Auf dem Weg zur echten KI? ChatGPT bekommt Gedächtnis

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Auf dem Weg zur echten KI? ChatGPT bekommt Gedächtnis
Quelle: pixabay.de, Google

Bisher ist der Deep-Learning-Chatbot ChatGPT gemessen am eigentlichen KI-Begriff noch recht "dumm", doch OpenAI will das mit einem neuen Feature weiter ändern: Die Fähigkeit, sich zu erinnern, steht auf dem Plan.

Während Google mit Gemini bereits deutlich näher an einer sogenannten Artificial General Intelligence (AGI) dran ist, also einer Künstlichen Intelligenz (KI) mit tatsächlich menschenähnlichem Intellekt, ist ChatGPT als reiner Deep-Learning-Chatbot aktuell noch im Nachteil. Doch in Zukunft soll das OpenAI-Modell sich auch merken, was Nutzer über sich preisgeben und diese "Erinnerungen" auch in zukünftigen Chats anwenden, womit man sich dem eigentlichen KI-Begriff weiter annähert.

OpenAI hat das "Memory"-Feature im Rahmen eines begrenzten Tests in einem Blogpost angekündigt und erklärt, dass die neue Fähigkeit von ChatGPT (sowohl in der kostenlosen Version als auch in ChatGPT Plus) zunächst erprobt werden soll. Wie Techradar hierzu berichtet, liegt der Vorteil des neuen Features auf der Hand: Wenn ChatGPT ein Gedächtnis hat, fangen neue Unterhaltungen nicht mehr bei null an und bereits die Eingabeaufforderung könnte einen bestimmten Kontext beinhalten.

ChatGPT: Ich weiß, was du letzten Sommer gesagt hast

ChatGPT mit Gedächtnis würde so eher zu einem nützlichen Assistenten werden, der weiß, wie man seinen Kaffee am Morgen mag oder dass man keine Termine vor 10 Uhr morgens vereinbaren möchte, heißt es. In der Praxis sagt OpenAI, dass das Gedächtnis entsprechend auch auf zukünftige Aufforderungen angewendet wird: Wenn man ChatGPT mitteilt, dass man ein dreijähriges Kind mit Vorliebe für Giraffen hat, könnten die folgenden Chats zu Geburtstagskartenideen mit einer Giraffe führen.

Datenschutz für ChatGPT-Gedächtnis

Um Ängsten zu dem neuen Feature zu begegnen, will OpenAI aber auch ermöglichen, die Erinnerungen zu löschen, indem man den "Temporary Chat"-Modus verwendet. Ähnlich wie beim Löschen des Internetverlaufs eines Browsers soll es zudem auch bei ChatGPT in den Einstellungen möglich sein, Erinnerungen zu entfernen oder ChatGPT im Gespräch zu sagen, dass es etwas vergessen soll.

OpenAI fügt über die App-ähnlichen GPTs ebenfalls Speicherfunktionen hinzu, die externe Entwickler für maßgeschneiderte Chat-KIs nutzen können. Jedoch sollen sie nicht auf die im GPT gespeicherten Erinnerungen zugreifen. Der Hersteller verspricht außerdem, dass Erinnerungen aus den Trainingsdaten von ChatGPT ausgeschlossen werden.

Auch heißt es in dem Blog-Beitrag: "Wir unternehmen Schritte, um Voreingenommenheit zu bewerten und abzumildern und ChatGPT davon abzuhalten, sich proaktiv an sensible Informationen wie Ihre Gesundheitsdaten zu erinnern - es sei denn, Sie bitten es ausdrücklich darum." Bisher ist nicht bekannt, wie lange der begrenzte Testlauf geht, bevor das ChatGPT-Gedächtnis auch für alle Nutzer eingeführt wird.

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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die Prozentangaben waren in Echtzeit. Über längere/beliebig lange Zeitspannen kann jeder Turing-vollständige Computer alles berechnen, aber "50 Prozent eines Gehirns" können alle nur für diesen Zweck entwickelten Rechner heute eben schon in Echtzeit – einige andere, die gar nicht für diesen Zweck genutzt werden, vermutlich auch deutlich mehr. Ebenfalls keine Herausforderung mehr ist "laufen" inklusive Gleichgewicht. Das beherrschen Roboter jetzt schon seit 1-2 Jahrzehnten gut. Auch sehr sportlich, wie Boston Dynamics ja gerne vorführt. Auch dafür braucht es nicht " alle Computer dieser Welt zusammen", sondern nur einen relativ kleinen, der in den Roboter passt. Man weiß, wie von mir ausdrücklich geschrieben, noch nicht wie unser Gehirn diverse Aufgaben angeht. Aber das ist eine Software-Frage. KIs steht ein vielfaches der Rechenleistung zur Verfügung – diese optimal* einzusetzen ist der nächste Schritt und nur noch eine Frage der Zeit – in Anbetracht der rasanten Fortschritte einer Zeit, zu deren Länge ich keine Prognose abgeben würde.

