Ryzen 3000: Anpassung des Package Power Tracking kann effizienter sein als Undervolting

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Ryzen 3000: Anpassung des Package Power Tracking kann effizienter sein als Undervolting (2)
Quelle: AMD

Früher legte man eine geringere Spannung an, senkte den Takt und fertig war ein bisschen Stromsparen für eine Surfmaschine. Moderne Prozessoren bieten da mehr und auch Ryzen 3000 hat so seine Eigenheiten. Da kann es in bestimmten Szenarios effizienter sein, die PPT anzupassen.

Ryzen 3000 macht bekanntermaßen einiges anders. Man kann einzelne Kerne nicht manuell übertakten oder genauer nur sehr eingeschränkt. Stattdessen werden jeweils die CCX übertaktet. Ryzen 3000 ist ohne Last auch sehr sparsam und der IO-Chip kann mitunter der größte Verbraucher ohne Rechenlast sein. Und Ryzen 3000 kann besonders effizient betrieben werden, wenn man statt der Spannung die PPT (Package Power Tracking) anpasst.

Früher war alles einfach: Wer an der Leistungsaufnahme der CPU sparen wollte, senkte einfach die Spannung. Da musste man den einen oder anderen Kompromiss eingehen, aber die Effizienz stieg üblicherweise. Bei Ryzen 3000 kann es aber effizienter sein, statt einer Spannungsabsenkung das PPT anzupassen. Bei einer 65-Watt-CPU liegt das laut Anandtech bei 88 Watt; bei einer 105-Watt-CPU bei 145 Watt.

Auch lesenswert: Ryzen 3000: AMD rechnet mit wenig OC-Potenzial und empfiehlt RAM, IF und PBO

Ryzen 3000: Anpassung des Package Power Tracking kann effizienter sein als Undervolting (1) Quelle: @vpcf90 (Twitter) Ryzen 3000: Anpassung des Package Power Tracking kann effizienter sein als Undervolting (1) Was passiert, ist in einer von Twitter-Nutzer "vpcf90" veröffentlichten Grafik dargestellt. Hier werden Undervolting und PPT-Anpassung im Cinebench-Last-Szenario verglichen. Daraus geht hervor, dass eine Anpassung der PPT von Ryzen 3000 sehr viel effizienter sein kann als jede Kernspannungsanpassung - bei gleichzeitiger Erhaltung von möglichst viel Leistung.

Zum Beispiel: Bei -0,1375 Volt fällt der Cinebench-Wert von rund 5.000 auf rund 4.000 Punkte und die Leistungsaufnahme fällt von rund 137 auf rund 110 Watt. Anderes Szenario: PPT auf 48 Watt angepasst ergibt ebenfalls rund 4.000 Punkte, aber die Gesamtleistungsaufnahme ist nun rund 75 Watt niedriger als der Ausgangspunkt - man spart rund 35 Watt.

Woran liegt das? Die Annahme ist aktuell, dass durch die PPT-Anpassung die CPU mit einer anderen V/Hz-Kurve fährt, ähnlich wie beim Mapping eines Motors, und so der große Verbrauchsvorteil erzeugt wird. Wer natürlich Undervolting mit begrenztem Takt betreibt, erhält andere Ergebnisse. Hier muss der einzelne dann seine persönlichen Ziele festlegen und potenziell beim Undervolting bleiben.

Ohne die Zahlen selbst geprüft zu haben, muss Vorsicht bei der Interpretation geboten bleiben, denn beim manuellen Wählen der Werte kann es auch am Muster oder am Tester gelegen haben. Hübsch dargestellt ist das Verhalten von Ryzen bei gesenkter PPT.

* Wir haben den Artikel wegen Hinweise aus dem Forum um die Leistungsaufnahme korrigiert. An dieser Stelle besten Dank.

