Xfce: Schlanker Linux-Desktop erhält Wayland-Support
Der schlanke und besonders ressourcensparende Xfce-Desktop, welcher auf sämtlichen Unix-ähnlichen Systemen zum Einsatz kommen kann, erhält einen Compositor für das moderne Display-Server-Protokoll Wayland.
Der schlanke und besonders ressourcensparende Xfce-Desktop, welcher aktuell in der aktuellen Version 4.20 vorliegt und auf sämtlichen Unix-ähnlichen Systemen wie Linux und BSD zum Einsatz kommen kann, soll "schon bald" seinen eigenen Compositor für das moderne Display-Server-Protokoll Wayland. In einem Beitrag auf ihrem Blog informieren die Entwickler darüber, weshalb sie sich mit "xfwl4" für eine echte Neuentwicklung und gegen ein Upgrade von "xfwm4" entschieden haben.
Neuentwicklung setzt auf Rust
Der erste Versuch, einen Wayland-Compositor für Xfce zu erstellen, bestand darin, den vorhandenen xfwm4-Code zu modifizieren, um sowohl X11 als auch Wayland parallel zu unterstützen. Dieser Ansatz erwies sich jedoch aus mehreren Gründen als der falsche Weg nach vorn, erklärt das Entwicklerteam im aktuellen Blog-Beitrag.
- Xfwm4 ist so konzipiert, dass es sehr schwierig ist, das Fensterverwaltungsverhalten hinter generische Schnittstellen zu stellen, die keine X11-Spezifikationen enthalten.
- Refactoring Xfwm4 ist riskant, da es neue Bugs auf X11 einführen könnte. Mit zwei parallelen Code-Basen wird eine schnelle Entwicklung und Experimente mit dem Wayland-Komponitor ermöglicht, mit einem Risiko, xfwm4 zu brechen.
- Einige X11-Fensterverwaltungskonzepte sind zu diesem Zeitpunkt einfach nicht verfügbar oder werden von Wayland-Protokollen unterstützt, und der Umgang mit diesen Unterschieden kann in einer X11-ersten Codebasis schwierig sein.
- Die Verwendung der vorhandenen Codebasis würde erfordern, dass wir C und wlroots verwenden, auch wenn eine bessere Alternative zur Verfügung steht.
— Xfce
Der neue Wayland-Compositor soll dank XWayland, einem Kompatibilitätslayer, welcher auch unter KDE Plasma zum Einsatz kommt, auch solche Anwendungen ausführen, die auf das X Windows System ("X11") zurückgreifen. Mit dem ersten öffentlichen Release ist voraussichtlich gegen Mitte des Jahres zu rechnen.
Der Support von Wayland wäre ein wichtiger Schritt für den Xfce-Desktop, welcher damit zu seinen großen Mitbewerbern Gnome und KDE Plasma aufschließen und so nicht länger auf experimentelle Lösungen setzen würde. Die aktuelle Version 4.20 nutzt "libxfce4windowing", das X11- und Wayland-spezifische Aufrufe kapselt.
Nach wie vor gilt Xfce als Geheimtipp für Linux-Anwender, welche sich eine vollfunktionsfähige Desktop-Umgebung wünschen, dabei aber möglichst wenig Systemressourcen opfern wollen oder können.
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Quelle: Xfce via GamingOnLinux
