AMD A620: Platinen mit Freigabe nur für CPUs mit 65 Watt TDP möglich
AMD ermöglicht den Herstellern für A620-Mainboards eine erleichternde Policy. Nicht mehr jedes Mainboard muss jeden Prozessor aus dem Portfolio unterstützen. Genauer gesagt muss ein A620-Mainboard nur Prozessoren mit einer TDP von 65 Watt unterstützen. Das disqualifiziert offiziell jedes Ryzen-7000-Modell mit X-Suffix. Lesen Sie dazu im Folgenden mehr.
AMDs A620-Chipsatz soll den Einstieg in den Sockel AM5 vergünstigen und das Minimum an Mainboard bedienen, das benötigt wird. Das zeigt sich einerseits in der vollkommenen Abstinenz von PCI-E 5.0, der fehlenden Unterstützung für CPU-Übertaktung per Multiplikator und auch den fehlenden schnellen USB-Anschlüssen. Dafür soll der Einstieg mit Mainboards ab 85 US-Dollar wesentlich günstiger als bisher möglich sein. Dafür musste AMD aber auch noch eine weitere wichtige Policy fallenlassen, die bisher die Mainboard-Preise hochgehalten hat.
Egal welche Platine man bisher für Sockel AM5 erworben hat, sie sind alle für alle Prozessoren für den Sockel freigegeben. Freilich macht es wenig Sinn, einen 16-kernigen Ryzen 9 7950X auf ein Sub-200-Euro-Mainboard zu packen, doch in der Theorie ist es möglich, wenngleich dabei einige Mainboards an ihre Grenzen kommen. Bei A620 sind dabei Einschränkungen möglich, die sicherlich von den meisten Herstellern genutzt werden. Hier müssen die Chips lediglich Prozessoren mit einer TDP von 65 Watt und einem PPT von 88 Watt auskommen können.
Quelle: AMD
A620 im Vergleich mit den größeren Chipsätzen
Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass die Hersteller an den Spannungswandlern weiter sparen können, aber gleichzeitig keine Upgrades auf schnelle Modelle mit vielen Kernen möglich sind. Bereits ein Ryzen 5 7600X hat eine TDP von 105 Watt und ein PPT von 142 Watt und wäre demnach bei einfachen A620-Platinen nicht unbedingt unterstützt und nur die Non-X-Modelle sind sicher kompatibel. Nun kann man einerseits argumentieren, dass das für viele Nutzer ausreichend ist und auch ein Ryzen 5 7600 eine flotte CPU ist.
Andererseits bieten die Mainboards ohne PCI-E 5.0 im M-ATX-Formfaktor bereits genug Einsparpotenzial für die Hersteller und keinen wirklichen Fortschritt gegenüber AM4. Für diesen Sockel konnte man brauchbare Mainboards mit B450- und B550-Chipsatz um 100 Euro erwerben, die die gängigen Modelle mit einer TDP von 105 Watt und einem PPT von 142 Watt problemlos unterstützt haben. Daher bleibt zu hoffen, dass auch für A620 viele Mainboards ausreichend dimensionierte Spannungsversorgungen haben werden und nicht komplett tot gespart worden sind.
Quelle: Toms Hardware

Wenn die Kundschaft "günstige Boards" möchte dann wird eben der Rotstift weiter angesetzt. Bei der VRM kriegst Du sehr schnell einen zweistelligen Dollarbetrag eingespart. VRM Passivkühler weglassen oder ein 80g Alibikühler draufpappen. High-/Lowside FETs mit Driver ICs sind deutlich günstiger als DrMOS oder SPS. Controller der auf max 6 Phasen ausgelegt ist reicht. Kostet kaum Entwicklung. Da kann man einfach alte Designs 1:1 übernehmen. Da bleibt dann nur noch PCIe Gen4 und DDR5 als wirklicher Kostenpunkt gegenüber den ganz alten Schinken.
Wenn man es als AIB auf die Verpackung druckt: Optimized for 65w TDP CPU. Not recommanded for above 105w. Dann wäre das fair und der Kunde weiß was er kauft.
Ist doch gut, wenn Hersterller nun wirklich zurechtgesparte Platinen für einfache Rechner verkaufen dürfen, ohne die ganzen teuren Komponenten für Hochleistungssysteme.
Und es gibt sie, diese Käuferschicht, die auch modernere Prozessoren als die Ryzen 5000 verbauen möchten.
Ein kleiner 7000, 8000 oder gar 9000er ist oft imemr noch besser als ein dicker 5000er mit niedriger IPC.
Außerdem ist es ja nun auch nicht verboten, vollausgestattete 620er Bretter für teures Geld für Anspruchsvolle zu basteln, die das warum auch immer dann haben wollen.
