Ausgangslage zu Sockel-1151-CPU von "Skylake-sicherem" Kühler beschädigt
Eigentlich galt "Skylake Gate" nach der Überarbeitung zahlreicher Kühlerhalterungen als erledigt. Jetzt erreichte die Redaktion ein neuer Bericht über eine zerstörte Sockel-1151-CPU.
In diesem Artikel
Update 2 vom 27.12.2017: Untersuchungsergebnisse von Be Quiet ausstehend
Zwischenzeitlich haben wir unsere eigenen Messungen abgeschlossen und die Hardware des Lesers an Be Quiet weitergeschickt. Um keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, werden wir noch die dortigen Ergebnisse abwarten und dann voraussichtlich in der ersten Januarwoche 2018 eine finale Auswertung des Falls präsentieren.
Update vom 7.12.2017: Wechselnde Anpresskräfte mit Dark Rock Pro 3
Quelle: PC Games Hardware
Wie die meisten anderen Kühler auch arbeitet der Dark Rock Pro 3 mit sockelspezifischen Halterungsstreben, die am Kühlerboden verschraubt werden. Bereits kleine Unterschiede im Anzugsmoment dieser Schrauben können den späteren Anpressdruck um 80 N erhöhen oder absenken.
Der Leser hat seine defekte Hardware in Richtung PCGH verschickt und wir haben in der Zwischenzeit noch einmal unser Testmuster des Dark Rock Pro 3 untersucht. Die in der PCGH 07/2017 veröffentlichte Anpresskraft von 380 N konnte hierbei bestätigt werden, allerdings nicht als Maximal-, sondern als typischer Wert. Die Befestigung des Kühlers samt Halterung auf dem Mainboard ist hierbei kein Problem: Abstandshalter definieren einen präzisen Anschlag, sodass die Messwerte bei wiederholter Montage nur um ±10 N streuen.
Anders sieht es bei den Verbindungsschrauben zwischen Kühlerhalterung und Kühler selbst aus. Ziehen wir diese gerade so stark an, dass die Querstreben fest am Kühler sitzen, erzielen wir einen Anpressdruck von 320 N. Bringen wir dagegen mehr Kraft auf und drehen sie ungefähr eine Vierteldrehung weiter, wird die Flexibilität der Querstreben eingeschränkt und wir messen 480 N. Je nach Zusammenbau durch den Anwender weist die Dark-Rock-Pro-3-Halterung also eine wechselnde Steifheit auf, aber keinen hinreichenden Federweg, um derartige Unterschiede zu kompensieren. Über die Auswirkungen dieser Beobachtung auf CPUs können wir aktuell nur spekulieren - auch 480 N sind nur wenig über unseren Messwerten für beispielsweise Scythes Mugen 5.
Originalartikel vom 1.12.2017: Sockel-1151-CPU von "Skylake-sicherem" Kühler beschädigt
Vor zwei Jahren platzte eine Bombe: Intels neue Skylake-Prozessoren waren nicht nur extrem beliebt - sie waren auch gefährdet. Mehrere Kühler am Markt übten vier- bis fünffach überhöhte Anpresskräfte auf Sockel-115X-Prozessoren aus, was im Falle der aktuellen Sockel-1151-Plattform zu einem dauerhaft verformten Substrat und einem Ausfall von Prozessoren und insbesondere Mainboards führte, einschließlich der jüngeren Kaby- und Coffee-Lake-Modelle, was dem Thema anhaltende Brisanz bescherte. Nach dem ersten Auftreten dominierten das Problem und die Reaktionen der Kühlerhersteller wochenlang die Berichterstattung.
Erst nach zwei Monaten, mehreren Kühlernachrüstungen und einem PCGH-in-Gefahr-Test kehrte langsam Ruhe ein: Kurzfristige Schäden ließen sich nur bei einer Kombination aus sehr hoher Anpresskraft und schweren Erschütterungen nachweisen. Wie Nachmessungen in der PCGH 07/2017 und 09/2017 (siehe Tabelle) ergaben, überschreiten die meisten Kühler die Intel-Spezifikationen aber "nur noch" um 50 bis 100 Prozent. Damit bleiben sie deutlich unterhalb der für kurzzeitige, dynamische Belastungen erlaubten Werte. Über die Langzeitwirkung dieser leichten Spezifikationsüberschreitungen konnte bislang aber nur gemutmaßt werden - und ein jetzt der PCGH-Redaktion vorliegender Erfahrungsbericht lässt Zweifel an der trügerischen Ruhe aufkommen.
