Life is Strange: Before the Storm - ein Grafik-Adventure mit lauten und leisen Tönen

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Life is Strange: Before the Storm - Screenshots von der E3 (5)
Quelle: Square Enix

Wiedersehen mit Arcadia Bay: Drei Jahre vor Life is Strange gibt's mit dem Prequel Before the Storm ein Wiedersehen mit Chloe Price. Wir konnten uns das Adventure schon einmal auf der E3 ansehen.

Mit Life is Strange präsentierte das französische Entwicklungsstudio Dontnod vor zwei Jahren ein modernes Adventure im Episodenformat, das so gar nicht ins moderne Krach-Bumm-Geschehen gegenwärtiger Triple-A-Spiele passen wollte. Stattdessen ging es ins fiktive Städtchen Arcadia Bay im US-Bundesstaat Oregon. Hier steuerten wir die 18-jährige Heldin Max Caulfield nicht nur durch Beziehungsuntiefen. Außerdem konnte Max die Zeit zurückdrehen - ein prächtiges Instrument, um zweifelhafte Entscheidungen rückgängig zu machen und Puzzles zu meistern.

Life is Strange war erst ein Geheimtipp und räumte dann weltweit so viele Preise ab, dass Dontnod mit den Arbeiten an einem Nachfolger begann. Weil die Franzosen nichts überstürzen wollen, zwei Jahre ohne Neuigkeiten aus Arcadia Bay aber eine lange Zeit sind, erscheint am 24. August das Prequel Life is Strange: Before the Storm. Dahinter stecken die Designer von Deck Nine Games aus dem US-Bundesstaat Colorado.

Chloe gibt Widerworte

Auf der E3 2017 zeigte uns Co-Creative Director Webb Pickersgill einige Szenen aus dem Adventure. Beziehungsweise dessen erstem Teil, denn wie der Vorgänger soll auch die Vorgeschichte in mehreren Etappen erscheinen. Jede davon soll etwa sechs bis neun Stunden lang sein, in der Summe kommen wir also auf eine durchaus vernünftige Spieldauer.

Hauptdarstellerin von Before the Storm ist die 16-jährige Chloe Price - für Serienfans keine Unbekannte. Sie kann zwar nicht an der Uhr drehen, doch in zahlreichen Situationen "Widerworte" geben, was den Verlauf der Geschichte milde bis wild verändern soll. Und die hat es in sich, denn die Designer packten mehr Drama in Chloes Geschichte, als in einem durchschnittlichen Teenager-Film aus den 19880ern steckte.

Rockkonzert mit Hindernissen

Es ist nicht ganz einfach, spoilerfreie Einblicke in ein Adventure zu geben, aber Webb Pickersgill probiert es mit einer Szene, in der Chloe ein illegales Rockkonzert in einer verlassenen Sägemühle besuchen will. "Das ist ganz klar ein neuer Handlungsort, ihr werdet aber auch bekannte Schauplätze wiedersehen", sagt Pickersgill. Allerorten soll es mehr Möglichkeiten geben, mit der Umgebung zu interagieren. In der Sägemühle entscheiden wir uns beispielsweise dafür, einen dort herumlungernden Hund zu kraulen, später hinterlassen wir dort Graffiti und lesen einige Aushänge.

Und was sieht Chloe noch alles in der Sägemühle? Etwa einen Typen, der T-Shirts der heute aufspielenden Band aus dem Kofferraum seines Autos verkauft. Nur dumm, dass Chloe nicht genug Geld dabeihat. Eine kurze Umfrage unter den Zuschauern unserer Vorführung ergibt, dass sie trotzdem zugreifen soll. Natürlich erwischt uns der Verkäufer und will 20 Dollar dafür haben. Wir lehnen ab und grübeln, wie wir dennoch ans Ziel kommen.

Eine Möglichkeit: Wir lösen die Handbremse des Autos, der Wagen rollt los und kommt mit Getöse an einer Wand zum Stehen. Im allgemeinen Chaos greifen wir zu einem Shirt und entdecken daneben die Kasse des Verkäufers. 200 Dollar sind darinnen, doch eine weitere Umfrage sagt: Finger weg. "Interessante Wahl", orakelt Wes Pickersgill. Denn kurz darauf treffen wir Schmalspurdealer Frank, der uns mit Sicherheit einen Joint verkaufen könnte. Die Betonung liegt auf könnte, denn wir haben noch 175 Dollar Schulden bei ihm - also gibt's heute kein Drogen-High.

Kämpfen und/oder rennen?

