Kauf uns doch einfach: Commodore bietet sich Retro-Youtuber an
Der Youtube-Kanal Retro Recipes bat Commodore um eine Exklusiv-Lizenz - und bekam eine überraschende Antwort. Ihm wurde angeboten, das Unternehmen einfach komplett zu kaufen. Genau das hat Retro Recipes nun offenbar vor.
Kaum ein Retro-Computer ist derart bekannt wie der 1982 vorgestellte, legendäre Brotkasten "Commodore C64". Und auch bei Gedanken an einige spätere Produkte des Unternehmens Commodore - Stichwort Amiga - dürften viele Retro-Herzen höher schlagen. Doch trotz des damaligen Erfolgs ist der PC-Hersteller heutzutage schon längst nicht mehr aktiv, er ist in Einzelteile zerfallen, die inzwischen mehrfach übernommen wurden. Neue Geräte unter dem Namen Commodore gibt es nicht.
Lizenzen kaufen - oder gleich das Unternehmen
Die Markenrechte sind aber offenbar noch immer in einem Unternehmen konzentriert - sie werden von der niederländischen Commodore Corporation B.V. gehalten. Diese bietet die Lizenzen wiederum Drittunternehmen an, damit diese offizielle Commodore-Produkte verkaufen können. Dafür muss man die Commodore Corporation aber natürlich beteiligen. Laut dem Youtube-Kanal Retro Recipes verlangt das Unternehmen für die Nutzung laut Gerüchten 15 Prozent Anteil - und mindestens 5.000 US-Dollar im Jahr.
Um die Retro-Szene rund um Commodore-Produkte zu erhalten, wollte er der Commodore Corporation deshalb einen Deal vorschlagen: Er wollte eine Exklusiv-Lizenz kaufen, die er wiederum mit geringerer Gewinnbeteiligung weitergeben kann. So sollten die Kosten auf nur noch 6,4 Prozent des Anschaffungspreises der Produkte sinken. Das sollte wiederum dafür sorgen, dass beispielsweise offizielle Ersatzteile verfügbar werden.
Die Antwort des Unternehmens auf seine Anfrage ist dabei durchaus überraschend. Die Rechteinhaber halten offenbar nicht nur eine Exklusiv-Lizenz für möglich, sondern auch eine Übernahme des ganzen Unternehmens. Sprich: Der Youtuber soll Commodore am besten ganz kaufen.
"Yes, we can grant you an exclusive license, but your team seems to know Commodore better than we do. We might like to sell you the whole company."
"Ja, wir können Ihnen eine Exklusivlizenz erteilen, aber Ihr Team scheint Commodore besser zu kennen als wir. Wir würden Ihnen gerne das gesamte Unternehmen verkaufen."
Auch spannend: Commodore OS 3.0: Retro-Betriebssystem erhält eigenes BASIC
Mit ebendiesem Cliffhänger endet das Video - ein zweiter Teil soll aber zu einem noch unbekannten Zeitpunkt folgen. Dann dürfte es wohl weitere Informationen geben, ob und wie ein Kauf der Markenrechte von Commodore gelingen könnte. Hauptproblem dürfte dabei die Finanzierung sein, denn angesichts des bekannten Namens dürfte der Preis nicht gerade niedrig ausfallen. Aufgrund rechtlicher Probleme entfällt für eine Unternehmens-Übernahme zudem Crowdfunding als Option. Retro Recipes bittet deshalb darum, dass sich interessierte (Groß-)Investoren über ein Formular melden sollen. Ob auf diesem Weg genügend Geld zusammenkommt, dass Commodore den Besitzer wechselt, wird man hoffentlich bald im zweiten Teil des Videos erfahren.
Sammeln Sie Retro-Hardware? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.
Quelle: via Tom's Hardware

Es wird halt wahrscheinlich Lizenzierte Produkte von der Szene für die Szene geben, so klein oder groß wie diese auch sein mag.
Kann mir auch gut Vorstellen das so Produkte wie der Commander X16 unter so einer Lizenz vertrieben werden könnten.
Zu groß darf man halt nicht denken, aber ein Nischemarkt ist schon vorhanden.
Zum restlichen Thema :
So viel Retroglitter wie dieser Marke auch anhaftet, wird der Verkauf vermutlich ihre letzte Option sein.
Lizenzen unter seiner Marke zu vertreiben, aber über die Produkte und deren Qualität keine Kontrolle zu haben? Was haben die erwartet wo das endet? Geld verdienen mit nichts tun?
Das gleiche gilt für den Youtuber, klar man kann das Ding kaufen. Und dann? Also nur weil eine Hand voll Leute der Marke Treue schwören, und man selbst unzählige positive Erinnerungen aus der Jugend mit der Marke und der Zeit verknüpft, heißt das noch nicht das Erfolg garantiert ist.
Erstens: Von den jungen Menschen kennt die Marke kaum eine sau, also müsste man sie erstmal durch geschicktes Marketing abholen.
Zweitens: Das Produkt muss irgendeinen Mehrwert gegenüber der Konkurrenz bieten. Nehmt mir folgende Aussage jetzt nicht übel, aber alles was die Dinger konnten damals, jedes billigsmartphone heute kann mehr und Software von damals könnte einfach emuliert werden.
Drittens: Sich extra einen Brotkasten dafür zum verstauben auf nen Sekretär zu stellen, wer macht das denn heute bitte noch? Das ist Quatsch!
Ich hoffe also er hat ein gutes Konzept was er danach damit anfangen möchte außer einer Aufkleberdruckerei, sonst sollte er das Geld lieber fürs Alter aufs Sparkonto legen!
Sonst halte ich das persönlich für wirtschaftlichen Selbstmord. Was soll daraus werden? Grundig, Telefunken, Nordmende oder Löwe 2.0?
Ich wünsche viel Erfolg!