Mass Effect Andromeda: Vorschau und Interview - Fiktion mit Anspruch auf wissenschaftliche Glaubwürdigkeit

Bald ist es soweit, bald kommt einer neuer Ableger der Mass Effect-Reihe von Bioware / Electronic Arts in die Ladenregale. Das Sequel wird aber offiziell nichts mehr mit Commander Shepard zu tun haben und findet in einer weit entfernten Galaxie statt - in der Andromeda-Galaxie. Was sich ändert und was einen erwarten wird, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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Mass Effect Andromeda: Vorschau und Interview - Fiktion mit Anspruch auf wissenschaftliche Glaubwürdigkeit
Quelle: Bioware

Vor ein paar Wochen konnten wir bereits einen ersten Eindruck von dem neuen Mass Effect bei einem Hands-On in Köln gewinnen. Das neue Spiel des kanadischen Entwicklers Bioware zieht Science-Fiction-Enthusiasten bereits nach Sekunden in den Bann und bringt uns direkt in cineastischer Erzählweise die Rahmenhandlung von Mass Effect: Andromeda (ME:A) näher. Anzusiedeln ist der kommende Teil zwischen dem zweiten und dritten Ableger der Trilogie: die unmittelbare Gefahr für die Milchstraße ist zwar gebannt, aber die Reaper sind noch nicht vernichtet. Grund genug für die Andromeda-Initiative, mehrere Archen gen Andromeda-Spiralgalaxie zu schicken, um so zumindest die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung zu bewahren.

Mass Effect Andromeda: Was machen wir hier eigentlich?

Nach 634 Jahren Kälteschlaf bei Überlichtgeschwindigkeit kommen wir endlich in dem 2,5 Millionen Lichtjahre entfernten Helios Cluster der Andromeda-Galaxie an. Als Teil der Pathfinder bilden wir die Vorhut für die Arche Hyperion und den Nexus, eine der Zitadelle (aus der Milchstraße) nachempfundene Raumstation. Unsere Aufgabe ist es, bewohnbare Planeten zu erkunden und nach einer neuen Heimat für die Menschheit Ausschau zu halten. Doch das Aufwachen nach dem eisigem Dornröschenschlaf ist alles andere als angenehm: Direkt zu Beginn ist die Zukunft der Andromeda-Initiative ungewiss, denn eine mysteriöse Energiewolke um einen Planeten droht, unsere Schiff zu zerstören. Nur ein unmittelbarer Einsatz auf ebendiesem Planeten scheint die Rettung. Doch dort erwartet uns neben widrigen Umweltbedingungen auch noch eine feindlich gesinnte Lebensform: Die Kett, die anscheinend auch für die mysteriöse Energiewolke verantwortlich sind.

Mass Effect Andromeda: Andromeda - eine ganze Galaxie zum Austoben?

ME:A hat wahrlich ein schweres Erbe anzutreten, denn die Mass Effect-Trilogie um Commander Shepard war eine erzählerische Meisterleistung. Bioware hat es deshalb recht geschickt gemacht, indem Schauplatz, Zeit und Protagonisten rein gar nichts mehr mit den vorherigen Spielen zu tun haben. Daneben wurden noch einige Gameplay-Mechaniken verändert oder es wurden zusätzliche eingeführt: Ein frisch wirkendes Sequel ist das Resultat - quasi ein softer Reboot der Marke.

Im Gegensatz zu Commander Shepard, sind die Protagonisten in Andromeda - die Ryders - noch keine interstellaren Helden, sondern blutige Anfänger. Im Fokus wird deshalb auch mehr der persönliche Werdegang des Spielers stehen und wie man an den unterschiedlichen Aufgaben wachsen wird. Als Wissenschaftler, Entdecker und Pionier liegt es nur in unserer Natur, in einer fremden Galaxie alles Mögliche zu erforschen und zu katalogisieren. Das Erkunden soll dadurch wieder ein wesentlicher Bestandteil der Spielmechaniken werden, sodass man in weitläufigen Arealen auf Entdeckungstour gehen kann. Aber: Es handelt sich nicht um ein Open-World-Spiel oder eine klassische Sandbox, sondern um ein handgefertigtes, riesiges Spielfeld. So können auf einem der Story-Planeten durchaus Dimensionen eines Dragon Age: Inquisition vor uns liegen.