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    • Kommentare (34)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Incredible Alk
        Das stimmt und das gestehe ich euch auch durchaus zu. Es gibt aber so viele Tests im Netz die die Leistungsaufnahme der 65W und 105W-Ryzens in allen möglichen Szenarien gemessen haben (nur als Beispiel der CB-Test AMD Ryzen 9 3900X, 7 3700X & 5 3600 im Test: Leistungsaufnahme, Temperatur, Effizienz - ComputerBase) und auch die landen fürs komplette System immer im Bereich von ganz grob 130-150W rum bei nem 65W-ZEN2 CPU-Vollast - CB hat sogar die CPU einzeln gemessen (bzw. SOC ausgelesen) und kommt auf 90W.

        Oder anders gesagt: In der informierteren Nerd-Gemeinde ist eigentlich ziemlich klar da ausgiebig getestet wie viel Strom Ryzen3000 real und default so verbraucht, die Ergebnisse sind auch vergleichsweise sehr konsistent über die verschiedenen (renommierteren) Seiten. Ebenso ist bekannt was AMD default erlaubt (88W max für 65er und 142W max für 105er TDPs) und dass das auch tatsächlich gut eingehalten wird wenn man nicht dran rumspielt. Deswegen ists schon etwas seltsam, dass das einem Hardwaremagazin dann nicht auffällt wenn ein 65er Modell auf einmal 140W ab Werk CPU-only fressen soll. Also ganz abgesehen von der ganzen Technik dahinter (wo man sich durchaus vertun kann) hätte die Plausibilitätskontrolle des CPU-Nerd-Hirns normalerweise anschlagen müssen.
        Glaubst du ernsthaft, dass wir in den letzten Wochen dazu gekommen sind, andere Seiten zu lesen?

        Zitat von Solavidos
        Soso also ein alter Prozessor auf einem neuen Board. Was da wohl getestet wird Aber wurde mich an der Stelle interessieren ob die alten CPU's schneller auf den neuen Boards sind

        Zum Thema kann man dieses PPT auch aufdrehen und mehr Leistung rausholen ? Ist das vergleichbar mit dem Powertarget von Grafikkarten?
        Es wird das Mainboard als solches getestet. Eie Ermittlung etwaiger Geschwindigkeitsunterschiede ist aber ein positiver Nebeneffekt. (Bislang: Keine. Habe ich auch so erwartet.)
        Ich habe lange überlegt, ob ich statt des alten 1800X-Testparcours ein neues Testsystem aufbaue. Die Vorteile eines Mainboards gegenüber einem anderen sollte man zwar mit jeder CPU feststellen können, aber maximal belasten kann man die neue Plattform mit alter Hardware natürlich nicht. Leider kann man die Messergebnisse dann aber auch nicht mit älteren X470-Tests vergleichen. Nachdem AMD gestern AGESA 1.0.0.3aba angekündigt (und heute wieder zurückgerufen) hat, musste ich aber eine Entscheidung treffen: Entweder ich teste vergleichbar in alter Konfiguration oder ich teste ohne Bezug mit einer Konfiguration, die zum Erscheinen des Heftes schon wieder veraltet sein wird. Ich habe mich für ersteres entschieden.

