Doom 3: Carmack führt Head-Mounted Display auf E3 vor

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Id-Entwicklerlegende John Carmack meint es ernst mit Virtual Reality und führt einem ausgewählten Kreis von Journalisten seinen Prototypen eines Head-Mounted Displays mit Head-Tracking vor. Mit dem darf man sich in die virtuelle Realität von Doom 3 BFG begeben.

Doom 3: Dieses Jahr soll die überarbeitete, erweiterte 'BFG'-Edition erscheinen. Da der acht Jahre alter Shooter grafisch wenig spektakulär daherkommt, möchte Entwickler John Carmack bei der Ausgabe neue Maßstäbe setzen. Quelle: Bethesda Doom 3: Dieses Jahr soll die überarbeitete, erweiterte "BFG"-Edition erscheinen. Da der acht Jahre alter Shooter grafisch wenig spektakulär daherkommt, möchte Entwickler John Carmack bei der Ausgabe neue Maßstäbe setzen. Bereits vor einigen Tagen berichteten wir über die Doom-3-BFG-Edition und darüber, dass der Chef-Entwickler von id Software sie für Experimente mit Head-Mounted Displays (HMD) nutzt. Golem konnte nun näheres über die innovative Hardware erfahren. Demnach handelt es sich beim Occulus Rift nicht um ein herkömmliches HMD - sondern um einen Prototypen, den Carmack aufgrund seiner Unzufriedenheit mit bestehenden Produkten initiierte.

Diese bieten beispielsweise einen Blickwinkel von nur 45 Grad. Das angezeigte Bild nimmt also nur einen kleinen Teil des Wahrnehmungsbereiches ein und das Auge sieht primär das schwarze Innere der Brille - oder sogar die Umgebung, wenn der Rahmen nicht bündig abschließt. Der Rift-Prototyp dagegen hat ein Sichtfeld von 90 Grad in der horizontalen und 110 Grad in der vertikalen - der Nutzer kann voll in die virtuelle Welt abtauchen, die den gesamten Kernbereich seiner Wahrnehmung ausfüllt. Da der Prototyp auf einer geschlossenen Skibrille basiert, ist auch Lichteinfall an den Rändern kein Problem.

Abstriche werden dagegen noch am Display gemacht. Um die nötige schnelle Ansteuerung zu realisieren, die anderen HMDs fehlt, kommt hier bekannte 120 Hz LCD-Technik zum Einsatz - die entgegen einiger Prototypen und OLED-Displays größere Abmessungen und niedrigere Pixeldichten hat. So stellt vorerst ein geteiltes Panel mit 1.280 x 800 Pixeln die Bilder für beide Augen dar, was die effektive Auflösung auf pixelige 640 x 800 reduziert. Carmack hofft jedoch, mit seiner Technologiedemonstration die großen Multimedia- und Konsolenhersteller zu begeistern, um höhere Auflösungen und praktischere Seitenverhältnisse zu realisieren.

Das eigentliche Werk Carmacks als Software-Entwickler ist jedoch nicht die Hardware, sondern die Integration eines fortschrittlichen Head-Tracking-Systems auf Gyroskopbasis, dass die Kameraführung in der angepassten Doom³-BFG-Version mit der Kopfhaltung des Nutzers synchronisiert. Dieses muss für den Virtual-Reality-Einsatz deutlich höhere Anforderungen erfüllen, als herkömmliche Head-Tracking-Systeme, denn das Gehirn des Nutzers weiß genau, wie sich die Perspektive verändern sollte, wenn sich sein Kopf bewegt. Neben einer exakten Erfassung des Winkels und Übertragung auf die virtuelle Darstellung ist hier vor allem die Latenz ein Problem. Laut Carmack sorgen Verzögerungen zwischen Kopf- und Kamerabewegung von mehr als 20 ms bereits Irritationen hervorrufen und der Immersionseffekt geht verloren. In diesem knappen Zeitraum muss die Bewegung erfasst und die neue Perspektive berechnet werden und die vollständige Ausgabe erfolgen - eine schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass bei einigen Monitoren Ausgabelatenz oder Reaktionszeit bereits höher ausfallen und auch Ansteuerung, Grafikkarte und Schnittstellen Rechen- und Übertragungszeit benötigen. Carmack griff schlussendlich sogar auf Know-How des von ihm mitgegründeten Raumfahrt-Startups Armadillo Aerospace zurück, um eine ausreichend schnelle Lageerkennung zu erreichen. Auf Seiten der Ausgabe kaschiert er die etwas knappen 60 Fps durch simulierte Bewegungsunschärfe.

Zusätzlich zur reinen Richtungserkennung sollen in Zukunft auch lineare Bewegungen des Kopfes erfasst werden. Dies würde es der Kamera nicht nur erlauben, um Ecken zu spähen - es ist auch Schlüsselelement für perfekte Immersion. Bislang ruft die unveränderte Perspektive bei physischer Seitwärtsbewegung nämlich nicht nur Irritation hervor, sondern auch echte Übelkeit, da, ähnlich wie bei Seekrankheit, die Sinneseindrücke der Augen denen des Gleichgewichtssinnes widersprechen.
Für viele noch interessanter dürfte jedoch ein Vorschlag sein, den Carmack derzeit von Id Software und Publisher Bethesda prüfen lässt: Eine Doom-3-BFG-Sammleredition für vermutlich 500 US-Dollar - mit beiliegendem HMD.

Quelle: Golem

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