Wozu ist ein NAS überhaupt gut? Ein Erfahrungsbericht von Daniel Waadt

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WD My Cloud EX2100 NAS (1)
Quelle: PC Games Hardware

In der Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der letzten Zeit bewegt haben. Dieses Mal schreibt Daniel Waadt, wie er Ordnung in seinem Datenchoas geschaffen hat.

In der Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der letzten Zeit bewegt hat: Heute berichtet Daniel Waadt über seine Erfahrungen mit einem NAS-System.

Aufmerksame Leser der Teamseite in der Print-Ausgabe 09/2015 haben eventuell schon mitbekommen, dass mich das Datenchaos auf meinem privaten Rechner nervt. Zu viele Daten sind auf unterschiedlichen Festplatten verteilt. Dabei sind einige HDDs bei mir fest eingebaut, befinden sich jedoch in einem speziellen 5,25-Zoll-Rahmen, damit ich die Festplatten per Kippschalter nur bei Bedarf einschalten kann. Dabei geht es mir weniger um die Energierechnung, sondern um den Geräuschpegel, da mein Rechner dank SSDs sonst flüsterleise ist und man kaum merkt, ob dieser an oder aus ist. Aus diesem Grund hatte ich zudem USB-3.0-Festplatten angeschafft, die ich nur bei Bedarf angestöpselt habe. Damit war dann das Datenchaos perfekt, zumal ich dabei auch Backups nicht richtig ernst genommen habe und Dateien eher in unregelmäßigen Abständen gesichert habe.

Wie Sie sehen musste also mal eine vernünftige Lösung her. Nach etwas Recherche ist meine Wahl dann auf ein NAS-System von WD gefallen (siehe Bildgalerie samt Fotos vom Innenleben und der Software). Bei meinem WD My Cloud EX2100 kommen zwei 4-TB-Festplatten (WD Red) zum Einsatz. Standardmäßig ist das NAS im RAID-1-Modus konfiguriert, sodass Daten automatisch gespiegelt werden, sobald etwas auf das Gerät kopiert wird. Fällt also eine Festplatte aus, ist das erst mal kein Problem. Nur wie erfahre ich überhaupt, ob es ein Problem mit dem NAS gibt? Ich habe das System extra in einem anderen Zimmer "versteckt", damit ich von Festplattengeräuschen verschont bleibe. Leuchtende Hinweis-LEDs würden mir also nicht auffallen. Ein Blick in die Einstellungen zeigt schließlich, dass man sich per E-Mail benachrichtigen lassen kann, wenn ein Problem vorliegt. Leider wird man zu dieser Seite nicht im Einrichtungsassistent geführt, sodass man da selbst aktiv werden muss, um das zu konfigurieren. Wünschenswert wäre, dass sowas mit einem Firmware-Update optimiert wird oder zumindest auf der Startseite der Benutzeroberfläche darauf hingewiesen wird, dass man eine E-Mail-Benachrichtigung aktivieren sollte.

Laien, zu denen ich übrigens auch gehöre, fragen sich zunächst vermutlich wie ein NAS überhaupt funktioniert und eingebunden wird. In meinem Fall habe ich das NAS-System einfach per Netzwerkkabel an eine Fritzbox angeschlossen. Im Windows-Explorer im Bereich "Netzwerk" erscheint dann automatisch das neue NAS-Netzlaufwerk - ähnlich wie ein USB-Stick. Ordner kann man dabei einfach als Netzlaufwerk einbinden, indem man mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Ordner klickt und dann "Netzlaufwerk verbinden" auswählt. In diesem Hauptordner befinden sich dann alle meine Unterordner mit den Daten. Über die WD-Oberfläche ist es dabei ratsam "Benutzer" und "Freigaben" anzulegen, damit nicht jeder im Netzwerk auf alle Daten zugreifen kann. Außerdem fühle ich mich so sicherer, falls ein Hacker die Kontrolle über meine Fritzbox erlangt. ;-)

Noch ein paar Worte zum Thema Fritzbox: Ursprünglich war der Kopiervorgang von meinem NAS auf eine SSD mit 11 MB/Sekunde sehr langsam. Der Übeltäter war zum Glück schnell gefunden und hört auf den Namen Fritzbox 7390. Das AVM-Gerät ist standardmäßig so eingestellt, dass einige LAN-Ports nur mit 100 Mbit/s statt 1 Gbit/s betrieben werden. Dadurch soll der Energieverbrauch reduziert werden. Unter den "Netzwerkeinstellungen" im AVM-Menü lassen sich diese Einstellungen aber ändern. Daher der Hinweis, damit Sie sich nicht mit den gleichen Problemen wie ich rumärgern müssen.

Vom Cloud-Zugriff lasse ich übrigens die Finger. Zwar klingt es schon toll, dass man auch von unterwegs auf alle seine Daten zugreifen kann, doch in Zeiten von NSA (nicht mit NAS verwechseln!)-Skandalen bleibt zumindest bei mir eine Unsicherheit, ob es nicht doch mal einem Hacker gelingt, sich Zugriff zu meinen Daten zu verschaffen - egal wie sicher die Systeme laut Hersteller sind.

