Neues Feature in HWInfo: Wert soll zeigen, ob das Mainboard die Spezifikationen eines Ryzen 3000 austrickst
Ein Beta-Update hat das Monitoring-Tool HWInfo um ein Features namens "Power Reporting Deviation" erweitert. Damit soll sich bei Ryzen-Prozessoren feststellen lassen, ob das Mainboard die CPUs innerhalb der zulässigen Spezifikationen betreibt - oder durch Tricks das TDP-Limit aushebelt.
Mit der "Power Reporting Deviation" wurde HWInfo um eine interessante Funktion erweitert. Hinter dem Titel verbirgt sich etwas, das an die Freiheit erinnert, die sich manch Mainboard-Hersteller bei der Ausgestaltung des Powerlimits aktueller Intel-Prozessoren nimmt. Es geht hierbei allerdings nicht um Intels Comet Lake, sondern speziell um AMDs Ryzen-Prozessoren. Konkret bezieht sich das Feature auf den Kommunikationsprozess zwischen der CPU und dem Mainboard. Das Mainboard liefert dem Co-Prozessor der CPU einen Referenzwert, der daraufhin festlegt, wie hoch die CPU boosten kann.
Zur Veranschaulichung: Ein Ryzen 7 3700X hat eine nominelle TDP von 65 W und ein Default Power Limit (PPT) von 88 Watt. Wenn ein Mainboard einen korrekten Referenzwert ausgibt, wird die CPU auch innerhalb der von AMD vorgegebenen Spezifikationen betrieben und sollte die PPT von 88 Watt, die der Chip verarbeiten kann, auch nicht überschreiten. Dass ein Mainboard geringere Werte meldet, ist möglich, aber unwahrscheinlich. Man würde in Benchmarks schließlich schlecht dastehen. Da auch die TDP von Intel-CPUs je nach Mainboard größeren Diskrepanzen unterliegt, kommen Tricksereien in die andere Richtung schon eher in Frage. Diese Abweichung soll HWInfo nun über die "Power Reporting Deviation" ausgeben.
Liegt dieser Wert unterhalb von 100 Prozent, wobei leichte Schwankungen im Rahmen der Messungenauigkeit liegen und man sich bei +/-5 Prozent noch keine Gedanken machen müsse, betreibt das Mainboard die CPU außerhalb der Spezifikationen Der ein oder andere mag nun die Stirn runzeln - geringer, und doch außerhalb der Spezifikationen? Tatsächlich ist es so, dass die CPU erst mehr als vorgesehen aus sich herausholt, wenn das Board niedrigere Parameter meldet. Dann nämlich unterliegt die CPU dem Trugschluss, noch Spielraum zu besitzen. Wirft das Mainboard bei einem Ryzen 7 3700X mit einer PPT von 88 W beispielsweise einen Parameter aus, der bei 60 Prozent des tatsächlichen Wertes liegt, kann die CPU in der Theorie 147 Watt ziehen (88/0,6).
Overclocker warnt und Nutzer fürchten, dass CPUs nicht lange halten
Im Netz ist mittlerweile eine Riesendiskussion um das Thema entbrannt. Den Stein ins Rollen brachten Ausführungen des Overclockers "The Stilt". Ihm zufolge würden bestimmte Platinen - ohne die Modelle zu benennen - Werte ausgeben, die bewusst deutlich unter den echten liegen. Theoretisch könnte die CPU also auch doppelt so viel Strom wie vorgesehen saugen. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Lebenserwartung der CPUs, wie nun manche befürchten und berichten.
Mehr zum Thema: Comet Lake übertakten: Im Prinzip auch mit H470-/B460-Boards und Non-K-Prozessoren
Wir konnten derartige Mogelpackungen bisher nicht in freier Wildbahn sichten. Für Artikel in der PCGH 03/20 und 06/20 hatten wir vereinzelt falsch ausgelesene Package-Power und Instabilitäten beobachtet. Betroffen war aber jeweils nur ein Mainboard von Asrock und Gigabyte - bei anderen Modellen der Hersteller traf das Problem nicht auf. Beide Anbieter haben zwischenzeitlich ein neues UEFI bereitgestellt, was Fehler im ursprünglichen UEFI nahelegt, aber keinen Vorsatz. Die Behauptung, es würde bewusst und im großen Maßstab auf Kosten der Lebenserwartung mehr aus den Ryzen-3000-CPU gekitzelt, halten wir nach derzeitigem Kenntnisstand für mindestens übertrieben. Generell ist nicht ganz klar, wie ein Tool, das selbst nur auf das zugreifen kann, was ihm das Mainboard meldet, nachhalten will, was davon manipuliert ist.
Quelle: hwinfo.com, Beitrag von The Stilt

Und die CPU lief Stock und hat halt auch kein PBO...
In meinem 2t Rechner steckte lange Zeit ein R5 2600(12nm) auf einem B450 Pro4. Da wurden mir bis zu 261% angezeigt.
Board: GIGABYTE B550 AORUS Pro V2
Das ist normaler Tag gewesen, und 61% minimal sind ja genau das, was kritisiert wird. Durchschnitt 95% mag ok sein, aber temporar gibt das Board ordentlich Feuer, Spannung geh bis 1,5V hoch
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die 2 snapshots sind unter meinen 24/7 konditionen gemacht: GraKa mit F@H, CPU 6 threads BOINC
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ich tendiere dazu den clock wieder fix auf 4150MHz zu setzen, dann kommt die spannung auf unter 1,3V
Komplett Stock, das einzige was ich auf Disabled gesetzt habe ist das "Spectrum" geraffel, damit der BUS-Clock genau 100 MHz ist. Ansonsten lediglich RAM-OC und das wars. Kp was das nu genau für mich bedeutet.
Laut Erklärung von Darkearth ja, dass meine CPU gesagt bekommt "Du kannst mehr, hol dir mehr Saft!" soweit ich das dann richtig habe.
Welchen Energiesparplan ich einstelle ist bei mir aber egal. - Ich lande mit allen bei ~88%.