HDR kann auf einem OLED nicht besser aussehen
HDR, Bewegtbild und Reaktionszeiten sind Thema auf Seite drei.
In diesem Artikel
Wir messen eine Helligkeitsspitze von fast 700 cd/m², was nicht ganz den 900 entspricht, die Asus nennt. Der Unterschied ist aber nicht kriegsentscheidend und um Welten besser als das Ergebnis, welches LCD-Panels bei gleicher Helligkeit mit (dimmbaren) Hintergrundlicht abliefern. Für das beste HDR-Erlebnis auf dem heutigen LCD-Monitormarkt sorgen einige der sehr teuren Nischenmodelle mit Full Array Local Dimming (FALD) oder Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Wir haben in der Vergangenheit Modelle wie den Asus ROG Swift PG27UQ und PG35VQ mit 384-Zonen- und 512-Zonen-Local-Dimming-Hintergrundbeleuchtung getestet. Diese erfüllen den oberen HDR-1000-Standard und können daher eine noch höhere Spitzenhelligkeit von 1000 cd/m² erreichen, zusammen mit einem Wide-Gamut-Farbraum und einer 10-Bit-Farbtiefe.
Diese FALD-Optionen und einige neuere "Mini-LED"-Optionen wie beim Asus ROG Swift PG32UQX, den wir ebenfalls getestet haben (HDR 1400 mit 1.152 Zonen), verfügen über noch mehr (und kleinere) Dimmzonen und stellen die besten verfügbaren HDR-Optionen für Desktop-LCD-Monitore dar. Das Problem ist, dass diese Modelle sehr teuer und hochwertig sind, und selbst mit vielen hundert Zonen kann es bei HDR-Inhalten noch zu Problemen kommen. Blooming und Halos sind immer noch ein Problem, wenn kleinere Lichter aufgehellt werden müssen. Je mehr Zonen, desto besser, aber es wird nie so optimal sein wie das Dimmen pro Pixel wie bei OLED. Kurzum: Die Dimmung der einzelnen Pixel (bei OLEDs) halten wir für die HDR-Qualität wesentlicher als die Spitzenhelligkeit.
Die Dimmfähigkeiten des OLED-Panels hier übertreffen also nahezu alle Desktop-Monitore, wenn es um HDR geht, und das echte Schwarz und der unendliche Kontrast machen es ideal für die Verbesserung des Dynamikbereichs. Dieses spezielle Asus-ROG-Swift-PG42UQ-Display verfügt außerdem über die erforderliche Unterstützung für einen breiten Farbraum und eine 10-Bit-Farbtiefe, sodass es auch die mit HDR-Inhalten verbundenen verstärkten Farben und das verbesserte Aussehen bietet.
Die einzige wirkliche Einschränkung ist, dass der PG42UQ im Gegensatz zu konkurrierenden Fernsehern leider nicht verschiedene HDR-Standards unterstützt, sondern nur HDR 10 und nicht Dolby Vision oder HLG-Standards. Das ist ein wenig schade und eine Sache, die wir beim PG42UQ gerne eingebaut gesehen hätten, die man auch bei OLED-Fernsehern der Konkurrenz findet. Laut Asus habe man das absichtlich weggelassen, da Dolby Vision zusätzliches Geld kostet und sie es den Käufern nicht aufzwingen und den Preis des Produkts erhöhen wollten. Bei dem ohnehin schon teuren Preis und deutlich günstigeren LG-Fernsehern ist diese Begründung aber nur schwer zu glauben.
Bewegtbild und Reaktionszeiten: Schlierenfrei
Dank des OLED-Panels sind die Reaktionszeiten superschnell. Alle Übergänge können mit der geforderten Bildwiederholrate von 138 Hz mühelos mithalten, und tatsächlich könnte dieser Bildschirm bequem mit 1.000 Hz mithalten, wenn das Panel dies unterstützen würde! Hoffen wir, dass OLED-Bildwiederholraten in den nächsten Jahren noch viel höher werden, denn dafür ist diese Technologie wirklich gut geeignet. Bei einigen Übergängen kommt es zu einem leichten Pixel-Overdrive, aber nichts, was in der Praxis zu sichtbaren Artefakten oder Lichthöfen führt. Die Leistung ist bei allen Bildwiederholfrequenzen die gleiche, was bedeutet, dass in VRR-Situationen und bei 60-Hz-Eingabegeräten die gleichen niedrigen Reaktionszeiten auftreten.
Wie immer haben wir das Referenz-Test-UFO in Bewegung fotografiert, um die wahrgenommene Bewegungsklarheit in der Realität zu erfassen. Trotz der erstaunlichen Pixel-Reaktionszeiten kommt es bei 60 Hz aufgrund der Sample-and-Hold-Technik des OLED-Bildschirms immer noch zu einer starken Unschärfe, also man erwartet keine Wunder in niedrigen Frequenzen. Es gibt jedoch deutliche Vorteile bei der Bewegungsschärfe, wenn man den Modus mit hoher Bildwiederholfrequenz (138 Hz) wählt - und das ist für Spiele sehr zu empfehlen, wo immer es möglich ist. Es gibt keine sichtbaren Overshoot-Artefakte, Halos oder Trails. Die Bewegungsschärfe verbessert sich zwar nur geringfügig, wenn man von 120 Hz auf 138 Hz "übertaktet", aber zusammen mit der höheren Bildwiederholrate ist jedes bisschen hilfreich.
Quelle: PC Games Hardware
Asus ROG Swift PG42UQ (6)
Trotz der niedrigen Reaktionszeit sind so manche Gaming-LCDs im Bewegtbild etwas schärfer. Warum? Einerseits wegen der höheren Bildfrequenz, andererseits wegen des BFI-Flimmerns. Mittlerweile sind bei IPS-Panels bis zu 360 Hz möglich und selbst 4K-UHD-Monitore gibt es bereits bis 240 Hz. Die doppelte Bildwiederholrate macht das Bild nicht "doppelt" so scharf, nein. Heißt: Der Sprung von 60 auf 120 Hz fällt stärker aus als der zwischen 120 und 240 Hz. Dennoch ist ein Unterschied bei 240 Hz sichtbar. Ja, wie hoch die Bildwiederholrate für einen Gamer sein muss, ist wieder überaus subjektiv. Die 138 Hz sind schon eine gute Frequenz für die breite Masse, aber so manche E-Sportler sind da mehr gewohnt.
Mit BFI kürzen wir (und andere Tester) Black Frame Insertion ab. Kurz erklärt: Dadurch wird pro Frame ein Schwarzbild eingefügt, sodass das Bild nicht durchgehend bis zur nächsten Bildaktualisierung durchleuchtet und das Bewegtbild deutlich geschärft wird. Dieses Feature fehlt leider beim PG42UQ - heutzutage bietet das jeder halbwegs aktuelle Mittelklasse-Gaming-Monitor und eigentlich sind die ROG-Modelle für ihre Feature-Fülle bekannt. Jeder andere LCD-Monitor von Asus verfügt über "Low Motion Blur", wie Asus die Technik nennt. Ja, nicht jeder braucht oder mag sie, aber dem ambitionierten Shooter-Spieler könnte hier etwas fehlen.

Die Helligkeit in einem dunklem Gamer Nest ist sehr gut.
Ich hab den ersten Samsung G7, der kommt mit HDR nur auf 550 Nits, ist dabei aber trotzdem extrem hell.
Die Helligkeit in einem dunklem Gamer Nest ist sehr gut.
Ich hab den ersten Samsung G7, der kommt mit HDR nur auf 550 Nits, ist dabei aber trotzdem extrem hell.