Mass Effect Andromeda: Andere Galaxien, andere Skills

Wer sich in unbekannte Gefilde begibt, benötigt auch neue Skills: In ME:A wird es neben altbekannten Gameplay-Features auch Erneuerungen geben. So gab es einige Anpassungen am Skill-, Kampf- und Moralsystem, mit dem Ziel das Spiel besser an die persönlichen Bedürfnisse des Spielers anzupassen. Bioware hat das traditionelle Klassensystem deshalb komplett über Bord geworfen und stattdessen einen riesigen variablen Fähigkeitenbaum integriert. Entsprechend dem eigenen Spielstil schaltet man nach und nach unterschiedliche Eigenschaften frei, die man dann dynamisch im Kampf wechseln oder kombinieren kann. Zu keinem Zeitpunkt bindet man sich an eine Klasse mit exklusiven Waffen, Upgrades oder Ähnlichem. Ohne bestehendes Level-Cap können Komplettisten zudem alle Fähigkeiten nach und nach maximieren bzw. freischalten.

Mass Effect Andromeda: Ich kämpfe, also bin ich

Auch im Kampfsystem sind einige Veränderungen zu verzeichnen, die teilweise aus dem Multiplayer des letzten Ablegers übernommen wurden. Um das Pacing zu erhöhen, haben die Entwickler aus Kanada das Jetpack als Grundausstattung eingeführt. Hiermit wurde nicht nur eine neue vertikale Handlungsebene eingeführt, sondern es sind schnelle Ausweichmanöver oder gar ein Schweben möglich. Das Deckungssystem in dem klassischen Third-Person-Shooter wurde zusätzlich überarbeitet, sodass die Spielfigur selbstständig bei nahegelegenen Objekten Schutz sucht. Bioware bringt damit mehr Bewegung und Dynamik in Feuergefechte, ähnlich wie in The Division oder The Last Of Us.

Bildergalerie

Mass Effect Andromeda: Karma is a bitch

Das Moralsystem, besser bekannt als Paragon/Renegade-System, wird es in Mass Effect: Andromeda nicht mehr geben. Grund für diese Entscheidung war, dass das System zu sehr auf Commander Shepard zugeschnitten war und einen binären Charakter hatte, der nur schwarz oder weiß zuließ. Mit dem neuen System werden die Graustufen zwischen den beiden Extremen eingeführt: Es ist nun wichtig genau zu zuhören, damit man seine Zustimmung oder Abneigung mitteilen kann. Laut Producer Fabrice Condominas war das eine sehr wichtige Erneuerung, da viele Spieler die Dialoge gar nicht bewusst wahrgenommen hatten, sondern sich stets für die moralisch korrekte Antwort entschieden haben.

Mass Effect Andromeda: SciFi-Fans aufgepasst

Zu einer Zeit, in der die Science-Fiction Thematik wieder einen medialen Aufwind genießt, hat Bioware sieben Jahre nach dem ersten Teil der Mass Effect Trilogie einen soften Reboot der Marke vollzogen. Der Kunstgriff: andere Galaxie, andere Zeit, aber sonst bleibt nahezu alles beim Alten. Gameplay-Elemente aus dem Multiplayer der Trilogie wurden implementiert, das Erkunden der neuen Galaxie steht wieder im Fokus und man möchte dem Spieler eine Welt präsentieren, in der jede Handlung wieder Sinn hat. Repetitive Missionen oder Aufgaben wie aus dem letzten Dragon Age soll es nicht mehr geben, begangene Fehler sollen nicht wiederholt werden. Mass Effect: Andromeda überzeugt deshalb bereits im Hands-On durch eine gelungene SciFi-Atmosphäre, die locker mit bekannten Weltraumabenteuern à la Star Trek mithalten kann. Vor allem Science-Fiction-Begeisterte werden sich dank der wunderschönen dargebotenen Kulisse des Helios Clusters sofort in das Spiel verlieben.