Quelle: Bjoern Olausson http://olausson.de/
Typisch "Skylakegate": Die Trägerplatine (Substrat) des Prozessors ist zwischen den Auflagepunkten des Sockels nach unten verbogen.
Die Bilder in diesem Artikel stammen von einem Core i7-6700K, der kurz nach dem Launch im Oktober 2015 unter einem Be Quiet Dark Rock Pro 3 verschwand und dort bis vor Kurzem anstandslos seinen Dienst verrichtete. Dann fror der PC von einem auf den anderen Moment ein und ließ sich nicht mehr wiederbeleben - eine Schilderung, die zu älteren Fällen passt und bei der folgenden Zerlegung zeigte das Substrat des Prozessors die für hohe Anpresskräfte typische Verformung. Besondere Brisanz erhält das Thema durch den verwendeten Dark Rock Pro 3, der nicht nur sehr beliebt ist, sondern mit gemessenen 380 Newton im Mittelfeld der derzeit verfügbaren Kühler liegt.
Da es im vorliegenden Fall laut Nutzer keine zusätzlichen dynamischen Belastungen durch Transporte des PCs gab, steht das System repräsentativ für eine Vielzahl von Konfigurationen mit Kühlern diverser Hersteller, die bislang als unbedenklich gelten. Wir werden die betroffene CPU und das Mainboard nächste Woche selbst auf Restfunktionalität untersuchen und prüfen, ob das genutzte Dark-Rock-Pro-3-Exemplar möglicherweise einen Fehler aufweist. Sollte sich der fatale Schaden bei unter 400 N Anpresskraft in Ruhe bestätigen, würde dies die Mehrheit der verfügbaren Kühler in Frage stellen. Bislang galten erst Werte von deutlich über 600 N als kritisch und alles bis 450 N als unbedenklich, solange der Rechner nicht bewegt wird - Intel selbst garantiert wohlgemerkt nur 222 N.
Be Quiet selbst beantwortete unsere Bitte um eine Stellungnahme wie folgt:
"be quiet! testet alle CPU-Kühler-Modelle sorgfältig auf Kompatibilität mit allen auf dem Markt verfügbaren Plattformen. Dabei sind bislang keine Auffälligkeiten aufgetreten. Trotz vielen Tausend verkaufter Kühler des Modells Dark Rock Pro 3 lag dem After-Sales-Team von be quiet! bisher keine Meldung vor, die auf Beschädigung eines Prozessors durch den Kühler schließen lässt. Der vorliegende Fall ist der einzige und wird sehr ernst genommen. Wir werden sehr eng mit PC Games Hardware zusammenarbeiten, um herauszufinden, ob eine Überarbeitung des Haltesystems für den Kühler erforderlich ist."