Etwas später sind wir auf einer Art Galerie und hören der Band zu, als uns zwei Typen in die Ecke treiben. Chloe hatte ein paar Minuten vorher den Drink von einem der beiden verschüttet und das relativ schnippisch abgetan. Nun wollen sie sich für die erlittene Schmach rächen. Die Worte fliegen hin und her, einer erneute Umfrage unter den Zuschauern ergibt unsere Antwort, dass er sie mal kreuzweise könne.

Es kommt zu einer Rempelei, schließlich stehen wir vor der Entscheidung, die beiden anzugreifen oder abzuhauen. "Wählt weise", notiert das Spiel. Die Mehrheit entscheidet sich für den Angriff, wir treten dem einen Typen in die Weichteile und stoßen den anderen zur Seite. Gerade in diesem Moment taucht Mitschülerin Rachel auf, zerrt uns von der Galerie und ab durch die Menge nach draußen. Dealer Frank, von dem wir zwar nichts gekauft, aber den wir mit Respekt behandelt haben, steht auf und versperrt derweil unseren zwei Verfolgern den Weg.

Fortsetzung folgt ...

Die populäre Rachel Amber, die zu Beginn des ersten Spiels spurlos verschwunden ist, ist das ziemliche Gegenteil der eher zur Emo-Fraktion gehörenden Chloe. Doch in einer weiteren Szene zeigt uns Wes Pickersgill, wie die zwei die Schule schwänzen und in einem Park abhängen - was nach ein paar Minuten allerdings total aus dem Ruder läuft und mit einer zerschlagenen Weinflasche und einem Baseballschläger, der zum Einprügeln auf die Umgebung einlädt, endet ...

Fazit: Life is Strange: Before the Storm

Life is Strange war eine erfrischende Abwechslung zu den inzwischen arg formelhaften Telltale-Adventuren. Die waren früher mal gut (The Walking Dead, The Wolf Among Us), sind heute jedoch gefährlich nah an der Grenze zur Beliebigkeit angekommen. Da kam Dontnods Abenteuer mit seinen unkonventionellen und doch aktuellen Themen wie Beziehungstrubel, Mobbing und Selbstmord gerade recht. Auch, wenn das Prequel von einem anderen Studio entwickelt wird, nimmt es einen sofort wieder mit in seinen Bann - so aufmerksame Zuschauer haben wir bei keiner anderen Spielvorführung der E3 gesehen. Wer keine Angst vor leisen Tönen hat, sollte Life is Strange: Before the Storm unbedingt eine Chance geben.

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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rizzard Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Life is Strange: Before the Storm - ein Grafik-Adventure mit lauten und leisen Tönen

        So ich habe am Wochenende erstmalig LiS durchgespielt.
        Episode 1-2 war ja noch eher leichte Kost, doch 3-5 ist dann Spitzenunterhaltung.

        Jedenfalls kann "befor the storm" nun ruhig kommen. Ich bin vorbereitet.
        Wobei ich jetzt Chloe nicht so sympathisch fand.
      • Von Rizzard Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Life is Strange: Before the Storm - ein Grafik-Adventure mit lauten und leisen Tönen

        So ich habe am Wochenende erstmalig LiS durchgespielt.
        Episode 1-2 war ja noch eher leichte Kost, doch 3-5 ist dann Spitzenunterhaltung.

        Jedenfalls kann "befor the storm" nun ruhig kommen. Ich bin vorbereitet.
        Wobei ich jetzt Chloe nicht so sympathisch fand.
      • Von Gamer090 Lötkolbengott/-göttin
        AW: Life is Strange: Before the Storm - ein Grafik-Adventure mit lauten und leisen Tönen

        Ist vorbestellt bei Steam und zwar die Digital Deluxe Edition Hoffentlich wird das Spiel mindestens so gut wie der Vorgänger, kann es sein dass das Spiel im Moment für den PC nur auf Steam vorbestelllt werden kann? Auf der Webseite des Spiels ist keine physische Version bei den Vorbestellungen zu finden.
      • Von Rizzard Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Life is Strange: Before the Storm - ein Grafik-Adventure mit lauten und leisen Tönen

        Ich hatte bis zur letzten Frage alles positiv, und als dann die letzte Familienfrage kam, und ich diese wohl falsch beantwortet habe.... zack Abkürzung nach unten.
        Klasse.
      • Von OField Software-Overclocker(in)
        AW: Life is Strange: Before the Storm - ein Grafik-Adventure mit lauten und leisen Tönen

        Zu mal es bei Kate auch mehrere richtige Möglichkeiten gab.
      • Von scorplord Software-Overclocker(in)
        AW: Life is Strange: Before the Storm - ein Grafik-Adventure mit lauten und leisen Tönen

        Zumindest wenn man sich ihr Zimmer genau angesehen hatte
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