EndeavourOS im Porträt: Mission accomplished!
Die niederländische Linux-Distribution EndeavourOS trat im Juli 2019 in riesige Fußstapfen und wollte das geistige Erbe von Antergos antreten. Dieses Vorhaben darf mehr als sechs Jahre später durchaus als gelungen bezeichnet werden, und zwar sowohl für x86- als auch für ARM64-Computer.
EndeavourOS 25.11.24
Ein einsteigerfreundliches Derivat von Arch Linux mit grafischer Installationsroutine, das die Nachfolge des beliebten Antergos antreten sollte, suchten versierte Anwender bereits seit Längerem, was im Juli 2019 dann die niederländische Distribution EndeavourOS auf den Plan rief. Diese übernahm dessen Grundsätze und Ziele mit dem Vorhaben, die große Lücke zu füllen, die das "geistige Vorbild", welches im Mai 2019 eingestellt worden war, hinterlassen hatte. 6 Jahre später darf festgehalten werden: Mission accomplished.
EndeavourOS 25.11.24 alias "Ganymede", so nennt sich das neueste Systemabbild der weitreichend anpassbaren und nicht nur von Profis und Enthusiasten sehr hochgeschätzten Linux-Distribution, welches erst vor wenigen Tagen auf dem offiziellen Download-Server des hoch ambitionierten Projekts für jedermann zum Download freigegeben wurde.
Quelle: EndeavourOS
Das Entwicklerteam hinter EndeavourOS, welches seit Anbeginn von Bryan Poerwoatmodjo, Fernando Omiechuk Frozi und Johannes Kamprad angeführt wird, beschreibt die eigentliche Idee hinter ihrer Linux-Distribution folgendermaßen:
Die Hauptidee hinter EndeavourOS besteht darin, dem Benutzer die Freiheit und Möglichkeit zu geben, ein System für seine ganz spezifischen Anforderungen zu erstellen und das System zu erlernen, indem die gewünschten Pakete mithilfe einer freundlichen und herzlichen Community selbst installiert werden.
- EndeavourOS -
Inzwischen ist EndeavourOS seit mehreren Jahren unter den beliebtesten Linux-Distributionen zu finden und hat eine große Anwenderschaft, Fangemeinde und Community aufgebaut. Auch in dieser Hinsicht konnte das Projekt mit dem großen Vorbild Antergos gleichziehen.
EndeavourOS im Porträt
Doch wie ist es EndeavourOS gelungen, sich darüber hinaus sowohl als eine der populärsten als auch meist geschätzten Linux-Distributionen zu etablieren? Wir schauen uns das offene Betriebssystem, welches mit der Ausgabe 25.11.24 gerade erst ein neues Release veröffentlicht hat, in diesem ausführlichen Porträt einmal ganz im Detail an.
Das neueste Installationsmedium, das sogenannte ISO-Systemabbild oder "Image", EndeavourOS in der Ausgabe 2025.11.24 alias "Ganymede", basiert dabei aktuell auf den nachfolgenden Hauptkomponenten.
Basis und Abstammung
- GNU/Linux
- → Arch Linux
- → Antergos
- → EndeavourOS
- → Image 2025.11.24
- → EndeavourOS
- → Antergos
- → Arch Linux
Umgebung und Desktop
Als Standard-Desktop fungieren KDE Plasma 6.5, welches im Oktober als großes Update seine Premiere feierte und den Linux-Desktop weitreichend umgebaut hat, sowie dessen neuestes Feature-Update KDE Plasma 6.5.3. Außerdem stehen optional zahlreiche weitere aktuelle quelloffene Desktop-Umgebungen für den Anwender zur Auswahl bereit.
- Deepin Desktop 7.0
- MATE Desktop 1.28.2
- Cinnamon 6.4.13
- Budgie 10.9.4
- Gnome 49.2
- LXQt 2.3.0
- Xfce 4.20
Für versierte Anwender und Entwickler stehen zudem besonders leichtgewichtige Fenstermanager wie WORM, Sway, i3, Openbox, Qtile und BSPWM bereit und lassen sich schnell und unkompliziert nachinstallieren. Alles startet mit einer einfach aufzusetzenden Basisinstallation, welche sich anschließend weitreichend anpassen lässt.
Als Basis für EndeavourOS 2025.11.24 ("Ganymede") dienen neben dem neuesten freien Betriebssystemkernel Linux 6.17, welcher zum Release in der Version 6.17.9 vorliegt, auch der für das Spielen unter Linux essenzielle Grafikstack Mesa 3D in der neuesten Version 25.3.0 sowie Nvidias neuester Grafiktreiber in der Version 580.105.08.
Betriebssystemkernel
- Linux 6.17
- Linux 6.17.9-arch2-1
Grafikstack & Treiber
- Mesa 3D 25.3.0 (Git)
- Mesa 3D 24.2.7
- KDE Frameworks 6.20.0
- KDE Gear 25.08.3
- Qt 6.10.1
- Nvidia 580.105.08
Softwarepakete
- EndeavourOS kommt wie Arch Linux als Rolling Release out of the box mit den aktuellsten Softwarepaketen daher.
- Anwendungen wie der quelloffene Browser Mozilla Firefox 145.01 und der E-Mail-Client Thunderbird 145.0 sind auf aktuellsten Stand.
- Gleiches gilt für Laufzeitumgebungen und Bibliotheken wie Mesa 3D 25.3.0 sowie die Grafiktreiber von AMD und Nvidia.
