Antwort von AMD: Vorwurf, dass Mainboard-Hersteller Ryzens heimlich "übertakten", wird untersucht
Mit dem Monitoring-Tool HWInfo kann man sich neuerdings über eine "Power Reporting Deviation" anzeigen lassen, ob das Mainboard einen Ryzen-Prozessor innerhalb seiner Spezifikationen betreibt. Ein Overclocker mahnte, dass verschiedene Mainboards der CPU bewusst falsche Werte liefern und damit das TDP-Limit aushebeln. AMD hat nun mit einer Stellungnahme geantwortet - und gibt vorerst Entwarnung.
Der Vorwurf wiegt schwer: Mainboard-Hersteller sollen Ryzens bei bestimmten Modellen bewusst außerhalb ihrer Spezifikationen betreiben und dadurch effektiv deren Lebenserwartung verringern. Hinweise dafür soll die "Power Reporting Deviation" liefern, ein Wert, den neuerdings eine Beta-Version des Monitoring-Tools HWInfo ausspuckt. Liegt er unterhalb von 100 Prozent, gaukle das Mainboard der CPU vor, dass sie noch Spielraum besitzt. Sie könne dann höher und länger boosten, also auch mehr Strom aus dem Netzteil ziehen, so der Vorwurf. Nun hat AMD mit einer Stellungnahme reagiert.
Gegenüber Tom's Hardware schreiben die Amerikaner: "Uns sind die Berichte bekannt, laut denen einzelne Mainboards bestimmte Leistungstelemetriedaten möglicherweise als zu gering melden, was die Performance und/oder das Verhalten von Ryzen-Prozessoren unter bestimmten Umständen verändern kann. Die Richtigkeit dieser Berichte prüfen wir gerade."
AMD stellt außerdem klar, dass Ryzen-Prozessoren unabhängig vom Mainboard eine Reihe von Schutzmechanismen besitzen. "AMD Ryzen-Prozessoren enthalten eine Vielzahl interner Sicherheitsvorkehrungen, die unabhängig von externen Datenquellen funktionieren. Diese Schutzmaßnahmen erhöhen die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Prozessors im normalen Betrieb." Man untersuche die Vorwürfe zwar noch, könnte fürs Erste aber Entwarnungen geben. "Wir glauben nicht, dass Veränderungen an der externen Telemetrie, wie sie in den öffentlichen Berichten beschrieben wurden, einen wesentlichen Einfluss auf die Langlebigkeit oder Sicherheit der beim Anwender eingesetzten Prozessoren haben."
Abschließende Untersuchung steht aus
Tom's Hardware ordnet die Stellungnahme so ein, dass AMD noch nicht mit Sicherheit sagen kann, ob die Lebenserwartung der CPUs nicht doch verringert wird, immerhin sei der Chipentwickler noch zu keiner endgültigen Einschätzung gelangt. Zudem habe man das Problem bei einzelnen Boards im Labor nachstellen können. Details wolle man später in einem weiteren Artikel liefern.
Wir konnten die beschriebenen Manipulationen bisher nicht im großen Maßstab beobachten. Für Artikel in der PCGH 03/20 und 06/20 hatten wir vereinzelt falsch ausgelesene Package-Power und und damit einhergehende Instabilitäten beobachtet. Betroffen war aber jeweils nur ein Mainboard von Asrock und Gigabyte - andere Modelle der Hersteller zeigten dieses Verhalten nicht. UEFI-Updates wurden mittlerweile nachgereicht, was auf Fehler im ursprünglichen UEFI schließen ließ, aber nicht unbedingt auf Vorsatz.
Overclocker "The Stilt" hatte die Debatte losgetreten, als er unter Bezugnahme auf die von HWInfo gemeldete "Power Reporting Deviation" einige Ausführungen und Beobachtungen zum Besten gab. Daraufhin waren teils hitzige Diskussionen entflammt. Nutzer stellten sich dabei auch die Frage, auf welcher Grundlage ein Tool, das selbst nur auf vom Mainboard gemeldete Daten zugreift, diese als manipuliert bewerten will.
