Asus-Mainboards: Update-Software im UEFI bringt Komfort und Sicherheitsbedenken

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Asus-Mainboards: Update-Software im UEFI bringt Komfort und Sicherheitsbedenken
Quelle: Asus

Einige neue Asus-Mainboards bringen eine "Armoury Crate" genannte Software mit sich, die sich selbst in Windows integriert. Dafür wird die von Microsoft entwickelte Windows Platform Binary Table verwendet. Das Programm installiert auf Wunsch einen LAN-Treiber und lädt dann weitere Treiber aus dem Internet herunter. Da die Software unabhängig vom Betriebssystem ist gibt es Sicherheitsbedenken.

Im UEFI einiger neuer Desktop- und Laptop-Mainboards von Asus befindet sich ein Programm, das bereits beim Erststart von Windows automatisch ausgeführt wird. Die "Armoury Crate" genannte Software wird über die Windows Platform Binary Table (WPBT) ausgeführt. Diese dient dazu, um Systemen ab Windows 8 eine Möglichkeit zu geben, wichtige Treiber bei einer Änderung oder Neuinstallation des Betriebssystems automatisch zu laden. Das UEFI hinterlegt dafür das entsprechende Programm, das auf einem Chip auf dem Mainboard gespeichert ist, im RAM und trägt die Speicheradresse in der WPBT ein.

Mehr Komfort bei der Treiber-Installation

Windows-Popup von Asus Armory Crate Quelle: Heise.de Windows-Popup von Asus Armory Crate Dieselbe Vorgehensweise und Zielsetzung hat auch Armoury Crate: Ein integriertes Installationsprogramm fragt den Nutzer beim Erststart, ob Armoury Crate heruntergeladen und installiert werden soll. Um das überhaupt zu ermöglichen ist zudem ein LAN-Treiber integriert, der also auch ohne Internetverbindung installiert werden kann. Das ist notwendig, da für den verbauten Netzwerkchip, einem Intel I219-V, unter Windows 10 standardmäßig noch kein Netzwerktreiber enthalten ist.

Ohne die Funktion des Mainboards müssten Nutzer als entweder ein optisches Laufwerk anschließen, um den Treiber von der mitgelieferten CD zu installieren, oder den Treiber über einen anderen Rechner herunterladen und via USB-Stick zum neuen System bringen. Hier bringt Armoury Crate also einen Komfortgewinn. Sobald der Internettreiber und die Software installiert sind, kann man über das Programm dann automatisch die weiteren Treiber installieren lassen.

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Ausschließlich Vorteile bringt die Funktion allerdings nicht, denn sie ist ein potenzielles Sicherheitsrisiko: Ist das im Mainboard hinterlegte Programm infiziert oder enthält es Sicherheitslücken, so ist das nur schwer zu beheben, da es ja bei einer Neuinstallation des Betriebssystems trotzdem noch erhalten bleibt. Das ist vergleichbar zu der Problematik mit dem Laptop-Diebstahlschutz Lojack. Aus diesem Grund kann die Funktion im UEFI deaktiviert werden: Die entsprechende Funktion heißt "Download & install Armoury Crate app". Im Auslieferungszustand ist sie allerdings aktiviert, und bei jedem UEFI-Reset muss man sie erneut deaktivieren.

Quelle: Heise

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    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Abductee Kokü-Junkie (m/w)
        Die weiteren Treiber kommen per USB-Stick wo man sich die wichtigsten Treiber im Vorfeld runtergeladen hat.
        Ohne Chipset oder bei alten Betriebssystemen USB-Treiber würde nicht mal die Tastatur oder Maus funktionieren.

        Der LAN-Treiber ist essentiell, aber den zu installieren ist absolut kein Problem.
      • Von Abductee Kokü-Junkie (m/w)
        Die weiteren Treiber kommen per USB-Stick wo man sich die wichtigsten Treiber im Vorfeld runtergeladen hat.
        Ohne Chipset oder bei alten Betriebssystemen USB-Treiber würde nicht mal die Tastatur oder Maus funktionieren.

