HDMI 2.2 mit 96 Gbps: Geräte kommen wohl erst 2027 [Bericht]

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HDMI 2.2 mit 96 Gbps: Geräte kommen wohl erst 2027
Quelle: HDMI Licensing Administrator

Der HDMI Licensing Administrator hat auf der Computex 2026 erste Geräte mit HDMI 2.2 und bis zu 96 Gbps für 2027 in Aussicht gestellt. Erste Ultra96-Kabel und Produkte mit Latency Indication Protocol sollen dagegen schon 2026 erscheinen.

Auf der Computex 2026 hat Rob Tobias, CEO des HDMI Licensing Administrator, einen Zeitplan für die nächste Generation der proprietären Schnittstelle genannt. Während das Sampling der nötigen Chips für das FRL ("Fixed Rate Link") der 2. Generation voraussichtlich noch 2026 anlaufen soll, werden erste Geräte mit der vollen Bandbreite von bis zu 96 Gbps erst im kommenden Jahr folgen.

HDMI 2.2 ist als nächste Generation der proprietären Videoschnittstelle dank der Erweiterung der Datentransferrate von vormals 48 Gbps auf jetzt 96 Gbps bereit für die Übernahme und bietet damit bis zu QUHD ("Quad Ultra High Definition") mit einer Auflösung von 16K ("8640p") sowie 8K/UHD-II ("4320p") und Bildwiederholungsraten von bis zu 240 Hz und 4K/UHD ("2160p") mit bis zu 480 Bildern pro Sekunde. Die im Vergleich zu HDMI 2.1 verdoppelte Bandbreite soll laut HDMI-Forum außerdem Verbesserungen bei AR ("Augmented Reality") und VR ("Virtual Reality") sowie kommerziellen und medizinischen Anwendungsbereichen ermöglichen.

HDMI 2.2 unterstützt dank einer Bandbreite von 96 Gbps bis zu 16K/QUHD mit 133 Mio. Pixeln. Quelle: HDMI Licensing Administrator HDMI 2.2 unterstützt dank einer Bandbreite von 96 Gbps bis zu 16K/QUHD mit 133 Mio. Pixeln. HDMI 2.2 mit 96 Gbps unterstützt - ein entsprechendes Kabel vorausgesetzt - die nachfolgenden Auflösungen:

  • 4K ("2160p") mit bis zu 480 Hz
  • 5K ("2880p") mit bis zu 240 Hz
  • 8K ("4320p") mit bis zu 240 Hz
  • 10K ("4320p") mit bis zu 120 Hz
  • 12K ("6480p") mit bis zu 120 Hz
  • 16K ("8640p") mit bis zu 60 Hz

Neben dem neuen Ultra96-Kabel wird für die maximal mögliche Bildwiederholrate eine Datenkomprimierung mit DSC ("Display Stream Compression") vorausgesetzt. Ohne den Einsatz von DSC sollen 4K/UHD mit 240 Hz bei bis zu 12-Bit sowie 8K/UHD-II ohne den Einsatz von Chroma-Subsampling von HDMI 2.2 unterstützt werden.

HDMI 2.2 (2) Quelle: HDMI Licensing Administrator Wie aktuelle Gerüchte besagen, sollen die kommenden Radeon-Grafikkarten der nächsten Generation auf Basis der kommenden RDNA-5-Architektur ("GFX12") erstmals auf den neuen HDMI-Standard 2.2 setzen, dabei aber vorerst "nur" Bandbreiten von bis zu 80 Gbps unterstützen, wie PCGH berichtet hatte.

HDMI 2.2: Warum Hardware bis 2027 auf sich warten lässt

Zwischen Ankündigung und ersten Geräten liegen bei HDMI traditionell rund zwei Jahre. HDMI 2.1 wurde 2017 vorgestellt, das erste Gerät war ein OLED-Fernseher von LG im Frühjahr 2019. HDMI 2.2 folgt diesem Muster: Vorstellung im Januar 2025, finale Spezifikation im Juni 2025, breit verfügbare Geräte mit bis zu 96 Gbps voraussichtlich erst ab dem Jahre 2027, wie FlatpanelsHD berichtet.

HDMI 2.2 (1) Quelle: HDMI Licensing Administrator Robias Tobias bezog den Termin im nächsten Jahr ausdrücklich auf Fernseher respektive Smart-TVs, AV-Receiver, neue Spielkonsolen und Mediaplayer mit erhöhter Bandbreite, also genau die Gerätekategorien, an welche Endkunden beim Stichwort HDMI 2.2 zuerst denken.

Ultra96-Kabel und LIP-Produkte kommen bereits 2026

Erste zertifizierte Ultra96-Kabel sollen noch in diesem oder im nächsten Quartal erscheinen, also deutlich vor der eigentlichen Hardware. Parallel dazu rechnet der zuständige HDMI Licensing Administrator mit ersten Produkten für das kommende Latency Indication Protocol ("LIP"), welches die Audio- und Videosynchronisation in mehrstufigen Ketten verbessert. Profitieren sollen davon vor allem Setups mit einer Soundbar oder AV-Receiver, in denen das Bildsignal mehrere Geräte durchlaufen muss, bevor es letztlich am Display des Anzeigegeräts ausgegeben wird.

LIP Quelle: The HDMI Forum

Drei Bandbreitenstufen: Ultra96 heißt nicht zwingend 96 Gbps

HDMI 2.2 kennt drei Bandbreitenstufen mit 64, 80 und 96 Gbps, weshalb das Etikett Ultra96 noch keine volle Datenrate garantiert. Wie schon bei HDMI 2.1 ist die erhöhte Bandbreite optional, sodass künftig auch Geräte als HDMI 2.2 beworben werden dürfen, die über die 48 Gbps von HDMI 2.1 nicht hinauskommen.

Beim Kauf lohnt daher der Blick ins Datenblatt: Maßgeblich ist die tatsächlich unterstützte Stufe, nicht das Logo auf der Verpackung.

Was HDMI 2.2 für PC-Spieler bringt

Mit bis zu 96 Gbps ermöglicht HDMI 2.2 unkomprimiertes 4K bei 240 Hz, 4K bei 480 Hz mit 4:2:0-Unterabtastung sowie erstmals unkomprimiertes 8K bei 60 Hz in RGB. Mit verlustfreier Kompression ("DSC") reicht der Standard noch weiter und erlaubt 8K bei 240 Hz oder 1440p jenseits von 1.000 Hz.

Anders als beim Wechsel von HDMI 2.0 auf 2.1 bleibt das Übertragungsverfahren erhalten: HDMI 2.2 setzt weiter auf FRL, was die Umsetzung in der Theorie erleichtert. Bei der reinen Bandbreite zieht HDMI in der Version 2.2 mit 96 Gbps zudem wieder am DisplayPort 2.1 vorbei, welcher bei 80 Gbps liegt.

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Quelle: FlatpanelsHD via VideoCardz

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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH
        Mit verlustfreier Kompression ("DSC") reicht der Standard noch weiter und erlaubt 8K bei 240 Hz oder 1440p jenseits von 1.000 Hz.
        DSC ist nicht verlustfrei.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH
        Mit verlustfreier Kompression ("DSC") reicht der Standard noch weiter und erlaubt 8K bei 240 Hz oder 1440p jenseits von 1.000 Hz.
        DSC ist nicht verlustfrei.
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