Metro Exodus im Technik-Test: Dichte Atmosphäre, schicke Grafik, Raytracing, DLSS und DirectX 12 [Update 2]

Jetzt aktualisiert: Metro Exodus ist startbereit, neue Abenteuer im postapokalyptischen Russland erwarten uns. Dieses Mal verlassen wir die Moskauer Metro und begeben uns an die Oberfläche. Metro Exodus beeindruckt mit dichter Atmosphäre und prächtiger Grafik - Besitzer einer Nvidia-RTX-GPU können zudem eine per Raytracing berechnete Globale Beleuchtung zuschalten - und diese macht einen hervorragenden Eindruck! Ebenso gefällig ist die generelle Performance. Wir testen die mit Day-1-Patch versehene Vollversion.

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Metro Exodus im Technik-Test: Dichte Atmosphäre, schicke Grafik, Raytracing, DLSS und DirectX 12
Quelle: PC Games Hardware

Aktualisierung vom 15.02.2019: Zum Release von Metro Exodus gibt es noch einen Day-1-Patch, der einige interessante Änderungen vornehmen soll. Bei der Version, die wir für unsere Tests nutzen konnten, handelte es sich um die 0.1.0.7 - installiert man den kleinen Zusatzpatch von heute, kommt man auf Versionsnummer 0.1.0.11. Wir wollten natürlich wissen, ob dieser Patch in der Lage ist, die DLSS-Qualität sichtbar zu verbessern. Im Changelog steht immerhin, dass die weichgezeichnete Benutzeroberfläche behoben sein soll, außerdem soll die DLSS-Schärfe überarbeitet worden, um eine bessere Bildqualität zu erreichen. Die Bildqualität mit DLSS soll allgemein durch mehr gelernte Daten verbessert worden sein.

Nach unseren Bildvergleichen ist zumindest noch keine Entwarnung zu vermelden. Selbst in 1440p erkennt man den Weichzeichnereffekt von DLSS mit Raytracing noch sehr gut. Auch auf einer RTX 2060 in 1080p (nicht im Bild) ist die Qualität nicht deutlich besser (falls überhaupt) und noch immer weit entfernt von gut. Nvidia hat also noch etwas Arbeit vor sich.

Metro Exodus in 1440p: Schärfevergleich

Ohne DLSS Mit DLSS

Metro Exodus: Schärfevergleich in 1440p (2)

Ohne DLSS Mit DLSS

Aktualisierung vom 14.02.2019: Mittlerweile gibt es sowohl von Nvidia, als auch von AMD angepasste Grafikkartentreiber für Metro Exodus. Bei AMD ist es die Radeon Software Adrenalin 2019 Edition 19.2.2, bei Nvidia der Geforce-Treiber 418.91.


Metro Exodus basiert auf der bekannten Metro-Reihe des Autors Dmitri Alexejewitsch Gluchowski und führt die Geschichte Artyoms und des Romans Metro 2035 fort. Das Spiel greift die Handlung zu Beginn des Romans 2035 auf, überspringt dann das eigentliche Buch jedoch weiträumig und führt die Erzählung nach dessen Ende fort. Zu Beginn des Spiels verlassen Sie die Moskauer Metro und begeben sich mit einer alten Dampflok auf die lange, abwechslungsreiche Reise über die transsibirische Eisenbahn bis ans Ende der schier unendlichen Weiten Sibiriens. Auf dem Weg erkunden Sie weiträumige Karten, deren Umgebungen sich während der Reise quer über den Kontinent stark unterscheiden.

Außerdem vergeht während der Reise ein gesamtes Jahr, je nach Fortschritt der Handlung ist es also entweder Winter, Frühling, Sommer oder Herbst. Die Karten verfügen zudem über einen dynamischen Tag-Nacht-Zyklus sowie unterschiedliche Wettersysteme. Es handelt sich bei Metro Exodus indes nicht um einen Open-World-Titel. Die Handlung ist linear wie die transsibirische Eisenbahn, Sie können sich auf den Karten aber relativ frei bewegen und je nach Ihren Spielvorlieben bedacht oder nach Rambo-Manier vorgehen; es gibt Nebenaufgaben, Dinge zu erkunden und ein ausgebautes Crafting-System. Trotzdem ist Metro Exodus ein linearer Shooter mit einem starken Fokus auf dem teils sehr gemächlichen Spieltempo, der Atmosphäre und der Geschichte.