        Der LAN-Treiber ist essentiell, aber den zu installieren ist absolut kein Problem.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Der LAN-Treiber ist für Anfänger einer der problematischsten Treiber überhaupt, weil sie ohne ihn keinen Zugang zu weiteren Treibern, Online-Ratgerbern und ähnlichem haben. Der I/O-Hub arbeitet dagegen erstmal so und aktuelle Windows-Versionen bringen auch einen NVME-Treiber mit. Nur für Windows-7-Nutzer, die letzteren und zusätzlich XHCI integrieren müssen, haben andere Treiber noch höhere Priorität – aber wer heute ein Windows 7 auf einen neuen Rechner installiert, der weiß in der Regel genau was er will und was er machen muss.

        Ergänzung zum Maximus XI Hero: Ich habe ein Image der einheitlichen Mainboard-Testumgebung probehalber auf 1803 geupdatet und dann ebenfalls den Installationsdialog erhalten. Lehnt man ab, läuft ab sofort ein AsusUpdateService im Hintergrund (1,4 MiB, 0 Prozent CPU-Auslastung), die Meldung erscheint aber nicht erneut. Alternativ kann man Armoury Crate eben im UEFI deaktivieren (unter \Tool\).
      • Von Abductee Kokü-Junkie (m/w)
        Wobei nur der LAN-Treiber alleine doch pipifax ist nachträglich zu installieren.
        Das ist ja kein Chipset oder NVMe-Treiber.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Olstyle
        Warum kann man das Rom nicht einfach als virtuellen USB-Stick einbinden? Liefert quasi den selben Komfort aber führt nicht komplett unkontrolliert Code aus.
        @Killer-LAN: Die echten Karten haben durchaus einen eigenen Chip. Das was auf den Boards ist ist oft nur ein besonderer Treiber für Standardchips (genau wie bei Creative Sound).
        Die ersten beiden Killer-Karten hatten eine einen Chip und die neueste Generation soll auch in Eigenregie entwickelt worden sein. Dazwischen handelte es sich vor allem um Qualcomm-Rebrands mit eigener Software. Die Integration eines UEFI-Teils als USB-Stick wäre vermutlich aufwendiger als einfach einen echten USB-Stick beizulegen (beim Maximus XI Hero übrigens der Fall), ermöglicht aber nicht automatische Anzeige eines DAU-sicheren Installationshinweises.

        Zitat von hellm
        Ja, beim Mainboard sollte man wohl vom UEFI sprechen, mittlerweile. Grafikarten haben aber immer noch ein BIOS, und ein integriertes UEFI/GOP innerhalb dessen. Ich glaub das passt dann so..
        Mit dem klassischen Mainboard-BIOS hat die auf Grafikkarten installierten Firmware ebensowenig etwas gemeinsam, auch wenn sich die Bezeichnung eingebürgert hat.

        Zitat von XXTREME
        Komisch ich muss andauernd den Lan Treiber installieren, zumindest bei Windows 7 .
        Ob man Treiber nachträglich installieren muss oder nicht, hängt vom Alter des Betriebssystem-Images ab. Wer jedesmal ein USB-Installationsmedium neu erstellt oder vergleichsweise alte Plattformen nutzt, muss keine Treiber installieren. Wenn dagegen ein altes Windows auf neue Plattformen trifft, sieht die Situation anders aus. Ich kann von meinen Mainboard-Tests her bestätigen dass der I219-V nicht von Windows 10 Pro 1703 erkannt wird. Armoury Crate allerdings ebensowenig
      • Von KnSN Software-Overclocker(in)
        Ich hatte jahrelang ASRock-Mainboards. ASRock Z170 Extreme6+: Ständig nur Mängel, seien es die zu leistungsschwachen LPCIO-IDCs, von denen in maximal die beiden CPU_FANs die Power aufbringen, um zwei gekoppelte be quiet! Silent Wings 3 HIGH-SPEED an wenigstens 7 Volt anzufeuern, die CHA_FANs waren allesamt Müll, packten teilweise nicht mal einen einzelnen Lüfter dieser Gattung, und das in dieser Preisklasse (UVP 225€), und sonstige Einsparungen, hauptsächlich am CPU/RAM-VRM, durchweg Billig-Plunder, sogar der VDDP-VPP, dieses sogenannte Driect Media Interface an dem Upgrade auf RS2 lädiert ist und im Laufe der Zeit immer mehr Schäden zunahm, bis letztendlich nebst CPU auch Grafikakrte nicht mehr performte. Ich bin froh von den unnötigen Einsparungen weg zu sein und jetzt bei ASUS zu sein und dort bleibe ich.
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