Studie soll belegen: KI-Nutzer im Job werden als weniger kompetent wahrgenommen

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Studie soll belegen: KI-Nutzer im Job werden als weniger kompetent wahrgenommen
Quelle: Gerd Altmann unter Pixabay-Lizenz

Obwohl KI-Tools die Arbeit erleichtern, bringen sie laut Studie einen sozialen Preis mit sich: Wer im Büro auf KI setzt, gilt schnell als faul - mit ernsten Folgen.

Effizient, schnell, präzise - das verspricht der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag. Theoretisch. Praktisch zeigt sich ein anderes Bild: Wer offen zugibt, mit KI zu arbeiten, gilt offenbar als weniger engagiert. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie mit über 4.400 Teilnehmern - und es könnte ein ernst zu nehmendes Hindernis für die Akzeptanz digitaler Tools sein.

In vier getrennten Experimenten wurde untersucht, wie Menschen beurteilt werden, die bei ihrer Arbeit auf KI setzen. Schon in der ersten Studie zeigte sich: Beschäftigte, die ein generatives KI-Tool nutzen, rechnen fest damit, als faul, ersetzbar und weniger kompetent zu gelten. Konsequenz: Viele würden ihre KI-Nutzung lieber verschweigen - insbesondere gegenüber Vorgesetzten.

Die zweite Studie testete, ob diese Sorge berechtigt ist. Kurzfassung: ja. Menschen, die mit KI arbeiten, werden von anderen als weniger kompetent, weniger fleißig und - wenig überraschend - als deutlich fauler eingeschätzt als solche, die keine oder klassische Hilfe (etwa von Kollegen) nutzen. Besonders bemerkenswert: Der Effekt war unabhängig von Beruf, Alter oder Geschlecht. Wer KI nutzt, wird abgestraft.

In der dritten Untersuchung mussten Testpersonen in der Rolle von Führungskräften reale Bewerberprofile beurteilen. Wieder das gleiche Muster: Kandidaten, die angaben, regelmäßig KI zu nutzen, hatten schlechtere Karten - es sei denn, die "Manager" nutzten selbst häufig KI. Offenbar hilft nur persönliche Erfahrung, um den Bias zu umgehen.

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Die vierte Studie ging der Frage nach, woher diese Vorurteile kommen. Antwort: Es ist vor allem der Eindruck von Faulheit. Und der hat Folgen. Wer KI nutzt, wird als schlechtere Besetzung für Aufgaben wahrgenommen - es sei denn, es geht explizit um digitale Tätigkeiten, bei denen KI als sinnvoll gilt. Dann verschwindet der Makel.

Was bleibt, ist ein deutliches Signal: Der Einsatz intelligenter Tools wird nicht automatisch als Zeichen von Cleverness oder Effizienz verstanden - sondern häufig als Mangel an Einsatz. Ein Paradoxon in Zeiten von Automatisierung und Effizienzmaximierung.

Das Problem ist dabei weniger technischer, sondern sozialer Natur. Solange KI-Nutzung nicht als Standard gilt, bleibt sie ein Risiko - nicht wegen mangelnder Leistung, sondern wegen falscher Wahrnehmung.

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Quelle: PNAS

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    • Kommentare (48)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Prozessorarchitektur Lötkolbengott/-göttin
        Die illusion lebt weiter das sind simple algos die eine frage nachschieben wie zu alexa Zeiten 2012. Das neue ist nur das generative und den hype darum.
      • Von Prozessorarchitektur Lötkolbengott/-göttin
        Die illusion lebt weiter das sind simple algos die eine frage nachschieben wie zu alexa Zeiten 2012. Das neue ist nur das generative und den hype darum.
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Jacky
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Ja, das is halt genau der Knackpunkt: Wenn KI bloß genutzt wird, um ne fertige Antwort zu konsumieren, ohne sich wirklich mit dem Thema auseinanderzusetzen, dann is das inhaltlich nich mehr als querlesen mit digitalem Anstrich. Aber das liegt dann eher an der Nutzungsweise als an der Technik selbst. Die Technik selbst hat also kaum bis keinen Einfluss auf die Kompetenz oder den Wissenszuwachs, wenn man mich fragt. KI kann halt genauso Werkzeug für Vertiefung sein – oder halt ne Abkürzung drumrum.
        Man kann eine KI als Suchmaschine nutzen für kurze präzise Antworten. Aber man kann es auch weiter vertiefen.
        ChatGPT z.B. fragt sogar selber meistens nach ob das Thema noch vertieft werden soll.
      • Von PCGH_Jacky Software-Overclocker(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Ja, das is halt genau der Knackpunkt: Wenn KI bloß genutzt wird, um ne fertige Antwort zu konsumieren, ohne sich wirklich mit dem Thema auseinanderzusetzen, dann is das inhaltlich nich mehr als querlesen mit digitalem Anstrich. Aber das liegt dann eher an der Nutzungsweise als an der Technik selbst. Die Technik selbst hat also kaum bis keinen Einfluss auf die Kompetenz oder den Wissenszuwachs, wenn man mich fragt. KI kann halt genauso Werkzeug für Vertiefung sein – oder halt ne Abkürzung drumrum.

