Ryzen-Tod auf Asrock-Mainboards: BIOS-Update soll helfen
Nach Berichten über defekt gehende Ryzen-9000-CPUs auf Asrock-Mainboards konnte der Hersteller das Problem offenbar aufspüren und per BIOS-Update fixen.
Seit Anfang des Jahres häuften sich Berichte über "abrauchende" Ryzen-9000-Prozessoren auf Asrock-Mainboards, insbesondere beim beliebten Ryzen 7 9800X3D, doch weder Asrock noch AMD sahen hier direkte Verantwortlichkeit bei sich. Auf der kürzlich abgehaltenen IT-Messe Computex will der Youtube-Kanal "Tech YES City" nun aber seitens Asrock erfahren haben, dass das Problem mit den neuesten verfügbaren BIOS-Updates für die Mainboards behoben worden sein soll. Offiziell ist das aber noch nicht.
Das Problem stand demnach nicht wie ursprünglich kolportiert im Zusammenhang mit der SoC-Spannung oder einer behaupteten Speicherinkompatibilität, sondern mit Einstellungen der automatischen Übertaktungsfunktion Precision Boost Overdrive (PBO) beziehungsweise konkret EDC und TDC. EDC (Electrical Design Current) ist dabei die maximal erlaubte Stromstärke, die das Mainboard an die CPU liefern darf, und TDC (Thermal Design Current) die maximale Stromstärke, die das Mainboard dauerhaft und innerhalb der thermischen Limits bringen darf.
Defekte Ryzen-CPUs bei Asrock: Vor allem Mid- und High-End-Mainboards betroffen
"Im Wesentlichen sagen sie, dass es sich um ein Problem mit der Stromstärke handelt, das bei den Precision-Boost-Overdrive-Einstellungen auftritt. Insbesondere diese Mittelklasse- und High-End-Motherboards - zum Beispiel ein B650E oder ein X670E Taichi oder sogar ein B850 Steel Legend - sind in der Lage, Ryzen-CPUs der 9000er-Serie mit ihren maximalen PBO-Einstellungen zu betreiben", so der Youtube-Kanal.
"Asrock hat mir gesagt, dass sie diese Einstellungen zu aggressiv gewählt haben, als dass die CPUs damit umgehen könnten, zumindest die früheren Samples. Sie versprachen mir jedoch, dass diese Probleme mit den neuesten BIOS-Updates, die sie für diese Mittelklasse- und High-End-Motherboards herausbringen, behoben wurden. Sie sagten auch, dass Boards der unteren Preisklasse, z. B. ein A620 HDV oder Ähnliches, nicht von diesem Problem betroffen sein sollten, da die PBO-Einstellungen absichtlich herabgesetzt wurden, weil es sich bei dem betreffenden Motherboard nicht um ein High-End-Modell handelt."
BIOS-Update empfohlen, Asrock und AMD schweigen noch
Wie Videocardz Bezug nehmend berichtet, erwähnte Asrock darüber hinaus das Vorhandensein sogenannter "Schattenspannungen" im BIOS, die sie bisher nicht ändern konnten. Sie hätten jedoch jetzt mutmaßlich dank AMD Zugriff darauf und auch diese Spannungen angepasst. Bisher gibt es keine offizielle Stellungnahme von Asrock oder AMD zu der Problematik, geschweige denn ein offizielles Austauschprogramm für betroffene CPUs.
Im Idealfall sollten dem Bericht nach die verfügbaren BIOS-Updates weitere CPU-"Todesfälle" verhindern, wobei viele Besitzer, die derzeit nicht betroffen sind, wahrscheinlich gar nicht wissen, dass ein BIOS-Update künftige Ausfälle verhindern könnte. Wie 3dcenter.org anmerkt, verbleibt dazu derzeit eine Unsicherheit, ob das Problem damit wirklich gelöst ist. Das gelte insbesondere auch mit Hinblick darauf, dass "ein abrauchender Ryzen 9000 zu 17 % auch auf Mainboards anderer Hersteller aufgetreten ist - was aber auch andere Ursachen haben könnte".
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Auch wenn es an eindeutigen Beweisen für die Schuld Asrocks noch fehlt, das Gegenteil ist auch nicht bewiesen. Die Auffälligkeit ist aber nun mal da, mehr als bei jeder anderen Marke
Ich bin also kein Asrock-Anti, aber die Diskussionen hier bei denen Asrock pauschal heilig gesprochen wird und man den Eindruck erwecken will dass Asrock mehr verkauft als alle anderen und die User einfach nur unfähig sind sehe ich problematisch.
Aber ich wiederhole mich: Eine seriöse Grundlage für Schuldzuweisungen fehlt.
Vielleicht sollte man keine Asrock-Boards kaufen? Vielleicht sollte man keine Kühler mit xxx,x N Anpresskraft verwenden? Vielleicht sollte man einen großen Bogen um CPUs aus dem oberen linken Wafer-Achtel, drei Plätze von der Außenkante machen? Vielleicht Sind Netzteile Marke X ein Problem? Vielleicht gibt es eine bestimmte Software-Kombination, die jede x86-CPU grillt?
Mainboards sind natürlich eine nahliegende Option bei CPU-Schäden, aber es dürfte keine zweite Problemstellung geben, die öffentlich derart detailliert untersucht wurde (nicht-öffentlich fallen mir auch nur Intels in-House-RPL-Analysen ein), ohne etwas zu finden. Also ist das Rätsel komplett offen und jeder, der unbedingt einen Stein werfen möchte, sollte das vielleicht senkrecht nach oben machen, damit der Rest der Welt eine Ruhepause hat.
Es bleibt rätselhaft, aber die Auffälligkeit ist nicht völlig von der Hand zu weisen.
Die Standardeinstellungen älterer BIOSse wurden korrigiert, da war wohl wirklich nicht alles optimal. Das sehe ich noch als normal, aber wenn man diverse Probleme allein von Asrock hört sollte man das nicht einfach wegwischen.
Bei Marken wie Asus und Gigabyte gibts bei Kleinigkeiten die größten Shitstorms, bei Asrock und MSI weniger, so meine Erfahrung der letzten Jahre.
Ich werde das Thema weiter beobachten, denn meist verbaue ich AMD-CPUs. Da Asrock meist viel für den Preis bietet wäre es schade wenn diese Probleme nicht aufgeklärt werden.
In der aktuellen Situation Schuldzuweisungen auszusprechen ist einfach unseriös.
Ist mir jetzt etwas zu vereinfacht.
Da ich nicht die Endkunden-Verkaufszahlen für AM5-Mainboards kenne kann ich auch nicht sagen dass Asrock das 6x von Asus verkauft hat und die Ausfälle prozentual gleich sind.
Und wieder wird vergessen das Asrock selbst Fehler eingeräumt hat und es deshalb BIOS-Updates gab
Ich glaub wenn Asus so auffällig wäre würde man nicht so zwanghaft verteidigen, denn Marktführer = Böse