Display HDR: VESA spezifiziert drei HDR-Stufen von Low- bis High-End [Update]
Die Video Electronics Standards Association, kurz VESA, hat drei HDR-Standards definiert, mit denen Monitor- und Fernseherhersteller ihre Geräte zertifizieren können. Die Spezifikationen hören auf die Namen Display HDR 400, 600 sowie 1000 und decken den Low- bis High-End-Bereich ab. Erste entsprechende Bildschirme werden zur CES 2018 im Januar erwartet.
Update vom 18.12.17:
In einer Pressemitteilung hat Samsung bekannt gegeben, branchenweit die ersten Display-HDR-Zertifikate erhalten zu haben. Der Hersteller setzt den Fokus auf das Flaggschiffmodell C49HG90, das nach Display HDR 600 zertifiziert worden ist, erwähnt nebenbei allerdings auch, dass die CHG70-Serie mit von der Partie ist. Wir merkten bereits an, dass die groben Anforderungen in der Theorie erfüllt werden, darunter Spitzenwerte bei der Helligkeit in Höhe von 600 cd/m². Details wie die minimale Helligkeit von 0,1 cd/m² stellten demnach kein Problem dar.
Originalartikel vom 12.12.17:
High Dynamic Range (HDR) beschreibt einen erweiterten Dynamikumfang von Bildschirmen. Gegenüber der Standard Dynamic Range (SDR) werden höhere Kontraste erreicht, um helle Bildausschnitte realistischer darzustellen. Dafür braucht es angepasste Hardware, für die es verschiedene Methoden der Zertifizierung gibt. HDR10 ist der gängigste Standard und für eine breite Basis recht konservativ gehalten. Dolby Vision geht wesentlich weiter, kostet jedoch Lizenzgebühren. Einige Display-Hersteller haben zudem eigene Definitionen von HDR, die oft dem Marketing entspringen und wenig bis gar nichts mit einem erweiterten Dynamikumfang zu tun haben.
Das offene Konsortium VESA, das unter anderem auch für den Displayport-Standard verantwortlich ist, möchte künftig eine kostenfreie, übersichtliche Zertifizierungsmöglichkeit anbieten, die in drei Stufen daherkommt: Display HDR 400, 600 und 1000. Die Namen orientieren sich an den erforderlichen Peak-Werten der Hintergrundbeleuchtung. Display HDR 400 definiert den Einsteigerbereich, Display HDR 1000 das High-End-Segment und Display HDR 600 dementsprechend eine Zwischenstufe.
Quelle: VESA
Display HDR: Spezifikationen
Display HDR 400
Die kleinste Stufe erfordert eine kurzfristig erreichbare Helligkeit von 400 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) beziehungsweise Nits. Flächendeckend müssen 320 cd/m² drin sein - kaum mehr als die allermeisten aktuellen Monitore schaffen. Die minimale Helligkeit in der Display-Mitte muss bei 0,1, am Rand bei 0,4 cd/m² liegen. Display HDR 400 erfordert zwingend ein 8-Bit-Panel, 6 Bit mit Framerate Control (FRC) sind nicht erlaubt. Der Farbraum ITU-R BT.709, der visuell sRGB ähnelt, muss zu 95 Prozent abdeckt werden.
Display HDR 600 und 1000
Display HDR 600 und 1000 ähneln sich abseits der zu erreichenden Helligkeit weitgehend. Die Farbverarbeitung muss in 10 Bit geschehen, die VESA erlaubt hier allerdings auch den Einsatz von 8-Bit-Panels mit FRC. Während die mittlere Spezifikationsstufe flächendeckend 350 cd/m² und Peak-Werte von 600 cd/m² voraussetzt, erfordert der höchste Standard 1.000 respektive 600. "Local Dimming", also eine Direktbeleuchtung mit der Möglichkeit, einzelne Bereiche unabhängig voneinander anzusteuern, wird nicht fest vorgeschrieben. Die VESA merkt jedoch an, dass sich die Anforderungen ohne Local Dimming kaum mit aktueller Technik erreichen lassen.
Sowohl Display HDR 600 als auch 1000 erfordern wie auch 400 eine minimale Helligkeit von 0,1 cd/m² in der Bildschirmmitte. Bei 600 wird eine minimale Randhelligkeit von ebenfalls 0,1 cd/m² vorgeschrieben, bei 1000 0,05 für einen besseren Schwarzwert. ITU-R BT.709 muss in beiden Fällen zu 99 Prozent abgedeckt werden, der größere DCI-P3-65-Farbraum zu 90 Prozent.
