AMD Ryzen 3000: MSI rät von Übertaktung auf alten Mainboards ab, arbeitet an A320-Kompatibilität
Mit welchen AM4-Mainboards ist Ryzen 3000 kompatibel? Für Zen 2 hat AMD die Grenzen des Sockel AM4 erneut erweitert und garantiert erstmals keine vollständige Abwärtskompatibilität mehr, lässt den Mainboard-Herstellern aber Freiräume für eigene Gestaltungsmöglichkeiten. Wir haben mit MSI über Spannungswandler und UEFI-Größen gesprochen.
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Kompatibilität ist ein wichtiges Verkaufsargument der Ryzen-Plattform AM4. Während Intel für Sockelwechsel alle zwei Modellreihen respektive Jahre kritisiert wurde, kündigte AMD schon zum Launch der ersten Generation eine Beibehaltung der Sockel-AM4-Fassung über vier Modellreihen bis mindestens 2020 an. Heute, zwei Jahre und den ersten großen Generationssprung später, hat diese Aussage Bestand - die Kompatibilität hängt aber auch von den Mainboard-Herstellern ab.
Ryzen-3000-Kompatibilität: Offizielles und Inoffizielles
Quelle: AMD
Nicht nur Kombinationen von Ryzen 3000 auf X370 und B350, sondern auch Ryzen 3000 auf A320 und Ryzen 1000 auf X570 sind den Mainboard-Herstellern überlassen.
Die offizielle Kompatibilitätstabelle von AMD sieht beliebigen Betrieb aller 2000er- und 3000er-Prozessoren auf allen 400er- und 500er-Mainboards vor, sobald ein passendes UEFI-Update eingespielt wurde. Außerdem bleibt natürlich die volle Kompatibilität zwischen 1000er- und 2000er-Prozessoren und 300er- und 400er-Mainboards bestehen - nur die wenigen AM4-Bristol-Ridge-APUs auf Bulldozer-Basis werden nicht von allen Mainboards unterstützt. Die spannenden Punkte stehen aber in den Ecken: Mainboards der ersten Generation mit CPUs der neuesten und umgekehrt. Für Ryzen 3000 auf B350 und X370 überlässt AMD diese Entscheidung den Mainboard-Herstellern, auf Platinen mit dem (baugleichen) Billig-I/O-Hub A320 laufen die neuen CPUs offiziell aber gar nicht. Das Gleiche gilt laut Folie für 1000er-CPUs und die neue X570-Mainboard-Generation - soweit, so bekannt.
Bereits vor dem Ryzen-3000-Launch konnten wir letztere Aussage überprüfen - und widerlegen: Ryzen 1000 läuft problemlos auf X570-Platinen. Wiederholungen des Tests auf Mainboards anderer Hersteller führten zu dem gleichen, positiven Ergebnis. Das überrascht nicht sonderlich - Ryzen-1000- und -2000-CPUs sind technisch beinahe identisch. Mittlerweile haben wir auch von AMD eine offizielle Antwort: Die Kompatibilität zwischen alten Prozessoren und neuen Platinen ist genauso den Mainboard-Herstellern überlassen, wie die zwischen neuen Prozessoren und alten Mainboards - auch wenn es in den Folien anders kommuniziert wird. Dies umfasst übrigens auch den A320, wie angekündigte UEFI-Updates beispielsweise von Asrock und Biostar beweisen.
Ryzen-3000-Kompatibilität: VRMs und Flash-Größe
Quelle: MSI
Nur ein Beispielbild: SoC-Spannungswandler ohne Kühlkörper schränken die Ryzen-3000-Kompatiblität nicht ein, aber Besitzer alter Mainboards sollten für ordentliche Kühlung sorgen oder sich mit einem Ryzen 7 zufrieden geben.
Während die Abwärtskompatibilität neuer Mainboards nur eine Frage des Support-Aufwandes ist, stehen der Aufwärts-Kompatibilität alter Platinen zwei technische Barrieren im Weg: Speicherplatz und Spannungswandler. Letztere sind beinahe selbsterklärend. Die AM4-Plattform startete mit einer offiziellen TDP von maximal 95 W, bereits in der Ryzen-2000-Generation stieg diese aber auf 105 W und real meldeten die CPU-internen Sensoren regelmäßig 120 W. Mit Ryzen 3000 geht AMD noch eine Stufe weiter. Zwar lautet die Spezifikation weiterhin "105 W", ähnlich wie bei Intel können nun aber auch optimierte AVX2-Anwendungen für weit höheren Energieumsatz sorgen. Wir haben mehrfach 150 Watt Package Power ohne manuelle Übertaktung beobachtet und der 16-Kerner Ryzen 9 3950X erscheint erst noch. Ein uneingeschränkt für alle Ryzen-3000-CPUs geeignetes Mainboard benötigt also leistungsfähigere Spannungswandler, als zum Erscheinen von X370 und B350 im Lastenheft standen. Für Luxus-Platinen mit aus damaliger Sicht übermäßiger respektive auf Extremübertakter ausgelegter Stromversorgung ist das kein Problem, alle anderen Modelle müssen aber erst auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden.