| Beschreibung | Anpresskraft | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Scythe Mugen 4 (Originalhalterung) | 910 N | Verkauf gestoppt |
| Scythe Ninja 4 (Originalhalterung) | 860 N | Verkauf gestoppt, mehrere Schadensfälle |
| Thermalright Macho Rev. B (Originalhalterung) | 800 N | Verkauf gestoppt |
| Scythe Fuma (Originalhalterung) | 770 N | Verkauf gestoppt |
| Arctic Freezer i32 (Originalhalterung) | 740 N | Verkauf gestoppt |
| Intel-Spezifikation für dynamische Belastungen | 712 N | Höhere Werte gelten als kritisch |
| Thermalright True Spirit 140 BW Rev. A (Originalhalterung) | 620 N | Verkauf gestoppt |
| Thermalright Silver Arrow ITX (Originalhalterung) | 590 N | Verkauf gestoppt |
| Antec Kühler H2O 1200 Pro | 540 N | |
| Scythe Mugen 5 | 460 N | |
| Enermax ETS-T40F-RF | 450 N | |
| Thermalright Macho Direct | 450 N | |
| Be Quiet Shadow Rock LP | 440 N | |
| Scythe Mugen 4 (LGA-1151-Halterung) | 430 N | |
| Arctic Freezer i11 | 430 N | |
| Thermalright True Spirit 140 Direct | 420 N | |
| XSPC Ray Storm Pro Ion AX240 Kit | 400 N | |
| Be Quiet Dark Rock Pro 3 | 380 N | Neuer Schadensfall |
| Thermalright Le Grand Macho RT | 370 N | |
| Enermax Liqmax II 240 | 360 N | |
| Scythe Fuma (LGA-1151-Halterung) | 360 N | |
| Scythe Ninja 4 (LGA-1151-Halterung) | 350 N | |
| Be Quiet Shadow Rock Slim | 340 N | |
| Arctic Freezer i32 (LGA-1151-Halterung) | 320 N | |
| Cryorig C1 | 310 N | |
| Thermalright Macho Rev. B (LGA-1151-Halterung) | 310 N | |
| Noctua NH-D15S | 310 N | |
| Thermalright True Spirit 140 BW Rev. A (LGA-1151-Halterung) | 310 N | |
| Noctua NH-U9S | 300 N | |
| Noctua NH-C14S | 300 N | |
| Noctua NH-D15 | 270 N | |
| Noctua NH-U14S | 260 N | |
| Cooler Master Hyper 612 Ver.2 | 250 N | |
| Cooler Master Master Liquid 240 | 240 N | |
| Thermaltake Frio Silent 12 | 230 N | |
| Thermalright Silver Arrow ITX (LGA-1151-Halterung) | 230 N | |
| Intel-Spezifikation für statische Belastungen | 222 N | Niedrigere Werte sind unbedenklich |
| ID-Cooling Frostflow 240 | 220 N | |
| EVGA | 220 N | |
| Thermaltake Frio Extreme Silent 14 Dual | 220 N | |
| EKL Alpenföhn Brocken Eco | 220 N | |
| EKL Alpenföhn Atlas | 220 N | |
| EKL Alpenföhn Olymp | 220 N | |
| Alphacool Eisbaer 240 | 210 N | |
| EKWB Supremacy Evo | 210 N | |
| Cooler Master Hyper 412S | 210 N | |
| Fractal Design Celsius S24 | 200 N | |
| Cooler Master Hyper 212X | 200 N | |
| Fractal Design Kelvin S24 | 190 N | |
| NZXT Kraken X62 | 190 N | |
| Watercool Heatkiller IV Pro | 190 N | |
| Be Quiet Silent Loop 240 mm | 180 N | |
| Fractal Design Celsius S36 | 180 N | |
| Arctic Liquid Freezer 240 | 180 N | |
| EK Water Blocks EK-Kit S240 | 180 N | |
| EKL Alpenföhn Brocken 2 | 180 N | |
| Alphacool Eisblock XPX | 170 N | |
| Enermax ETS-50 Axe | 160 N | |
| Be Quiet Pure Rock | 160 N | |
| Antec Mercury | 110 N | |
| EKL Alpenföhn Ben Nevis | 110 N | |
| Intel Boxed Kühler (LGA 1155 Sandy Bridge) | 90 N | |
| Intel Boxed Kühler (LGA 1151 Kaby Lake) | 70 N |

auch für die Aufklärung des Drehmomentes und so entstehenden Anpressdruck.
Die Pumpe läuft auf 2800 UPM. Hörbar ist sie dann so gut wie gar nicht. Nur eine Luftblase scheint sich oben abgesetzt zu haben.
Dadurch gibt es schonmal Geräusche Die Lüfter habe ich in SW3 PWM High Speed ausgetauscht. Die AIO ist seit Ende September montiert. Kann man die Schrauben nochmal nachziehn ohne die WLP erneurn zu müssen ??
