LG 38UC99-W im Test: High End-Display mit Freesync und hohem Preis
Ein Ultrawide-Monitor mit 38-Zoll-Diagonale ist an sich schon beeindruckend. Aber auch das Datenblatt des aktuellen Top-Modells von LG lässt staunen: 1600p-Auflösung und 99 Prozent sRGB-Abdeckung dank werkseitiger Kalibrierung. Dabei zielt LG nicht nur auf Bildbearbeiter ab. Freesync macht den Monitor zur eierlegenden Wollmilchsau. Mit über 1.400 Euro kostet der 38UC99-W dafür auch so viel wie zwei andere Oberklasse-Monitore.
Der LG 38UC99-W wäre eigentlich konkurrenzlos in seiner Größenklasse, wenn nicht Acer mit dem XR382CQK im Dezember 2016 ein Gerät auf den Markt brachte, dessen Datenblatt nahezu identisch ist. Zum Testzeitpunkt ist der Acer zwar schon gelistet, aber noch nicht lieferbar. Der LG-Monitor wurde zur IFA 2016 vorgestellt und erfreut sich auf den Markt bereits guter Verfügbarkeit.
Der große Ultrawide-Monitor überzeugt zunächst optisch: Der Look im gebürsteten Aluminium sowie die Vorderseite des Standfuß sind ein Hingucker. Die weiße und hochglänzende Rückseite lässt das Gerät schlicht und edel wirken. Kabel und Netzteil sind zudem in Weiß gehalten und fügen sich somit der Optik.
Quelle: PC Games Hardware
LG 38UC99-W: Ultrawide Monitor mit 38 Zoll im Test
Mit 9,3 kg ist der 38-Zoll-Riese natürlich kein Leichtgewicht. Er benötigt einen entsprechend stabilen Standfuß. Dieser ist über eine Arretierung recht einfach abnehmbar, sodass der Monitor etwa an eine VESA-Halterung geschraubt werden kann. Ohne Standfuß wiegt der Monitor nur noch 7,7 kg. Viele Monitorhalterungen haben ihre Grenze bei 8 kg.
Am Standfuß lässt sich das Display mit 7 bis 18 cm Abstand zum Tisch in der Höhe verstellen und um etwa 20 Grad in beide vertikalen Richtungen neigen. Drehbar ist der Fuß nicht, auch eine Pivot-Funktion würde beim Ultrawide-Format keinen Sinn ergeben.
LG 38UC99-W: Ausstattung
Als "Erfinder" des Ultrawide-Formats wartet auch LGs aktuelle Topmodell mit einem breiten Panel auf. Während andere Hersteller in dieser Kategorie bestenfalls einen sprichwörtlichen Testballon starten, bietet LG mittlerweile einen Blumenstrauß an über 30 Modellen in dieser Nische. All diese verfügen über ein Seitenverhältnis von 21:9. Der 38UC99 ist das einzige Gerät im 24:10-Format, ist also etwas breiter als andere Ultrawide-Modelle. Mit 37,5 Zoll bzw. 95 cm natürlich auch um einiges größer als die kleinen Brüder, deren Diagonalen sich auf 34, 29 oder gar 25 Zoll beschränken.
Quelle: PC Games Hardware
LG 38UC99-W: Formatvergleich
Auflösung
Auch die Auflösung ist ultimativ mit 3.840 × 1.600 Pixeln. Damit erreicht das Panel trotz der Übergröße eine gute Pixeldichte über 110 Pixel pro Zoll - andere 34-Zöller im Ultrawide-Format haben mit einer 1440p-Auflösung nahezu dieselbe Dichte. Zum Vergleich: 24 Zoll in Full HD entsprechen 92 ppi. Das Gaming-Modell unter den Ultrawide-Modellen von LG, das 34UC79G, kommt nur auf eine dichte von 81 Bildpunkten pro Zoll. Dafür sind dort 144 Hz bei einer 1080p-Auflösung möglich. Die Bildwiederholrate beim hier getesteten 38UC99-W beläuft sich wahlweise auf 60 oder 75 Hz. Außerdem arbeitet Freesync zwischen 52 Hz und 75 Hz, was das Gerät zu einem Allrounder macht.