Quelle: MSI
"Micro"codes in großer Zahl und weitere AM4-Prozessor-spezifische Daten füllen bequem die Hälfte eines 16-MiB-Chips. Der Rest reicht nicht nur für das gewohnte UEFI-Feature-Set.
Weniger intuitiv ist die zweite Hürde, über die im Voraus bereits viel diskutiert wurde: Die neuen CPUs brauchen auch neue Microcodes zur Ansteuerung. Nun ist ein Microcode eigentlich nur einige Kilobyte pro Modell (AMD) respektive einige dutzend Kilobyte pro Generation (Intel) groß, zusammen mit passenden AGESA-Versionen und Ähnlichem belegen die Zen-2-spezifischen Instruktionen aber bereits 2,9 MiB. Dazu kommen 4,6 MiB für die älteren CPUs und Zen-APUs - und schon wird es eng in den 16-MiB-UEFI-Speicherchips vieler AM4-Mainboards.
Ryzen-3000-Kompatibilität: MSIs Empfehlungen und Spezial-UEFI
Die vollständigen Kompatibilitätspläne der Hersteller sind noch im Wandel (siehe unten), MSI kommunizierte gegenüber PCGH aber bereits offensiv die Planungen. Prinzipiell sind Updates für alle bisherigen Mainboards geplant, aber es gibt Einschränkungen bei der Nutzung. So rät MSI bis auf wenige Ausnahmen vom Ryzen-9-Einsatz auf Platinen der ersten Generation ab, die kleineren Sechs- und Achtkerner sollen dagegen problemlos laufen - solange man nicht übertaktet. In Mainboards der 400er-Generation lassen sich alle Ryzen-3000-CPUs betreiben, Übertaktung wird aber nur mit High-End-Unterbau empfohlen und Ryzen-9-Benutzer sollten auf gute Kühlung achten. Dieser kommt allgemein eine wichtige Bedeutung zu, denn elektrisch haben Spannungswandler meist großzügige Reserven. Ausgelegt für effizienten Betrieb bei den ursprünglich erwarteten CPU-Stromanforderungen steigt ihre Verlustleistung im fordernden Ryzen-3000-Einsatz aber überproportional an. Wer diese Wärme durch entsprechende Belüftung abführt, kann auch auf "kleineren" Mainboards stabil arbeiten - die Empfehlungen verstehen sich ausdrücklich als solche und werden nicht mit harten Sperren durchgesetzt. MSI wird offiziell aber keine Betriebsmodi garantieren, die zusätzliche Anforderungen an Gehäuse- und CPU-Kühlung des Nutzers stellen.
Eine aus Sicht erfahrener Anwender elegante Lösung wählt MSI bei der UEFI-Größe. Wurden vor dem Launch noch getrennte Firmware-Versionen für verschiedene Prozessoren erwartet, wirft MSI stattdessen allen anderen Ballast aus dem UEFI. Das bringt den Verzicht auf den Einsteiger-freundlichen "Easy"-Modus mit sich und auch das typische Übersicht-Menü mit Logo ist passé, stattdessen präsentiert sich "UEFI light" in drögem Schwarz-Weiß und altmodischer Menü-Struktur, aber allen Optionen und Features - mit (bislang?) einer Ausnahme: Betroffene B350- und X370-Mainboards verlieren aller Voraussicht nach die Möglichkeit, SATA-RAID-Verbünde zu nutzen.
Kommende Updates und neue 400er-Mainboards
Quelle: MSI
B450 und X470 sind noch lange nicht tot: Als Ergänzung zu den teuren X570-Modellen legt MSI einige Modelle sogar neu auf.
