Ryzen 3000: Gamers Nexus testet Undervolting mit Ryzen 5 3600 und Ryzen 9 3900X
Ein Tech-Youtuber behauptete, dass trotz deutlicher Herabsetzung der CPU-Kernspannung bei aktuellen Ryzen-3000-Prozessoren Takt und Performance gleich blieben oder sich gar steigerten. Zwar folgte der Beweis, dass zum Teil höhere Taktraten angezeigt wurden, Performance-Belegen fehlten jedoch. Nachdem ein Reddit-Nutzer die falschen Behauptungen schnell als solche entpuppte, nahm sich Gamers Nexus nun der Sache ausführlicher an.
In der vergangenen Woche schlug ein Youtube-Video mit Bezug auf die aktuellen Ryzen-3000-Prozessoren höhere Wellen. Ein Tech-Youtuber behauptete in dem mittlerweile gelöschten Video, dass man mittels teils deutlicher Senkung der CPU-Kernspannung (VCore) niedrigere Temperaturen und eine höhere Boost-Performance herausholen können.
Deutliches Herabsetzen der CPU-Kernspannung läuft stabil, kostet jedoch Performance
Wirkliche Belege zur gesteigerten Performance lieferte der Youtuber nicht. Lediglich demonstrierte er die besseren Temperaturen sowie die Anzeige höherer Taktraten. Deshalb hatte sich der Reddit-Nutzer Boxman90 zunächst der Sache angenommen und die Einstellungen rekonstruiert sowie auch die Resultate um Benchmark-Ergebnisse ergänzt. Dabei setzte er die CPU-Kernspannung in einem Fall auf 1,20 Volt, was in um 10 Grad Celsius gesunkenen Temperaturen resultierte, zugleich jedoch 400 Punkte in Cinbench R20 kostete. Bei einer Kernspannung von glatten 1,0 Volt sinken die Temperaturen um 25 Grad Celsius. Der Punkteverlust im Cinebench R20 beträgt indessen 1.300 Punkte.
Dass dennoch bestimmte Taktraten angezeigt werden, liegt an den Eigenheiten der Ryzen-3000-Prozessoren. Wie es gamersnexus.com in Kürze beschreibt, steigt bei inaktivem OC-Modus und geringer Absenkung der CPU-Kernspannung die VID, also die angeforderte Spannung pro Kern, womit das Endresultat kaum Unterschiede erkennen lässt. Setzt man die VCore hingegen deutlich niedriger an, komme es zum "Clock-Stretching". Überwachungstools zeigen zwar normale bis höhere Taktraten an, die tatsächliche Performance fällt jedoch.
Dieses Verhalten stellt gamersnexus.com in einem neuen Artikel mit dazugehörigem Video nach. Zugleich wird auch darauf eingegangen, wie man einen effektiven Undervolt durchführt. Für die Tests wurde sowohl zum Ryzen 5 3600 sowie auch Ryzen 9 3900X gegriffen. Vergleiche gibt es zudem auch auf Seiten der Mainboards mit dem Gigabyte X570 Master sowie MSI X570 Godlike. Die Benchmarks wurden derweil mit Cinebench R20 mit drei Durchläufen durchgeführt, auch kam Blender ins Spiel. Gemessen wurden Single-Core- und Multi-Thread-Performance. Die Aufzeichnung der Werte erfolgte mittels HWiNFO.
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Schon im ersten Benchmark mit dem Ryzen 5 3600 zeigt sich, was schon von vornherein klar war: Mit einer VCore von 1,0 Volt nimmt die Performance spürbar ab. Immerhin sind Systemstart und Betrieb kein Problem. Die Krone bei den Mainboards geht, wenn auch nur knapp, im ersten Testlauf an das MSI X570 Godlike. Bei dem Ryzen 9 3900X schlägt Gigabyte allerdings zurück.
Ebenfalls wurde der Betrieb mit unterschiedlichen VCore-Offsets getestet. Hier gibt es Abhängigkeiten bei den Mainboards. So verkraftet das Gigabyte X570 Master mit Ryzen 5 3600 Offsets jenseits von -.05V nicht. Resultat sind Instabilitäten und Boot-Probleme. Derweil ist der Betrieb des Ryzen 9 3900X mit einem Offset von -.1V auf dem MSI X570 Godlike möglich. Im Ergebnis lassen sich im Cinebench R20 Multi-Core-Benchmark zusätzliche 2 Prozent an Performance herausholen. Stagnation zeichnet sich in der Single-Core-Performance ab, die sich auf dem Godlike leicht verschlechtete. Die Idealkombination sei laut gamersnexus.com daher ein Offset von -.05V in Verbindung mit dem Gigabyte X570 Master bei einem Ryzen 9 3900X.
Wie es um die Taktraten sowie auch VCore und VID bestellt ist, erfahren Sie unter anderem im nachfolgenden Video. Auf die Einzelheiten wird ab der Marke von rund 7:30 Minuten eingegangen.
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