Besser sind zu einem ähnlich hohen Preis z.B. die Noctua chromax, die gibts jetz auch in schwarz oder als Budget Variante die Artic P12, die gibts einzeln für ein paar Euro und als 5er-Pack für nen Zwanni:
Arctic P12 PWM PST schwarz, 120mm Value Pack ab €' '24,11 (2019) | Preisvergleich Geizhals Österreich
Dazu am besten noch ein Shroud (Abstandhalter) um die effektive Kühlfläche noch mehr zu erhöhen und man hat selbst mit den billigen Artics bessere Kühlleistung/weniger Lautstärke.
Die H150i Pro müsste die gleiche Halterung wie die H100i Pro haben. Bei der habe ich mit maximal angezogenen Schrauben 194 N gemessen. Du kannst sie also bis zum Anschlag anziehen. Die größte Gefahr ist, dass du sie später nicht wieder gelöst bekommst.
Prüfe aber auch ruhig mal die Pumpendrehzahl. Mittlerweile haben die meisten KoWaKü-Hersteller eingesehen, dass viel Radau nicht gut ankommt – wird die Pumpe dann aber zusätzlich noch gedrosselt, können die Temperaturen deutlich ansteigen. Von Corsair H1x0i Pro oder verwandten Cool-IT-Produkten habe ich keine Messwerte zur Hand, aber bei der Asetek-basierten Konkurrenz liegen zwischen default-2.100 U/min und der Minimaleinstellung schon 10 K Unterschied. Die neue Cooler Master Mirage kann man sogar um extreme 40 K ausbremsen, wenn von "0,1 Sone selbst inklusive PCB-Resonanzen" auf "das PCGH-Lautheitsmessgerät ist nicht in der Lage zu erkennen, ob das Ding überhaupt läuft" runterregelt.
auch für die Aufklärung des Drehmomentes und so entstehenden Anpressdruck.
Die Pumpe läuft auf 2800 UPM. Hörbar ist sie dann so gut wie gar nicht. Nur eine Luftblase scheint sich oben abgesetzt zu haben.
Dadurch gibt es schonmal Geräusche Die Lüfter habe ich in SW3 PWM High Speed ausgetauscht. Die AIO ist seit Ende September montiert. Kann man die Schrauben nochmal nachziehn ohne die WLP erneurn zu müssen ??
Wir haben dank einer Zusammenarbeit mit EKL einen Spezial-Teststand für diese Messungen. Und nach mehreren Fällen, in denen Hersteller ihre eigenen Produkte (und einmal sogar ihre eigenen Messverfahren) anhand unserer Ergebnisse korrigieren mussten, kann ich sagen: Das Ding ist nicht nur einzigartig unter Kühlungstestern, sondern auch sehr gelungen.
Die H150i Pro müsste die gleiche Halterung wie die H100i Pro haben. Bei der habe ich mit maximal angezogenen Schrauben 194 N gemessen. Du kannst sie also bis zum Anschlag anziehen. Die größte Gefahr ist, dass du sie später nicht wieder gelöst bekommst.
Prüfe aber auch ruhig mal die Pumpendrehzahl. Mittlerweile haben die meisten KoWaKü-Hersteller eingesehen, dass viel Radau nicht gut ankommt – wird die Pumpe dann aber zusätzlich noch gedrosselt, können die Temperaturen deutlich ansteigen. Von Corsair H1x0i Pro oder verwandten Cool-IT-Produkten habe ich keine Messwerte zur Hand, aber bei der Asetek-basierten Konkurrenz liegen zwischen default-2.100 U/min und der Minimaleinstellung schon 10 K Unterschied. Die neue Cooler Master Mirage kann man sogar um extreme 40 K ausbremsen, wenn von "0,1 Sone selbst inklusive PCB-Resonanzen" auf "das PCGH-Lautheitsmessgerät ist nicht in der Lage zu erkennen, ob das Ding überhaupt läuft" runterregelt.
Als Maß habe ich immer genommen inwiefern der Kühlblock sich noch bewegt auf der CPU. Nun bewegt er sich sozusagen nicht mehr oder minimal.
Wie messt Ihr den Anpreßdrruck? Die Schrauben würden mit dem Schraubendreher oder der Hand noch was gehen. Eine blöde Situation, wenn man sich da randrehen muss....