Cherryville: Intel SSD 520 mit 240 GByte im PCGH-Test
Heute lüftet Intel den Schleier für die Cherryville-SSD der 520-Serie. In dieser Reihe setzt der Halbleiterriese erstmals die Sandforce-2281-Controller von LSI Logic ein, will sich aber mit einer eigens entwickelten Firmware sowie satten fünf Jahren Garantie vom Mitbewerb abheben. Unser Kurztest klärt, ob das gelingt.
Der Chipgigant Intel ist auch in Sachen Flash-Speicher und SSDs einer der größeren Lieferanten - setzt bislang aber hauptsächlich auf hauseigene Entwicklungen sowohl beim NAND-Speicher selbst als auch beim Controller - Marvell-Ausnahmen in der SSD-510-Reihe mal außen vor. Mit der ebenfalls in der 500er-Liga beheimateten SSD 520, Codename Cherryville, kommt nach über einem Jahr Marktpräsenz bei Herstellern wie OCZ nun auch bei Intel der Sandforce-Controller 2281 zum Einsatz - da Sandforce zwischenzeitlich von LSI Logic übernommen wurde, spricht Intel korrekterweise von LSI Sandforce-Controller und verzichtet auch auf die Marketing-Beihilfe "Sandforce Driven", welche auf den Karton vieler anderer Hersteller prangt. Anschluss an das System findet die SSD über einen SATA-Port mit maximal 6,0 GBit/s, kann natürlich aber auch an SATA-3Gb/s-Schnittstellen betrieben werden.
Wir haben ein 240 Gigabyte fassendes Modell zum Test erhalten - diese Größe stellt üblicherweise die bestmögliche Bestückung bei Sandforce-basierten SSDs dar, kleinere wie größere SSDs können bei der Leistung nach unten hin abweichen. Darüber hinaus bietet Intel auch Modelle von 60 bis 480 GByte zu folgenden Preisen bei Abnahme von Tausenderstückzahlen an, die Einzelhandelspreise werden also wohl zunächst noch etwas höher liegen:
60 GByte: 149 US-Dollar, im PCGH-Preisvergleich ab ca. 130 Euro (Stand: 06. Februar 2012, 17:30 Uhr)
120 GByte: 229 US-Dollar, im PCGH-Preisvergleich ab ca. 210 Euro (Stand: 06. Februar 2012, 17:30 Uhr)
180 GByte: 369 US-Dollar, im PCGH-Preisvergleich ab ca. 330 Euro (Stand: 06. Februar 2012, 17:30 Uhr)
240 GByte: 509 US-Dollar, im PCGH-Preisvergleich ab ca. 450 Euro (Stand: 06. Februar 2012, 17:30 Uhr)
480 GByte: 999 US-Dollar, im PCGH-Preisvergleich ab ca. 900 Euro (Stand: 06. Februar 2012, 17:30 Uhr)
(zum Testzeitpunkt waren nicht alle Modelle lieferbar)
Wie bereits angedeutet, bietet Intel satte fünf Jahre Garantie auf die SSD 520 mit 240 GByte - die Regel sind eher zwei bis drei Jahre. Auch die Ausstattung der 7 Millimeter hohen und per Plastikrahmen auf 9,5 Millimeter getrimmten 2,5-Zoll-SSD kann sich sehen lassen: Montagerahmen, Schraubenset, Daten- wie Stromkabel und eine Migrationssoftware zum Download runden das Paket ab - dazu kommt die Intel-Toolbox, welche eine komfortable Verwaltung der SSD unter Windows ermöglicht und auch unerfahrenen Anwendern mit verständlichen deutschen Beschreibungen zu einzelnen Funktionen weiterhilft.