65W ist ja auch für diese Sparte ausreichend genug.
Mein 5800X3D braucht nur 30-40W in Division 2 bei 120 Framelock.
Also normale Spiele und Anwendungen sind doch kein Problem, man kann auch super kleine sparsame und günstige (Mini-)PC's damit basteln.
Vermutlich werden die aber auch von zahlreichen OEM-Billig-PC-Herstellern dann in Massen genutzt werden, weil ja bisher nicht wirklich günstige Rechner für den Massenmarkt möglich waren.
Und mal ehrlich: PCI-E4.0 wird noch ne ganze Weile reichen.
Selbst wenn die nächste Generation Grafikkarten auf 5.0 setzen sollte, so wird man trotzdem noch die übernächste Reihe verbauen können, solange man ein vollen x16 Anschluss hat.
Da steckt ja auch niemand die teuerste Karte rein.
Und wer auf Raff hört, der nimmt auch keine Karte wie eine 3070 mit zu wenig Speicher und schaufelt sich so sein eigenes Bandbreitenspeichergrab.
Das gleiche mit SSDs, derzeit kratzt man langsam an PCIe 3.0 SSDs an, kann sein das PCIe 4.0 M.2 pflicht werden, aber PCIe 5.0 M.2s sind noch lange nicht dran.
Manch B650 haben aber auch M.2 PCIe 5.0, aber nur B650E Boards haben auch PCIe 5.0 für die GPU.
Das billigste B650 Board auf Geizhals für 160€, das ASRock HDV/M.2 hat PCIe 5.0 für die M.2...
Im Gegensatz zur A620 oder B550 Variante hat das B650 Board sogar eine akzeptable VRAM, die einen 7950X ohne OC ohne sehr heiß zu werden am laufen halten könnte. Und es ist das billigste Board...
Auch die ASRock B650 Bretter bis 250€ schneiden gut ab. Das erste ASRock B650E dabei für 250€.
Wer OC betreiben will, kauft ein 300-500€ "E" Brett...
Ich habe da mal CPU/MB/RAM Kombis zusammengebastelt:
Empfohlen:
7700X 339€ | Alternativ: 7800X3D
B650E 250€
2x16GB 6000CL36 RAM 125€
Etwa 715€ für ein neues 8 Kern System mit PCIe 5.0
Oder
5800X3D 310€
B550 ~150€ (gute VRM)
2x16GB 3200CL16 RAM 70€
Etwa 530€ für ein "gleichwertiges" System, aber ohne Upgrademöglichkeit und nur PCIe 4.0.
Für Budget+:
5700X ~190€
B550 ~100€
2x16GB 3200CL16 ~70€
ca 360€
^Kühler in allen Fällen derselbe ca 40€ obendrauf.^
Und das kleinste Budget:
AM4
5600 135€ mit Kühler
B550 ~100€ (kein A520 wegen PCIe 3.0 only)
2x8GB RAM 3200CL16 36€
271€
AM5
7600 für 226€ (inklu Kühler)
A620 ~100-120€
2x8GB RAM 5200CL40 ~70€
396-416€
Alternativ, besser:
7600 226€
B650 160€ mit PCIe 5.0 M.2 und gute VRM
2x16GB CL5200CL40 ~120€
506€
Beim RAM immer das schnellste und billigste in Sachen Latenzen genommen was auch ohne weiteres funktionieren sollte laut AMD. Das wäre etwa 5-15€ mehr für den RAM, das Leistungsplus ist es wert.
Man darf nicht vergessen, das wenn man ein billiges A620 Board kauft, man auch warscheinlich nicht gut upgraden kann. Für die Zukunft ist das nicht. Die Abzüge bei A620 für ca 50€ sind ZU heftig.
Wenn man also sieht das 530€ 5800X3D System ist derzeit das beste P/L und 5600 das günstigste mit Abstand.
Selbst wenn man ein teureres AM5 System baut...wie gut läuft das Board dann noch nach 4 Jahren bevor AM6 rauskommt?
P.S. Im Budget Bereich ist Intel wegen der CPU (12400F) etwas teurer, hat aber interessantere Board bzw mehr Auswahl.
Der 13100F ist ZU schwach fürs Gaming meiner Meinung nach und der 13400F ZU teuer im Gegensatz zum 5600 für Budget-Gaming. Und da Sockel 1700 ja auch schon EOL sein soll, ist wieder der 5800X3D da die bessere Wahl.
Kann verstehen was damit gemeint ist, das der geneigte Käufer eines 7950x schon genug Geld hat um sich auch ein Besseres MB zu kaufen und damit in den Genuß aller möglichen Features kommt.
Aber wenn man nur die Rechenleistung Stock haben will und sonst nix könnte sowas schon theoretisch sinn machen.