Commodore 64: US-Bäckerei nutzt den "Brotkasten" noch immer als Kassensystem
Eine US-Bäckerei geht aktuell viral - wegen ihres Kassensystems: Noch immer verrichten zwei Commodore 64 (passenderweise auch als "Brotkasten" bekannt) hier ihren Dienst.
Im Dezember ging auf der X-Plattform ein etwas älteres Bild einer Bäckerei viral: Das 2011 geschossene Foto der Hilligoss Bakery in Browsburg im US-Bundesstaat Indiana zeigt das Kassensystem, das noch immer auf den passenderweise "Brotkasten" getauften Commodore 64 setzt. Das Portal Tom's Hardware hat nun bei der Bäckerei selbst nachgefragt: Hilligoss Bakery verwendet die beiden gezeigten und inzwischen immerhin 43 Jahre alten Commodore 64 auch heute noch als Kasse. Lediglich Kreditkartenbezahlungen werden anderweitig abgewickelt, da hier andere Gesetze und Sicherheitsregeln gelten.
Die zugehörige Tastatur des Brotkastens wurde mit eigenen Aufklebern bestückt, die wahrscheinlich die jeweilige Bäckerware bezeichnen. Das Kassensystem selbst dürfte wohl in der BASIC-Programmiersprache geschrieben sein, das auch für Hobbyanwender zumindest im Hinblick auf Aufwand und Wartung nicht allzu kompliziert sein dürfte. Wann genau die beiden Commodore 64 ihren Weg in die Bäckerei fanden, ist indes nicht bekannt - mit einem Gründungsjahr von 1974 dürfte der C64 aber vergleichsweise früh seit seinem Release in der Bäckerei gelandet sein. Immerhin: Das Display ist als Flachbildschirm wesentlich moderner als der betagte Kult-Computer.
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Commodore hätte den AMIGA nie bekommen dürfen, denn das waren einfach die falschen Partner. Die erkannten auch nicht, was die da eigentlich hatten.
Die Nasa z.B. Nutzt uralt Hardware für ihre Weltraum-Systeme, da zuverlässig.
Nur der Himmel weiß, wieviel Kilometer ich beim Zeitungsaustragen ablatschen musste, um mir diese Schätze zu leisten
Ich war 13, als ich dann an einem der Sperrmülltage mehr oder weniger heimlich mit unserem Eicher Traktor herumfuhr und alte Fernseher aufsammelte, um sie schnell zu Hause zu testen und die kaputten wieder zurückzubringen. Diese Mistdinger funktionierten alle, lieferten aber nur ein Schwarzweißbild. So nutzte ich den besten, der nicht nach Rauch stank und behielt noch einen in Reserve im Keller. Die anderen gingen zurück zum Sperrmüll.
Da allerdings bereits der C64 auf dem Markt war, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich einen solchen mein Eigen nennen konnte. Ein Klassenkamerad, der mir seinen Brotkasten nebst Floppy 1541C für 400DM verkaufte, rüstete zu einem 128D auf, den er ebenfalls heute noch hat. Wir gründeten mit fünf Jungs einen Commodoreclub und trafen uns regelmäßig, um Listings auszutauschen, die wir abgetippt hatten, programmierten dann irgendwann nicht mehr in BASIC sondern in Maschinensprache, klauten aus Katakis (später Denaris) den modifizierten Zeichensatz heraus, bastelten an Rasterzeileninterrupten, klatschten mehr als 8 mögliche Sprites auf den Bildschirm und fummelten mit Apfelmännchen und Halfbrights herum. Das alles hat uns nicht geschadet, aber keiner ist in einem solchen Beruf gelandet. Wir erlernten alles spielerisch; auch und vor allem von den anderen.
Die Zeit des C64 war für mich erst 1991 vorbei, als der AMIGA bei mir reinschneite. Ausgestattet mit einer PC-Emulatorkarte konnte ich im PC-Modus damit Hausaufgaben und die Turbo Pascal Programmierung in der Oberstufe machen und im Amiga Modus auch Stoffzusammenfassungen für die Klausuren anfertigen. Ich war also nicht mehr nur auf die Mädchen in der Stufe angewiesen, die immer alles sauber und akribisch von der Tafel abschrieben und trotzdem aufpassen und mit der Nachbarin schwätzen konnten.
In der Ausbildungszeit trat dann der Amiga langsam in den Hintergrund, da alles auf den blöden IBM Standard setze. Später, auf den, nennen wir es externen Lehrgängen und Schulungen angelehnt an Blockunterrichtsform, hatten die Kameraden alle einen PC dabei. Diese Scheißdinger waren meinem Amiga immer noch in Grafik und Sound unterlegen, aber ich mußte mich fügen. Um IPX/SPX im 50Ohm Netzwerk mitzuzocken, kaufte ich mir einen Pentium75 und die Commodores blieben aus, wurden in schwarzen Säcken verstaut und gingen auf den Speicher. Ich habe diese Apparate alle noch und noch mehr:
Ich hatte seinerzeit viele davon im Freundeskreis ab- bzw. aufgekauft und sie eingesammelt, bevor alles entsorgt wird oder auf den Speicher kommt. Niemand wollte das Zeugs mehr. Dadurch hatte sich in den späten 1990ern und 2000ern richtig viel Commodorezeugs angesammelt:
- Mehrere Brotkästen in allen Varianten und Farbtönen, zum Teil sogar mit OVP,
- zig Datasetten, auch die schwarzen für C16/116,
- zig Diskettenlaufwerke 1540, 1541, 1541C, 1541 II, 1570, 1571, 1581
- einige C128,
- einige C128D,
- seltenere C128D portable im Kunststoffgehäuse,
- C16 und C116
- einige plus/4, auch in OVP,
- VIC20,
- mehrere SX64,
- mehrere Amiga 500 und einen bis an die Zähne bewaffneten Amiga 2000 (30MHz), Laufwerke und Platten dafür
- Drucker MPS801, 802, 803,
- Modem, BTX Modul,
- Speichererweiterungen, Joysticks, Mäuse, EPROMMER, tausende Disketten, alle 64er Ausgaben, Speedroms für 1541, Monitore, Handbücher, Software
Oh Mist, so viel wollte ich ganet schreiben - da ging wohl die Begeisterung bzw. nostalgische Gefühle mit mir durch...