        Sobald AMD dann mal eine finale Firmware fertig hat und idealerweise auch den CPU-Maximalausbau der Plattform sowie Custom-PCI-E-4.0-Grafikkarten anbiet, folgen dann Nachtests mit runderneuerten Kriterien. Aber aktuell ist einfach alles im Fluss. Die ersten Ryzen-3000-UEFIs hatten AGESA 0.0.7.2, zum Launch rum waren wir bei 1.0.0.0, allein in den letzten paar Tagen gab es 1.0.0.3, 1.0.0.3a, 1.0.0.3ab und das angekündigte 1.0.0.3aba wurde heute noch vor der Auslieferung zurückgezogen. Für Endnutzer sind schnelle Updates natürlich toll, aber für Tester, die eigentlich nicht AMD-Software, sondern damit betriebene Hardware untersuchen wollen, ist es eine Katastrophe. Immerhin kann ich als Mainboard-Tester die Windows-Updates ignorieren, weil die alle Platinen gleich treffen/fördern und somit nichts an der Rangfolge ändern würden.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Incredible Alk
        Das stimmt und das gestehe ich euch auch durchaus zu. Es gibt aber so viele Tests im Netz die die Leistungsaufnahme der 65W und 105W-Ryzens in allen möglichen Szenarien gemessen haben (nur als Beispiel der CB-Test AMD Ryzen 9 3900X, 7 3700X & 5 3600 im Test: Leistungsaufnahme, Temperatur, Effizienz - ComputerBase) und auch die landen fürs komplette System immer im Bereich von ganz grob 130-150W rum bei nem 65W-ZEN2 CPU-Vollast - CB hat sogar die CPU einzeln gemessen (bzw. SOC ausgelesen) und kommt auf 90W.

        Oder anders gesagt: In der informierteren Nerd-Gemeinde ist eigentlich ziemlich klar da ausgiebig getestet wie viel Strom Ryzen3000 real und default so verbraucht, die Ergebnisse sind auch vergleichsweise sehr konsistent über die verschiedenen (renommierteren) Seiten. Ebenso ist bekannt was AMD default erlaubt (88W max für 65er und 142W max für 105er TDPs) und dass das auch tatsächlich gut eingehalten wird wenn man nicht dran rumspielt. Deswegen ists schon etwas seltsam, dass das einem Hardwaremagazin dann nicht auffällt wenn ein 65er Modell auf einmal 140W ab Werk CPU-only fressen soll. Also ganz abgesehen von der ganzen Technik dahinter (wo man sich durchaus vertun kann) hätte die Plausibilitätskontrolle des CPU-Nerd-Hirns normalerweise anschlagen müssen.
        Glaubst du ernsthaft, dass wir in den letzten Wochen dazu gekommen sind, andere Seiten zu lesen?

        Zitat von Solavidos
        Soso also ein alter Prozessor auf einem neuen Board. Was da wohl getestet wird Aber wurde mich an der Stelle interessieren ob die alten CPU's schneller auf den neuen Boards sind

        Zum Thema kann man dieses PPT auch aufdrehen und mehr Leistung rausholen ? Ist das vergleichbar mit dem Powertarget von Grafikkarten?
        Es wird das Mainboard als solches getestet. Eie Ermittlung etwaiger Geschwindigkeitsunterschiede ist aber ein positiver Nebeneffekt. (Bislang: Keine. Habe ich auch so erwartet.)
        Ich habe lange überlegt, ob ich statt des alten 1800X-Testparcours ein neues Testsystem aufbaue. Die Vorteile eines Mainboards gegenüber einem anderen sollte man zwar mit jeder CPU feststellen können, aber maximal belasten kann man die neue Plattform mit alter Hardware natürlich nicht. Leider kann man die Messergebnisse dann aber auch nicht mit älteren X470-Tests vergleichen. Nachdem AMD gestern AGESA 1.0.0.3aba angekündigt (und heute wieder zurückgerufen) hat, musste ich aber eine Entscheidung treffen: Entweder ich teste vergleichbar in alter Konfiguration oder ich teste ohne Bezug mit einer Konfiguration, die zum Erscheinen des Heftes schon wieder veraltet sein wird. Ich habe mich für ersteres entschieden.

