Sparen in der Speicherkrise? Ein Youtuber baut seinen eigenen RAM im Gartenhäuschen
In Zeiten sündhaft teuren Arbeitsspeichers hat es sich ein Youtuber zur Aufgabe gemacht, RAM selbst herzustellen - im Reinraum seines Gartenschuppens.
Youtuber fallen immer wieder mit interessanten DIY-Projekten auf, die sie auf Kamera festhalten und ihren Zuschauern zur Verfügung stellen. Zu diesen Youtubern zählt auch Dr. Semiconductor (zu deutsch: Dr. Halbleiter), der auf seinem über 65.000 Abonnenten starken Kanal die eigene Herstellung von Arbeitsspeicher dokumentiert. In Zeiten der Speicherkrise kein schlechter Einfall und möglicherweise ein Weg, um viel Geld zu sparen.
Mama, können wir RAM haben? Wir haben RAM zu Hause. Der RAM zu Hause:
Für dieses Unterfangen hat Dr. Semiconductor eigenen Angaben zufolge sein Gartenhäuschen in einen Reinraum der Klasse 100 umgewandelt. Den Umbau hat der Youtuber in einem separaten Video festgehalten, welches gleichzeitig auch das erste auf dem jungen Kanal ist. Im neuesten Video geht es dann um den DIY-RAM: Für den Beginn der Vorbereitungs- und Reinigungsphase des Chipfertigungsprozesses schneidet "der Doktor" zunächst ein paar Siliziumchips aus einer großen Scheibe heraus.
In einem Hochtemperaturofen wird anschließend eine Oxidschicht aufgetragen, die schätzungsweise eine Dicke von 330 nm aufweisen soll. Darauf folgen eine Haftschicht und ein Fotolack. Mittels UV-Belichtung wird eine Maske auf den Fotolack projiziert, damit Dr. Semiconductor die vom Licht getroffenen säuerlichen Bereiche mit einer basischen Lösung neutralisieren kann.
Im nächsten Schritt müssen Source und Drain der Speicherzelle gebildet werden. Dazu gehören unter anderem Ätzprozesse sowie das Dotieren des freigelegten Siliziums, um es hochleitfähig zu machen. Nach mehreren weiteren Abscheidungs- und Ätzschritten sprüht Dr. Semiconductor mithilfe einer feinen Schablone Aluminium auf den Siliziumchip auf und entfernt überschüssiges Material.
Zwar kann der Youtuber die Speicherzellen aufgrund der minimalen Größe nicht mit Drähten an die Testgeräte anschließen, sich in dem Fall aber mit einer Mikromanipulator-Sonde behelfen. Dr. Semiconductor berichtet, dass seine DIY-Speicherzellen eine elektrische Kapazität von 12 pF aufweisen, was ihn zufrieden stimmt. Auf diesen Teilerfolg möchte er aufbauen und ein noch größeres Array mit Speicherzellen herstellen, welches dann "an einen PC angeschlossen" werden kann.
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Quelle: Dr. Semiconductor


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Raff