Metro Exodus: Ein Fest für Grafik-Fans, dichte Atmosphäre und ein Raytracing-Aushängeschild

Beim Spielen sollte man sich Zeit nehmen, diese Atmosphäre und Geschichten der Figuren und Umgebungen aufzunehmen, dann entwickelt das Spiel seinen vollen Charme. Und dieses eher ruhige Spieltempo bietet Ihnen außerdem die Zeit, die wirklich ausgesprochen schicke Grafik und die handwerklich beeindruckenden und feindetaillierten Umgebungen zu bestaunen. Die Entwickler haben mit Metro Exodus ganze Arbeit geleistet, die hauseigene 4A Engine wurde seit den Metro-Redux-Teilen deutlich ausgebaut, verfügt nun über eine funktionale DirectX-12-Schnittstelle, eine Vielzahl neuer und erweiterter Render-Effekte, eine sehr schicke Beleuchtung und Verschattung (auch ohne Raytracing) und kann außerdem sehr weiträumige Umgebungen mit unzähligen Details und hoher Sichtweite abbilden und gleichzeitig die düsteren Gänge und verfallenen unterirdischen Ruinen mit gewohnt guter Qualität und dichter Atmosphäre umsetzen. In Metro Exodus werden Grafik-Fans auf ihre Kosten kommen. Die Texturen sind hochauflösend, in den Zwischensequenzen und den häufigen, teils mehrere Minuten langen Dialogen können Sie die gegenüber den Vorgängern deutlich verbesserte Charakterdarstellung und deren feine Gesichtsanimationen bestaunen. Das sehr gemächliche Bewegungstempo unseres Protagonisten gibt Ihnen Zeit, die wundervoll und stimmig ausgeschmückten Umgebungen in aller Ruhe zu erkunden - Und mit Nvidias Raytracing-GI ist das Bild ein nochmals deutlich realistischeres und beeindruckenderes.

RT-/DLSS-Vergleich an Benchmarkszene (WQHD)
Metro Exodus kein RT kein DLSS
Metro Exodus kein RT kein DLSS Metro Exodus RT Hoch kein DLSS Metro Exodus RT Ultra kein DLSS Metro Exodus RT Hoch mit DLSS Metro Exodus RT Ultra mit DLSS

Die Globale Beleuchtung erhöht die Authentizität des Gesamtbildes teilweise drastisch - in bestimmten Beleuchtungssituationen hat es zwar nur minimale Auswirkungen, andere Szenen verändern sich im Look komplett. Es lohnt sich also, bei der Globalen Beleuchtung etwas genauer hinzusehen, denn es handelt sich im Gegensatz zu Battlefields Raytracing-Reflexionen nicht um einen Effekt, auf den man gut mit dem Finger zeigen kann. Würden Sie korrekt vermuten, welches dieser Bilder mittels Raytracing-GI aufgewertet wurde, wenn wir es nicht beschriftet hätten?

Metro Exodus - Die Globale Beleuchtung via Raytracing

Die per Raytracing dargestellte Globale Beleuchtung ist ein eher subtiler Effekt. Die gesamte, auf das Bild wirkende Beleuchtung und Verschattung ändert sich, teils gibt es gewaltige Unterschiede beim Look. Dabei wird laut Nvidias Review-Guide nur die von Sonne und Himmel stammende Beleuchtung berücksichtigt, um das Steath-Gameplay nicht zu beeinflussen. Das ist ein wenig missverständlich ausgedrückt, denn auch wenn definitiv kein Auch wenn definitiv kein Sonnenlicht oder Himmel zu sehen ist, ist bei zugeschaltetem Raytracing die Globale Beleuchtung aktiv.Sonnenlicht oder Himmel zu sehen ist, ist bei zugeschaltetem Raytracing die Globale Beleuchtung aktiv und beeinflusst die Szene - die Raytracing-GI in Metro Exodus beinhaltet außerdem eine per Raytracing berechnete Umgebungsverdeckung. Wir gehen davon aus, dass mit "Sonne oder Himmel" korrekter Weise das Environment Lighting gemeint ist, also eine Beleuchtung, die auf die gesamte Umgebung wirkt. Diese könnte in Form der Sonne, eines bewölkten Himmels, des Mondes oder einer unauffälligen, diffusen Hintergrundbeleuchtung in beinahe jeder Szene Verwendung finden und damit auch in beinahe jeder Szene, in der Raytracing zugeschaltet wird, für deutliche Veränderungen sorgen. In einigen sehr düsteren Szenen sind Unterschiede schwer zu erkennen, bei ausgeleuchteten Innenräumen sind die Unterschiede aber deutlich sichtbar. Und natürlich sinkt beim Zuschalten der Raytracing-GI auch die Performance, es wäre also auch ein etwas ungünstiger Umstand, würde Raytracing in geschlossenen Innenräumen nicht funktionieren, sondern nur Leistung kosten. Glücklicherweise ist dies nicht der Fall.