Sound
An der Unterseite befinden sich zwei Stereo-Lautsprecher mit je 10 Watt. Per HDMI oder Displayport kann somit der Sound ohne zusätzliches Kabel wiedergegeben werden. Darüber hinaus hat der Monitor eine Bluetooth-Schnittstelle, die als Eingang für ein Audiosignal dient - etwa von einem Smartphone. Sie funktioniert aber nicht als Audio-Ausgang, etwa um den Sound an Bluetooth-Boxen oder -Kopfhörern weiterzugeben, was viel mehr Sinn ergeben hätte. Das ist nur mit dem analogen Klinkenausgang möglich.
Die Soundqualität reicht aus für einfache Ansprüche aus dem PC-Alltag. Jedoch möchte man nicht unbedingt einen ganzen Film anschauen, dessen Ton nur über die Monitor-Boxen kommt. Einfache Aktivboxen haben einen deutlich besseren Sound.
Zubehör
LG bietet neben dem erwarteten Zubehör auch einige Extras: Das externe Netzteil und ein Displayport sowie HDMI-Kabel sind Standard. Der USB-3.0-Hub wird jedoch über eine USB-Typ-C-Buchse verbunden. Daher liegt nicht nur ein Kabel mit entsprechenden C-Steckern bei, sondern auch ein Adapter von Typ C auf Typ A. Auf der CD sind Display-Treiber, Handbuch sowie Software für das Onscreen-Menü. Damit lassen sich die Monitoreinstellungen
Quelle: PC Games Hardware
LG 38UC99-W: Anschlüsse auf der Rückseite
bequem per Maus ändern, anstatt sich mit dem kleinen Joystick an der Unterseite durch das Menü zu mühen. Hier hat LG an alles gedacht - nicht weniger haben wir bei dem Preis auch erwartet.
Anschlüsse
Neben einem Displayport-Anschluss und zweimal HDMI ist die USB-C-Buchse das eigentliche Highlight des Geräts. Darüber wird nicht nur der USB-Hub betrieben, er dient auch gleichzeitig als Videoeingang und Ladebuchse. Mit nur einer Verbindung erfüllt er damit drei Funktionen. Der Monitor wird damit zur vollwertigen Docking-Station für Notebooks. Auch wenn bislang noch kaum Modelle über Typ C geladen werden. Der Monitor kann außerdem mehrere Videosignale mittels vielerlei Split-Screen-Optionen gleichzeitig anzeigen.
LG 38UC99-W: Bildqualität
Helligkeit und Kontrast
Wie die meisten qualitativ hochwertigen Consumer-Displays verfügt auch der große LG über ein AH-IPS-Panel, das eine Maximalhelligkeit über 300 cd/m² und einem Kontrastverhältnis über 1000:1 bieten soll. Unsere Messungen mit dem Kolorimeter bestätigen diese Angaben in etwa: Wir messen maximal 295 cd/m² und einen Schwarzwert von 0,3 cd/m², was einem Kontrastverhältnis von 983:1 entspricht.
Farbabweichungen
Quelle: PC Games Hardware
LG 38UC99-W: Farbqualität kalibriert
Was Helligkeit und Kontrast betrifft, so liegt der LG gleichauf mit anderen aktuellen IPS-Panel. Deutlich besser ist aber hier die Farbdarstellung. Eine werkseitige Kalibrierung ist nichts Selbstverständliches. Monitore für den Privatgebrauch weisen oft deutliche Farbabweichungen auf. So haben viele günstige TN-Panels einen Blaustich. Solche Differenzen werden mit dem Delta-E-Wert angegeben, der hier im Auslieferungszustand durchschnittlich bei 2 liegt, wie wir mit der Software CalMan messen. Andere IPS-Panels haben hier Differenzen zwischen 5 und 6. Mit manueller Kalibrierung mittels unseres Farbmessgeräts können wir beim 38UC99 das Delta E auf 1,3 senken, der besonders in den Graustufen die Darstellung verbessert. Nur bei einigen Rottönen sind noch kleinere Schwächen vorhanden, die aber lediglich in der CalMan-Auswertung erkennbar sind und nicht etwa mit dem bloßen Auge.