Lesen Sie weiter auf der nächsten Seite: "Mass Effect Andromeda: Interview mit Fabrice Condominas"

    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Hornissentreiber
        AW: Mass Effect Andromeda Vorschau & Interview - Fiktion mit Anspruch auf wissenschaftliche Glaubwüdigkeit

        Zitat von OField
        Die haben sich nicht entwickelt, es ist Fiction. Die Designer haben sich einfach coole Aliens einfallen lassen^^. Und dann irgendwelche Gründe erfunden.
        Genau so ist es natürlich. In Star Trek TNG haben sie sich einmal tatsächlich die Mühe gemacht, zu erklären, warum die allermeisten Außerirdischen in Star Trek den Menschen so verteufelt ähnlich sehen.
        Vor hunderten Millionen Jahren (oder waren es gar Milliarden Jahre?) gab es eine Ur-Rasse intelligenter Außerirdischer, die feststellen mussten, dass sie die einzigen Intelligenzen im Universum waren. Sie verteilten darum ihr Genmaterial überall im Universum, damit es auch nach ihrem Aussterben noch intelligentes Leben geben möge. Alle humanoiden Lebensformen waren darum die Kinder dieser ursprünglichen Rasse.
        Ich fand damals, dass das doch eine ganz nette, romantische Idee war, die unzähligen humanoide Gestalten im Star-Trek-Universum zu erklären. Der wahre Grund lautet natürlich: weil es viel billiger ist, ein paar Schauspielern Gummihöcker auf Nasen und Stirnen zu kleben, anstatt dem Menschen komplett unähnliche Aliens zu entwerfen und im Film zum Leben zu erwecken.

        Zitat von Two-Face
        Das war der Heisenbergkompensator, das andere war der Trägheitsdämpfer.
        "Lach" Ja, an den Heisenbergkompensator erinnere ich mich noch gut. Das war in DS9 und, wie beim Trägheitskompensator (oder -dämpfer) auch, hat sich da tatsächlich jemand Gedanken gemacht, was die Voraussetzung für dieses tolle Beamen von Menschen sein müsste. Ohne eine Vorrichtung, die die Unschärferelation außer Kraft setzt, ginge das wohl tatsächlich nicht. Aber bist du dir bei dem Trägheitsdingens ganz sicher? Ich meine, mich an einen Kompensator, nicht an einen Dämpfer zu erinnern. Aber das letzte Mal Star Trek als Fernsehserie ist schon dermaßen lange her, dass ich mich durchaus irren könnte. Ich schaue mir TNG gerade mal wieder auf Netflix an, dann werde ich es bald wieder wissen.

        Munter bleiben!
      • Von Hornissentreiber
        AW: Mass Effect Andromeda Vorschau & Interview - Fiktion mit Anspruch auf wissenschaftliche Glaubwüdigkeit

        Zitat von OField
        Die haben sich nicht entwickelt, es ist Fiction. Die Designer haben sich einfach coole Aliens einfallen lassen^^. Und dann irgendwelche Gründe erfunden.
        Genau so ist es natürlich. In Star Trek TNG haben sie sich einmal tatsächlich die Mühe gemacht, zu erklären, warum die allermeisten Außerirdischen in Star Trek den Menschen so verteufelt ähnlich sehen.
        Vor hunderten Millionen Jahren (oder waren es gar Milliarden Jahre?) gab es eine Ur-Rasse intelligenter Außerirdischer, die feststellen mussten, dass sie die einzigen Intelligenzen im Universum waren. Sie verteilten darum ihr Genmaterial überall im Universum, damit es auch nach ihrem Aussterben noch intelligentes Leben geben möge. Alle humanoiden Lebensformen waren darum die Kinder dieser ursprünglichen Rasse.
        Ich fand damals, dass das doch eine ganz nette, romantische Idee war, die unzähligen humanoide Gestalten im Star-Trek-Universum zu erklären. Der wahre Grund lautet natürlich: weil es viel billiger ist, ein paar Schauspielern Gummihöcker auf Nasen und Stirnen zu kleben, anstatt dem Menschen komplett unähnliche Aliens zu entwerfen und im Film zum Leben zu erwecken.