Der zitierte Text aus Nvidias Review-Guide ist also nicht ganz korrekt beziehungsweise missverständlich, wie wir mit Screenshots belegen können. Falls Sie auf anderslautende Berichterstattung bezüglich Metro Exodus und Raytracing treffen, ist es wahrscheinlich diesem Grund geschuldet.

"Raytracing in Metro Exodus affects the sun and sky. Local light sources are not ray traced due to the stealth gameplay mechanics. This allows the player to have a better idea of when and where they can or cannot be spotted. Toggling ray tracing does not change stealth gameplay." (Frei übersetzt: Raytracing in Metro Exodus betrifft die Sonne und den Himmel. Einzelne Lichtquellen werden aufgrund des Stealth-Gameplays nicht per Raytracing dargestellt, um dem Spieler besser zu kommunizieren, wo und wann sie von Gegnern gesehen werden können. Das Zuschalten von Raytracing beeinflusst das Stealth-Gameplay nicht.)

Was die Performance angeht, ist Raytracing recht anspruchsvoll, Verluste um 50 Prozent sind die Regel, teils brechen die Bildraten auch noch etwas stärker ein. Und dies obwohl einige Elemente, darunter die Vegetation, von der Globalen Beleuchtung ausgenommen werden - In Metro Exodus steht DLSS erstmals in Full HD zur Verfügung.dort wirkt die reguläre Beleuchtung. Doch können Sie mit Einschränkungen bei Auflösung und Details dennoch mit flüssigen Bildraten rechnen. Zum einen können Sie die Raytracing-Qualität herabsetzen, was zwar recht deutliche Auswirkungen auf das Gesamtbild und die Genauigkeit der Globalen Beleuchtung hat, dafür aber beträchtlich höhere Bildraten ermöglicht. Außerdem können Sie Nvidias KI-unterstützte Upscaling-Methode DLSS nutzen. In Metro Exodus steht DLSS erstmals in Full HD zur Verfügung (die Star-Wars-Techdemo ausgeschlossen). Was das Upscaling betrifft, sollten Sie allerdings realistische Vorstellungen behalten. Eine "gleiche Qualität" bei niedriger Auflösung und nochmals per TAA geglättetem und darüber hinaus auch noch durch das Raytracing-Denoising weichgewaschene Bild ist nicht zu erwarten. Auch wenn Nvidias PR gerne behauptet, mit DLSS seien vergleichbare Qualitäten wie mit nativer Darstellung zu erzielen, dies ist nicht wirklich realistisch, gerade in Full HD. Ein Wundermittel ist DLSS hier nicht, wohl aber eine gute Methode, um die Raytracing-Performance bei einem vertretbaren Qualitätsverzicht in gut spielbare Bereiche zu bringen. Und spielbar ist Metro Exodus mit jeder aktuell verfügbaren RTX-GPU, selbst die kleine RTX 2060 erzielt in Full HD oder gar WQHD mit DLSS gut verträgliche, weitestgehend flüssige Bildraten. Wir bieten Ihnen hier eine Performance-Übersicht mit einer RTX 2080 Ti, weitere Grafikkarten werden wir ergänzen.

