LG Ultragear G9 52G930B: 52 Zoll in der Praxis
Unsere Praxiseindrücke beim Arbeiten und Spielen mit dem LG Ultragear G9 52G930B neben den Vor- und Nachteilen des stark gekrümmten Panels sowie der genutzten VA-Technik.
Inhaltsverzeichnis
Der LG Ultragear G9 52G930B ist kein alltäglicher Monitor, im Praxiseinsatz wird dies schnell bewusst. Sitzen wir im "normalen", gewohnten Abstand zur Monitormitte, also etwas mehr als eine Armlänge entfernt, so füllt der 52 Zoll ausmessende Bildschirm unser Sichtfeld aufgrund der 1000R-Krümmung nahezu vollständig aus. Um alle Elemente auf dem Schirm zu erfassen, etwa den Papierkorb auf Ihrem Desktop zu leeren, ist es tatsächlich bereits nötig, den Kopf zu bewegen. Die große Arbeitsfläche ist allerdings zumeist sehr praktisch, es können ähnlich wie bei einem Multi-Monitor-Set-up viele Fenster zugleich im Blickfeld behalten werden, dank PiP- und PiB-Support auch aus mehreren Quellen.
Quelle: PC Games Hardware
Spiele, wie hier Horizon Forbidden West, die einen breiten, weiten Horizont bieten und den Blick weit schweifen lassen, kommen auf dem Ultragear G9 52G930B sehr gut zur Geltung.
Die starke Wölbung kann allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig ausfallen, der Bildschirm umschließt Sie in der nahen Sitzposition regelrecht, schottet Sie nahezu ab, zudem entsteht eine Art Paraboleffekt. Während dies beim Alltagseinsatz oder beim Arbeiten teils einige Gewöhnung voraussetzt und Sie - positiv wie negativ - regelrecht vom Umfeld abschottet, ist der gleiche Effekt beim Filmeschauen und insbesondere beim Spielen auf eine etwas andere Art eindrücklich: Die Immersion beim Spielen mit dem LG Ultragear G9 52G930B ist nahezu unerreicht. Der Umstand, dass nahezu Ihr gesamtes Blickfeld von dem Bildschirm abgedeckt ist, verankert Sie als Spieler in den virtuellen Welten, wie es kaum mit einer anderen Monitorkonfiguration abseits von VR gelingt.
52 Zoll in der Praxis
Dabei sind einige Titel besonders eindrücklich: Der Flight Simulator etwa, der auf dem Ultragear G9 52G930B tatsächlich so wirkt, als läge der gewaltige Horizont der gesamten, großen Welt vor Ihnen offen. Wenn Sie mit dem Flugzeug über Städte oder Sehenswürdigkeiten fliegen und aus dem virtuellen Cockpit schauen, wirkt es aufgrund der titanischen Ausmaße des Monitors wirklich beinahe so, als würden Sie aus dem Fenster auf die weite Welt hinabblicken. Fliegen Sie dem Sonnenuntergang entgegen, beeindruckt der 52G930B zudem mit einer merklich hohen Strahlkraft. 600 cd/m² im HDR-Betrieb mag nicht direkt bemerkenswert klingen, doch kann der Monitor im Gegensatz zu den meisten OLED-Vertretern diese Strahlkraft auf voller Fläche abgeben - und bei solch einer gewaltigen Fläche ist die Gesamtstrahlkraft des G9 52G930B durchaus eindrücklich.
Quelle: PC Games Hardware
Besonders in Simulationen, wie hier im MS Flight Simulator 2024, kann der LG Ultragear G9 52G930B mit der gewaltigen Bildfläche punkten. Das gesamte Blickfeld ist gefüllt, durch die Krümmung imitiert der Monitor zudem glaubhaft eine Windschutzscheibe. Immersion pur, so macht Fliegen Spaß!
Auch viele andere Spiele wirken sehr immersiv auf dem titanischen LG-Monitor. Rennspiele vermitteln zudem ein extrem überzeugendes Geschwindigkeitsgefühl, in etwa vergleichbar mit einem Triple-Monitor-Set-up, ohne dass dabei die Bildschirmränder das Blickfeld stören. Durch die starke Krümmung des Panels haben Sie die Ränder der Strecke in den Augenwinkeln im Blick. Bei hohem Tempo wirkt es, als zischten diese besonders schnell links und rechts an Ihnen vorbei. Ganz so, wie es in der Realität wirkt, es entsteht ein Tunnelblick.