        *: Was in diesem Kontext "optimal" ist, wäre zu definieren. Beim biologischen Menschen ergibt sich vieles aus dem Bedarf, einen Körper zu kontrollieren respektive dessen Sinnesorgane zu nutzen. KIs werden in der Regel andere Ziele vorgegeben und wenn die erste KI auftaucht, die sich selbst Ziele setzt, wird es spannend.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die Prozentangaben waren in Echtzeit. Über längere/beliebig lange Zeitspannen kann jeder Turing-vollständige Computer alles berechnen, aber "50 Prozent eines Gehirns" können alle nur für diesen Zweck entwickelten Rechner heute eben schon in Echtzeit – einige andere, die gar nicht für diesen Zweck genutzt werden, vermutlich auch deutlich mehr. Ebenfalls keine Herausforderung mehr ist "laufen" inklusive Gleichgewicht. Das beherrschen Roboter jetzt schon seit 1-2 Jahrzehnten gut. Auch sehr sportlich, wie Boston Dynamics ja gerne vorführt. Auch dafür braucht es nicht " alle Computer dieser Welt zusammen", sondern nur einen relativ kleinen, der in den Roboter passt. Man weiß, wie von mir ausdrücklich geschrieben, noch nicht wie unser Gehirn diverse Aufgaben angeht. Aber das ist eine Software-Frage. KIs steht ein vielfaches der Rechenleistung zur Verfügung – diese optimal* einzusetzen ist der nächste Schritt und nur noch eine Frage der Zeit – in Anbetracht der rasanten Fortschritte einer Zeit, zu deren Länge ich keine Prognose abgeben würde.

        *: Was in diesem Kontext "optimal" ist, wäre zu definieren. Beim biologischen Menschen ergibt sich vieles aus dem Bedarf, einen Körper zu kontrollieren respektive dessen Sinnesorgane zu nutzen. KIs werden in der Regel andere Ziele vorgegeben und wenn die erste KI auftaucht, die sich selbst Ziele setzt, wird es spannend.
      • Von Tolotos66 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Die Leistungsfähigkeit des Gehirns in mit Computern vergleichbare Werte zu fassen, ist zwar eine Wissenschaft für sich. Aber die ersten Überbietungs-Meldungen gab es schon in den 90ern, durch einzelne Supercomputer wohlgemerkt. Seitdem hat sich die Leistung einzelner Systeme verfielfacht und man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die Summe aller Systeme wesentlich leistungsfähiger ist. Selbst bei der direkten Nachahmung von Gehirnprozessen, was ein sehr umständlicher Weg zur Erlangung von dessen Fähigkeiten ist, soll jedes der 40 SpiNNaker-1-Systeme 1 Prozent der menschlichen Hirnkapazität simuilieren können und das bislang meinem Wissen nach einzige SpiNNaker-2-System zehnmal so viel – die zusammen hätten also schon 50 Prozen der menschlichen Kapazitäten und das sind, verglichen mit den großen Supercomputern aus der Nuklearforschung, Winzlinge.

        Die Rechenleistung ist also definitiv da, wenn auch nicht die Recheneffizienz. Was bislang fehlt, ist die passende Firmware, also die KI selbst. Aber genau die wird täglich in einem Tempo weiterentwickelt, das Größenordnungen höher als bei jedem biologischen Prozess ist.
        Irrtum.
        Alleine das Erlenen des Gleichgewichts in Kombination mit dem laufen erfordert unglaublich viel "Rechenleistung" unseres Gehirns.
        Noch einmal:
        - Simulation ist nicht Echtzeit/Rechenzeit des zu simulierenden Gegenstandes (Gehirn)
        - Ein echtes neuronales Netzwerk ist wesentlich komplizierter, als das zu oft misbrauchte neuronale Netzwerk in der Technik. Bis heute nicht vollständig erklärbar.
        - Alleine der Vorgang des Abspeicherns, Erinnerns und Abrufens unseres Gerhirns ist zu wesentlichen teilen unerklärt.