Für die professionelle Bildbearbeitung sind Farbabweichungen durchgängig unter 2 erforderlich. Für den Gamer ist die Farbqualität fast egal. Denn bei den meisten Monitoren aus der Mittelklasse kann einem störenden Farbstich mittels manueller RGB-Auspegelung etwas entgegengewirkt werden, was aber hier nicht nötig ist.
Ausleuchtung und Blickwinkelstabilität
Mit dem Kolorimeter prüfen wir auch die gleichmäßige Ausleuchtung des Displays. Hierfür wird die Helligkeit an neun Feldern gemessen und mit dem Wert in der Mitte verglichen. Bis auf einen Ausreißer mit etwa vier Prozent Helligkeitsabweichung liegen die Unterschiede bei höchstens ein Prozent - besser geht es kaum.
Andere Mittelklasse-Modelle weisen Abweichungen in der Ausleuchtung von bis zu zehn Prozent auf, was gerade noch akzeptabel wäre. Wie auch die Homogenität ist die Blickwinkelstabilität - typisch für IPS - recht hoch. Auch wenn man nahezu immer frontal auf das Display blickt, bleibt das Bild stabil, wenn es seitlich oder von oben betrachtet. Eine geringe Blickwinkelstabilität ist ein Merkmal von günstigen TN-Panels.
Input-Lag und Reaktionszeit
Wir haben in der Redaktion eine CRT-Röhre stehen, die mittlerweile nur noch den Zweck erfüllt, das Input-Lag von LCD-Displays zu ermitteln. Wir gehen also davon aus, dass der Röhrenmonitor das Bild verzögerungsfrei anzeigt. LCD-Monitore brauchen bekanntlich dafür einige Millisekunden länger. Der 38UC99 verfügt über drei Overdrive-Funktionen, die für einen schnelleren Bildwechsel sorgen sollen. Für den Vergleich mit dem Röhrenmonitor haben wir den Modus für die schnellste Reaktionszeit gewählt und ermittelten ein mittleren Input-Lag von circa 10 Millisekunden. Für ein IPS-Panel ein guter Wert, der nur von TN-Panels übertroffen wird.
Deaktiviert man den Overdrive, wächst der Input-Lag auf circa 30 ms, was für schnelle Shooter schon zu viel sein kann. Die Kollegen von Prad aber haben die Amplituden der jeweiligen Stufen genauer untersucht und kamen zum Ergebnis, dass die Überschwinger moderat ausfallen und auch ohne Overdrive vorhanden sind. Es ergibt laut Prad daher keinen Sinn, den Overdrive zu deaktivieren, zumal er die Reaktionszeit deutlich reduziert. In den Mischfarben etwa sinkt sie laut den Messungen der Kollegen im 60-Hz-Betrieb von 17,2 ms auf 6,6 ms.
Bildergalerie
LG 38UC99-W: Fazit
Mal vom deftigen Preis von circa 1.400 Euro abgesehen, hat der LG 38UC99 keinen Makel - weder in der Verarbeitung noch in der Bildqualität. Mit einer Diagonale über 37,5 Zoll ist er der größte Ultrawide von LG und mit 1600p auch der hochauflösendste.
Er ist ein wahrer Allrounder, also kein Modell, das auf eine Zielgruppe spezialisiert ist. Wer lediglich am Rechner spielt, der ist möglicherweise mit einem Monitor mit 144 Hz besser bedient - beispielsweise mit dem LG 34UC79G-B, wenn es Ultrawide sein soll. Dieser kostet auch nur halb so viel. Nichtsdestotrotz schafft der größere 38UC99 bis zu 75 Hz und bietet immerhin Freesync. Nicht unbedingt für Pro-Gamer, aber für anspruchsvolle Gelegenheitsspieler unterschiedlicher Genres ist so ein Ultrawide-Monitor noch immer gut geeignet. Erst recht, wenn er gleichzeitig zum Arbeiten verwendet werden soll.