Forza Horizon 6 etwa wirkt auf dem LG Ultragear G9 52G930 besonders eindrücklich. Aber auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten wirkt das Bild aufgrund des großen Bildschirms sowie der starken Krümmung besonders dynamisch. Auch Freunde des kontinentweiten Schwertransports kommen mit dem 52G930B etwa im Euro Truck Simulator 2 auf ihre Kosten, und auch viele andere, durchaus auch etwas behäbigere Simulationen machen sich besonders gut auf dem 52-Zoll-Breitbildschirm.
Quelle: PC Games Hardware
Trucken breit und ultra-high: Die hochauflösende WUHD (Wide Ultra High Definition) mit 5.120 × 2.160 Pixeln macht auch beim Euro Truck Simulator 2 eine gute Figur.
Bei einigen anderen Titeln ist das Spielen auf dem LG Ultragear G9 52G930B zumindest etwas gewöhnungsbedürftig. Aufgrund der starken Wölbung wirkt auch das Bild nicht vollkommen eben. Dies kann insbesondere bei Spielen mit Ego-Perspektive ein wenig irritierend sein, wenn Sie etwa ein nahes Objekt am linken oder rechten Bildschirmrand durch eine horizontale Mausbewegung in die Monitormitte in den Fokus nehmen. Aufgrund der starken Krümmung hat es den Anschein, als würde das betreffende Objekt gestaucht werden. Gerät das Objekt abermals an den Rand des Bildes, so hat es den Anschein, als würde es in der Länge gestreckt.
Dies geschieht in erster Linie in Ego-Perspektive. In Third-Person-Spielen bleibt die Kamera im Regelfall im Orbit um den Charakter herum, sodass dieser stets nah der Monitormitte bleibt. Auch von anderen Objekten halten Third-Person-Kameras normalerweise einen "Sicherheitsabstand". Doch in Ego-Perspektive, wenn Sie die Kamera selbst kontrollieren und nah an Objekte und Figuren herankommen, kann die leichte Verzerrung allerdings etwas befremdlich wirken.
Dieser Effekt hängt mit der Sitzposition und dem eingestellten FOV, dem Blickfeld, aber auch mit der nicht ganz gleichmäßigen Krümmung des Monitors zusammen. Wenn Sie nah - etwa eine Armlänge entfernt - vor dem Bildschirm sitzen, ist der Umstand stärker ausgeprägt als bei einer Sitzposition in höherer Entfernung. Der Monitor erzeugt einen gewissen "Fischaugeneffekt". Je näher Sie an dem gewölbten Panel sitzen, je deutlicher dieser Ihre Sitzposition "umschließt", desto ausgeprägter. Ein kleineres FOV kann dem entgegenwirken.
Insbesondere bei Spielen mit Ego-Perspektive, in denen Sie den Charakter - und damit Ihren Blickwinkel - selbst kontrollieren, kann es daher nötig sein, zuerst den Blickwinkel im Optionsmenü herunterzuregeln, um dem Fischaugeneffekt entgegenzuwirken. Apropos Fischauge: Spiele wie Subnautica, die bereits standardmäßig mit schmalem FOV ausgeliefert werden, funktionieren ebenfalls sehr eindrücklich auf dem LG Ultragear 52G930. Das Display imitiert obendrein nicht nur Windschutzscheiben, sondern auch Tauchermasken sehr glaubwürdig.
Quelle: PC Games Hardware
Ärgerlich: Nicht immer spielen selbst aktuelle Spiele mit. 007 First Light präsentiert einige Zwischensequenzen zwar im 21:9-Format, aber in inkorrekter Auflösung. Weitere Spiele, darunter Forza Horizon 6, zeigen schwarze Balken vor und nach dem Rennen oder in Ladebildschirmen.
Weniger gut eignet sich der Monitor für rasante Shooter. Primär bei schnellen Mausbewegungen und bei großen, geraden, vertikalen Kanten, also etwa den Kanten einer Wand in Gebäuden, bei Kisten, bei relativ deutlichen, hart umrandeten Kontrasten, wie sie nicht zuletzt in Mehrspielerarenen häufig anzutreffen sind, zeigen sich typische VA-Artefakte: Die Flüssigkeitskristalle benötigen bei VA-Bauweise besonders lange zum Umschalten, von dunklen, grauen, schwarzen Tönen auf helle, farbige zu wechseln.