Um letzteres Problem zu beheben und für all diejenigen Neukäufer, die keine romantische Erinnerungen an BIOS-Textwüsten hegen, arbeitet MSI parallel an einer Neuauflage bestehender Mainboards mit 32 MiB UEFI. Diese "Max"-Serie wird extra für preisbewusste Ryzen-3000-Neukäufer gefertigt und umfasst sogar ein A320-Modell, dessen Einsatz aber nur für 65-W-Modelle empfohlen wird. Technisch bringen die überarbeiteten Platinen sonst keine Neuheiten mit; dass MSI auch das 130 Euro teure X470 Gaming Pro in eine zweite Runde schickt, werten wir aber als eine klare Absage an günstige 500er-Mainboards in naher Zukunft.
Unübersichtlich ist derweil die Update-Situation für die bereits im Umlauf befindlichen Mainboards. Asrock, Asus und MSI pflegen Listen bereits versorgter Mainboards, die aber nicht zwingend alle (Beta-)Versionen enthalten. Biostar dokumentiert nur die ursprünglichen Pläne zentral, nicht aber Fortschritte bei deren Umsetzung und bei Gigabyte fehlen Auflistungen komplett - dafür wurde PCGH auf Nachfrage mitgeteilt, dass die meisten AM4-Mainboards, sogar eine A320-Modelle, mit den neuesten F40-UEFIs Ryzen 3000 unterstützen, im Gegenzug entfällt der Bristol-Ridge-Support. Eine Stichprobe im reichhaltigen Gigabyte-Sortiment bestätigt diese Aussage - selbst Low-End-Platinen wie das A320M-S2H V2 führen den Ryzen 9 3900X in der offiziellen CPU-Kompatibilitätstabelle. Gigabyte räumt dementsprechend ein, dass nicht alle alten Mainboards das volle Potenzial der Ryzen-9- oder auch Ryzen-7-3000-CPUs ausreizen können.
• Asrock-Übersicht: Ryzen-3000-Updates
• Asus-Mitteilung: Ryzen-3000-Updates
• Biostar-Übersicht: Ryzen-3000-Update-Ankündigung
• MSI-Übersicht: Ryzen-3000-Light-Updates

Fakt ist aber: Die TDP von 105W gilt ebenso wie der max, Single Core Boost und der Stock Takt. Ob und wann ein Chip auf einer höheren Kernlast höhere Taktraten anlegt, ist natürlich vom Board abhängig.
Somit ist auch ein B350 für einen 3950X kein Problem. Man wird halt dann wahrscheinlich "nur" 3,6Ghz AllCore sehen, statt vlt. 4,0 bei einem High-End Board.
Ein 570er Board halte ich VRM Technisch nicht für notwendig, wenn man ein gutes X370 Board hat. Mein Board z.b. hat 6 mal 60A IR3555 Powerstages, also einen theoretischen Maximalstrom von 360A (übrigens höher als vom Crosshair 6 mit 8 x 40A NexFet). Das reicht dicke für den 16 Kerner, auch mit OC.
Im Grunde eignen sich alle X370 Boards, die auch bei Ryzen 1000 eine gute OC Figur gemacht haben. Die anderen müssen sich dann halt auf Stock beschränken, was aber ohnehin nicht so tragisch ist, da Ryzen 3000 eh schon am Limit läuft.
Und für diejenigen, die absolut sicher gehen wollen, gibt es den guten alten Lüfter für die VRMs.
Das ganze kann ohne Turbo und mit UV natürlich völlig anders ausschauen. Man sollte auch nicht vergessen das die UEFI Updates immernoch Beta sind ! Das wird ein Grund für die erhöhte Leistungsaufnahme sein, sowohl im Idle als auch unter Last.
Habe nen 3700x und kriege ihn nicht zum laufen auf meinem neuen MSI B450 Gaming Pro Carbon AC.
20-30 mal geflashed, einmal kurz hatte er das msi logo gezeigt, ansonsten blackscreen und LED Lampe leuchtet rot (cpu)
Gibt viele die das selbe Problem haben (bei reddit im MSI bereich kann man das lesen) MSI Gaming
Ich hoffe dass freitag nen update raus kommt...... Könnte kotzen, cpu liegt hier seit dem 09. und ich kann ihn nicht nutzen :'(
Gruß
Johnny05
Ich sehe da mit meinem Crosshair VI X370 gelassen entgegen. Das einzige was mir Sorgen macht ist die Ram Unterstützung. Hoffe dass 3600 cl16 in Combo mit einem R9 12 Kerner auf dem CVI läuft.
In zwei bis drei Jahren date ich dann auf PCI 4/5 up. Bis dahin sollten die Aufpreise und auch die Chipsatzlüfter verschwunden sein.