        Und was die "zwei Mauerbauer" angeht: ich seh da eher Potenzial für ne solide Doppelhaushälfte 😄 (andererseits hat niemand vor eine Mauer zu bauen)

        Zitat von Herr_M
        Ich hätte diese reflektierte Nutzung von KI eher der Methodenkompetenz und, weil es verantwortungsvolles Handeln voraussetzt, auch der Personalkompetenz zugeordnet.
        Das is das Problem mit den Kompetenzen. Die lassen sich nie wirklich scharf voneinander abgrenzen (eines meiner großen Probleme während des Studiums gewesen xD je nach Dozent oder Dozentin unterschiedliche Einordnungen) Reflektierte KI-Nutzung als verantwortliches Handeln ist auf jeden Fall ein Aspekt, der über reines Know-how hinausgeht.

        Zitat von Herr_M
        Der kompetente Umgang mit Office-Tools oder das Google-Fu wird bei den jüngeren Generationen, die gegenwärtig studieren oder studieren werden, durch ein KI-Fu ergänzt.
        Das nehme ich tatsächlich auch an. Noch wird man bei KI-Nutzung als inkompetenz gemarkt, dann kommt aber irgendwann der Kipp-Punkt, ab dem dann Umgang mit sowas als Tool als Basis angenommen wird (und nich weiter gelehrt wird). Bestes Beispiel: Meine Cousine, die etwas älter is als ich, hat noch 10 Finger-Tippen gelehrnt. Ich schon nich mehr. Bei meiner jüngsten Schwester (6 Jahre jünger als ich) war das dann gar kein Ding mehr. Die Lehrkräfte haben einfach vorausgesetzt, dass die SuS das können. Kann mri vorstellen, dass sich das später bei KI ähnlich verhält. Wobei es vermutlich erstmal auch ne halbe Ewigkeit dauern wird, bis der Umgang mit KI in Schulen gelehrt wird. Ich mein, wenn ich mir angucke, was ich vor zwei Jahren noch als "Medienkompetenz" für Lehramtler mitgegeben bekommen hab... xD Es is ein einziges Trauerspiel.

        Zitat von Herr_M
        Geschieht das ausführlich genug, um den Umgang mit KI methodisch bewerten zu können?
        Leider noch nicht. Noch geht es vor allem um den Aspekt der Eigenleistung. Ich find es allerdings schon erstaunlich genug, wie schnell KI an der Uni überhaupt akzeptiert wurde (wenn auch in manchen Fachbereichen eher zähneknirschend xD). Dementsprechend könnte ich mir vorstellen, dass weiterer Umgang mit KI noch evaluiert wird. Wenn ich mich nich irre, gibt es dazu bereits Arbeitskreise einiger Fachbereiche, die sich genau damit auseinandersetzen. Wobei ich glaube, dass das für Unis auch weniger relevant ist. Ich mein, das klassische Recherchieren oder andere Methodik kommt bei Arbeiten in der Uni auch kaum bis gar nich in die Bewertung (maximal, wenn man echt üblen Mist gebaut hat). Wo es relevant werden dürfte, wären tatsächlich Schulen. Aber bis KI genau da ankommt, bin ich vermutlich schon längst verscharrt. Vorher wird das ganze verboten. Ich mein, in Schulen werden ja immer noch "Handy-Verbote" diskutiert.
      • Von Herr_M Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Jacky
        aus kompetenztheoretischer Sicht ist Fachkompetenz eben nicht nur das reine "Wissen über ein Fachgebiet", sondern umfasst unter "beruflicherHandlungskompetenz" eben auch Punkte von Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz. Die Fähigkeit, KI effektiv, reflektiert und anforderungsgerecht einzusetzen, müsste demnach als Teil fachlicher Kompetenz angesehen werden.
        Ich hätte diese reflektierte Nutzung von KI eher der Methodenkompetenz und, weil es verantwortungsvolles Handeln voraussetzt, auch der Personalkompetenz zugeordnet.

        Zitat von PCGH_Jacky
        Wenn ein "intensiver KI-Nutzer" in der Lage ist, komplexe Fragen effizient und korrekt mit der Hilfe von KI zu lösen, zeigt das nich nur Zusatzfähigkeiten, sondern auch ein hohes Maß adaptiver Expertise. Es werden neue Werkzeuge in bestehende Wissens- und Handlungsstrukturen integriert. Das is kein Gegenmodell zur Fachkompetenz, sondern die Erweiterung.
        Jo. Und im Gegenzug wird der Mangel dieser Kompetenz früher oder später als Inkompetenz gewertet. KI kann Dinge leisten, die ein Menschlein oder auch Arbeitskreise nicht leisten können. Dies betrifft zwar "nur" digitalisierte Inhalte wie die Auswertung von Nutzerdaten oder das Filtern von Informationen (mittelhochdeutsche Fanfiction ^^), aber im beruflichen Umfeld arbeitet man nunmal zunehmend mit digitalisierten Daten. Der kompetente Umgang mit Office-Tools oder das Google-Fu wird bei den jüngeren Generationen, die gegenwärtig studieren oder studieren werden, durch ein KI-Fu ergänzt.