Display HDR: Reaktionszeiten
In Sachen Reaktionszeit schreibt die VESA durchgehend eine sogenannte Rise-Time von maximal acht Frames bei einem Schwarz-Weiß-Wechsel vor. Das entspricht bei 60 Hertz 133 Millisekunden, bei 144 Hertz 56 ms. Das Konsortium geht davon aus, dass die meisten Displays bessere Werte erreichen werden, sieht die acht Frames jedoch als Minimum an, bei dem die Helligkeitsanpassungen dem eigentlichen Bild nicht zu weit hinterherhinken. Ein Schwarz-Weiß-Wechsel entspricht der maximalen Zeit, die die Beleuchtung von ihrer minimalen bis zur maximalen Leuchtkraft benötigt. Bei PC-Monitoren ist ansonsten die Angabe der Reaktionszeit von Grau-zu-Grau-Wechseln in ms üblich.
Display HDR: Bildschirme ab der CES 2018
Die Display-HDR-Spezifikationen gelten zurzeit ausschließlich für Monitore und Fernseher mit LCD-Technik. Die VESA ist jedoch für Erweiterungen des Standards für andere Technologien wie OLED und noch strengere Anforderungen offen. Display-Hersteller können ihre Geräte zur Zertifizierung bei der VESA einreichen oder die Tests auch intern selbst vornehmen - die VESA behält sich stichprobenhafte Prüfungen vor und möchte im ersten Quartal 2018 eine Test-Suite anbieten, mit der Endnutzer und Fachredaktionen die Werte überprüfen können. Bei Diskrepanzen droht den Herstellern Ungemach.
Zu den Display-HDR-Standards haben laut VESA mehr als zwei Dutzend Unternehmen beigetragen, darunter die Panel-Hersteller AU Optronics, Innolux, Japan Display, LG Display, Mstar, Samsung (auch eigene Bildschirme), die Monitorhersteller Asus, Dell und LG sowie die Chiphersteller AMD, Intel und Nvidia. Eine Beta-Version der Test-Suite stand den VESA-Mitgliedern seit einigen Wochen zur Verfügung, um auf der CES 2018 im Januar mit entsprechend zertifizierten Displays aufwarten zu können.

FALD schließt, wie der Name schon sagt, aus, daß nur das nur das gesamte backlight gedimmt werden.
Selbst das "schlechteste" FALD was mir gerade einfällt hat 96 Zonen.
Das ist immer noch viel besser als edgelit mit 8 oder 16 Zonen.
Und um eine weitere Sache auszuschließen, ich beziehe mich dabei auf die gleiche Panelgrösse.
Da sind mir die Abkürzungen durcheinander gepoltert – FALD hat natürlich immer LD, mein Fehler. Aber nicht-Edge-Lit hat keineswegs automatisch Local Dimming, es gibt schließlich seit Ewigkeiten auch Full-Area-Backlights, die gar nicht oder eben nur vollflächig dimmen können. Als FAD statt FALD. Dieses Spektrum an Möglichkeiten sollte man nicht aus einer Antwort rauskürzen, wenn es in der vorangehenden Frage schon um konkrete Monitore ging. Da bleibt am Ende sonst ggf. nur hängen: "Okay, meine Vorschläge waren schlecht wegen Edge-Lit, nehme ich halt das günstigste ohne Edge Lit."
Trockenes Wasser oder wie soll das gehen?
Und meine Betonung liegt immer auf einer ordentlichen Anzahl von Dimming Zonen, wenn ich ich eine Empfehlung ausspreche.
Da das hier aber nur eine kurze Erklärung war, habe ich es nicht weiter erwähnt.
Die ersten gsync ultimate Monitore mit 384 Zonen hatten ordentlich blooming.
Samsung mit dem Neo G7/G8 geht da schon in die bessere Richtung.
Dazu kommt halt noch wie schnell und genau das FALD anspricht.
Einfach die Videos von Hardware unboxed zu den beiden Monitoren ansehen, da geht's genauer ins Detail.
Heisst die LEDs beleuchten direkt eine bestimmte Anzahl an Zonen.
Die von dir erwähnten Monitoren haben nur Edge LED und können nur den gesamten Bildschirm dimmen.
Mal ein unschöner Autovergleich, ein smart mit Slicks auf der Nordschleife ist trotzdem kein Rennwagen.
Sinnvoll wird es ab einigen 100 Bereichen. 400 Dimming-Zonen auf QHD verteilt ergeben zum Beispiel Bereiche ungefähr von der Größe der Avatare hier im Forum. Also noch immer keine Möglichkeit, HDR-Kontraste an Kanten darzustellen – aber es reicht um ein Bild mit willkürlich verteilten hellen und dunklen Partien darzustellen. Um z.B. Blooming um Mauszeiger auszuschließen, bräuchte man aber mindestens 10 mal kleinere Kantenlängen respektive 100 mal so viele Zonen – es liegen Welten zwischen "hat FALD" und "zeigt keine Artefakte".