Speziell bei harten Kanten und dunklen Kontrasten zeigt sich auf dem LG Ultragear G9 52G930B daher das für VA-Monitore berüchtigte Black Smearing, also dunkle Schlieren. Bei hellen, farbigen Kontrasten ist das Phänomen weniger deutlich ausgeprägt. Der Pixel-Overdrive hilft dem ein wenig ab, doch ganz verschwinden will das sichtbare Schlieren nicht. Treibt man es mit dem Pixel-Überfahren zu weit, kann zudem neben Schlieren Pixel-Overshoot, also ein invertierter Effekt, auftreten, bei dem kurze, helle Schemen, Umrisse geisterhaft über den Bildschirm ziehen.
Quelle: PC Games Hardware
Bei sehr schnellen Bewegungen und insbesondere harten, dunklen Kontrasten sowie Umrissen können VA‑Schlieren auftreten. Primär bei kompetitiven Ego-Shootern kann dies sehr störend ausfallen. Weniger auf Wettkampf gemünzte Titel und viele tendenziell weniger zackige Third-Person-Shooter wie Arc Raiders sind jedoch auch auf dem riesigen VA-Panel genießbar.
VA-Bildschirme sind zudem nicht sonderlich blickwinkelstabil, speziell verglichen mit IPS (und natürlich OLED, doch bleiben wir bisweilen bei LCD-Technik). Dies ist ein Grund, weshalb die meisten breit bauenden VA-Monitore mit gebogenem Panel kommen. VA hat allerdings auch Vorteile: So ist das Bild gegenüber IPS und TN wesentlich kontraststärker und anderen LCD-Techniken beim Schwarzwert meilenweit überlegen. TN ist gar nochmals schlechter, wenn es um Blickwinkelstabilität geht, IPS dagegen ist vergleichsweise leistungshungrig und hat zudem Probleme mit Kontrasten, speziell an den Monitorrändern. Alle drei LCD-Techniken neigen bei starker LED-Hintergrundbeleuchtung zudem zu Glow-Effekten, respektive Leuchthöfen, insbesondere bei HDR-Darstellung. VA-Panels sind allerdings verglichen mit IPS für große, breite und ultrabreite Bildschirmformate besser geeignet. Viele aktuell lieferbare Ultrabreit-Bildschirme verbauen daher VA-Technik.
Doch damit vorerst genug zu den Praxiseindrücken. Wenn Sie mehr zum Spielen mit dem LG Ultragear G9 52G930B erfahren möchten, planen wir mit einem weiteren Artikel, der sich speziell mit dem Spielen in 5K-Auflösung und auf 52 Zoll beschäftigt. Kommen wir zu den harten Tatsachen, zu unseren Messungen, der Testtabelle und der abschließenden Wertung.


Diesen 52er Moni hatte ich zur Ankündigungszeit auch im Auge, ist aber der 45er geworden & bin voll zufrieden.
Eure bemängelten Schlieren verschwinden nach der "Bereinigungs-"zeit, so wars bei meinem.
Zudem müssten wir alle unsere Gaming-Tische vertiefen, um einen 1 Meter Abstand bei der Größe zu gewährleisten.
Wünschenswert wäre, wenn ihr noch ein paar Pixelschubser bei dieser fetten 5.120 × 2.160 Auflösung benchen könntet
Bald kann ich hoffentlich Genaueres dazu sagen, der Monitor ist ja aktuell ein wenig ein Exot, was Auflösung, OLED-Technik und Format betrifft.
Gruß,
Phil
LG
LG
Bald kann ich hoffentlich Genaueres dazu sagen, der Monitor ist ja aktuell ein wenig ein Exot, was Auflösung, OLED-Technik und Format betrifft.
Gruß,
Phil
LG
Ich möchte mir auch einen 5K-OLED in 39 Zoll holen, der einen Dualmodus hat: 165 Hz für normales Gaming und 330 Hz für Online-Zocken, wobei die Auflösung dabei reduziert wird.
Solange ich MFG in 5K zocken kann, macht mir das nichts aus, weil ich dann im 330-Hz-Modus meine Ballerspiele spielen kann.
LG
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Beim Samsung 57" 8K2K gab es ja das Problem, dass Ada Lovelace wegen interner Limitierungen keine 240 Hz bei voller Auflösung geschafft hat.