Noctua NF-A12x25 G2 im Test: Die zweite Entwicklungsstufe zum Lüfterkönig?
Die Weiterentwicklung des legendären NF-A12x25 ist da - die G2-Version kommt mit vollkommen überarbeitetem Design und nostalgischer Farbkombination. Doch wie gut ist das neue Modell? Wir haben den ausführlichen Test gemacht.
Auf dieser Seite
Die zweite Evolutionsstufe des Noctua-High-End-Lüftersegments hört auf den Namenszusatz "G2". Mit der 140-mm-Variante konnten wir schon das größere Modell im Test begrüßen und dem spannenden Kandidaten eine fantastische Leistung bescheinigen. Dementsprechend sind die Erwartungen beim kürzlich erschienenen 120er-Modell sehr hoch. Kann auch der kleine Bruder die Leistungsspitze erreichen?
Ausstattung
Der NF-A12x25 G2 schlägt mit 35 Euro für einen Lüfter ein deutliches Loch in den Geldbeutel. Dem Preis und der Noctua-Philosophie entsprechend hat man dem Lüfter jedoch auch das absolute Premium-Paket spendiert. Angefangen bei den austauschbaren Silikon-Entkoppelungs-Ecken. Wer den G2 auf einem Radiator nutzen möchte, kann letztere durch einen abdichtenden Silikon-Rahmen ersetzen. Dieses Feature besaß auch schon die Vorgänger-Version des NF-A12x25, der Rahmen wurde jedoch beim neuen Modell sichtlich verbessert und verfügt über eine deutlich optimierte Passform. Neben den Noctua-typischen Silikon-Montagen und den üblichen Gehäuseschrauben legt der Hersteller drei unterschiedliche Kabel bei. Eine Verlängerung, die das 21 cm kurze Kabel auf 54 cm verlängert, einen Splitter, der einen 4-Pin-Anschluss auf zwei aufteilt und einen sogenannten Low-Noise-Adapter, der zwischengeschaltet die Drehzahl des Lüfters reduziert. Eine gedruckte Anleitung ist nicht zu finden, viel zu erklären gibt es bei einem Lüfter aber ohnehin nicht, und Informationen zum Druck- und Durchflussverhalten sind im Inneren des Kartons abgedruckt.
Quelle: PCGH
Üppige Ausstattung: Neben Silikonrahmen, Silikonmontagen und Schrauben finden sich im Lieferumfang auch Splitter, Verlängerung und Low-Noise-Adapter.
Testmethodik
Wir prüfen den NF-A12x25 G2 wie jeden Lüfter mittels unseres lautheitsnormierten Tests. Dafür wird der Lüfter auf unserem Testsystem montiert. Dieses besteht aus einem Intel Core i9-12900K, der auf einem Gigabyte Tachyon Z790 sitzt. Die Abwärme der CPU wird durch einen Custom-Wasserkühlungskreislauf und einen 120-mm-Radiator mit 30 mm Dicke abgeführt. Auf letzterem findet jeder zu testende Lüfter Platz und muss seine Leistung beweisen. Doch vorerst wird der Lüfter einer Lautheitsnormierung unterzogen. Dabei justieren wir die Drehzahl mittels Aquaero-6-PWM-Steuerung so lange, bis unser Lautheitsmessgerät, ein Cortex Analyzer NC10, in 50 cm Abstand zur Lüfternabe fünf repräsentative Werte erfasst.
- 0,2 Sone: Ultra-Silent
- 0,3 Sone: Silent
- 0,5 Sone: Normaler Betrieb
- 1,0 Sone: Last
- 2,0 Sone: Hohe Last
Anschließend wird das System mithilfe des Benchmark-Tools Cinebench R23 in Dauerschleife unter volle Last gesetzt. Die CPU wird dabei im BIOS auf eine feste Abwärme von 200 Watt justiert und beheizt den Custom-Kreislauf. Nun muss der Lüfter bei jedem Messpunkt und der dazugehörigen Drehzahl das System herunterkühlen. Nach je einer 30-minütigen Einpendelphase wird die Wassertemperatur über zwei im Kreislauf integrierte Messsensoren sowie die Umgebungstemperatur des klimatisierten Testraums durch vier Sensoren erfasst. Die Differenz der beiden Temperaturen liefert einen Delta-Wert in Kelvin. Je niedriger dieser ausfällt, desto besser ist die Kühlleistung.