Dank der Farbkalibrierung ab Werk bedient er auch vollumfänglich Ansprüche für Bildbearbeiter und Hobbyfilmer. Der 38UC99 bietet ein homogenes und farbtreues Bild, das in dieser Qualität kaum ein Consumer-Modell bietet.
Wem Multi-Monitor-Setups zu sperrig sind, aber dennoch maximale Bildfläche benötigt, kommt kaum um den 38UC99 herum. Der Acer-Klon ist noch nicht verfügbar, sodass das LG-Modell hier als Allrounder konkurrenzlos ist.
| Produktname | 38UC99-W |
|---|---|
| Hersteller | LG |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 1.400,-/Ausreichend |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1501656 |
| Ausstattung (20 %) | 1,47 |
| Diagonale/Anschlüsse | 95,25 cm/HDMI 2.0 (×2), DP1.3, USB-C |
| Max. Auflösung/Pixeldichte | 3.840 × 1.600 px/110 ppi |
| Panel | AH-IPS |
| Netzteil | extern |
| Gewicht/Maße | 9,3 kg/89,7 x 46,6 x 23,0 cm |
| Pivot 90Grad/neigbar/höhenverst. | Nein/20 Grad/18 cm |
| TCO/Garantie | -/2 Jahre send in |
| Sonstiges/Zubehör | USB-3.0-Hub, Kopfhörerausgang, USB-C-Kabel, On-Screen-Menü, 2 × 10 Watt Lautsprecher |
| Eigenschaften (20 %) | 2,00 |
| Betrachtungswinkel horizontal/vertikal | 170/160 Grad |
| Max. Bildwiederholrate | 75 Hz |
| Kontrastverhältnis/Schwarzwert | 983:1/0,3 cd/m² |
| Max. Leistungsaufnahme/Stand-by | 45,5 Watt/1,1 Watt |
| Leistung (60 %) | 1,17 |
| Input Lag (CRT-Vergleich) | 10 ms |
| Reaktionszeit | 7 ms |
| Farbabweichungen (ø Delta E 2000)/kalibriert | 3,0/1,3 |
| Regelbereich Helligkeit (0 - 100 %) | 50 - 295 cd/m² |
| Helligkeitsabweichungen/max. Ø | Bis 4 % |
| Schlieren-/Korona-Bildung | gering/gering |
| Endnote | 1,39 (sehr gut) |
| + | Sehr gute Bildqualität |
| + | Allround-Modell |
| - | hoher Preis |

Adaptive Sync fur Notebooks: Nvidia arbeitet an G-Sync ohne Zusatzmodul - Golem.de
Aber da sie ihre Gsync Module verkaufen wollen... tja... wird der Desktop Markt erstmal schön weiter für Gsync Monitore mit tollem extra Modul gut Geld hinlegen müssen.
Würd' auch n 50 Zöller nehmen.
Evtl. wird's ja 2018 was damit, inkl. neuer Basis mit CPU, Ram und neue GPU passend dazu. Vielleicht mit 3080Ti
Wenn man bedenkt, dass ein 42" 21:9 gerade die Höhe eines 34" 16:9 hat.
Visual TV Size Comparison : 34 inch 16x9 display vs 42 inch 21x9 display
Visual TV Size Comparison : 40 inch 16x9 display vs 50 inch 21x9 display
Macht sich auch sicher ganz gut auf meinem Schreibtisch der 220x95 ist, oder dahinter an der Wand.
Mein 34 Zöller 21:9 kommt mir schon so klein vor.
Naja, mal schaun wie weit die Technik in 2 Jahren ist.
34" in UWQHD wär auch meine nächste Anschaffung, doch ich warte noch auf DP1.4, dann geht nämlich mehr als nur die 100hz (und selbst die erreicht man ja nur mit Übertaktung). Dann bin ich am Start!