Intel i225-Netzwerk-Chip mit Hardware-Fehler, Rocket-Lake-Produktion im 2. Halbjahr
Intel muss einen Hardwarefehler beim i225-Netzwerk-Chip einräumen, der auch nicht mal eben gelöst werden kann. Gleichzeitig bestätigt man den Produktionsbeginn von Rocket Lake im zweiten Halbjahr 2020. Das sorgt für Mutmaßungen, Comet Lake könnte nur einen kleinen Auftritt haben.
Beim Chipdesign geht hier und da auch mal was schief, wie überall, wo Menschen arbeiten. Bei Intel hat es nun den i225 erwischt, das ist der Ethernet-Controller für 2,5G. Der Controller soll schwerpunktmäßig auf Mainboards mit Z490 verbaut werden, dürfte aber auch andernorts zu finden sein, wie etwa auf ein paar bereits verfügbaren Boards für Intel.
Intels Problem ist eine Varianz im sogenannten Interpacket Gap, das ist der minimale zeitliche Abstand zwischen zwei gesendeten Paketen. Im Zusammenspiel mit diversen Produkten von anderen Anbietern gibt es Schwierigkeiten. Betroffen sind Modelle von Netgear, Juniper und Anquantia bzw. Modelle mit Technologien dieser Hersteller. Nicht betroffen sind Cisco, Huawei, Buffalo und Aruba. Prüfungen laufen noch. Die Nummer könnte durchaus weitreichende Folgen haben, denn der i225 soll als V-Modell auf LGA-Boards und als LM-Modell mit integriertem MAC auch auf AM-Mainboards und anderswo verbaut werden - teils sogar als ODM-Produkt.
Eine einfache Lösung gibt es auch nicht, denn der Fehler steckt in der Hardware und kann nicht einfach abgestellt werden. Fehlerfreie Hardware soll erst im zweiten Halbjahr bereitstehen, zusammen mit dem Produktionsstart von Rocket Lake.
Hat jemand Rocket Lake gesagt?
Rocket Lake hört man da bereits, obwohl nicht mal Comet Lake auf dem Markt ist. Das lässt natürlich viel Raum für Spekulationen. Sicher ist, dass Rocket Lake wohl wieder neue PCHs bekommt. Das ist bei Intel so üblich. Laut Gerüchteküche soll auch PCI Express 4.0 kommen, was dann so oder so neue PCHs erfordert. Dass die Chips aber bereits ab dem zweiten Halbjahr produziert werden sollen, lässt dann doch etwas stutzen. Das wäre schneller, als man vermutet hätte.
Die Verfügbarkeit wird natürlich nicht mit dem Start der Produktion zusammenfallen, aber Anfang kommendes Jahr als Ankündigung für Rocket Lake kann nicht ausgeschlossen werden. Die CES wird dann wohl wieder stattfinden. Rocket Lake verspricht mit Willow-Cove-Kernen eine verbesserte IPC, die über Sunny Cove liegen soll. Die ganze Nummer lässt Hardwaremagazine bereits darüber spekulieren, dass Comet Lake nicht lange auf dem Markt sein wird.
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Lösung des Ethernet-Problems?
Eine Lösung des Problems mit dem Ethernet-NIC... gibt es nicht. Den Hardwarefehler kann man nicht per Softwarefix oder Microcode-Update abstellen. Man kann nur den Betrieb auf 1 Gbit/s beschränken, was aktuelle Treiber automatisch tun, oder darauf achten, dass man eine neue Hardware-Revision bekommt. Die fehlerhafte ist das B1-Stepping; die fehlerfreie Version ist das B2-Stepping. Der Fehler muss auch nicht zwingend überdramatisiert werden: Im 2,5G-Betrieb mit bestimmten Gegenstellen kommt es zuweilen zu Paketverlusten, was den effektiven Durchsatz mindert. Das ist ärgerlich, wenn man betroffen ist, kann nun aber auch geplant werden. Entweder kauft man Mainboards mit B2-Chip oder man vermeidet eine Kombination aus Hardware, in der Paketverlust vorkommen kann.

Diese Aussage gilt erstmal nur für den einen ungenannten MB-Hersteller.
Intel LAN-Controller: Foxville alias I225 braucht einen Hardwarefix - ComputerBase