Um zusätzlich die maximale Leistung des Lüfters zu erfassen, stellen wir die Drehzahl schlicht auf das Maximum und messen die Temperaturdifferenz sowie die dabei entstehende Lärmabgabe.
Ergebnisse
Wir vergleichen den neuen G2-Lüfter mit den aktuellen Spitzenreitern im 120-mm-Lüftersegment. Neben dem derzeitigen Leistungskönig, dem Phanteks T30, der mit seiner 30-mm-Dicke und einem beeindruckenden Ergebnis der stärkste Konkurrent ist, hat sich zusammen mit einem ganzen Feld an leistungsstarken Lüftern auch der NF-A12x25-Vorgänger zum Vergleich eingefunden. Und siehe da, der G2 kann abliefern und wird den hohen Erwartungen auch wirklich gerecht. Der neu designte Rotor lässt das Modell bei niedrigen 0,2 Sone mit 1.149 U/min eine hohe Drehzahl erreichen, die wiederum für eine sehr gute Kühlleistung sorgt.
Mit einer Temperaturdifferenz von 21,1 Kelvin spielt der Noctua-Lüfter hier ganz oben mit und kann bei 0,5 und 1,0 Sone sogar noch mehr überzeugen. In Sachen Leistung liefert sich der G2 hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Corsairs RS120 Max und Phanteks T30. Die deutlich dickeren 30-mm-Kandidaten haben bei manchen Messpunkten die Nase vorn, müssen sich aber bei anderen geschlagen geben. Das Phanteks-T30-Topmodell kann beispielsweise bei 0,2 und 0,3 Sone den Sieg einfahren, ist aber bei 0,5 und 1,0 Sone dem G2 unterlegen. Der Corsair RS120 Max ist hingegen bei 0,2 Sone unterlegen und zieht bei den anderen Werten weitgehend gleich mit dem Noctua-Pendant. Damit wäre auch in der Gesamtnote der G2 ein Kandidat für den Sieg, wäre da nicht ein kleines Problem.
In unserem Test kommt die Standard-Variante des Lüfters zum Einsatz und nicht die langsam drehende LS-Version. Trotzdem erreicht der Lüfter lediglich eine maximale Drehzahl von 1.800 U/min. Damit kommt das Modell zwar auf eine niedrige Lärmabgabe von 1,4 Sone, kann aber weder an unserem 2,0-Sone-Messpunkt bewertet werden, noch eine hohe Maximalleistung erreichen. Lüftern wie dem Phanteks T30, der per dreistufigem Schalter auf über 3.000 U/min gebracht werden kann, hat der NF-A12x25 G2 hier nichts entgegenzusetzen. Und obwohl die erreichte Temperaturdifferenz bei maximaler Drehzahl gemessen an der Lärmabgabe mit 15,0 Kelvin gut ist, bleiben die 10,7 Kelvin des T30 unerreichbar.
Was wiederum die Frage aufwirft, warum Noctua dem neuen Modell nicht eine höhere Drehzahl oder einen Wahlschalter spendiert hat? Stattdessen liegt ein Drehzahl-Reduktions-Kabel bei, das weitgehend irrelevant ist, denn die minimal gemessene Drehzahl ohne zusätzliche Drosselung ist mit 367 U/min schon extrem gering. Und auch wenn wir absolute Silent-Fans sind und unsere Lüfter generell bei niedrigen Drehzahlen betreiben, wird das Anwendungsszenario des Lüfters schlussendlich eingeschränkt. In unseren Augen wäre eine zusätzliche High-Speed-Variante angebracht.
Neu versus Alt
Die Weiterentwicklung des NF-A12x25 G2 ist deutlich zu spüren, wenn man die Differenzen zum Vorgänger-Modell betrachtet. Meist kann sich der G2 um circa 0,9 Kelvin absetzen. Obwohl dieser Wert erst einmal gering erscheint, gleicht das im Lüftersegment einem Quantensprung, vor allem unter denselben physikalischen Voraussetzungen. Man hat beim G2 schließlich wieder vorbildlicherweise auf die Standard-Dicke von 25 mm gesetzt und diese nicht auf 30 mm erhöht, um eine höhere Leistung zu generieren - ein im High-End-Lüftersegment oft beobachteter Trick. Lediglich bei der Maximalleistung unterliegt der G2 etwas seinem Vorgänger. Die Maximaldrehzahl wurde schlicht beim neuen Modell reduziert.