        Sobald AMD dann mal eine finale Firmware fertig hat und idealerweise auch den CPU-Maximalausbau der Plattform sowie Custom-PCI-E-4.0-Grafikkarten anbiet, folgen dann Nachtests mit runderneuerten Kriterien. Aber aktuell ist einfach alles im Fluss. Die ersten Ryzen-3000-UEFIs hatten AGESA 0.0.7.2, zum Launch rum waren wir bei 1.0.0.0, allein in den letzten paar Tagen gab es 1.0.0.3, 1.0.0.3a, 1.0.0.3ab und das angekündigte 1.0.0.3aba wurde heute noch vor der Auslieferung zurückgezogen. Für Endnutzer sind schnelle Updates natürlich toll, aber für Tester, die eigentlich nicht AMD-Software, sondern damit betriebene Hardware untersuchen wollen, ist es eine Katastrophe. Immerhin kann ich als Mainboard-Tester die Windows-Updates ignorieren, weil die alle Platinen gleich treffen/fördern und somit nichts an der Rangfolge ändern würden.
      • Von Voodoo2 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von M4xw0lf

        Nee, war vom Ryzen-Laptop aus
        Und hat sich auch erledigt.

        Dann kann es nur Software technisch sein
      • Von Solavidos Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        P.S.: Live vom System neben mir. X570 Aorus Xtreme, 2× RAM, 1× NVME, GTX 1080 @Desktop, Ryzen 7 1800X
        Soso also ein alter Prozessor auf einem neuen Board. Was da wohl getestet wird Aber wurde mich an der Stelle interessieren ob die alten CPU's schneller auf den neuen Boards sind

        Zum Thema kann man dieses PPT auch aufdrehen und mehr Leistung rausholen ? Ist das vergleichbar mit dem Powertarget von Grafikkarten?
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Auch ich habe die Y-Achse automatisch als Angabe der CPU-Leistungsaufnahme interpretiert. Wäre nicht das erste Tool, dass das als "System" angibt und die Leistungsaufnahme des "System on a Chip" ist die interessante und am leichtesten zu ermittelnde Angabe bei so einem Test – im Gegensatz zur Leistungsaufnahme an der Steckdose, die gerne als "wall power" bezeichnet wird und zu der die angegebenen Werte ziemlich schlecht passen.
        Das stimmt und das gestehe ich euch auch durchaus zu. Es gibt aber so viele Tests im Netz die die Leistungsaufnahme der 65W und 105W-Ryzens in allen möglichen Szenarien gemessen haben (nur als Beispiel der CB-Test AMD Ryzen 9 3900X, 7 3700X & 5 3600 im Test: Leistungsaufnahme, Temperatur, Effizienz - ComputerBase) und auch die landen fürs komplette System immer im Bereich von ganz grob 130-150W rum bei nem 65W-ZEN2 CPU-Vollast - CB hat sogar die CPU einzeln gemessen (bzw. SOC ausgelesen) und kommt auf 90W.

        Oder anders gesagt: In der informierteren Nerd-Gemeinde ist eigentlich ziemlich klar da ausgiebig getestet wie viel Strom Ryzen3000 real und default so verbraucht, die Ergebnisse sind auch vergleichsweise sehr konsistent über die verschiedenen (renommierteren) Seiten. Ebenso ist bekannt was AMD default erlaubt (88W max für 65er und 142W max für 105er TDPs) und dass das auch tatsächlich gut eingehalten wird wenn man nicht dran rumspielt. Deswegen ists schon etwas seltsam, dass das einem Hardwaremagazin dann nicht auffällt wenn ein 65er Modell auf einmal 140W ab Werk CPU-only fressen soll. Also ganz abgesehen von der ganzen Technik dahinter (wo man sich durchaus vertun kann) hätte die Plausibilitätskontrolle des CPU-Nerd-Hirns normalerweise anschlagen müssen.
      • Von hanfi104 Volt-Modder(in)
        Zitat von Duvar
        Hab mal ein Test dzau gemacht: Test - AMD Ryzen 3000 im Test: Das ist die Kroenung| Seite 353 | ComputerBase Forum
        Mit fixen Spannungen/Taktraten, hat man deutlich geringere Temps und Leistungsaufnahme im Vgl zu PPT etc Reduktion, gegenüber negativ offset natürlich auch ein deutlicher Unterschied.
        Du fährst aber auch mit 300/500 Mhz weniger als bei den dynamischen Spannungen.
      Direkt zum Diskussionsende
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