        Zitat von Two-Face
        Das war der Heisenbergkompensator, das andere war der Trägheitsdämpfer.
        "Lach" Ja, an den Heisenbergkompensator erinnere ich mich noch gut. Das war in DS9 und, wie beim Trägheitskompensator (oder -dämpfer) auch, hat sich da tatsächlich jemand Gedanken gemacht, was die Voraussetzung für dieses tolle Beamen von Menschen sein müsste. Ohne eine Vorrichtung, die die Unschärferelation außer Kraft setzt, ginge das wohl tatsächlich nicht. Aber bist du dir bei dem Trägheitsdingens ganz sicher? Ich meine, mich an einen Kompensator, nicht an einen Dämpfer zu erinnern. Aber das letzte Mal Star Trek als Fernsehserie ist schon dermaßen lange her, dass ich mich durchaus irren könnte. Ich schaue mir TNG gerade mal wieder auf Netflix an, dann werde ich es bald wieder wissen.

        Munter bleiben!
      • Von OField Software-Overclocker(in)
        AW: Mass Effect Andromeda Vorschau & Interview - Fiktion mit Anspruch auf wissenschaftliche Glaubwüdigkeit

        Die haben sich nicht entwickelt, es ist Fiction. Die Designer haben sich einfach coole Aliens einfallen lassen^^. Und dann irgendwelche Gründe erfunden.
      • Von Two-Face Lötkolbengott/-göttin
        AW: Mass Effect Andromeda Vorschau & Interview - Fiktion mit Anspruch auf wissenschaftliche Glaubwüdigkeit

        Aber warum haben die sich alle so entwickelt? Wie gesagt, kein Mensch weiß wie Aliens, im Falle einer Existenz, wirklich aussehen. Es gäbe alle möglichen Variationen, es ist ja schon lange mehr oder weniger ausgeschlossen, dass es Leben nur auf kohlenstoffbasis geben kann.

        Es wird ja in ME mal grob erklärt, warum die meisten hoch entwickelten Spezies Zweibeiner sind, aber nicht warum alle in etwa den gleichen Sexualdimorphismus haben.
      • Von OField Software-Overclocker(in)
        AW: Mass Effect Andromeda Vorschau & Interview - Fiktion mit Anspruch auf wissenschaftliche Glaubwüdigkeit

        Die meisten Aliens in Mass Effect sind bereits alle sehr menschlich ( 2 Augen, Nase, Mund, 2 Arme, 2 Beine, aufrechter Gang).
      • Von Two-Face Lötkolbengott/-göttin
        AW: Mass Effect Andromeda Vorschau & Interview - Fiktion mit Anspruch auf wissenschaftliche Glaubwüdigkeit

        Zitat von OField
        Naja die Aussage ergibt keinen logischen Sinn. Wenn Menschen evolutionstechnisch Brüste entwickelt haben, bedeutet es, dass das selbe auch bei Aliens passieren könnte.
        Wir haben keinen blassen Schimmer, wie Aliens überhaupt aussehen sollen. Es ist nichtmal sicher, ob sich die auch zweigeschlechtlich fortpflanzen, oder sich auf zwei Beinen bewegen.
        Die menschliche Brust ist entstanden, als der Mensch den aufrechten Gang erlernt hat. Damals war der Arsch das einzige "Lockmittel" für Männchen. Als man anfing, sich bipedal fortzubewegen, war selbiger nicht mehr im direkten Sichtfeld und verlor an Bedeutung, also musste was neues her, um die Männchen anzulocken.

        Die Aliens müssten also schon ziemlich ähnliche/gleiche evolutionäre Entwicklungen durchmachen müssen, damit die auch sowas bekämen.
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