Eine Frage beschäftigt mich aber noch: Ein NAS mit zwei Festplatteneinschüben schützt meine Daten bei einem Festplattenausfall. Lösche ich aber versehentlich etwas habe ich dennoch kein Backup mehr. Benötige ich also doch wieder eine USB-Festplatte, um die Daten auf meinem NAS zusätzlich zu sichern oder ist gar ein zweites NAS sinnvoll (gerade bei einem Einbruch oder einem Brand in der Wohnung)? Da ich als Fotograf unzählig viele Fotos habe, wäre ein Datenverlust eine absolute Katastrophe. Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit NAS-Systemen gemacht oder welche Lösungen nutzen Sie für ein Backup? Ich freue mich auf die Kommentare weiter unten.

Redaktions-Kolumne
In der Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn bewegt haben. Hierbei handelt es sich nicht zwingend um die Meinung der Redaktion, sondern um die Meinung des jeweiligen Redakteurs.

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    • Kommentare (40)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SilverHarlequin Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Wozu ist ein NAS überhaupt gut? Ein Erfahrungsbericht von Daniel Waadt

        Ich hab auch lange überlegt, ob ich mir ein NAS zulegen soll. Dann nachgesehen, was es für Geräte gibt.
        Damit war die erste Wahl getroffen: Kein WD oder Buffalo oder ähnliches ... das kann ich mit einfachen Festplatten im Rechner oder auch einen kleinen HTPC auch realisieren. Daher fiel meine Wahl auf ein Synology-Gerät DS1513+ mit 5 Einschüben für Festplatten und dazu WD Red 4TB ... 5x4 = 20GB und da das ganze mit einem Syno-RAID gelöst ist bleiben davon ganze 16TB übrig. Da sind meine ganzen BR/DVD/Audio/Bilder-Daten drauf - schont meine Originalscheiben . Der Zugriff erfolgt via HTCP und den beiden Rechner zuhause. Zusätzlich sichert Acronis einmal pro Monat inkrementell die Daten und einmal pro Jahr dazu ein Komplett-Backup.
        Das kann man fast mit jedem NAS anstellen - jetzt kommt das schöne. Bilder Musik und Videos sind über den Medienserver im NAS bereit überall hin gestreamt zu werden; zuwohl via Internet als auch im Heimnetzwerk, der Zugriff wer auf was zugreifen kann erfolgt über Steuerung der Benutzerkonten für die einzelnen Geräte und zusätzlichen OptIn für sensible Daten.
        Die ganzen Daten sind auch noch über ein Bilder-/Musik-/Video-/
        Dazu läuft nebenbei im NAS noch ein kleiner Webserver mit PHP um meine eigene Kiste zu entlasten und nicht die ganze Zeit ein Apachi, Java Manager, Naode,js, SQL & MariaDB usw. im Hintergrund laufen zu lassen (ja, ich bastel ein wenig an verschiedenen Seiten und teste die gerne vorher).
        Ach ja, als Cloud kann man auch noch nutzen
        Um Strom zu sparen hat das ganze zu guter letzt noch nen WOL eingebaut.

        Und ja, der Spaß war nicht billig - dafür ist es komfortabel, nach einigen rumgefluche läuft es auch ganz ohne irgendwelche zicken, ist klein, stromsparend, flüsterleise und falls ich mal mehr platz brauche kann ich einfach jederzeit eine Platte nach der nächsten wechseln.

        So long...
      • Von SilverHarlequin Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Wozu ist ein NAS überhaupt gut? Ein Erfahrungsbericht von Daniel Waadt

        Ich hab auch lange überlegt, ob ich mir ein NAS zulegen soll. Dann nachgesehen, was es für Geräte gibt.
        Damit war die erste Wahl getroffen: Kein WD oder Buffalo oder ähnliches ... das kann ich mit einfachen Festplatten im Rechner oder auch einen kleinen HTPC auch realisieren. Daher fiel meine Wahl auf ein Synology-Gerät DS1513+ mit 5 Einschüben für Festplatten und dazu WD Red 4TB ... 5x4 = 20GB und da das ganze mit einem Syno-RAID gelöst ist bleiben davon ganze 16TB übrig. Da sind meine ganzen BR/DVD/Audio/Bilder-Daten drauf - schont meine Originalscheiben . Der Zugriff erfolgt via HTCP und den beiden Rechner zuhause. Zusätzlich sichert Acronis einmal pro Monat inkrementell die Daten und einmal pro Jahr dazu ein Komplett-Backup.
        Das kann man fast mit jedem NAS anstellen - jetzt kommt das schöne. Bilder Musik und Videos sind über den Medienserver im NAS bereit überall hin gestreamt zu werden; zuwohl via Internet als auch im Heimnetzwerk, der Zugriff wer auf was zugreifen kann erfolgt über Steuerung der Benutzerkonten für die einzelnen Geräte und zusätzlichen OptIn für sensible Daten.
        Die ganzen Daten sind auch noch über ein Bilder-/Musik-/Video-/
        Dazu läuft nebenbei im NAS noch ein kleiner Webserver mit PHP um meine eigene Kiste zu entlasten und nicht die ganze Zeit ein Apachi, Java Manager, Naode,js, SQL & MariaDB usw. im Hintergrund laufen zu lassen (ja, ich bastel ein wenig an verschiedenen Seiten und teste die gerne vorher).
        Ach ja, als Cloud kann man auch noch nutzen
        Um Strom zu sparen hat das ganze zu guter letzt noch nen WOL eingebaut.