Quelle: Tom's Hardware
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Die Metricmöglichkeiten die Entwickler für ihre Programme geliefert bekommen, werden nicht erläutert und auch nicht erklärt, wozu es dient. Das es sich dabei um faktisch reale Werte handelt ist fast zu unglaubhaft, weil die Hersteller diese ziemlich geheim halten. Ich würde das Ganze nicht als geschätzt, aber auch nicht als genau deklarieren. Dieser Shitstorm eignet sich besonders gut, an solche ziemlich internen Werte heranzukommen, vor allem günstig für die Konkurrenz, wenn sich Hersteller animiert sehen diese freigeben zu müssen.
Was ich in dem Zusammenhang bei Gb ziemlich lustig finde ist, dass eine 8 Core Zen statt mit 3.6 Baseclock, nach setup defaults mit 3.7 GHz betrieben wird, aber wenn ich den Takt unter Automode auf 3.5 absenke, das Bios mit einer Fehlermeldung startet und fordert auf setup defaults zu setzen. AMD's Angabe ist = 3.6 GHz Baseclock! Ausgelesen wird dort dann ein Wert von 3.17GHz ...
MSI scheint wohl die einzige Firma zu sein, die faktisch AMD's Vorgaben und Spezifikation ins Bios genauso umsetzt, wie es gefordert wird. Der Rest macht eigentlich was er will, um sich Vorteile zu verschaffen. LLC "Normal" ist bei Asus bereits CPU OC.
Darunter sind z.B. die Teile, welche man braucht um die Widerstände auszulesen, also mit anderen Programmen als mit dem RMT (rtt Werte, CAD Werte, proc odt)
Wenn die Telemetrie Daten da nun auch zu gehören, ist es kein Wunder wieso man es nicht sagen darf.
Aber gut, dann hätte man das nicht öffentlich machen müssen, sondern erstmal AMD informieren.
Ganz richtig.
Die Formel kann nciht beschrieben werden.
Dazu habe ich schon aufgezeigt das HWInfo erhebliche probleme hat, die Grundformel der Leistungsberechnung zu nutzen. Und auch die einfache Addition scheint in HWInfo nicht zu funktionieren. Schon alleine an Hand dieser Fakten, falsche werte zu verwenden um einen Angeblichen Betrug aufzudecken, wo die Formel und dessen Hintergründe Fraglich sind, erscheint mir auch sehr Suspekt.
The Stilt schreibt selbst
Explaining the AMD Ryzen "Power Reporting Deviation" -metric in HWiNFO | HWiNFO Forum
The correct value is determined by the manufacturer and without a cross-reference it is not something the user can determine.
Und dann Martin("HWInfo Author")
The CPU has also some other means of knowing how much certain parts should be consuming and this is expected to be quite accurate. Sorry, but we can't go into further details
Ich hab mich jetzt durch den ganzen Thread im offiziellen Forum gearbeitet und man besteht dort weiterhin darauf dass "die Mathematik stimmt" ohne die Formel auch nur grob zu beschreiben. Bevor letzteres nicht passiert ist, ist der Wert leider vollkommen nutzlos.
Die Effizienz würde ich übrigens nicht durchgängig mit 90 Prozent ansetzen. Um einen bezüglich der aktuellen Situation komplett unverdächtigen Fall zu nehmen: Bei einem X299-Board habe ich 2017 mal 22,1 A Leistungsaufnahme bei 217 W Package Power gemessen (TDP damals: 140 W), da wurden also rund 16 Prozent der aufgenommenen Leistung in Wärme umgewandelt. Je nach Qualität der Wandler und der Belastung relativ zu derem Optimum sind aber auch 95 Prozent Effizienz machbar. Deswegen finde ich es auch sehr suspekt, wenn eine "Deviation" auf einzelne Prozent genau angegeben wird, ohne irgend eine Kontrollmessung zu haben. Selbst mit externen Sensoren hätte man einen Spielraum von 10 Prozent, solange man die Wandlereigenschaften nicht minutiös auswertet. Erst bei über 20 Prozent kann man definitiv von eine Fehlmessung ausgehen – weiß dann aber immer noch nicht mit Sicherheit, ob diese ein absichtlicher Cheat oder ein Bug ist.