AMD B650: Gigabyte entfernt den PCIe-5.0-Support wieder
Der freigeschaltete PCI-E-5.0-Support auf Mainboards mit AMDs B650-Chipsatz ist Geschichte - zumindest bei Platinen von Gigabyte. Mit einer neueren UEFI-Version wurde das Feature offenbar wieder entfernt.
Wer mit einem AMD-System über eine nennenswerte Anzahl an PCI-E-5.0-Lanes verfügen will, muss sich eigentlich ein Mainboard mit Chipsatz vom Typ B650E, X670E oder X870E zulegen - überall dort sind 24 entsprechende Datenleitungen vorgesehen. Bei den günstigeren Chipsätzen B650, X670 und B850 gibt es hingegen nur vier entsprechende Lanes, und die Chips A620 / B840 müssen sogar ganz ohne PCI-E 5.0 auskommen.
Erst vorwärts, dann rückwärts
Durch Tricks kann es aber offenbar trotzdem gelingen, mehr Lanes mit dem aktuellen Standard zu nutzen. Asus verteilte ein entsprechendes UEFI-Update für ein B650-Mainboard bereits im Februar. Und auch von Gigabyte wurden entsprechende Aktualisierungen angeboten. Jetzt macht das Unternehmen aber offenbar eine Rolle rückwärts: Im Chiphell-Benutzer behauptet Nutzer lh4357, dass die Funktion offenbar wieder entfernt wurde.
Quelle: @9550pro (X)
Das aktuelle Gigabyte-UEFI für AMD-Mainboards mit B650-Chipsatz entfernt den ausgebauten Support für PCI-E 5.0 wieder.
Damit kann PCI-E 5.0 wieder nur mit vier Lanes - also nur für SSDs - verwendet werden. Grafikkarten können mit einem aktuellen B650-UEFI von Gigabyte hingegen nur mit PCI-E 4.0 versorgt werden. In der Praxis dürfte das aber meist kaum einen Unterschied machen. Lediglich Grafikkarten, die weniger Lanes, aber den neueren Standard verwenden - Stichwort RTX 5050 / 5060 (Ti) - werden mit der niedrigeren Datenrate zu kämpfen haben.
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Unklar bleibt, warum Gigabyte beim PCI-E-Support von B650-Mainboards nun eine Rolle rückwärts macht. Denkbar wäre beispielsweise, dass im Betrieb vereinzelt technische Probleme aufgetreten sind - oder dass AMD der Praktik einen Riegel vorschiebt. Schließlich wird dadurch die Abgrenzung zu höherwertigen Chipsätzen aufgeweicht, die AMD aber für mehr Geld verkaufen kann. Falls hier eine entsprechende Weisung gegeben wurde, dürfte die Funktion wohl auch bei Asus bald wieder entfernt werden. Man kann aber natürlich immer noch ein älteres UEFI verwenden, um das Feature zu behalten.
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Quelle: lh4357 (Chiphell) via @9550pro (X)

Man wird sehen, ob sich Gigabyte dazu äußert.
Ich spekuliere mal: Wenn es einen technischen Grund hat, wird Gigabyte sie ein Statement dazu abgeben.
Wenn nichts kommt, wird AMD ihre Finger und spiel haben und ihnen einen Maulkorb verpasst haben.
Schön, wenn man es dann dank so einer "OC"-Option auf eigene Faust probieren kann. Aussagen vom Hersteller gibt es dazu aber in aller Regel nicht. Die 5.0-Freischaltung ist plötzlich und ohne Kommentar aufgetaucht. Dementsprechend unwahrscheinlich ist es, dass sich jemand zum Verschwinden äußern wird.
AMD kann das komplett egal sein. Die verkaufen CPUs und den Chipsatz samt AGESA. Und die Absatzzahlen bei den B850 Boards sind wohl auch so gut genug. Um ein Eingreifen zur Zeit nicht notwendig erscheinen zu lassen. Für mich schaut das nach einem Gentlemen´s Agreement aus. Die AIBs liefern B650 mit Gen5 PEG aus. Bewerben das aber nicht "offensiv" als Feature. Und AMD lässt sie halt gewähren. Immerhin bieten ja auch die "günstigen Intel B860" einen Gen5 PEG...
Außerdem gibt es schlichtweg schon ein B650E SL mit anderer Platine.^^
Bezüglich Gentlemans Agreement und Intel: Das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Intel verbietet den Mainboard-Herstellern schlichtweg keine Funktionserweiterung. Wenn die IME es zulässt, dann ist es auch erlaubt. Selbst für non-K-OC bei Alder Lake gab es keinen Ärger, die Lücke wurde einfach nur für Raptor Lake geschlossen. Und 5.0 ist bis runter zum H610 seit jeher freigeschaltet.
AMD ist da anders drauf. Die nutzen PCI-E-Einbremsungen aktiv zur Marktdifferenzierung und wie damals das vorgehen gegen Freischaltung/Freischaltungsplänen für PCI-Express 4.0 auf B350/B450/X370/X470 gezeigt hat, verhindern sie auch aktiv, dass jemand die mit teuren I/O-Hubs gebündelten Features auf günstigerer Basis anbietet. Damals hat AMD nicht nur die 4.0-Nutzung in neuen AGESA-Versionen blockiert, sondern auch ein Gerichtsverfahren gegen Asus angezettelt, als die einfach den alten Code weiterverwendet haben. Not very Gentleman, nix mit Agreement. Und wenn der Wind aus dieser Ecke weht, dürfte er nicht auf B650 beschränkt bleiben. Gerade der B840 wäre mit 5.0-Freischaltung sehr interessant, bietet er quantitativ doch mehr Schnittstellen als B850 und X870.
Was hat man bei DLSS für ein Theater gemacht und hier wirds mal wieder kleingeredet