Versionen
Wie von Noctua gewohnt, bleibt es mit dem NF-A12x25 G2 nicht bei einem einzelnen Produkt. Man hat dem Lüfter weitere Versionen an die Seite gestellt. Mit dem "LS" gibt es eine Ausführung mit niedrigerer Maximaldrehzahl. Außerdem bietet Noctua ein Doppelset an. Unter dem eingängigen Namen Sx2-PP verstecken sich zwei augenscheinlich normale G2-Lüfter, die jedoch minimal in ihrer Drehzahl verändert wurden. Während einem Modell 50 U/min mehr gegönnt wurden, wurden dem anderen 50 Umdrehungen abgezogen. Das Resultat soll vor allem bei Doppelanwendungen der Lüfter, wie sie beispielsweise auf Radiatoren oder Luftkühlern Einsatz finden, eine niedrigere Geräuschkulisse verursachen. Laut Noctua können Lüfter mit gleicher Drehzahl, die hintereinander oder nebeneinander montiert werden, dank der gleichen Drehzahl Schwingungsinterferenzen und damit eine erhöhte Lärmabgabe erzeugen. Mit dem Drehzahl-Offset will man dieses Problem umgehen.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Die neue G2-Version des NF-A12x25 schlägt mit 35 Euro zu Buche. Damit ist das Modell definitiv im hochpreisigen Bereich angeordnet. Die Leistung im Test liegt allerdings auch auf Top-Niveau. Damit ist der G2 preislich in guter Gesellschaft, die anderen High-End-Modelle schlagen mit ähnlichen Werten zu Buche. Was man bei Noctua jedoch neben der guten Leistung bekommt: eine hervorragende Verarbeitung, Features wie 6 Jahre Garantie und Beigaben wie Silikon-Abdichtrahmen, Splitter, Verlängerungen und Silent-Adapter. Ob man dennoch so viel für einen Lüfter ausgeben möchte, bleibt natürlich die Frage und jedem selbst überlassen.
Fazit
Noctuas neuer NF-A12x25 G2 kann sich im Test als neue Evolutionsstufe beweisen. Wie das größere 140-mm-Modell macht auch der kleine Bruder einen deutlichen Leistungssprung und überzeugt auf ganzer Linie. Lediglich die geringe maximale Drehzahl schränkt das Modell auf die Nutzung im Silent-Bereich ein und kostet ein paar Notenpunkte. Für einen happigen Preis von 35 Euro erhält man einen Silent-Lüfter, der mit einer fantastischen Leistung, guter Ausstattung und klasse Verarbeitung viele andere Kandidaten und den eigenen Vorgänger in den Schatten stellt und sich hervorragend auf jedem Radiator macht. Die traditionelle beige-braune Farbkombination muss man allerdings mögen, auf stilsichere Chromax-Varianten gilt es wohl noch etwas zu warten.
| 120-mm-Lüfter | NF-A12x25 G2 |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | Noctua (noctua.at) |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/3520667 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 35,-/ Note: 3 |
| Ausstattung (20 %) | 2,42 |
| Ansteuerung | PWM |
| RGB | Kein RGB |
| Kabel | 54 cm, ummanteltes Kabel |
| Anschlüsse (Lüfter/RGB) | Standard-4-Pin/kein RGB |
| Entkoppelung | Silikon-Einsätze, Abdichtender Rahmen |
| Zubehör | Schrauben/Montage, Verlängerung, Splitter, Drosselungskabel |
| Eigenschaften (20 %) | 1,28 |
| Material – Gewicht (nicht gewertet) | LCP – 191 g |
| Abmessungen (H × B × T) | 120 × 120 × 25 mm |
| Farbe (Rahmen/Rotor) | Beige/braun |
| Lager (Herstellerangabe) | „SSO2“ |
| Rotor-Durchmesser | 111,5 mm |
| Max. / Min. Drehzahl | 1.808/367 U/min |
| Verarbeitung | Keine Mängel |
| Nebengeräusche | Keine |
| Stärke der Nebengeräusche | – |
| Lebensspanne* | über 150.000 Stunden |
| Garantie | 6 Jahre |
| Leistung (60 %) | 1,47 |
| Temperaturdifferenz bei: 0,2 | 0,3 | 0,5 | 1,0 | 2,0 Sone | Volllast | 21,1 | 19,7 | 18,1 | 15,8 | – | 15,0 Kelvin |
| Maximale Lautheit auf Radiator | 1,4 Sone |
| Nicht erreichte Lautheitswerte | 2,0 Sone |
)* Herstellerangabe


Daher die Frage: Wann gibt es den G2 als Chromax.Black.Swap?