Smarte Lautsprecher im Test: Alexa, Siri und der Google Assistant fallen beim Datenschutz durch
Wer behauptet, dass man sich mit einem Smart-Speaker inklusive Alexa, Siri oder Google Assistant freiwillig eine Wanze in die heimischen vier Wände holt, hat nicht ganz unrecht. Laut einem aktuellen Test der Stiftung Warentest setzen alle drei großen Anbieter von Sprachassistenten die "grundlegenden Prinzipien des strengen europäischen Datenschutzrechts" nur mangelhaft um.
Bis Ende 2018 sind weltweit rund 100 Millionen Smart-Speaker über die Ladentheken gegangen. Musik, Wetter, Nachrichten oder simple Infos aus dem Internet lassen sich dank integrierter Sprachassistenz von Amazon, Apple oder Google bequem via Sprachbefehl abrufen. Insbesondere in Deutschland nimmt das Geschäft mit intelligenten Lautsprechern zu. 11 Millionen Deutsche nutzten vergangenes Jahr bereits aktiv einen Smart-Speaker laut einer Studie des Radiovermarkters RMS. Weitere 6 Millionen planen bereits fest mit der Anschaffung eines derartigen Geräts. Da liegt es nahe, dass sich auch die Stiftung Warentest der Thematik annimmt. In einem aktuellen Test wurden 18 Modelle von 50 bis 330 Euro genauer unter die Lupe genommen. In der Hauptdisziplin, dem Klang der Lautsprecher, können sich die Smart-Speaker behaupten. Was den Datenschutz betrifft, besteht jedoch großer Nachholbedarf bei allen Geräten.
"Alle zeigen Mängel beim Datenschutz", heißt es im Testbericht. Grund seien die Datenschutzerklärungen von Amazon, Apple und Google. Darin werden die "grundlegenden Prinzipien des strengen europäischen Datenschutzrechts" nicht angemessen umgesetzt. Je intensiver die Interaktion mit dem Sprachassistenten ausfällt, umso mehr lässt sich über den jeweiligen Nutzer in Erfahrung bringen. Das betrifft nicht nur den Musikgeschmack, sondern etwa auch politische Interessen, Lebensrhythmus sowie auch biometrische Informationen, die die Stimme transportiert und hier sammeln alle drei großen Namen fleißig Daten, offenbar ohne sich an die geltende Datenschutzgrundverordnung zu halten.
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Wer sich von den gerne auch als "Wanzen" bezeichneten Geräten nicht abschrecken lässt und sich eine möglichst gute Spracherkennung wünscht, scheint am besten bei Google wegzukommen. Die Funktion des Google Assistent sei insgesamt die konsistenteste und funktionierte "auf allen Geräten ähnlich gut". Bei Lautsprechern mit Amazons Alexa seien die Ergebnisse hinsichtlich der Spracherkennung am durchwachsensten. Das ist angesichts der großen Bandbreite an Geräten allerdings wenig verwunderlich. Wer es ganz kurios mag, kann sich mit Alexa beispielsweise auch via Klobrille verständigen. Dafür gibt es immerhin Pluspunkte bei der Stimme von Alexa. Die wirke "natürlicher" als jene vom Google Assistant und Siri. Den vollständigen Test, der sich allerdings hinter einer Paywall versteckt, finden Sie hier auf der Webseite der Stiftung Warentest.
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