Quelle: PC Games Hardware
Intel SSD 520 Cherryville 240GB FW 400i Controller SF2281VB1
Quelle: PC Games Hardware
Intel SSD 520 Cherryville 240GB FW 400i NAND 29F16B08CCME2
Wie beim Mitbewerb kommt auch bei Intel NAND-Speicher aus der 25-nm-Fertigung, welche der Prozessorriese zusammen mit Micron betreibt, zum Einsatz. Auf der Platine sind 16 Speicherbausteine mit je 128 GBit Kapazität verlötet, sodass insgesamt 256 Gigabyte vorhanden sind, von denen 16 für's Overprovisioning draufgehen - formatiert bleiben unter Windows noch 223,57 GiByte übrig - auch das ist Standard. Der Flash-Speicher entspricht dem ONFI-Standard und läuft "synchron", nach neuer Nomenklatur ist es also DDR-NAND - die schnellere Option gegenüber den günstigsten SSDs gleicher Kapazität. Nur Toggle-DDR von Samsung und Toshiba kann unter Umständen, besonders bei kleineren Kapazitäten, auf Sandforce-SSDs noch einen Tick mehr Leistung herauskitzeln. Sandforce-typisch nutzt auch die Intel-SSD 520 keinen separaten DRAM-Cache.
Die spezielle Firmware wurde laut Intel mit LSI zusammen entwickelt und soll nur auf Intel-SSDs zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu anderen Herstellern verspricht Intel auch keine maximalen IOPS, sondern nennt einen realistischen, über längere Zeit haltbaren Wert von rund 60.000 IOPS (IOMeter, QD32, 4k aligned random writes) - diesen können wir im Test mit einer halben Stunde IOMeter-Laufzeit bestätigen. Auch die reinen Transferraten der Cherryville-SSD 520 liegen im normalen Bereich entsprechend ausgestatteter SSDs, ohne besonders aufzufallen. Als Prüfstein für unseren Online-Test haben wir uns für den AS-SSD-Benchmark entschieden - einem Worst-Case-Szenario für Sandforce-basierte SSDs. Hier muss sich zeigen, ob sich die lange Zeit, die Intel in die Serienreife der SSD 520 gesteckt hat, auch auszahlt. Die Ergebnisse der PCGH-Praxistests sowie die Wertung der Intel SSD 520 mit 240 GByte finden Sie in der kommenden Ausgabe 04/2012.
Anmerkung: Aufgrund der besonders bei Sandforce-SSDs auftretenden Messschwankungen haben wir jeweils fünf Durchläufe des AS-SSD-Benchmarks aufgezeichnet und das jeweils höchste und niedrigste Ergebnis verworfen, aus den drei verbliebenen Werten haben wir das arithmetische Mittel gebildet.
Data Compression 1
Löblicherweise hat Intel in seinen Laboren Untersuchungen zur Datenkompression angestellt - und zeigt in Begleitdokumenten eine Auswertung sowohl der Häufigkeit einzelner Datentypen als auch deren Komprimierbarkeit. Dies hilft, die Datenkompression in ihrer Wichtigkeit neben der Lebensdauererhöhung des verbauten NAND-Speichers einschätzen zu können. So sind nach den Intel-Daten etwa Outlook-Dateien im Schnitt um 60 Prozent komprimierbar, der Datenverkehr von Sicherheitssoftware sogar bis zu 95 Prozent.
Data Compression 2
Fazit Intel Cherryville SSD 520 mit 240 GByte
Intel hat sich viel Zeit gelassen bis zur ersten Sandforce-basierten SSD. Die Optimierungen haben sich in unseren Tests ausgezahlt und die Performance-Werte überzeugen vollauf. Zusammen mit der umfassenden Ausstattung und der lange währenden Garantiezeit empfiehlt sich Intels Cherryville SSD 520 für Käufer, denen es nicht auf jeden gesparten Euro ankommt - denn eines sind Intels SSDs traditionell nicht: billig. Die unverbindlichen Preisempfehlungen liegen deutlich über dem Durchschnitt für typ-ähnliche Produkte, sodass jeder Interessent für sich selbst die Frage beantworten muss, ob ihm das umfassende Intel-Paket mitsamt der fünfjährigen Garantie den zum Teil deftigen Aufpreis wert ist.
Weitere Tests und Leistungswerte finden Sie in der PC Games Hardware 04/2012, ab 7. März im Handel.
die intel liegt kaum oberhalb der samsung und die corsair performance pro ist gar teurer.
ein sehr interessantes paket aus meiner sicht.
MfG
...davon gibt es wirklich genug in allen Farben von diversen Herstellern
alles in allem nicht schlecht aber auch nur durchschnittlich und nicht ganz preiswert- ich bereue den Kauf einer Samsung 830 jedenfalls nicht...
Da kann ich mir auch ne billigere/schnellere SSD von nem großen Elektonikmarkt holen und für ein paar Euro Garantieerweiterung machen.