Randnotiz für Geeks: Nvidia gibt auf Nachfrage zur Protokoll, dass das für Raytracing notwendige Denoising über Compute Shader, sprich, von den traditionellen Shader-ALUs der Turing-Chips durchgeführt wird. Das Denoising ist wichtig, da aktuelle Raytracing-Implementierungen längst nicht jedes Pixel behandeln und es daher zu lückenhafter ("bröseliger") Darstellung käme. Das Denoising interpoliert die fehlenden Bildinformationen, wodurch es vollständig, aber weichgespielt wird. Die Turing-Tensorkerne kommen folglich erst zum Einsatz, wenn Sie DLSS einschalten.

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    • Kommentare (394)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von NotAnExit Software-Overclocker(in)
        AW: Metro Exodus im Technik-Test: Dichte Atmosphäre, schicke Grafik, Raytracing, DLSS und DirectX 12

        Also für einen Grafikkracher wurden da aber so manche Stellen übel vernachlässigt. DSR 1440p und Extrem-Setting. Und ja, Tesselation eingeschaltet.

        http://extreme.pcgameshardware.de/attachment.php?attachmentid=1035489&stc=1
      • Von NotAnExit Software-Overclocker(in)
        AW: Metro Exodus im Technik-Test: Dichte Atmosphäre, schicke Grafik, Raytracing, DLSS und DirectX 12

        Also für einen Grafikkracher wurden da aber so manche Stellen übel vernachlässigt. DSR 1440p und Extrem-Setting. Und ja, Tesselation eingeschaltet.

        http://extreme.pcgameshardware.de/attachment.php?attachmentid=1035489&stc=1
      • Von ChrisMK72 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Metro Exodus im Technik-Test: Dichte Atmosphäre, schicke Grafik, Raytracing, DLSS und DirectX 12

        Natürlich.

        Egal zu welchem Steam Preis es raus kommt, wird gekauft.

        Ok bis 60 € zumindest.
      • Von pietcux Software-Overclocker(in)
        AW: Metro Exodus im Technik-Test: Dichte Atmosphäre, schicke Grafik, Raytracing, DLSS und DirectX 12

        Zitat von ChrisMK72
        In 1440p mit extrem finde ich es auch ganz gut. Also ganz ohne RT.
        Manche Texturen sehen zwar immer noch niedrig aufgelöst aus, aber man kann damit leben.
        Vor allem wenn man aufhört auf Gafikdetails zu achten und einfach das Spiel spielt.

        Also ... hab ich jedenfalls so in youtube und twitch gesehen. Hab ja kein Epic.
        So und du willst uns jetzt erzählen, dass du es noch kaufst? Wenigstens kann man Hardware nicht einfach durch download klauen.
      • Von ChrisMK72 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Metro Exodus im Technik-Test: Dichte Atmosphäre, schicke Grafik, Raytracing, DLSS und DirectX 12

        In 1440p mit extrem finde ich es auch ganz gut. Also ganz ohne RT.
        Manche Texturen sehen zwar immer noch niedrig aufgelöst aus, aber man kann damit leben.
        Vor allem wenn man aufhört auf Gafikdetails zu achten und einfach das Spiel spielt.

        Also ... hab ich jedenfalls so in youtube und twitch gesehen. Hab ja kein Epic.
      • Von NotAnExit Software-Overclocker(in)
        AW: Metro Exodus im Technik-Test: Dichte Atmosphäre, schicke Grafik, Raytracing, DLSS und DirectX 12

        Zitat von Pyrodactil
        Hab ich mit 45 nen Knick inner Optik & brauch doch ne Brille? Bin grade von der milchigen Grafik enttäuscht, vor allem die (nix Kinn runter) Wandtexturen &&&.
        Auf FullHD auf einer normalen Grafikkarte des Proletariats (GTX1080) sieht es wirklich matschig aus. TAA wirkt, als hätte man Vaseline über den Monitor geschmiert. Die Vegetation im Wolga-Level ist derartig matschig, aber auch generell ist der Unterschied zwischen nativ 1080p und DSR @2160p enorm. Dann sehen die Äste/Bäume auch aus wie Bäume und nicht wie Sprühkot, welcher den Bildschirm runter läuft.

        Ja, mir ist schon klar, dass FullHD im Vergleich zu UHD nicht unbedingt mit Details strotzt, aber das können andere AAA-Titel besser. Da habe ich lieber ein nicht perfekt geglättetes Wildlands als diesen Matsch.

        Das sage ich als 41-Jähriger Brillenträger.
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