        Ja wir machen Fortschritte, aber lernen ist mehr als die Summe der Faktoren.
        Gruß T.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Tolotos66
        Naja, das glaube ich eher nicht.
        Hast Du Dir mal die Packungsdichte und neuronalen Verschaltungen eines Gehirns angeschaut?
        Und das Lernen verläuft nicht linear, was absolut entscheident ist!
        Alle Computer dieser Welt zusammen genommen können nicht ein einziges menschliches Gehirn simulieren, geschweige denn ersetzen.
        Möglicherweise können das iwa Quantecomputer, aber auch hier stockt die Entwicklung. denn so ein Netzwerk bedarf riesiger Mengen Energie und die könnte nur mit der Kernfusion zufiedenstellend gewährleistet sein. Auch hier hängt es, da die Staaten leber Geld in unsinnige Kriege pumpen, statt endlich ITER fertigzustellen. usw.
        Gruß T.
        Die Leistungsfähigkeit des Gehirns in mit Computern vergleichbare Werte zu fassen, ist zwar eine Wissenschaft für sich. Aber die ersten Überbietungs-Meldungen gab es schon in den 90ern, durch einzelne Supercomputer wohlgemerkt. Seitdem hat sich die Leistung einzelner Systeme verfielfacht und man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die Summe aller Systeme wesentlich leistungsfähiger ist. Selbst bei der direkten Nachahmung von Gehirnprozessen, was ein sehr umständlicher Weg zur Erlangung von dessen Fähigkeiten ist, soll jedes der 40 SpiNNaker-1-Systeme 1 Prozent der menschlichen Hirnkapazität simuilieren können und das bislang meinem Wissen nach einzige SpiNNaker-2-System zehnmal so viel – die zusammen hätten also schon 50 Prozen der menschlichen Kapazitäten und das sind, verglichen mit den großen Supercomputern aus der Nuklearforschung, Winzlinge.

        Die Rechenleistung ist also definitiv da, wenn auch nicht die Recheneffizienz. Was bislang fehlt, ist die passende Firmware, also die KI selbst. Aber genau die wird täglich in einem Tempo weiterentwickelt, das Größenordnungen höher als bei jedem biologischen Prozess ist.
      • Von Tolotos66 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Echo321
        Eine KI muss ja nicht denken können wie ein Mensch um gefährlich zu sein. Was ist wenn Chat KIs deine besten Freunde sind und du bereitwillig deine Geheimnisse mit ihnen teilst? Wenn der Erschaffer ihr dazu sogar direkt den Auftrag gegeben hat ? Dann dazu das Thema Deepfakes, Fake News .. Es gibt schon Fälle wo Deepfakes große Schäden angerichtet hat und das wo diese Technik noch "neu" aber täglich besser und zugänglicher wird. KI Modelle werden zur "Vorhersage" in verschiedenen Szenarien genutzt und würden zB in einem Krieg Atomwaffen nutzen .. was ist wenn wir solchen KI Assistenten irgendwann blind vertrauen?!

        Worauf will ich hinaus? Eine KI muss nicht stark sein um Schaden anzurichten
        Dann ist es aber nicht die KI (starke, selbstlernende), sondern der Mensch, der mit den Ergebnissen Schindluder treibt. Letzendlich ist es immer der Mensch der den Befehl gibt, den Knopf drückt oder es so programmiert. Bei einer Starken KI ist genau DAS nicht notwendig und kann Diese daher so unberechenbar/gefährlich machen.
        Gruß T.
      • Von Echo321 Software-Overclocker(in)
        Eine KI muss ja nicht denken können wie ein Mensch um gefährlich zu sein. Was ist wenn Chat KIs deine besten Freunde sind und du bereitwillig deine Geheimnisse mit ihnen teilst? Wenn der Erschaffer ihr dazu sogar direkt den Auftrag gegeben hat ? Dann dazu das Thema Deepfakes, Fake News .. Es gibt schon Fälle wo Deepfakes große Schäden angerichtet hat und das wo diese Technik noch "neu" aber täglich besser und zugänglicher wird. KI Modelle werden zur "Vorhersage" in verschiedenen Szenarien genutzt und würden zB in einem Krieg Atomwaffen nutzen .. was ist wenn wir solchen KI Assistenten irgendwann blind vertrauen?!

        Worauf will ich hinaus? Eine KI muss nicht stark sein um Schaden anzurichten
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