Installation
Die Installation erfolgt mittels der grafischen Installationsroutine Calamares v3.3.14 und geht schnell und unkompliziert von der Hand, ein Linux-Profi muss man hierfür bei Weitem nicht sein. Anschließend begrüßt EndeavourOS den Anwender mit seinem Plasma-Desktop.
Das übersichtliche Welcome Center hilft Einsteigern und Windows-Umsteigern bei den ersten Schritten und relativ einfach gehalten. Alle wichtigen Softwarepakete lassen sich aus den umfangreichen Paketquellen, den sogenannten Repositorien, nachinstallieren.
Da standardmäßig kein GUI-Paketmanager ausgeliefert wird, ist das Team davon überzeugt, dass der Benutzer besser weiß, was er installiert, und daher mehr Kontrolle über das installierte System hat.
Es spielt keine Rolle, ob der Benutzer sich für "pures Arch" entscheidet, GUI-Apps wie Pamac oder Octopi verwendet oder Sandbox-Lösungen wie Snap oder Flatpak verwendet. Der Benutzer entscheidet selbst wie er sein System einrichtet.
- EndeavourOS -
Das Entwickler-Team hinter EndeavourOS hat sich bewusst dazu entschieden, eine Zielgruppe anzusprechen, die entweder Arch Linux bereits benutzt hat, aber eine schnelle und einfache Installation wünscht, oder die sogenannten "Distro-Hopper", welche schon einiges an Kenntnissen haben, aber Arch Linux erkunden wollen ohne dabei das manuelle Installationsverfahren der Basisdistribution durchlaufen zu müssen.
Quelle: EndeavourOS
Das Konzept von EndeavourOS ist von Grund auf dahingehend ausgelegt, dass es sich sowohl an Linux-Experten als auch an Einsteiger richtet, welche ihr Wissen über die Grundlagen und den Aufbau des freien Betriebssystems vertiefen möchten und sich "ihre" bis hinein in das allerletzte Detail vollständig angepasste Linux-Distribution erstellen wollen.
Support für x86 und ARM64
Neben x86-Computern werden ARM64-Systeme von EndeavourOS bedient, wofür die Entwickler insgesamt sechs zusätzliche Systemabbilder zur Verfügung stellen. Insgesamt werden also gleich sieben Installationsmedien zum Download angeboten.
Unterstützte Systeme
Der neueste Build von EndeavourOS wird für die sechs nachfolgenden Systeme und Plattformen zum Download angeboten.
- x86-Systeme
- Pine64 Pinebook Pro
- Raspberry Pi 4 Model B
- Raspberry Pi 5 Model B
- Hardkernel Odroid N2
- Headless Server**
- Headless Server*
**) auf Basis eines Raspberry Pi 4 oder 5. *) auf Basis eines Odroid N2.
Herunterladen
Während das x86-Systemabbild auf der regulären Website zum Download angeboten wird, stehen die ARM-Systemabbilder auf einer dedizierten Seite bereit. Weitere angepasste Installationsmedien für Apples M1, M2 und M3 werden aktuell noch erprobt und sollen voraussichtlich noch etwas länger auf sich warten lassen.
Quelle: EndeavourOS
Weitere Informationen zu EndeavourOS liefern die offiziellen Release Notes, die Projektseite auf GitHub und das Support-Forum.
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Kommentare (2)
Zur Diskussion im Forum-
Von ChrisMK72 Lötkolbengott/-göttinDa(Endeavour) muss ich auch noch reinschauen.

Hab zwar langsam ein Bauchgefühl, dass ich später (nach Mint-Debian Ed.) evtl. wieder zu Cachy zurückkehre, aber ich will als Anfänger erstmal einen besseren Überblick bekommen und auch andere Sachen ausprobieren, bzw. kennenlernen, damit man mehr versteht.
Und wer weiß ... vielleicht gefällt mir auf einmal so eine konservative Herangehensweise (Mint-Debian Ed) besser!?
Who knows.
Bin selber sehr gespannt, wo mich meine Linux-Reise dann mal längere Zeit hinführt.
Aber die Linux-Mint Debian Edition finde ich gerade aus der Sicht der Herangehensweise am spannendsten (als gegensätzliches Modell zum Testen). Glaub, das werde ich als Nächstes drauf spielen. Muss das mal testen.
Warte aber gerade auf den Postboten, mit der AMD GPU. Die will ich vielleicht noch auf Cachy testen.
Bevor dann das ganze Basis-PC-Geraffel auch noch ankommt.
Dann wird eh neu gebastelt.
Direkt zum Diskussionsende -
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Hab zwar langsam ein Bauchgefühl, dass ich später (nach Mint-Debian Ed.) evtl. wieder zu Cachy zurückkehre, aber ich will als Anfänger erstmal einen besseren Überblick bekommen und auch andere Sachen ausprobieren, bzw. kennenlernen, damit man mehr versteht.
Und wer weiß ... vielleicht gefällt mir auf einmal so eine konservative Herangehensweise (Mint-Debian Ed) besser!?
Who knows.
Bin selber sehr gespannt, wo mich meine Linux-Reise dann mal längere Zeit hinführt.
Aber die Linux-Mint Debian Edition finde ich gerade aus der Sicht der Herangehensweise am spannendsten (als gegensätzliches Modell zum Testen). Glaub, das werde ich als Nächstes drauf spielen. Muss das mal testen.
Warte aber gerade auf den Postboten, mit der AMD GPU. Die will ich vielleicht noch auf Cachy testen.
Bevor dann das ganze Basis-PC-Geraffel auch noch ankommt.
Dann wird eh neu gebastelt.
Kann ich eigentlich für alle empfehlen, die nicht davor zurückschrecken, sich einmal sanft mir Arch auseinander setzen zu wollen.