preisklasse ist alles andere als selbstverständlich.
Quelle: PCGH
Simple Konstruktion, doch funktional. An der Rückseite des Ständers kann eine beiliegende Klemme angebracht werden, um die angeschlossenen Strippen in geordnete Bahnen zu lenken - natürlich können Sie auch einen anderen Verwendungszweck ersinnen.
Bei der Farbausgabe ist der Monitor auf 8 Bit + FRC beschränkt: Das Panel verarbeitet ein 8-Bit-Signal und nutzt Frame Rate Control, um eine 10-Bit-Ausgabe zu simulieren. Für die Grafikkarte erscheint der Bildschirm dennoch als 10-Bit-fähiger Monitor, sodass die GPU ein entsprechendes Signal ausgibt. In der Praxis hat diese Einschränkung höchstens geringfügigen Einfluss auf Farbqualität und -genauigkeit, wie unsere Messungen zeigen.
Ausstattung und Features
Optisch gibt sich der Titan Army P2712V unauffällig und funktional. Mattschwarzer Kunststoff dominiert, das Design ist eher zweckdienlich als luxuriös. Dezent gesetzte Akzente verhindern jedoch, dass der Monitor wie ein schlichtes schwarzes Rechteck wirkt: angewinkelte Kanten, eine Rückseite im Carbon-Look mit Klavierlack-Details und ein Elektronik-Kasten in gebürsteter-Alu-Optik (alles aus Kunststoff) lockern den Gesamteindruck auf.
Quelle: PCGH
Beim Design des Titan Army P2712V dominiert mattschwarzer Kunststoff. Diverse Oberflächenimitate, darunter Karbon- und Klavierlack-Optik sowie die Nachempfindung gebürsteten Aluminiums und einige kantige Akzente lockern die Optik ein wenig auf. Auf Wunsch sorgen zudem zwei RGB-Streifen links und rechts an der Monitorrückseite für farbigen Flair. Der Monitor wirkt nicht übermäßig edel. Angesichts des günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses ist dies allerdings nur im eng begrenzten Rahmen zu kritisieren.
Auch der Standfuß besteht überwiegend aus Kunststoff; lediglich die Monitoraufnahme und die Schraube zur Befestigung sind aus Metall. Optisch dominiert eine "Dreifaltigkeit" aus mattem Plastik, Klavierlack und Carbon-Imitat. Das wirkt nicht edel, aber auch keineswegs billig. Zwei RGB-Streifen auf der Rückseite können das Mattschwarz bei Bedarf mit farbiger Hintergrundbeleuchtung auflockern. Trotz des geringen Gewichts von nur 4,4 kg steht der Monitor stabil und hinterlässt haptisch einen soliden Eindruck. Verarbeitungsmängel konnten wir weder am Gehäuse noch am Panel feststellen: keine toten Pixel, keine auffälligen Leuchthöfe oder andere Unsauberkeiten. Insgesamt wirkt der P2712V ordentlich verarbeitet, ohne optisch hervorstechen zu wollen.
Das OSD wird über vier Tasten plus eine Standby-Taste gesteuert. Die Bedienung ist im Vergleich zu modernen Joysticks etwas fummelig und anfangs ungewohnt, die Tasten selbst sind jedoch sauber verarbeitet und gut ertastbar. Titan Army gewährt auf den P2712V lediglich ein Jahr Garantie, der Monitor macht aber einen robusten Eindruck, der auch längere Einsätze nahelegt.
Quelle: PCGH
Reichlich Anschlüsse: Der Titan Army P2712V bietet 2× DP1.4 (DSC erforderlich) sowie 2× HDMI 2.1 (4K bis 120 Hz auch ohne Kompression via DSC möglich). Sie können außerdem zwei Anschlüsse für zwei unterschiedliche Bildsignale nutzen und diese darauf per Picture-in-Picture oder Picture-by-Picture-Funktion gemeinsam anzeigen lassen.
Der Monitor ist also nicht nur zum Spielen geeignet, sondern kann für weitere Aufgaben - auch zum Studieren und Arbeiten - herangezogen werden.
Design ist beim günstigen 4K-Monitor klar zweitrangig - wichtiger ist, was technisch geboten wird. Die Anschlüsse sitzen an der gut zugänglichen Unterseite, was dank Pivot-Funktion das Verkabeln erleichtert. Zur Verfügung stehen 2× Displayport 1.4 und 2× HDMI 2.1. Zwei Videosignale lassen sich parallel nutzen; Picture-in-Picture (PiP) und Picture-by-Picture (PbP) werden unterstützt. Der Standfuß erlaubt eine Höhenverstellung um 11 cm sowie eine Neigung von -5° bis +20°.