        Und ja, der Spaß war nicht billig - dafür ist es komfortabel, nach einigen rumgefluche läuft es auch ganz ohne irgendwelche zicken, ist klein, stromsparend, flüsterleise und falls ich mal mehr platz brauche kann ich einfach jederzeit eine Platte nach der nächsten wechseln.

        So long...
      • Von OberstFleischer PC-Selbstbauer(in)
        AW: Wozu ist ein NAS überhaupt gut? Ein Erfahrungsbericht von Daniel Waadt

        Bei mir läuft das Backup mit Acronis 1x die Woche übers LAN. Manchmal auch manuell, wenn nötig.
        Eine Raid1-Spiegelung spar ich mir. Dafür aber nutze ich "Enterprise"-HDDs von WD im NAS, die haben eine niedrigere Ausfallquote.
        Separat exsistieren diverse USB-Platten mit den wichtigsten Daten zusätzlich.
      • Von shadie Volt-Modder(in)
        AW: Wozu ist ein NAS überhaupt gut? Ein Erfahrungsbericht von Daniel Waadt

        Zitat von Olstyle
        AMD GPUs verbrauchen 0W wenn die Monitore aus bleiben. Von den HDD schreibst du selbst dass sie bei den 34W Idle geparkt waren. Und hoch fahren muss man nur was man nicht im Standby oder zumindest im Ruhezustand geparkt hatte (wo der Verbrauch quasi Plattform unabhängig rein am NT hängt und unter 0,5W betragen kann).
        Du Spielst auf Zero-Core an richtig?

        Nur blöd dass das "Feature" bei der R9 Reihe nicht mit HDMI und DP verbundenen Geräten funktioniert.
        lediglich mit DVI gehts....

        Selbst wenn eine HDD die Köpfe parkt verbraucht Sie noch Strom.

        Und noch mal.

        Es ist wie gesagt Geschmackssache

        Bei mir, klappt das ganze mit Zero-Core nicht da ich 3 Monitore nutze und somit zwangsläufig einen via. HDMI/DP verbinden muss.

        Das heißt mein System würde zu den 55W + 20W / bzw wenn die GPU im takt springt 70W fressen.

        Dann besteht noch das problem namens Windows.
        Läuft bei weitem nicht so stabil wie Freebsd oder Linux
        Bedarf Pflege bzgl. Updates.

        Ein Fertig-Nas stellt man sich hin und gut
        Ein selbstbaunas mit Freenas konfiguriert man sich, ab in die Ecke damit und gut is.

        Ich muss keinen Finger mehr rühren, es läuft einfach. (wenn man auf einen qualitativ guten Hersteller gesetzt hat)
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Wozu ist ein NAS überhaupt gut? Ein Erfahrungsbericht von Daniel Waadt

        AMD GPUs verbrauchen 0W wenn die Monitore aus bleiben. Von den HDD schreibst du selbst dass sie bei den 34W Idle geparkt waren. Und hoch fahren muss man nur was man nicht im Standby oder zumindest im Ruhezustand geparkt hatte (wo der Verbrauch quasi Plattform unabhängig rein am NT hängt und unter 0,5W betragen kann).
      • Von shadie Volt-Modder(in)
        AW: Wozu ist ein NAS überhaupt gut? Ein Erfahrungsbericht von Daniel Waadt

        Zitat von Olstyle
        Schau dir mal an was ein 5960x Plattform ohne Last verbraucht:
        Core i7-5820K und 5960X im Test (Seite 6) - ComputerBase
        Du sparst also ca. 15W. Die du zumindest aktuell durch den Dauerbetrieb gegenüber einem WOL-"Gaming-System" über das Tagesmittel sicher wieder verschleuderst.
        Mit welcher GPU wurde der Wert gemessen?
        Wie viele HDD´s waren verbaut?

        In meinem nas stecken 5 Festplatten! eine HDD frisst im Standby ca. 2 W., wären 10W die man auf den Wert im test drauf rechnen darf.
        Mit meinem J1900 MB würde mein Verbrauch noch mal deutlich sinken, ich würde schätzen zwischen 10-15W!

        Und wie gesagt.
        Hat man nur 1 Gerät daheim und braucht die von mir genannten Sonderfunktionen einfach nicht, kann man das ja gerne so machen.

        Mir wäre das aber ehrlich gesagt zu umständlich immer wegen jeder Kleinigkeit die ich mit meinem Pi machen will, den Spielepc hochzufahren.

        Ist halt Geschmackssache.
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