        Zitat von PCGH_Jacky
        Klar: Solange nur das Endergebnis oder der klassische Weg zur Lösung zählt, kann diese Art der Problemlösung nur als weniger wertvoll oder abkürzend wahrgenommen werden. Das bedeutet aber eigentlich viel mehr, dass hier ne Bewertungslücke vorliegt, die weniger über tatsächliche Kompetenzunterschiede aussagt als über kulturell-normative Vorstellungen von guter Arbeit.
        Was ergibt sich darauf? Nicht intensive KI-Nutzung per se schwächt die Fachkompetenz, sondern nur dann, wenn sie unreflektiert geschieht und nicht durch ein solides fachliches Fundament gestützt wird.
        Dass du eine Bewertungslücke hervorhebst, gefällt mir. Anderorts hattest du bereits erwähnt, dass die Nutzung von KI im Rahmen wissenschaftlicher Arbeit im universitären Rahmen ausgewiesen werden muss. Geschieht das ausführlich genug, um den Umgang mit KI methodisch bewerten zu können?
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Jacky
        Gut gewähltes Beispiel, allerdings für eine völlig andere Lerntheorie. Das, was du beschreibst, is n ganz bestimmter Recherchetypus. Das wäre der explorative Zugang zu Wissen. Man häuft Wissen an, indem man durch das "Mitlesen" zusätzlicher Informationen ein thematisches Netz aufbaut. Eine wirklich gute Methode, die allerdings nicht für jeden Menschen und jedes Thema gleichermaßen funktioniert.
        Was da auch auffällt: An deiner Lernmethode lässt sich nich ableiten, dass KI-gestützte Recherche grundsätzlich zu geringerer Kompetenz führt. Denn auch bei KI-gestützte Infobeschaffung ist es möglich (und auch absolut üblich), sich kritisch mit den gelieferten Antworten auseinanderzusetzen, deren Stichhaltigkeit zu prüfen, weiterführende Asprekte nachzurecherchieren und Verbindungen zu anderen Themen herzustellen. Wer das nicht tut, hätte vermutlich auch bei klassischer Recherche nich tiefergehend gearbeitet.

        Natürlich entgehen einem bei gezielten Fragen unter Umständen manche Zufallsfunde. Allerdings ist aus bildungswissenschaftlicher Sicht entscheidend, wie aktiv Lernprozesse gesteuert werden. Die Tiefenverarbeitungshypothese bspw. sagt, dass nachhaltiges lernen nicht nur durch bloßen Umfang, sondern durch die Tiefe der semantischen Verarbeitung entsteht. Dafür muss man dann nich Text um Text durchballern, um Wissen überhaupt zu erweitern.
        Jetzt fühle ich mich analysiert.

        Bezüglich "KI-gestützt" und weiterführend: Ich hatte für meine Gegenüberstellung jetzt nur die beiden Extreme betrachtet. Also auf der einen Seite jemand, der Quellen zu einem Thema recherchiert und in diesen nach Antworten zu seiner Frage sucht; dabei zwangsweise auch viele darüber hinaus gehenden Informationen durcharbeitet. Auf der anderen Seite jemand, der die Frage in die KI eingibt, eine vollständige Antwort erhält und diese maximal überprüft, ob deren Aussage in einem von der KI vorgelegten Quellzitat auch tatsächlich drinsteht/dass es keine Halluzination ist.

        Als Zwischenstufe kann man die KI natürlich auch als verbesserte Suchmaschine nur zur Quellensuche verwenden, diese dann aber in herkömmlicher Weise und mit ähnlichem Informationsgewinn durcharbeiten. Je nach Fragestellung (Umfang? Vorwissen? Menge möglicher Quellen? Qualität von Suchmaschinen in diesem Bereich?) profitiert man dabei aber nur in sehr geringem Maße vom KI-Einsatz. Wo von massiv gesteigerter Arbeitseffizienz die Rede ist, meint man meiner Erfahrung nach meist Szenarien, in denen die KI die eigentliche Arbeit macht (ggf. bis hin zur Ausformulierung des Ergebnis) und sich der Mensch die meiste Zeit über gar nicht mehr mit dem Thema auseinandersetzt, sondern nur mit der Bedienung der KI. Das dürfte dann hinsichtlich der Wissensaneignung im Extremfall nicht mehr weit weg von "Querlesen" des Endresultats sein.

        Zitat
        (sorry für wall of text, aber BiWi war und ist eine meiner Interessen und da wurde irgendwie jetzt in n Wespennest gestochen ^^ Aber anhand deiner eigenen Wall of Texts geh ich mal davon aus, dass du damit umgehen kannst)
        Ich muss mir noch überlegen, ob in diesem Forum Platz für zwei Mauerbauer ist!
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