Quelle: PCGH
Positiv: Der Titan Army P2712V bietet neben reichlich Anschlüssen außerdem eine Pivot-Funktion, welche den Zugang zu diesen erleichtert. Obendrein bietet der Monitor mehrere Lesemodi, Sie könnten den P2712V also auch zum E-Book- oder E-Mail-Lesen nutzen. Oder für (virtuelle) Portraitbilder - die Farbqualität des P2712V ist tatsächlich erfreulich gut und akkurat.
Gaming-Features und OSD-Funktionen
Im OSD finden sich zahlreiche Gaming-Funktionen, teils mit etwas ungewöhnlichen Bezeichnungen. Der "All Game Mode" stellt vorkonfigurierte Auflösungen und Formate bereit, etwa einen 21:9-UWQHD-Modus oder einen 25-Zoll-Turniermodus. Der "AI Dual Mode" schaltet zwischen 4K@160 Hz und Full-HD@320 Hz um. "Dynamic OD" steht für Pixel-Overdrive, "CR Enhancement" passt den Kontrast an. "Super Resolution" ist keine Skalierungslösung, sondern eine Schärfungs- und Kontrastoptimierung für klarere Bilder. "Shadow Balance" dient als Schwarzaufhellung.
Zusätzlich gibt es ein Gaming-Fadenkreuz (optional mit dynamischer Farbanpassung), einen Sniper-Modus, eine Bildschirmlupe, FPS- bzw. Hz-Einblendung, eine Stoppuhr sowie die üblichen Farb- und Schärfeeinstellungen. Unterm Strich bietet das OSD ein umfangreiches Paket typischer Gaming-Features - nur eben in leicht ungewohnter Benennung und Optik. Doch wie schlägt sich der günstige Gaming-Monitor in der Praxis? Das zeigen unsere Messwerte.

Bei IPS/VA etc. ist es fast hoffnungslos, da den eigentlichen Produzenten auszumachen. Aber viele bzw. die meisten Monitor- (und TV-) Anbieter verbauen Panels von ein paar verhältnismäßig wenigen, spezifischen Panel-Herstellern. Die Specs sind dann sehr oft auch sehr ähnlich, selbst wenn sich der Monitor-Hersteller unterscheidet.
Damit nicht genug, oft sind auch Anschlüsse etc. sehr ähnlich. Die Features, das Design und das Tuning des Displays unterscheiden sich, aber die Panels sind in ihren jeweiligen "Kategorien" oft die gleichen, da gibt es bei OLED dann bestenfalls eine "Handvoll" (nicht allzu wörtlich auffassen) und auch bei VA/IPS/TN etc. sind die Panels oft die gleichen.
Die Monitore können sich allerdings trotzdem in gewissem Rahmen unterscheiden.
Z. B.:
BenQ Zowie XL2586X+
AOC Agon AG246FK6 (die AOC-Seite zeigt nur ein "hier kaufen", also Geizhals-Link)
Asus ROG Strix XG248QSG Ace
Gruß,
Phil
Das Ding (AOC Agon AG276QSG2) ist heut morgen übrigens gekommen, und jetzt weiß ich auch, dass ich da kein NDA einreiße.
Ist einer von den ersten vier Pulsar-Monitoren (alle mit dem gleichen Panel).
Das ist tatsächlich optisch ziemlich knackig-scharf (allerdings nicht günstig, auch wenn AOC da alle anderen unterbietet; 599 $ (+VAT) , Europreis hab ich erfragt).
Gruß,
Phil
Ich kann halt leider(?) auch nicht alles testen. Nicht mal, wenn ich will.
Ich bekomm von AOC allerdings die Tage was anderes, angeblich als erste Redaktion im DACH-Raum (vermutlich allerdings zu Beginn nicht ganz so preis-leistungs-günstig, auch wenn die da auch diesbezüglich oft zügig vorn dabei sind).
Frohes Neues,
Gruß,
Phil
Ich möchte auch über Alternativen informiert werden.
AOC ist einfach seit Jahren kaum zu schlagen.
PS: Aliexpress und Temu sind auch nicht mehr so günstig.
Crapware wie diese bekomme ich jetzt auch zu ähnlichen Preisen von Amazone und gar von Digitec/Galaxus.
Der ist jedoch noch etwas billiger, also von Preis(Leistungs)-Killer kann keine Rede sein.
Ich kann halt leider(?) auch nicht alles testen. Nicht mal, wenn ich will.
Ich bekomm von AOC allerdings die Tage was anderes, angeblich als erste Redaktion im DACH-Raum (vermutlich allerdings zu Beginn nicht ganz so preis-leistungs-günstig, auch wenn die da auch diesbezüglich oft zügig vorn dabei sind).
Frohes Neues,
Gruß,
Phil